Kind und Job vereinbaren

Kind und Job: Lässt sich das vereinbaren?


Den Blog, den Ihr heute lest, habe ich lange vor mir her geschoben. Meine Kollegin Christin kam mit dem Vorschlag auf mich zu, über mein tägliches Hin und Her zwischen Kinderzimmer und Büro zu schreiben. „Mache ich“, sagte ich, um kurz darauf festzustellen, dass das viel schwerer ist, als gedacht. Der tägliche Spagat fällt mir nämlich nach wie vor nicht leicht – obwohl ich bereits seit 7 Jahren arbeitende Mama bin.

Eine Zeit lang war ich freiberufliche Journalistin. Mein Jüngster war damals noch ein Baby. Er leistete mir im Kinderwagen oder im Tragetuch Gesellschaft, während ich für ein Lokalblatt Interviews führte. Die meisten Interviewten hatten Verständnis. Für mich war es allerdings sehr schwierig, mich auf sie zu konzentrieren, wenn mein Baby wach und hungrig wurde. Zum Schreiben meiner Artikel kam ich meistens erst am Abend, sobald mein Mann den Kleinen übernehmen konnte.

Mama in Teilzeit

Irgendwann sehnte ich mich nach geregelten Arbeitszeiten und wechselte den Job. Aktuell sieht mein Alltag so aus: Ich stehe morgens um 6 Uhr auf, gehe ins Bad, schmiere anschließend Schulbrote, wecke meine beiden Großen, treibe sie an, damit auch sie sich fertig machen und kümmere mich anschließend um meinen inzwischen dreijährigen Jüngsten. Zwischendurch deckt mein Mann den Frühstückstisch. Die beiden Großen machen sich um halb 8 auf den Schulweg, den Kleinen bringt mein Mann um 8 Uhr zum Kindergarten. Wenn alle weg sind, rase ich eine Viertelstunde durch die Wohnung und beseitige das gröbste Chaos. Anschließend steige ich ins Auto und fahre ca. 20 Minuten durchs Münchner Umland. Dabei hoffe ich wie jeden Morgen, nicht zufällig in einen Stau zu geraten. Im Idealfall bin ich dann um kurz vor 9 im Büro. Jetzt muss ich meine Familie gedanklich beiseiteschieben und mich auf meinen Job als Texterin konzentrieren. 5 Stunden später mache ich Schluss und fahre wieder nach Hause. Wenn ich Glück habe, habe ich jetzt noch eine halbe Stunde für mich, in der ich versuche, gar nichts zu tun, außer auf dem Sofa zu liegen. Anschließend sind wieder die Kinder an der Reihe, die ich im Kinderhort und im Kindergarten abhole. Nachmittags geht es dann zum Spielplatz, zu Freunden, zum Sport, und, und, und.

Arbeiten von zu Hause

Wenn abends Sandmännchen-Zeit ist, bin ich oft müder als alle anderen. So sehen meine Montage, Dienstage, Mittwoche und Donnerstage aus. Der Freitag läuft etwas anders ab, denn da arbeite ich nicht als Texterin im Büro sondern als Bloggerin von zu Hause. Das hatte ich mir ursprünglich ganz einfach vorgestellt. Wenn ich zu Hause am PC sitze, dachte ich, kann ich ja parallel schnell mal eine Waschmaschine laufen lassen. In der Realität lenkt mich mein Drumherum eher ab. Entweder klingelt das Telefon, läutet der Paketdienst, oder bellt der Hund von nebenan. Auch mein Chaos-Haushalt wirkt ziemlich kontraproduktiv. In diesem Moment beispielsweise, ist schräg rechts vor mir ein riesiger Berg Papier aufgetürmt. Darunter sind wichtige Unterlagen, aber auch gemalte Bilder meiner Tochter, Mitteilungen von der Schule und Prospekte vom Supermarkt. Ich müsste das Zeug dringend mal sortieren… Es kann also passieren, dass ich mit der Bloggerei erst am Samstag oder Sonntag fertig werde. Das findet meine Familie natürlich überhaupt nicht lustig.

So. Jetzt ist Schluss mit dem Gemecker. Ich habe es mir im Grunde ja genauso ausgesucht. Meine 3 Kinder sind Wunschkinder und meine Jobs machen mir Spaß. Ich werde mich nächste Woche mal wieder um einen Yoga-Kurs im Studio um die Ecke bemühen. Das ist mein ultimativer Geheimtipp gegen zuviel Stress und Frust.

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