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Schwanger und Pille weiter genommen: Wie schlimm ist das?


Du bist trotz Einnahme der Pille schwanger geworden, wusstest es nicht und hast sie wie gewohnt weiter eingenommen? Wie schlimm ist das? Und warum kann das überhaupt passieren?

Zuerst einmal: Die Antibabypille ist als Verhütungsmittel vergleichsweise sicher. Dennoch können auch Frauen, die sie zuverlässig täglich einnehmen, schwanger werdenaus verschiedenen Gründen. Dies kann etwa auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Einnahmefehler oder auch bestimmte Krankheiten zurückzuführen sein. Wenn Du dazugehörst und im Anschluss noch länger die Pille eingenommen hast, weil Du von einer Schwangerschaft nichts wusstest, machst Du Dir sicher Gedanken darüber, ob die Einnahme dem Ungeborenen geschadet hat. Verschiedene Untersuchungen lassen diese Sorge allerdings unbegründet.

Schwanger Pille weiter genommen: Gefahr fürs Ungeborene?

Im Jahr 2016 wertete Brittany Charlton von der “Harvard Chan School of Public Health” in Boston die Daten von über 880.000 Müttern und Kindern aus. Diese stammten überwiegend aus einem dänischen Patientenregister. Ein Großteil dieser Frauen hatte die Einnahme der Antibabypille mindestens drei Monate vor dem Eintreten der Schwangerschaft beendet. 8 % davon hatten sie weniger als drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft noch eingenommen. 1 % der 880.000 Mütter, also 8.800 Frauen, wurde trotz Einnahme der Pille schwanger und nahm sie im Anschluss weiter ein.

Die Studie ergab, dass es bei 25,1 % der Frauen, die die Pille länger als drei Monate vor ihrer Schwangerschaft nicht mehr eingenommen hatten, zu Fehlbildungen der Kinder kam. Bei den Frauen, die sie weniger als drei Monate vor Eintritt der Schwangerschaft noch nahmen, waren es 24,9 %. 24,8 % der Frauen, die trotz Pille unwissentlich schwanger wurden und sie weiterhin einnahmen, gaben Fehlbildungen ihrer Kinder an. Damit ist das Risiko für Fehlbildungen in der Gruppe der Frauen, die die Pille unwissentlich trotz Schwangerschaft weiternahmen, am geringsten.

Sicher spielen bei den erhöhten Fehlbildungsraten Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Vorerkrankungen und andere Dinge hinein. Das Ergebnis zeigt aber, dass sich die Einnahme der Pille offenbar nicht negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Dies wurde auch in der Vergangenheit bereits vermutet. Die Antibabypille enthält künstliche Hormone, durch die sie in den Hormonzyklus der Frau eingreifen und so verhindern kann, dass eine Eizelle im Eierstock heranreift und es zu einem Eisprung kommt. Ist dies allerdings schon passiert, ist die (Haupt-)Wirkung der Pille sozusagen “aufgehoben”. Dass sie damit fürs Ungeborene komplett ungefährlich ist, ist allerdings auch nicht zu 100 Prozent bestätigt.

Keine Zusammenhänge zwischen Antibabypille und Komplikationen bekannt

Die Studie von Charlton bestätigt aber frühere Untersuchungen, die ebenfalls zeigten, dass die Einnahme der Pille zu Beginn einer Schwangerschaft die Missbildungsraten nicht nachweislich erhöht. Dennoch raten Experten Schwangeren dazu, grundsätzlich auf alle Medikamente zu verzichten, die nicht zwingend notwendig sind.

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