Ein Laufgitter bietet für Eltern viele Vorteile und hat vor allem einen Zweck: Ihr Kind hält sich in einer sicheren Zone auf, während Sie gerade mit anderen Dingen beschäftigt sind. Welche Unterschiede es gibt und welches Laufgitter für Sie in Frage kommt, erfahren sie hier.

Ein Laufgitter, auch Laufstall oder Gehschule genannt, besteht aus einer Bodenplatte, die mit Gitterstäben oder einem Gitternetz umgeben ist.

Wozu brauche ich ein Laufgitter?

Ein Laufgitter ist ein sicherer Bereich, in dem Sie Ihr Baby oder Krabbelkind ablegen können, um z.B. an die Tür zu gehen, zu telefonieren oder im Haushalt Dinge zu erledigen – einfach wenn Sie Ihrem Kind nicht hundertprozentig Ihre Aufmerksamkeit schenken können. Auch vor neugierigen Haustieren wie Hund bzw. Katze oder vor anderen Geschwisterkindern liegt das Baby hier in seiner eigenen, geschützten Zone, und hat dennoch alles gut im Blick.

Ohne Laufgitter besteht in unbeaufsichtigten Momenten die Gefahr, dass Ihr Baby sich an Dingen in der Umgebung verletzt oder durch Drehungen z.B. vom Sofa fällt. Außerdem liegt Ihr Kind, anders als bei einer Krabbeldecke, nicht direkt auf dem Boden – ein Vorteil besonders dann, wenn Sie sehr kalte Böden in der Wohnung haben.
Auf keinen Fall sollte das Laufgitter aber dazu dienen, Ihr Kind über mehrere Stunden „dauerzuparken“ oder gar zu bestrafen! Ihr Kind sollte einen positiven Bezug zum Laufgitter aufbauen – als eigenen Bereich zum Spielen, Kuscheln und Nickerchen machen. Dann wird es sich wohl- und nicht eingesperrt fühlen.

Laufgitter oder Laufstall

Welche Unterschiede gibt es bei Laufgittern?

Es gibt verschiedene Laufgitter Formen und Größen: 4-eckig in quadratischer oder rechteckiger Form (z.B. 100 x 100 cm, 75 x 100 cm), 6-eckig (z.B. 120 x 120 cm), oval oder rund. Welche Form die Beste ist, hängt in erster Linie vom Platzangebot ab. Grundsätzlich ist die Form aber Geschmackssache, hier gibt es kein „besser“ oder „schlechter“. Bei der Größe gilt: je größer desto mehr Bewegungsfreiheit.

Wenn Sie das Laufgitter nicht immer brauchen bewährt sich ein klappbares Laufgitter, das ganz flach zusammen geklappt und leicht verstaut werden kann. Rollen erleichtern das Umstellen innerhalb des Raumes oder um es in andere Zimmer zu schieben.

Auch das Material kann unterschiedlich sein. Die meisten Laufgitter sind aus Holz, entweder aus Schichtholz oder aus Massivholz. Letzteres ist robuster und dadurch langlebiger. Laufgitter aus Kunststoff sind dagegen leichter, mit einem Gitternetz statt Gitterstäben ausgestattet, und können aufgrund ihres leichten Gewichts ganz schnell zusammengeklappt werden (praktisch, wenn Sie das Laufgitter nicht immer brauchen) oder auch als Reisebett genutzt werden.

Viele Modelle sind höhenverstellbar. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Sie das Laufgitter bereits ab den ersten Lebenswochen verwenden wollen – dann legen Sie Ihr Baby auf die oberste Stufe und schonen so Ihren Rücken. Sobald Ihr Kind anfängt sich aufzurichten bzw. hochzuziehen, sollten Sie auf jeden Fall die unterste Stufe wählen, damit Ihr Kind nicht über die Gitterstäbe fallen kann.

Bei Modellen mit Gitterstäben sind meist 3-4 herausnehmbare Schlupfstäbe – wie beim Kinderbett – eingebaut. Auch das dient der Sicherheit Ihres Kindes. Denn wenn Ihr Kind bereits stehen kann und aus dem Laufgitter heraus möchte, besteht die Gefahr, dass es sich an den Gitterstäben hochzieht und über die Umrandung fällt. Deshalb ist es sicherer, die Schlupfstäbe zu entfernen, auch wenn dann das Laufgitter seinen eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllt. Ihr Kind kann das Laufgitter auber weiterhin als Spiel- und Rückzugsraum nutzen.

Brauche ich eine Laufgittereinlage und eine Laufgittermatratze?

Laufgitter sind meist mit einem gepolsterten Boden ausgestattet, der mit Kunststoffolie bezogen wurde. Vielen Eltern ist dies aber noch zu hart bzw. zu kalt für Ihr Baby. Wenn Sie das Laufgitter weicher und kuscheliger haben möchten lohnt sich der Kauf einer wattierten Laufgittereinlage, die auch (im Gegensatz zu normalen Decken) an den Gitterstäben mithilfe von Bändern befestigt wird und so nicht verrutschen kann. Der hohe Rand von Laufgittereinlagen polstert die Gitterstäbe ab, damit sich Ihr Baby nicht den Kopf stoßen kann. Viele Modelle sind mit kleinen Überraschungen für Ihr Baby ausgestattet, z.B. Knisterfolie, Spiegel etc., mit denen sich Ihr Kind im Laufstall beschäftigen kann.

Wer sein Baby bereits ab der Geburt ins Laufgitter legen möchte, z.B. als Alternative zum Stubenwagen, für den lohnt sich der Kauf einer Laufgittermatratze. Darauf liegt Ihr Baby auch tagsüber in einer gesunden Liegeposition. Später, wenn es seine ersten Stehversuche macht, bietet die Laufgittermatratze genügend Halt und polstert auch kleine Stürze weich ab.

Tipps zum Laufgitter-Kauf

Beim Kauf eines Laufgitters müssen Sie immer Ihre Wohnsituation beachten. Haben Sie z.B. viel Platz in dem Raum, in dem sie das Laufgitter verwenden wollen, können Sie ruhig ein großes Laufgitter wählen, um Ihrem Kind möglichst viel Bewegungsfreiheit zu geben. Nutzen Sie es in einem kleineren Raum mit wenig Platz lohnt sich ein kleineres Laufgitte, um nicht Wege zu verstellen.

Wenn Sie das Laufgitter in verschiedenen Räumen nutzen wollen müssen Sie die Türbreite bei der Auswahl mit berücksichtigen (vorher ausmessen!). Hier eignen sich dann vor allem rechteckige bzw. ovale Modelle mit Rollen.

Brauchen Sie das Laufgitter nur zu bestimmten Gelegenheiten, also nicht jeden Tag, ist ein klappbares Laufgitter praktisch – so nimmt es nicht unnötig Platz weg, wenn es gar nicht benötigt wird. Hier gibt es auch Modelle aus Kunststoff – ähnlich einem Reisebett – die besonders leicht sind und so das Verstauen erleichtern oder auch einmal in den Urlaub bzw. zum Großelternbesuch als Reisebett-Ersatz mitgenommen werden können.