Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?


Galt früher die Maxime, eine Schwangere habe sich zu schonen, hat man heute eher manchmal den Eindruck, als Schwangere müsse man in erster Linie  fit und trainiert sein. Aber was ist denn nun der richtige Weg und wieviel Sport darf eigentlich sein?

Warum macht Bewegung in der Schwangerschaft Sinn?

Fakt ist: In Deutschland sind immer mehr Menschen übergewichtig, d.h. ein nicht zu unterschätzender Anteil der Schwangeren startet schon mit einem realtiv hohen Ausgangsgewicht. Will man sich in der Schwangerschaft nicht jede Extraleckerei verkneifen, ist Bewegung eine gute Möglichkeit, die Gewichtszunahme in Grenzen zu halten und sich zusätzlich auch noch etwas Gutes zu tun.

Durch den wachsenden Bauch verändert sich der Schwerpunkt, die Haltung ändert sich und manche Bewegungsabläufe fallen schwerer. Sport oder Bewegung können eine gute Möglichkeit sein, Haltungsschäden und Rückenschmerzen vorzubeugen oder bereits bestehende Probleme zu verbessern .

Welche Sportarten bieten sich in der Schwangerschaft an?

Das hängt immer auch ein bisschen von der Ausgangssituation ab. Wer früher dreimal die Woche joggen war, wird auch in der Schwangerschaft, wenn sie unproblematisch verläuft, ein anderes Sportprogramm als normal empfinden wie jemand, der am liebsten nicht einmal zum Briefkasten zu Fuß geht.

Das heißt, auch zügiges Spazierengehen ist schon super, wenn man sich vorher am Liebsten überhaupt nicht bewegt hat.

Wer gern Ausdauersport macht, kann bis zum Schluss Radeln oder Walken. Joggen sollte man aufgrund der hohen Beckenbodenbelastung nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel lieber sein lassen.

Die allerbeste Sportart zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ist Schwimmen. Die Schwerelosigkeit im Wasser ist gerade gegen Ende der Schwangerschaft super angenehm. Zusätzlich sorgt Bewegung im Wasser dafür, dass Ödeme (Wasseinlagerungen im Gewebe) ausgeschwemmt werden können.

Darüber hinaus gibt es ein reichhaltiges Angebot an Kursen, die extra auf Schwangere ausgelegt sind. Vom Yoga über Pilates bis zum Aqua-Fit Kurs ist alles möglich und man lernt gleichzeitig vielleicht auch noch nette Leute kennen, mit denen man später die eine oder andere gemeinsame Kinderwagenrunde drehen kann.

Wer sollte in der Schwangerschaft keinen Sport machen?

Im Prinzip darf jede Frau, deren Frauenarzt nicht explizit davon abrät, sich in der Schwangerschaft zumindest moderat bewegen.

Mit richtigem Sport sollten eine Schwangere vorsichtig sein, wenn sie bereits vorzeitige Wehen oder einen verkürzten Gebärmutterhals hat, dann wird der Frauenarzt das aber auch von sich aus ansprechen.

Generell haben Frauen mit Mehrlingen eine erhöhte Frühgeburtsrate und sollten es deshalb ein bisschen langsamer angehen lassen. Auch Frauen, bei denen die Plazenta teilweise oder vollständig vor dem Muttermund liegt (Plazenta praevia), sollten Rücksprache mit ihrem Frauenarzt halten und im Zweifel lieber einen Gang zurück schalten.

Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, würde ich jeder Schwangeren raten, in Bewegung zu bleiben, denn mit ein bisschen körperlicher Fitness und einem guten Körpergefühl sieht man den Anstrengungen einer  Geburt auch gleich etwas gelassener entgegen.

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In unserem Video zum Thema Sport in der Schwangerschaft bekommst Du von Hebamme Anna-Maria nützliche Tipps:

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