22. Woche - Zugreise

22. Woche – Zugfahrt mit Baby, Babyschale, Rucksack und Wickeltasche


Eine Woche vor Weihnachten sind wir unsere Weihnachtsreise angetreten. Mein Kleiner (22 Wochen alt), die Babyschale, ein Rucksack, die Wickeltasche und ich.
Als mein Mann und ich die Reise geplant hatten, war ich noch ganz entspannt und hab mich darauf gefreut. Einen Tag vor Abfahrt jedoch war ich etwas aufgeregt und wäre lieber mit der ganzen Familie mit dem Auto gefahren. Aber erst mal von vorne:

Planung

Im November entschied sich, dass wir bereits am Samstag vor Weihnachten unsere Weihnachtsreise (ca. 600 km) starten könnten. Gleichzeitig befürchteten wir, dass an diesem Samstag noch sehr viele weitere Weihnachtsreisende auf der Autobahn unterwegs sein würden. Und mit einem Baby, das gestillt wird, fallen per Auto einfach mehr Pausen an. Oder längere Pausen unter Umständen. Das hatten wir ja bereits getestet (siehe Münchenbesuch).

Mein Mann sah kurzerhand auf der Bahnseite nach und entdeckte, dass es noch erstaunlich günstige Bahnpreise gab, für den Donnerstag vorm 4. Advent. Wir erhaschten ein 29,99€ Ticket. Mit der Bahncard 25 hieß dies ca. 21€ inclusive 8€ für zwei Reservierungen. Also ca. 30€ für eine Fahrt von 600km im ICE, einmal umsteigen. Ein Schnäppchen.

Zwei Reservierungen machten wir, da ich überlegte mit dem Großen und dem Kleinen im Zug zu fahren. Kurz vor der Abreise entschieden wir jedoch, dass der Große mit dem Papa im Auto mitfahren sollte. So würde ich für die Zugreise weniger Gepäck haben und mich auf den Kleinen konzentrieren können.

Packen

Zwei Tage vor Abreise ging es ans Packen. Normalerweise kann ich immer erst einen Tag vorher packen, da die Wäsche noch auf der Leine hängt, aber diesmal MUSSTE ich, da der letzten Tag fast vollkommen verplant war.

Nun hieß es also, zum Einen, für die Urlaubswoche zu packen: eine Tasche für den Kleinen, den Großen und mich. Zum Anderen, dann noch einen Rucksack mit Utensilien für den Kleinen und mich für zwei Tage. Eigentlich wollte ich in den Rucksack Wäsche, Wickelutensilien und Verpflegung für die Zugfahrt hinein bekommen. Aber es wurde sehr knapp. Also packte ich eine separate Wickeltasche. Hier kamen auch alle wichtigen Sachen mit rein: Geldbeutel, Schlüssel, etc. Das hatte den Vorteil, dass ich zum Wickeln im Zug nur die Wickeltasche mitnehmen musste und nicht auch noch den schweren Rucksack.

Bahnfahrt

Morgens 8:30 Uhr mussten wir auf dem Gleis sein. Den Kleinen hatte ich ins Tuch genommen und er war auf dem Weg zum Bahnhof eingeschlafen. Papa und der Große hatten uns noch zum Bahnhof begleitet und so musste ich das ganze Gepäck nicht alleine schleppen.

Mein Großer liebt Züge und nun konnte er mir und dem Kleinen noch zum Abschied winken. Ganz ohne Tränen, denn er wusste ja, dass er bald hinterher fahren würde. Mir war einen Abend vorher noch mulmig zumute. Die Familie getrennt… ich versuchte nicht mehr daran zu denken. Auf dem Bahnsteig war ich dann abgelenkt indem ich versuchte mit Baby, Babyschale, Rucksack und Wickeltasche in den Zug zu kommen und das richtige Abteil zu finden. Während ich noch das Gepäck verstaute und schnell noch aus dem Fenster winkte fuhr der Zug los.

An dieser Stelle muss ich einmal sagen, ich war SO FROH, dass ich zwei Sitzplätze reserviert hatte!!! Denn in so einem kleinen Abteil mit sechs Sitzplätzen, Tisch und zwei oberen Ablagemöglichkeiten, gab es keinen weiteren Platz. Zumindest nicht im Abteil. Vielleicht ist das in einem Eltern-Kind-Abteil anders, aber hier war erschreckend wenig Platz. Die Babyschale stellte ich auf die obere Ablagefläche, den Rucksack und die Wickeltasche auf den zweiten reservierten Platz neben mir.

Mein kleiner Spatz schlief auf der ganzen Zugfahrt recht viel. Wenn er wach wurde, hat er fasziniert aus dem Fenster geschaut, mit seiner Rassel gespielt oder sich wieder in seine Stillhöhle zurück gezogen. Ich hatte das Wickeltuch über die Schulter, schräg nach unten gelegt und konnte so ganz entspannt stillen.

Das Umsteigen ging ebenfalls gut, da wir nur sehr wenig Verspätung hatten und der nächste Zug auf demselben Gleis weiter fuhr.

Drei Sachen möchte ich zur Zugfahrt noch anmerken:

Wickeln im Zug

In der Behindertentoilette gab es einen Wickelplatz. Ein Brett, das man von der Wand runter klappen konnte. Dieses Wickelbrett hatte den Vorteil, dass es sehr lang war. Jedoch ohne jegliche Abpolsterung oder Sicherung an der Seite und am Kopfende. In unserem Fall war das kein Problem, da ich die Wickeltasche auf die Seite stellte. Außerdem ist der Kleine noch nicht so aktiv auf dem Wickeltisch. Allerdings ist es schon eine kleine Herausforderung, mit einer Hand alles erst einmal so herzurichten, bis man das Kind ablegen kann.

Im Zug Baby wieder ins Tuch wickeln

Um den kleinen Spatz wieder ins Tuch zu wickeln, bin ich noch mal auf die Behindertentoilette und hab den Wickelplatz genutzt. So konnte ich das Tuch vorbereiten, den Kleinen wieder wärmer anziehen und dann ins Tuch wickeln.

Unterhaltung fürs Baby: durch den Zug laufen

Falls der Kleine aus Langeweile unruhig sein sollte, war mein Notfallplan durch den Zug zu laufen. Allerdings war das etwas schwierig. Denn er kann noch nicht sitzen und daher muss ich ihn auf Dauer mit beiden Armen halten. Als der Zug so hin und her geschwankt ist, hätte ich noch einen dritten Arm gebrauchen können, um mich an der Seite abzustützen. Es ging auch so, aber ich musste schon sehr aufpassen, dass ich mit dem Kleinen nicht ans Fenster falle.

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