Namensgebung

Unsere Namensgebungsfeier


Letzte Woche war es endlich so weit: wir haben unsere Reise nach Bayern zu meinen Eltern angetreten, wo am Wochenende die Namensgebungsfeier für unseren kleinen Sohn stattgefunden hat. Denn auf eine traditionelle Taufe wollten wir ja verzichten. Da es weder in unserem Familien- und Freundeskreis Vorbilder gibt, noch im Internet recht viel zu finden ist, waren wir bei der Planung und Gestaltung auf uns selbst gestellt. Was wir genau gemacht haben? Lest selbst.

Um ca. 12 Uhr trafen die insgesamt 20 Gäste – Familie und engste Freunde – ein und es gab erst einmal einen Begrüßungsdrink für jeden. Sekt und Holunderblütensirup (für Minze hat es in den Supermärkten auf dem Land anscheinend nicht gereicht) und Sprudelwasser mit Holunderblütensirup für (vorübergehende) Antialkoholiker wie mich. Naja, eigentlich nur für mich. Bei diesem Stehempfang hatten alle, die unseren Kleinen bisher noch nicht gesehen hatten, die Gelegenheit, ihn kennenzulernen. Bis auf eine einzige Ausnahme hat der sich über jeden Gast gefreut, gelacht, und zu manchen wollte er auch gleich auf den Arm.

Etwa 45 Minuten später traf das bestellte Mittagessen vom Inder ein: Mutton Korma, Rind Jalfreezi, gelbes Daal, Mixed Vegetables, Reis, Naan-Brot, Pakoras und Joghurt-Dip. Dazu hatte meine Mama ein reichhaltiges Salatbuffet gezaubert, sodass wirklich für jeden etwas dabei war.

Nach dem Essen gab es eine kurze Ansprache von meiner Mama und mir, sodass jeder über den Ablauf des Nachmittags informiert war. Zunächst hatten wir eine Zeremonie geplant: am Hauseingang waren Glücksbringer und Anhänger mit Beschreibungskarten aufgestellt. Jeder Anhänger symbolisiert eine Eigenschaft, die wir unserem neuen Familienmitglied wünschen, z.B. Liebe, Heimatverbundenheit, Musikalität, Mut, etc. Auf den Karten ist beschrieben, warum genau dieses Symbol für die gewählte Eigenschaft steht und was wir unserem Benjamin in dem Zusammenhang wünschen. Jeder der Gäste – es gab natürlich mehr Anhänger als Gäste – konnte sich dort in Ruhe eine für ihn passende Eigenschaft auswählen und dann mit dem Anhänger nach draußen kommen. Dort hatte mein Papa, noch vor dem Bodenfrost, einen kleinen Apfelbaum für seinen Enkelsohn gepflanzt. An diesem wurden nun die Glücksbringer angehängt. Unser Kleiner beobachtete alles neugierig vom Tragetuch aus. Am Boden des Apfelbaumes hatte mein Papa außerdem einen großen Namensstein gravieren lassen. Der stammt aus dem Haus, in dem mein Papa aufgewachsen ist, an dessen Stelle nun das neue Haus steht.

Namensgebung

Drinnen wartete auf die Gäste dann ein Album, in dem sie ihre Glückwünsche verewigen konnten. Dass sie keine Karten schreiben sollen, wurde bereits auf der Einladung mitgeteilt. Auf der jeweils rechten Seite wollen wir dann jeweils ein Foto, das wir an dem Tag von den Personen gemacht haben, einkleben. So können wir, wenn der Kleine so weit ist, mit ihm anschauen, wer alles da war und er lernt die Verwandten und Freunde in Bayern kennen, die er nicht so oft sieht.

Namensgebung

Nach Kaffee und Kuchen mussten sich einige Gäste leider schon verabschieden, weil sie eine weitere Rückreise hatten. Mit den verbliebenen Gästen warteten wir bis Einbruch der Dämmerung und brachen dann zu einer Fackelwanderung am Inn entlang auf, an dem mein Elternhaus steht. Nach etwa 30 Minuten Fußweg ließen wir Schwimmkerzen zu Wasser, die mein Papa extra dafür gebastelt hatte. Auch dieses Spektakel beobachtete der Kleine von der Trage aus.

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Abends wollten wir dann eigentlich Pizza frisch aus dem Steinofen meines Cousins machen, allerdings waren wir uns alle einig, dass wir das lieber auf den nächsten Tag verschoben. Alle waren von mittags und nachmittags noch satt und zufrieden.

Insgesamt hatten wir einen wahnsinnig schönen Tag, unser Kleiner hat viele tolle Geschenke und vor allem viel Aufmerksamkeit und ist gebührlich in der Familie und im Freundeskreis willkommen geheißen worden.

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