Stillen, Abpumpen oder Pre-Milch – was ist besser?


Nicht ohne Grund bezeichnet man Kinder im ersten Lebensjahr als Säugling: In diesen 12 Monaten ernähren sie sich hauptsächlich von Milch, in den ersten 6 Monaten häufig sogar ausschließlich von Milch. Für jede Mutter stellt sich daher die Frage, welche Milch sie ihrem Baby füttern soll: Muttermilch oder Flaschenmilch? Was ist die bessere Wahl für’s Kind? Womit fühle ich mich als Elternteil wohler?

Warum ist Muttermilch so gesund?

Ich persönlich habe meinen heute 15 Monate alten Sohn von Anfang an gestillt und tue dies noch heute. Damit fallen wir schon unter den Begriff “Langzeitstillen” , denn viele Mütter stillen nach 6-12 Monaten ab oder geben von Anfang an die Flasche. Für mich waren die Gründe, mein Baby zu stillen, sehr naheliegend: Es ist gesund und praktisch. Für meinen Kleinen und mich. Die Frage, ob Muttermilch oder Flaschenmilch stellte sich für mich gar nicht. Doch warum ist die Milch, die unser Körper produziert, eigentlich so vorteilhaft für unsere Babys?

Genaue Zusammensetzung unbekannt

Wie genau die Muttermilch sich zusammensetzt, kann die Forschung noch immer nicht sagen. Zumal sich diese Zusammensetzung auch laufend ändert und den aktuellen Bedürfnissen des Säuglings anpasst. Auf diese Weise erhält der kleine Mensch zum Beispiel Antikörper gegen aktuelle Krankheiten, mehr Flüssigkeit bei heißen Temperaturen oder mehr Nährstoffe in Wachstumsphasen. Neben Wasser und Milchzucker besteht die menschliche Muttermilch aus Proteinen (Eiweiße), die der Säugling besonders gut verdauen kann, sowie Lipiden (gesunde Fettsäuren), Vitaminen und Mineralstoffen.

Neben den wichtigen Nährstoffen für Entwicklung und Wachstum liefert die Muttermilch eben auch Abwehrstoffe gegen Krankheiten sowie einen Cocktail aus Bakterienkulturen. Diese Bakterien helfen vor allem in den ersten Lebensmonaten, eine gesunde Darmflora aufzubauen und mit nützlichen Bakterien zu besiedeln.

Welche weiteren Vorteile die Muttermilch bietet, könnt ihr hier lesen:

Was macht Muttermilch für das Baby so wertvoll – 10 Vorteile

Wer seine Muttermilch abpumpen und aufbewahren möchte, findet hier nützliche Tipps:

Wie gewinne ich mit einer Milchpumpe Muttermilch?

Muttermilch richtig aufbewahren und erwärmen

Aufbewahrung von Muttermilch

Flaschenmilch

Flasche als bessere Option

Auch wenn in vielen Fällen Muttermilch die beste Ernährung für einen Säugling darstellt, gibt es Fälle, in denen eine Mutter nicht stillen möchte, kann oder sollte. Während ersteres der freien Entscheidung jeder Frau obliegt, sind “können” und “sollen” oft nicht von uns Müttern zu beeinflussen. Manche Mütter können keine Milch produzieren, andere leiden an Krankheiten wie HIV, Tuberkulose oder Hepatitis, mit denen sich das Baby über die Muttermilch infizieren könnte. Auch bei einer Laktoseintoleranz des Kindes muss auf Spezialnahrung zurückgegriffen werden.

Flaschennahrung qualitativ hochwertig

Während das früher eine starke gesundheitliche Beeinträchtigung für das Neugeborene bedeutete, gibt es heute glücklicherweise sehr gut entwickelte Ersatznahrung. Auch wenn die Muttermilch zahlreiche Vorteile bietet, heißt das nicht, dass ein Kind sich nicht auch mit der Flasche gesund und normal entwickeln wird. Viele Hebammen und Stillberater empfehlen mittlerweile, Kindern dann dauerhaft nur die sogenannte Pre-Milch anzubieten. Diese entspricht im Protein- und Fettgehalt der Muttermilch am besten und enthält ausschließlich Milchzucker, keine weiteren Kohlenhydrate.

Schadstofffreiheit bei Milchpulver

Durch die strengen Kontrollen, denen Säuglingsnahrung in Europa unterliegt, hat Milchpulver außerdem einen Vorteil gegenüber Muttermilch: Sie ist fast völlig schadstofffrei. Denn beispielsweise Schwermetalle, die im Körper der Mutter gespeichert sind, gehen schnell in die Muttermilch über und belasten den kindlichen Organismus. Auch Koffein, Alkohol, Nikotin und andere Drogen finden sich in der Muttermilch wieder und können vom Neugeborenen viel langsamer abgebaut werden bzw. wirken viel stärker. Wer also auf diese Stoffe nicht verzichten kann, der sollte vielleicht lieber auf Flaschennahrung zurückgreifen.

Fazit

Ob nun Muttermilch oder Flaschenmilch besser ist, hängt also immer vom Einzelfall ab. Die Muttermilch bietet insgesamt viele Vorteile, wie die Versorgung mit Antikörpern und wichtigen Darmkulturen. Ersatznahrung aus Milchpulver dagegen räumt der Mutter viel Freiheit ein und enthält unter Umständen weniger Schadstoffe als Muttermilch. Außerdem können schädliche Substanzen wie Koffein oder Alkohol aus der Ernährung der Mutter sich nicht auf den Säugling auswirken.

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