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Babymoon: So gelingt der (letzte) Urlaub in der Schwangerschaft


Als fernwehgeplagter Mensch wollte ich auch in der Schwangerschaft nicht aufs Reisen verzichten. Dabei stellen sich natürlich mehrere Fragen. Welche Zielgebiete eignen sich für Schwangere? Wann ist der beste Zeitpunkt für den Trip und was muss unbedingt mit ins Gepäck? Mit dem Thema Babymoon hat sich mittlerweile sogar ein richtiggehender Trend um die Reisen von werdenden Eltern gebildet. Abgeleitet wurde das Wort von “Honeymoon” und meinte ursprünglich den ersten Urlaub nach der Geburt als Familie. Mittlerweile ist damit aber meistens der letzte Urlaub als Paar vor der Geburt des Babys gemeint.

So könnte der perfekte Urlaubstag im Babymoon aussehen 

Setzt Euch vor der Reisebuchung zusammen: Wie sieht für Dich und Deinen Partner der perfekte Babymoon aus? Was haltet Ihr von einem ausgedehnten Frühstück? Frisches Obst wartet am reichhaltigen Buffet genauso auf Euch, wie es warme Brötchen und eine umfangreiche Teeauswahl tun. Es liegt sogar die Tageszeitung bereit. Der Kellner bringt Euch Eure Lieblingskaffeevariante – für Dich selbstverständlich koffeinfrei. Nach der Stärkung geht es in die Berge. Eine kleine Wanderung führt Euch durch Schluchten und entlang blühender Almwiesen. Am Nachmittag kehrt Ihr in einer kleinen Hütte ein – der Kaiserschmarrn ist ein Gedicht. Seine Kalorien verbrennt Ihr direkt auf dem Rückweg oder spätestens bei ein paar Bahnen im Pool. Bevor es Zeit zum Abendessen ist, lässt Du Dich mit einer wohltuenden Gesichtsmaske im Spa verwöhnen. So ungefähr stelle ich mir Babymoon vor. Aber die Bedürfnisse sind so unterschiedlich wie wir Menschen selbst.  

Es ist wichtig, dass der letzte gemeinsame Urlaub gelingt. Deshalb entscheidet gemeinsam, wohin es geht und was ihr unternehmt. Zwar ist die Frau schwanger und der Partner sollte Rücksicht auf ihren Zustand nehmen, aber auch er hat sich eine Auszeit verdient. Wälzt gemeinsam Kataloge oder durchstöbert das Internet, bis Ihr Euer perfektes Babymoon-Angebot findet.  

Die besten Zielgebiete und Reisearten für den Babymoon 

Ich bin ein großer Fan von Fernreisen in exotische Länder. Allerdings kann ich Dir Thailand, Bali, die Dominikanische Republik und Fidschi nicht unbedingt für Babymoon empfehlen. Nicht nur, dass dort ganz andere klimatische Bedingungen herrschen – oftmals lässt auch der Hygienestandard zu wünschen übrigen.

In vielen fernen Destinationen haben die Menschen außerdem mit schweren Krankheiten zu kämpfen, die bei uns völlig unbekannt sind. Dazu gehören unter anderem Malaria und Dengue-Fieber. Wenn Dein Reiseherz nicht nach einem letzten Indien-Trip vor dem Baby bettelt, dann lass es lieber. Du kannst Fernreisen später mit dem Nachwuchs zusammen nachholen.  

Als ehemalige Reiseverkehrskauffrau empfehle ich Dir Ziele im Nah- und Mittelstreckenbereich mit einer maximalen Flugzeit von 4,5 Stunden. Wohin es Dich genau verschlägt, hängt von der Reisezeit und Deinen Urlaubsvorlieben ab. Die Destination sollte Euch beiden gut gefallen und sich für Euren Pärchenurlaub perfekt eignen.  

Städtereisen nach Wien, Rom, Barcelona oder Stockholm sind optimal für Kultur-Interessierte. Suche Dir unbedingt ein zentral gelegenes Hotel mit gutem Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, damit Du nicht zu viele Kilometer zu Fuß zurücklegen musst. Gönne Dir beim Flanieren durch Einkaufsmeilen, Museen und imposante Kathedralen ausreichend Verschnaufpausen.  

Wellnessurlaub ist natürlich ein absoluter Klassiker für den Babymoon. Egal, ob Alpenregion, Nord- und Ostsee, Südtirol oder die Schweiz, schöne Hotels mit Spa und hervorragender Speisekarte findest Du im gesamten mitteleuropäischen Raum. Natürlich kannst Du Dich auch auf den Kanaren oder auf Mallorca verwöhnen lassen. Bevor Du Dich für ein Resort entscheidest, schau Dir die verschiedenen Einrichtungen und die Wellness-Angebote an. Gibt es spezielle Massagen und Beautybehandlungen für Schwangere?  

Falls das nicht der Fall ist, kannst Du einfach Peeling, Mani- und Pediküre oder ein entspannendes Kräuterbad buchen. Teile auf jeden Fall an der Rezeption mit, dass Du ein Baby erwartest, so kann sich der Therapeut darauf einstellen und die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen treffen. Schwimmen eignet sich hervorragend als Sport für Schwangere. Also wäre ein Resort mit Pool ideal. Den Whirlpool solltest Du allerdings meiden, weil dort eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. Wenn Du gerne in die Sauna gehst, dann lass Dich vor dem Urlaub ärztlich beraten. Solange Du nicht unter Kreislaufproblemen leidest und ansonsten beschwerdefrei bist, kannst Du normalerweise die heiße Luft genießen. Schau Dir auch das Kursangebot des Resorts an, wird dort vielleicht Schwangeren-Yoga angeboten oder sogar ein Geburtsvorbereitungstraining? Dann trag Dich bei Interesse doch direkt ein.  

Bei Action und Abenteuer schlägt Dein Herz höher? Kein Problem! Du kannst in der Schwangerschaft durchaus weiterhin Sport betreiben. Aber gehe keine Risiken ein. Hochgebirgstouren sind wegen des geringeren Sauerstoffgehalts für Schwangere eher nicht geeignet. Das Höhenlimit für werdende Mütter wird von vorsichtigen Ärzten mit 1.700 bis 2.000 m beschrieben. Teilweise heißt es aber auch, dass kurzzeitige Aufenthalte in 3.500 m nicht schädlich sind. Hier solltest Du vor allem auf Deinen Trainingsstand und Dein Gefühl hören. Während Du selbstverständlich wandern gehen kannst und sogar eine Hochgebirgstour unter Umständen möglich ist, ist Tauchen absolut tabu. Diesen Sport darfst Du leider erst wieder ausüben, wenn das Baby da ist. Wer Fischen und Korallen dennoch “Hallo” sagen will, der steigt einfach für ein paar Monate auf Schnorcheln um. 

Hier findest Du einige Hotels, die mit speziellen Babymoon-Angeboten begeistern: 

Deutschland

Österreich

  • Hotel Prägant / Kärnten: Babyzeit 

Schweiz

Italien:  

Reisen in der Schwangerschaft: was ist aus medizinischer Sicht zu beachten? 

Solange Mutter und Baby wohlauf sind, ist am Reisen nichts auszusetzen. Ärzte empfehlen vor allem das zweite Trimester für einen Urlaub.  

Im ersten Trimester leiden Frauen häufig unter Schwangerschaftsbeschwerden. Von der typischen Übelkeit sind sogar 50 bis 70 Prozent der Schwangeren betroffen. Meistens hören Müdigkeit, Erbrechen, extreme Geruchsempfindlichkeit etc. nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel auf. Wenn Dich die Hormonumstellung im ersten Trimester plagt, hast Du wahrscheinlich sowieso keine Lust zu verreisen. Falls Du den Urlaub bereits gebucht hast, und es Dir nicht gut geht, prüfe die Konditionen Deiner Reiserücktrittsversicherung. Häufig gelten Schwangerschaftsbeschwerden als Rücktrittsgrund. Die Stornokosten werden ganz oder teilweise erstattet. Falls Du Dich auch im ersten Trimester wohlfühlst, kannst Du selbstverständlich reisen. Lass Dich vorher vom Arzt durchchecken. 
 

Im zweiten Trimester, zwischen der 14. und 24. Schwangerschaftswoche, fühlen sich die meisten Schwangeren pudelwohl. Das Bäuchlein ist noch verhältnismäßig klein, die Geburt noch in relativ weiter Ferne. Bei einem guten Schwangerschaftsverlauf solltet Ihr das zweite Drittel nutzen, um einen schönen Urlaub als Paar zu verbringen.  

Je näher die Entbindung rückt, desto größer wird der Nestbautrieb normalerweise. Vielleicht hast Du noch Lust auf ein Wellnesswochenende, aber den meisten Frauen steht der Kopf im letzten Trimester nicht mehr nach einem langen Urlaub. Nach Rücksprache mit dem Gynäkologen oder der Hebamme, darfst Du natürlich trotzdem auch noch eine ausgedehnte Reise antreten.  

Die AOK rät bei Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften vor jedem Urlaub den Gynäkologen aufzusuchen. Falls Du unter Blutungen oder vorzeitigen Wehen leidest, bleib besser zu Hause. Auch ab der 36. Schwangerschaftswoche solltest Du auf einen Urlaub verzichten, weil die Geburt jederzeit losgehen kann.  

Achte im Urlaub auf ausreichend Sonnenschutz und eine gesunde Ernährung. Fleisch und Fisch sollten unbedingt gar sein. Rohes Obst und Gemüse verzehrst Du nur geschält. Auf Eiswürfel ist komplett zu verzichten, genauso auf Speisen aus rohen Eiern, wie zum Beispiel Tiramisu. Rohmilchkäse, Salami und Co. sind in der Schwangerschaft sowieso tabu.  

Berücksichtige bei der Auswahl des Babymoon-Zielgebietes folgende Kriterien: 

  • Mildes Klima 
  • Gute hygienische Bedingungen 
  • Keine lange Anreise 
  • Gute ärztliche Versorgung vor Ort, idealerweise mit deutschsprachigen Medizinern 
  • Aktivitäten nach Deinem Geschmack 

Die ideale Anreise für Schwangere 

Ob Du mit Auto, Bahn oder dem Flugzeug zu Deinem Urlaubsziel reist, bleibt Dir überlassen. Jedes Verkehrsmittel hat Vor- und Nachteile für Schwangere.  

Anreise mit dem eigenen Auto 

Das Gute an der Anreise mit dem eigenen Pkw ist, dass Du jederzeit pausieren kannst. Gerade bei erhöhtem Blasendruck ist das perfekt. Achte während der Fahrt darauf, dass Du den Sicherheitsgurt richtig anlegst. Er sollte über der Brust und unter dem Bauch verlaufen. So sind Du und Dein Baby gut geschützt. Bei einem Unfall wird der Bauch so auch nicht gequetscht. Falls Du generell viel mit dem Auto unterwegs bist, überleg Dir die Anschaffung eines Schwangerschaftsgurtes. Solltest Du während der Fahrt tatsächlich einen Zusammenprall erleiden, lass Dich danach untersuchen. Selbst, wenn Du Dich fit fühlst, kann es beispielsweise zur Ablösung der Plazenta kommen.  

Wichtig sind auch ausreichend Pausen bei langen Fahrten. Versuche Dich dabei viel zu bewegen. Mach einen kleinen Spaziergang oder einige Übungen, um die Blutzirkulation zwischen Beinen und Oberkörper anzukurbeln. Trink viel Wasser. Auch, wenn Du dann öfter zur Toilette musst, ist es wichtig Deinen Organismus mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Strecke zwischendurch die Beine immer wieder aus und lege sie hoch.  

Anreise mit dem Zug

Für Schwangere ist die Bahn ein hervorragendes Verkehrsmittel, um in den Urlaub zu kommen. Du kannst problemlos aufstehen und auf- und ablaufen. Normalerweise bieten die Züge ausreichend Beinfreiheit, dass Du es Dir bequem machen kannst. Erleichtere Dir die Reise, in dem Du schwere Gepäckstücke vorab mit der Deutschen Bahn ins Zielgebiet transportieren lässt. Besorge Dir für Fernzüge auch eine Sitzplatzreservierung. Diese Option besteht leider im Regionalverkehr nicht, dafür sind diese Bahnen meist auch nicht überfüllt. Buchst Du eine Umsteigeverbindung, plane ausreichend Zeit ein, um mit Schwangerschaftsabbruch von einem Gleis zum Nächsten zu gelangen.  

Anreise mit dem Flugzeug 

Erkundige Dich bei der jeweiligen Airline nach den individuellen Regelungen für Schwangere. Oftmals befördern Fluggesellschaften Schwangere ab der 34. Schwangerschaftswoche (SSW) nicht mehr. Ab der 28. SSW wird meistens die Mitnahme eines ärztlichen Attests empfohlen. Darin sollte Dir der Gynäkologe bestätigen, dass Du reisefähig bist. Damit Du im Flugzeug ungehindert zur Toilette und Deine Beine manchmal strecken kannst, eignet sich ein Gangplatz am besten. Für Mittel- und Langstreckenflüge besorgst Du Dir idealerweise ein Paar Kompressionsstrümpfe. Denke bei Flugreisen unbedingt daran, viel Wasser zu trinken. So minimierst Du die Gefahr einer Thrombose. Erkundige Dich vor der Reisebuchung, ob das Zielland bestimmte Regelungen für die Einreise von Schwangeren vorsieht. Die USA schreiben beispielsweise eine Krankenversicherung für werdende Mütter vor. Außerdem sollen dort die Visaregelungen für Schwangere verschärft werden. Wie das genau aussieht, hängt von Deiner Staatsangehörigkeit ab. 

Schwanger verreisen – das sollte ins Gepäck 

Wenn Ihr in den Babymoon wollt, packt die Koffer sorgfältig. Auf jeden Fall müssen Mutterpass und Krankenversicherungskarte mit auf Reisen. Denke auch daran, bei Aufenthalten im Ausland eine entsprechende Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Wenn Du in der EU unterwegs bist, gilt zwar die Krankenkasse, aber nur eingeschränkt. Normalerweise ist zum Beispiel der Krankenrücktransport nicht enthalten. Hierzu klärst Du einfach die konkreten Bedingungen mit Deiner Versicherung ab. Stelle außerdem eine Reiseapotheke zusammen. Lass Dich dazu von der Hebamme oder Deinem Frauenarzt beraten.  

Babymoon – meine Erfahrung 

Ich wurde tatsächlich auf Reisen schwanger – und zwar in Indien. Im ersten Trimester bin ich mehrfach geflogen – Kurz- sowie Langstrecke. Mein ungeborenes Baby und ich waren in neben Nordindien auch in Thailand und Malaysia. Dabei hatte ich nie Sorgen wegen mangelnder hygienischer Bedingungen, der Strahlung beim Fliegen oder Malaria. Getaucht bin ich allerdings nicht mehr, dafür habe ich den Indischen Ozean mit dem Schnorchel erkundet.  

Zum Ende des zweiten Trimesters verbrachten mein Partner und ich einige Tage in einem Wellnesshotel in Süddeutschland. Dort konnte ich richtig Energie tanken, wesentlich mehr als in Südostasien. In Ruhe sprachen wir unsere gemeinsame Zukunft nochmals durch und träumten von unserem Baby.  

Was ich Dir damit sagen will: im Leben und beim Babymoon ist alles möglich. Du kannst ins nächste Dorf zum Wellnessurlaub fahren oder Dir den Dschungel von Borneo anschauen. Es ist Deine Entscheidung, welches Risiko Du eingehen möchtest und was Dir wichtig ist. Aber höre auf Deinen Körper und suche Dir die Reise aus, die richtig für Dich, Deinen Partner und Euer ungeborenes Baby ist.

Egal, wofür Ihr Euch entscheidet: wir wünschen Euch einen wunderschönen Babymoon. Habt Ihr vor, noch einen letzten Urlaub zu zweit zu machen? Oder wart Ihr bereits im Babymoon? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

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