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Ein Kleinkind abstillen: Ist das wirklich schwieriger?


Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (2014) werden nur 9 Prozent der Kinder in Deutschland länger als 12 Monate gestillt und nur ein Prozent über das zweite Lebensjahr hinaus. Ein Kleinkind abstillen ist also etwas Ungewöhnliches und stellt manche Mütter vor unerwartete Schwierigkeiten. Denn nicht nur fehlen Vorbilder und der soziale Rückhalt für das späte Abstillen eines Kindes, auch das Kind selbst leistet manchmal mehr Widerstand als im Babyalter.

Warum sich eine lange Stillbeziehung trotzdem lohnt und wie auch das Abstillen eines Kleinkindes möglichst konfliktfrei zu bewältigen ist, erklärt Dir unsere Autorin und Mama-Bloggerin Hanna in diesem Artikel.

Warum scheint das Abstillen eines Kleinkindes schwieriger?

Kleinkinder sind vehementer

Die meisten Kinder werden im Babyalter abgestillt, durchschnittlich mit 7,5 Monaten. In diesem Alter können sich Babys noch nicht verbal ausdrücken – sie kommunizieren unter anderem durch Quengeln oder Weinen. Weil Babys auch aus vielen anderen Gründen weinen und sich durch Fläschchen, Schnuller, Tragen und Kuscheln schließlich beruhigen lassen, fällt das Abstillen meist relativ leicht.

Bei einem Kleinkind dagegen, das Dich mit Kulleraugen ansieht und nach „Namnam“ oder „Mumu“ fleht oder gar „Bitte, Mama!“ sagen kann, erscheint das schon schwieriger. Kleinkinder wissen viel genauer, was sie wollen und lassen sich nicht mehr so einfach ablenken. Und selbst wenn Ablenkung funktioniert, erinnern sie sich später wieder daran. Du kannst nicht darauf setzen, dass sie das Stillen nach ein paar Tagen einfach vergessen. Außerdem ist Stillen gerade für Kleinkinder, die schon wie die Großen essen, viel mehr als Nahrungsaufnahme: Sie verbinden damit vor allem die Nähe zur Mutter, Trost und Beruhigung und oft auch das Einschlafen. Die Brust einfach durch ein Fläschchen zu ersetzen, funktioniert also normalerweise nicht.

Ein Kleinkind abstillen erfordert also mehr Konsequenz und Willensstärke von Deiner Seite.

Fehlende Vorbilder und Unterstützung

Wer ein Baby abstillt, der kann auf viel Erfahrung und Rückhalt von Müttern in einer ähnlichen Situation bauen. Wenn Du Dein Kind aber länger als 12 Monate stillst, verspürst Du möglicherweise Druck von außen. Das „Langzeitstillen“ ist gesellschaftlich nicht konform, da die meisten Mütter ihre Babys schon vor oder kurz nach dem ersten Geburtstag abstillen. So kannst Du vielleicht mit den Freundinnen nicht richtig darüber sprechen – weil sie die Erfahrung nicht haben, aber auch aus Angst vor Unverständnis.

Zum Glück gibt es online mittlerweile viele Erfahrungsberichte von Müttern zu lesen, die ihre Kinder erst später abgestillt haben oder noch immer stillen. Manche von ihnen hatten Probleme, für viele ging es aber viel besser, als erwartet. Kaum eine Mutter bereut, ihr Kind so lange gestillt zu haben.

Wenn Du konkrete Hilfe beim Abstillen Deines Kleinkindes benötigst, kann Dir eine Stillberaterin helfen, die sich auf das Abstillen von Kleinkindern spezialisiert hat. Wie auch beim Stillen eines Babys gilt hier: Hebammen sind nicht immer Experten auf diesem Gebiet. Wenn der Tipp Deiner Hebamme nicht Deinem Bauchgefühl entspricht, lohnt vielleicht der Anruf einer Expertin auf dem Gebiet Kleinkind abstillen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Abstillen?

Wenn Du Dein Kind schon länger als ein Jahr stillst, dann weißt Du wahrscheinlich auch, dass das Langzeitstillen viele gesundheitliche und psychische Vorteile für Mutter und Kind mit sich bringt. Vielleicht fühlt es sich für Dich aber auch einfach nur intuitiv richtig an und Du genießt die Nähe und Vertrautheit mit Deinem Kind.

Oft haben ausgerechnet Mütter, die länger als die durchschnittliche Stillzeit in Deutschland stillen, sogar noch ein schlechtes Gewissen, wenn sie abstillen möchten. Das liegt vermutlich daran, dass diese Mütter sich intensiv mit dem Thema Stillen beschäftigt haben und zu gut um die gängigen Empfehlungen zur Mindest-Stilldauer (die WHO empfiehlt z.B., Kinder mindestens 24 Monate zu stillen) wissen. Und natürlich auch, weil sie sich so an das Stillen in ihrem Alltag gewöhnt haben und wissen, wie sehr ihr Kind es genießt.

Wer aber nicht darauf warten möchte oder kann, dass ein Kind von selbst aufhört, zu stillen – und dieser Zeitpunkt für das biologische Abstillalter liegt in der Regel zwischen 2 und 7 Jahren – für den gibt es den „richtigen“ Zeitpunkt wahrscheinlich nicht. Viele stillen so lange weiter, bis der Punkt erreicht ist, an dem es für die Mutter nicht mehr geht, meist aus psychischen Gründen — oder weil das Kind nachts ständig an die Brust will und den Schlaf stark beeinträchtigt. Dabei gibt es weder DEN richtigen Zeitpunkt, noch DEN richtigen Weg. Jede Mutter gibt ihr Bestes für ihr Kind und wenn sie nicht mehr kann oder will, dann sollte sie das auch tun können – ohne schlechtes Gewissen. Wichtig ist, dass Du als Mutter wirklich dahinter stehst, dann kann auch das Kleinkind die neue Situation akzeptieren.

Wie soll ich am besten Abstillen?

Für das konkrete Vorgehen gibt es verschiedene Möglichkeiten und Empfehlungen. Das eine Extrem ist das abrupte Abstillen von einem Moment zum nächsten. Das heißt, es findet ein „letztes Mal“ Stillen statt und danach gibt es partout keine Muttermilch mehr. Um einen Milchstau bzw. eine Brustentzündung zu verhindern, kannst Du Abstill-Tee oder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Vielen Eltern scheint diese Methode aber zu harsch und sie möchten lieber ein bedürfnisorientiertes Programm für sanftes Abstillen anwenden. Ein sehr bekanntes solches Programm hat der amerikanische Kinderarzt und Attachment Parenting-Befürworter Dr. Jay Gordon entwickelt. Dieses Programm ermöglicht zunächst das nächtliche Abstillen.

Kleinkind nachts abstillen: Programm nach Dr. Gordon

Ein Kind, das nachts keine Milch mehr bekommen soll, muss mindestens 12 Monate alt und gesund sein. Du als Mutter solltest Dir absolut sicher sein, dass Du diesen Weg gehen möchtest.

Lege sieben Stunden in der Nacht fest, in denen Du nicht stillen, d.h. nach Möglichkeit durchschlafen möchtest.

Es soll ca. 10 Nächte dauern, bis die Veränderungen wirken. In dieser Zeit lernt das Kind Schritt für Schritt, dass es auch ohne Hilfe der Mutter nachts wieder zurück in den Schlaf finden kann, ohne dass das Auswirkungen auf den Rest der Zeit hätte. Das bedeutet, dass außerhalb dieser sieben nächtlichen Stunden auch weiterhin gestillt, gekuschelt und getröstet wird. Das ist wichtig, damit Dein Kind versteht: Die Milch ist zwar nachts im Bett nicht verfügbar, aber Mama und Papa sind trotzdem immer für mich da. Innerhalb dieser festgelegten sieben Stunden (z.B. 23-6 Uhr) aber nach und nach nicht mehr.

Dieses bedürfnisorientierte Programm zum nächtlichen Abstillen kann, je nach Temperament des Kindes, sehr anstrengend sein. Dafür fühlt es sie für viele Eltern, die bisher sehr auf die Bedürfnisse ihres Babys eingegangen sind, einfach richtig an, dies auch auf dem Weg zum Abstillen zu tun.

Wenn dieser Schritt geklappt hat, kannst Du nach einiger Zeit denselben Prozess auch für tagsüber durchführen und so das Stillen nach und nach reduzieren und schließlich ganz beenden.

10 Tipps zum Abstillen eines Kleinkindes
  1. Natürlich abstillen wäre die vermutlich angenehmste Version für alle. Viele Kinder verlieren mit etwa 2-3 Jahren das Interesse am Stillen. Wenn Du so lange warten kannst, tu es.
  2. Sei Dir selbst absolut sicher, sodass es kein Hin- und Her gibt, das es Deinem Kind schwieriger macht, die neue Situation zu akzeptieren. Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, warte noch.
  3. Sprich mit Deinem Kind, auch wenn es Dir noch nicht richtig antworten kann. Kleinkinder verstehen viel mehr, als wir denken. Binde das Kind jedoch nicht in den Denkprozess ein, sondern präsentiere nur das konkrete Vorgehen. So weiß es, was sich demnächst verändern wird. Mit einem größeren Kind kannst du einen konkreten Zeitpunkt, z.B. einen Geburtstag, als Still-Ende vereinbaren.
  4. Sprich auch dann mit Deinem Kind, wenn Du das Stillen vorerst nur reduzieren möchtest. Wenn Du z.B. nachts abstillen möchtest oder nur noch einmal am Tag, dann verbalisiere das auch jedes Mal, wenn Dein Kind nach der Brust fragt. Sei dabei verlässlich in Deinen Ankündigungen.
  5. Manchen Kindern hilft es, wenn jemand anderes als die Mutter sie in ihrer Wut oder Traurigkeit über den Entzug der Brust begleitet. Für andere ist der zusätzliche „Verlust“ der Mutter noch schwieriger. Probiere aus, welcher Weg für Euch funktioniert.
  6. Versuche, ob Deinem Kind in der Übergangszeit ein Schnuller oder ein Fläschchen mit Wasser / Ersatzmilch weiterhilft – auch, wenn es bisher vielleicht keinen Schnuller genommen hat.
  7. Vermeide vertraute Still-Orte oder Still-Positionen, z.B. den vertrauten Platz im Sessel oder das Halten Deines Kindes in der Wiegeposition.
  8. Vermeide, dass Dein Kind versucht, sich „selbst zu bedienen“, d.h. keine stillfreundlichen Oberteile oder Nachthemden, keine nackten Brüste in Reichweite des Kindes.
  9. Lass Dein Kind mit seinem Unmut über das Abstillen nicht allein – so wird auch eure Bindung keinen Schaden nehmen. Gib ihm Trost und danach etwas Ablenkung.
  10. Wenn sich das Abstillen für Dich falsch anfühlt, bestehe nicht darauf aus falscher Konsequenz. Dein Kind wird keinen Schaden nehmen, wenn Du doch noch einen Rückzieher machst.

Meine Erfahrung beim Kleinkind abstillen

Ich selbst habe unseren Sohn (mittlerweile 2,5 Jahre alt) 22 Monate gestillt.

Nachts abstillen: Viel Protest

Als mein Sohn etwa 14 Monate alt war, wollte ich ihn nachts nicht mehr stillen. Ich stillte ihn weiterhin zum Einschlafen und nach 4 Uhr morgens. Dazwischen erklärte ich ihm jedes Mal, dass es nachts keine Milch mehr gäbe. Als Ersatz bot ich ihm ein Fläschchen mit kaltem Wasser an. In der ersten Nacht nahm er das erstaunlich schnell an, obwohl er bisher nie aus der Flasche getrunken hatte. Nach ein paar Nächten wollte er die Wasserflasche nicht mehr.

In den ersten beiden Nächte gab es viel Protest und es war für mich sehr schwierig, bei meiner Entscheidung zu bleiben. Doch ich brauchte den Schlaf. In der dritten Nacht schien er die Situation bereits akzeptiert zu haben. Er wachte zwar weiterhin etwa alle zwei Stunden auf, konnte jedoch ohne Stillen wieder einschlafen.

Tagsüber abstillen: Fast ohne Widerstand

Nach 22 Monaten stillte ich ihn ganz ab. Nicht, weil ich es für falsch hielt, ihn noch länger zu stillen, sondern weil die Stillbeziehung für mich und meinen Partner zur Belastung geworden war, und damit indirekt auch für meinen Sohn. Auch nach vielen Versuchen, das Stillen zu reduzieren, wollte er teilweise alle 30 Minuten an meine Brust – und das mit einer enormen Vehemenz. Sobald ich in der Nähe war, durfte sein Papa absolut gar nichts tun, ihn am besten nicht einmal ansehen. In Stresssituationen wurde sein Verhalten noch ausgeprägter.

Also beschloss ich schweren Herzens, ihn abzustillen. Ohne irgendein Vorgehen zu planen, erklärte ich ihm eines Morgens aus dem Bauch heraus, dass ich das nun nicht mehr möchte, ihn stillen. Er quengelte kurz und beschäftigte sich dann mit etwas anderem. Ich hatte, ehrlich gesagt, mehr Widerstand erwartet. In den folgenden Wochen und Monaten fragte er noch unzählige Male nach seiner „Mu“, jedoch gab es nicht ein einziges Mal ein wirkliches Problem, wenn ich wieder und wieder sagte, dass ich das nicht mehr möchte.

Selbst heute, mit fast 3 Jahren, weiß er noch ganz genau, wie das war. Wenn ich ihn lasse, würde er sofort wieder versuchen, daran zu saugen. Nach einem kurzen Versuch stellt er dann fest, dass da „alle alle“ ist. Anfangs ließ ich ihn das auch noch versuchen, so oft er wollte. Ich hatte das Gefühl, dass es das einfacher für ihn macht. Wenn es nicht verboten ist, sondern einfach nichts mehr kommt. Seit einigen Monaten aber sage ich ihm auch da, dass ich das nicht möchte.

Ich bin froh und stolz darüber, wie lang und innig unsere Stillbeziehung war. Ich denke, dass ich ihm damit viel von der emotionalen Sicherheit und dem Grundvertrauen geschenkt habe, die er heute an den Tag legt.

Wie lange hast Du Dein Kind gestillt? Und wann hast Du abgestillt? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

Ein Kleinkind abstillen ist etwas Ungewöhnliches und stellt manche Mütter vor unerwartete Schwierigkeiten. Denn nicht nur fehlen Vorbilder und der soziale Rückhalt für das späte Abstillen eines Kindes, auch das Kind selbst leistet manchmal mehr Widerstand als im Babyalter. Warum sich eine lange Stillbeziehung trotzdem lohnt und wie auch das Abstillen eines Kleinkindes möglichst konfliktfrei zu bewältigen ist, liest Du hier #stillen #abstillen #kleinkind

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11 Kommentare zu “Ein Kleinkind abstillen: Ist das wirklich schwieriger?

  1. Kind 1 hat sich mit 20 Monaten etwa selber abgestillt.
    Ich war im 8 Monat Schwanger und die Milch schmeckte nicht mehr.
    Wäre jetzt für das Baby.
    Dieses „Baby“ ist jetzt fast 3 Jahre alt und wird zum schlafen immer noch gestillt.
    Langsam wird es unangenehm für mich. Tagsüber ging von alleine aber jetzt werde ich wohl aktiv abstillen müssen.

  2. Unsere Tochter ist 21 Monate alt und ich habe schon 2 Abszillversuche hinter mir:
    1) Nachts (mit ca. 18 Monaten): nach 2 Wochen habe ich das nächtliche Abstillen aufgegeben, da unsere Tochter zwar dann immer ohne Brust einschlief, allerdings auch eine halbe Stunde später wieder wach wurde. Darauf folgte dann wieder 30 bis 60 Minuten Einschlafbegleitung. So ging es die ganze Nacht. Irgendwann hat der Schlafmangel mich dazu gebracht, wieder zu stillen. Sie verlangt jetzt nachts wieder ca. alle 2 Stunden ihre Stillmahlzeit.
    2) Jetzt mit 21 Monaten (tagsüber statt nachts): tagsüber klappt es mit Ablenkung sie meist vom Stillen abzubringen. Wir sind von ca. 10 Mal bei 1 bis 3 Mal am Tag gelandet. Allerdings ist es immer noch schwer, sie zum Essen zu bewegen. Es dauert oft 1 bis 2 Stunden bis sie zumindest eine Kleinigkeit (z.B. halber Äpfel und 1 Knäckebrot) aufgegessen hat. Sie wird dafür jetzt nachts öfter wach und holt sich so scheinbar die fehlenden Kalorien.
    Mein Fazit: ich finde es tatsächlich schwer, sie abzustillen – wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Und ja: mir fehlen tatsächlich auch Erfahrungen von anderen – von Familie und Freunden Ernte ich nur Unverständnis – sie stellen es dar, als müsste man das halt mal ein paar Tage durchziehen und dann würde das schon klappen.

  3. Meine Tochter ist fast 27 Monate. Auch wir stillen noch. Mit 23 Monaten waren wir nach ein paar Nächten soweit das sie nachts ohne auskam. Tagsüber und zum einschlafen aber noch brauchte. Inzwischen ist es umgekehrt. Tagsüber nur noch zum einschlafen (ganz vereinzelt noch morgens) dafür nachts wieder ständig. Es ist so belastend für mich aber wir schaffen es einfach nicht :( Schnuller und Flasche wollte sie noch nie, sie wacht nachts auf, streichelt mich und sagt “Mama bitte Busen”.
    Anders ist sie nicht zu beruhigen. Die Tatsache das ich alleinerziehend mit 3 Kids bin und meine Nerven oft blank liegen macht es mir noch schwerer da konsequent zu sein.
    Sowohl von meinem Parter als auch von meiner Mutter bekomme ich ständig zu hören Dax sie endlich weg vom Titti soll weil sie schon so groß ist. :(
    Und ich befürchte ganz ehrlich, sie wird noch Monate dran hängen wenn nicht Jahre. Und das ertrage ich echt nicht :(

    1. Hallo. Stresst dich dein Umfeld, oder möchtest du das tatsächlich selber nicht mehr.
      Lass dir nicht von anderen rein reden, ich weiß, dass ist leicht gesagt, aber das ist dein Weg, euer weg und gerade als alleinerziehende Mutter musst du eine Lösung finden, die sich für dich gut anfühlt.
      Ich wünsche dir so viel Kraft!!!
      Liebe Grüße

  4. Mein Kind ist 21 Monate alt und ich stille ihn zum Einschlafen und nachts. Ich bin schon so gewohnt und mir macht es nix aus. Ich geniesse es und mein Kind auch. Jetzt haben wir die Eingewöhnung in der Krippe angefangen. Er tut sich schwer die neue Situation anzunehmen. In der Krippe machen Sie mir Druck, dass ich mittags abstillen muss und dem Kind beibringen alleine bzw. mit Streicheln einzuschlafen. Ich bin so frustriert und weiß nicht wie weiter. Ich kriege ständig gesagt, dass dem Kind ganz schwer wird, dort zu schlafen und die Eingewöhnung mehrere Monate dauern wird und alles nach hinten los gehen kann, was wir bis jetzt in der Eingewöhnung geschafft haben. Ich muss in 2,5 Wochen wieder arbeiten. Und bin so verzweifelt. Eigentlich will ich gar nicht abstillen aber ich will dass meinem Kind gut geht. Hat jemand solche Erfahrung und vielleicht kann mir ein paar Stopps geben? Den Schnuller, Milchflasche hat mein Kind nie akzeptiert. Wie beruhigt man das Kind und bringt zum Schlafen ohne zu stillen? Lg

    1. Hallo Katja,

      das klingt nach einer wirklich schwierigen Situation. Zunächst einmal finde ich es schön, dass Du nicht einfach so leichtfertig abstillen möchtest sondern Deinem Kleinkind auch weiterhin gerne gibst, was ihm gut tut.

      Zur Situation in der Kita: Es ist meiner Erfahrung nach schon so, dass gestillte Kinder, die es nicht gewöhnt sind, ohne Brust einzuschlafen, in der Kita schwerer zur Ruhe kommen mittags. Allerdings ist das keine absolute Regel ohne Ausnahmen. In der Kita funktioniert vieles anders, Du wirst erstaunt sein, was Dein Sohn schon alles kann, womit Du niemals gerechnet hättest. Warum also nicht auch einschlafen?

      Das hängt übrigens nicht nur von Deinem Sohn, sondern auch von Geschick und Geduld der Erzieher vor Ort ab. Bei meinem Sohn (damals 16 Monate, gestillt bis 22 Monate) zum Beispiel war es so, dass er nur bei einem einzigen Erzieher einschlafen konnte, alle anderen sind an ihm verzweifelt. Bei mir konnte er bis zum Abstillen nicht ohne Brust oder Tragen einschlafen.

      Ich an Deiner Stelle würde es also erst einmal darauf ankommen lassen und es die Pädagogen eine Weile versuchen lassen.

      Wenn Du ihn wirklich abstillen musst bzw. willst, dann sollte Dir vielleicht jemand anderes helfen. Denn wenn die Brust so nah ist, wird er das wahrscheinlich nicht akzeptieren. Erst, wenn er die Milch nicht mehr riecht und gewöhnt ist, und er gleichzeitig mit jemand anderem Strategien zum selbst einschlafen ohne Stillen entwickelt hat, kann er diese auch mit Dir zusammen üben.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffe, es führt für euch vielleicht noch ein Weg am Abstillen des Kleinkindes vorbei!

      Hanna

    2. Hallo Katja,
      ich stille unsere Tochter mit 20 Monaten noch morgens, nachmittags und abends. Zum Einschlafen stille ich sie immer kurz, aber nicht mehr bis zum richtigen Einschlafen. Sie wurde die ersten sechs Monate fas ausschließlich gestillt, da sie das Fläschchen nicht wollte und auch keinen Schnuller genommen hat. Also schon ein ziemliches Brustkind. :) Mit knapp 9 Monaten ist sie halbtags in die Kita gegangen, und ich dachte auch, dass das mit dem Stillen sicher noch schwierig sein würde. Aber sie hat mich mich richtig positiv überrascht: Klar, musste sie lernen, in der Kita einzuschlafen – aber das müssen ja alle Kinder, ob gestillt oder nicht. Sie hat richtig schnell verstanden, dass es in der Kita eben etwas anders läuft, und das war und ist offenbar in Ordnung. Ich hoffe, bei euch ist es inzwischen auch entspannter geworden, und du musstest nicht gegen euren Wunsch komplett abstillen. Es gibt ja auch Mittelwege. Bei uns klappt das super so.

    3. Hallo Katja,

      ich denke für dich hat sich das Problem gelöst, aber vielleicht hilft es ja anderen Lesern: ich habe meinen Sohn mit 12 Monaten eingewöhnt und das Stillen war überhaupt kein Problem. Er konnte klar differenzieren, dass er in der KiTa nicht gestillt wird. Nach ein paar Tagen schlief er das erste Mal dort. Er schlief im eigenen Kindewagen und mit einem Schnuffeltuch, welches ich schon einige Tage ständig an meiner Brust trug, ein.
      Und wenige Monate später schaffte er es sogar im Bett dort einzuschlafen. Zuhause undenkbar, da stille ich nach wie vor in den Schlaf (er ist mittlerweile 19 Monate alt).

      Also alles möglich!

  5. Hallo Katja,
    Genau das gleiche hatten wir bei unserer Eingewöhnung auch zu hören bekommen. Mein Sohn war da 14 Monate alt und ich war vom Gefühl auch noch nicht bereit gewesen ihn abzustillen.
    Laut der Erzieher sollte ich abstillen, weil er sonst nie dort schlafen würde, obwohl wir es zu dem Zeitpunkt noch nicht mal probiert haben. Zum Glück habe ich auf mein Gefühl gehört und siehe da, es hat zwar ein paar Wochen gebraucht, aber er schläft nun ganz alleine in der Kita ein…zuerst brauchte er noch vermehrt den Körperkontakt und nun ist es so, dass er sich auf seine Matratze legt und alleine einschläft. Probiert es aus, so oder so wäre es eine Veränderung für dein Kind, mit ein bisschen Geduld kann alles klappen. Alles Gute!

  6. Meine Maus habe ich vor einem Monat komplett abgestillt (da war sie 17 Monate alt). Mit ca. 13 Monaten brauchte sie nachts keine Milch mehr, da habe ich dann nur noch morgens, manchmal mittags und abends gestillt, was allerdings mehr Kuscheleinheiten waren, weil sie ab ca. 11 Monaten komplett bei uns mitgegessen hat (und das mit riesigen Portionen! :) ). Irgendwann wurde ich dann wieder schwanger und merkte, dass mir das Stillen etwas unangenehm und ich dabei etwas ungeduldig wurde, weil nicht mehr viel Milch da war (und auch meine Maus hampelte zuletzt viel herum :) ), und so ließ ich erst mittags, dann morgens und dann als letztes das abendliche Stillen weg. Das lief völlig problemlos und sehr harmonisch ab, das hätte ich Anfang des Jahres überhaupt nicht gedacht (da hat sie zum Teil nachts noch stündlich gestillt!). Wir waren einfach beide bereit dafür und dafür werden jetzt umso öfter andere Kuscheleinheiten eingelegt :) Es war eine wunderbare Stillzeit und ich bereue nichts, und ich wünsche mir, dass dies beim nächsten Kind genauso harmonisch über die Bühne geht!

  7. Hallo,ich bin Steffi und meine kleine Tochter ist 8Monate.
    Sie ist und wird meine einzige bleiben und durch eine schwierige Geburt,Angst sie zu verlieren in meinem Bett gelandet,vom ersten Tag an.Durch den Notkaiserschnitt und drei Tage im Bett gefesselt sein,hatte ich mir angewöhnt sie im liegen zu stillen.Es war auch irgendwie die beste Position.Bis zum 6Monat etwa,hat sie immer gut geschlafen,auch schon in ihrem Bett,in einem anderen Zimmer. Dort habe ich sie immer im Stuhl gestillt und konnte sie dann ins Bett legen.Der Rhythmus war alle vier Stunden,so dass ich auch Mal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte.Dann haben wir mit zu füttern angefangen und plötzlich war alles durch einander.Kein Rhythmus,alle Stunde,zwei oder wie auch immer.. mehrfach reinaufen,stillen,schlafen etc.Dann war ich irgendwann am Ende und habe sie wieder zurück geholt,ins Familienbett.komplet,vorher habe ich sie erst irgendwann in der Nacht mit rüber geholt.Da ich kein Nachtmensch bin und gar nicht klar komme,mit dem Aufstehen.Seit dem schläft sie sehr schlecht,ich habe etliches ausprobiert und erstmal komplett Druck raus genommen,da sie auch noch zahnt.Jetzt pegelt sich wenigstens der Tag ein und sie trinkt Vormittag meistens gar nicht, Frühstückt aber,ist Mittag und trinkt Nachmittag an der Brust,aber vermehrt in der Nacht und schläft nicht alleine,ca alle halbe Stunde laufe ich rein.Erste Runde Schlaf am Vormittag in der Trage oder Kinderwagen, Nachmittag im Bett oder Trage bzw Kinderwagen.Was kann ich nur tun,?

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