SSW-Update: 2 Tage – 2 Hebammen: Vorsorge und Aufklärungsgespräch (33+0)


Vorsorge bei Nina in Düsseldorf

Gestern fuhr ich ins Geburtshaus nach Düsseldorf, um mich von „Vertretungshebamme“ Nina untersuchen zu lassen. Sie springt bei der Geburt ein, falls Lisa (meine Beleghebamme) zum Zeitpunkt der Geburt keine Rufbereitschaft hat. Bis dahin bleibt es spannend wer von beiden mich bei der Entbindung betreut…

Nina war mir auf Anhieb sehr sympathisch, denn durch ihre offene Art und ihre vielen Fragen, entstand eine locker-fluffige Gesprächsatmosphäre, in der ich mich pudelwohl fühlte. Ich habe also keinen speziellen Wunsch wer die Geburt begleiten soll, da ich beide Hebammen sehr mag.

Nina erkundigte sich – wie Lisa bei unserem ersten Gespräch – nach dem Verlauf der ersten Geburt, familiären Erkrankungen und meinem Befinden in dieser Schwangerschaft. Außerdem stellte sie konkrete Fragen zum Wochenbett. Beispielsweise, ob ich ausreichend Unterstützung seitens der Familie und Freunde hätte, da es diesmal ja noch ein Geschwisterkind zu versorgen gilt.

Nach dem Gespräch erfolgte das übliche Prozedere: Urinwerte prüfen, Blutdruck messen, Bauch tasten und Herztöne hören (alles wie immer bestens). Außerdem maßen wir den Bauchumfang, der nun bei 95 cm liegt und mein Gewicht beträgt 63,9 Kg. Die Laborwerte der letzten Blutuntersuchung zeigten außerdem, dass mein Eisenwert von 10,8 auf 10,2 gesunken ist, so dass ich die blöden Eisentabletten jetzt regelmäßiger nehmen sollte.

Nina sehe ich voraussichtlich erst in der 40. Schwangerschaftswoche wieder – dann allerdings bei uns zu Hause.

Aufklärungsgespräch mit Lisa

Heute besuchte uns Lisa, um mit uns detailliert über den Ablauf einer Hausgeburt zu sprechen. Rechtlich ist sie dazu verpflichtet, uns über Risiken und Gefahren einer außerklinischen Geburt zu informieren. Das machte sie dann auch. Allerdings wollte ich mögliche Komplikationen und Gründe für eine Verlegung ins Krankenhaus nicht bis ins kleinste Detail besprechen. Denn ich weiß, dass eine Geburt (ob in der Klinik oder zu Hause) jederzeit medizinische Eingriffe erfordern kann. Dass jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Ich weiß aber auch, dass Hausgeburten kein erhöhtes Risiko darstellen und eine Geburt im Krankenhaus dagegen öfter zu medizinischen Eingriffen, wie Zangengeburt und Kaiserschnitt, führt. Die Kaiserschnittrate beispielsweise beträgt bei Hausgeburten 6% und bei Klinikgeburten 30%!

Lisa erklärte uns jedenfalls kurz und bündig, in welchen Situationen (z.B. Erschöpfung der Mutter, zu starke Wehenschmerzen, Geburtsstillstand usw.) ich in eine Klinik verlegt werden müsste. Ich sehe diesem „Fall der Fälle“ recht gelassen entgegen, weil wir genau gegenüber einer riesigen Entbindungsklinik wohnen und im Ernstfall in wenigen Minuten rüber in den Kreissaal laufen könnten.

Dann sprachen wir über die Vorbereitungen, die wir in den nächsten Wochen treffen sollten. Ui, jetzt wird es tatsächlich langsam ernst! Lisa gab mir eine Checkliste mit Dingen, die ich noch besorgen muss. Mittelstarke Tapezierfolie hilft beispielsweise die Matratze bei einer Hausgeburt vor Blut & Co zu schützen. Guter Tipp, schließlich will ich es gemütlich haben, ohne anschließend neue Möbel kaufen zu müssen.

Neben all den Dingen, die ich für mich und das Baby zu Hause während und nach der Geburt benötige, schlug sie mir vor, eine Kliniktasche zu packen. Im Grunde fast nicht nötig, da wir ja wie gesagt direkt gegenüber wohnen. Aber ich glaube, ich handhabe das so wie mit dem Schirm im Regen. Nimmt man ihn mit, scheint die Sonne. Ist die Kliniktasche gepackt, schlüpft das Baby zu Hause :)

Nach dem Gespräch schrieb Thomas sofort eine Einkaufsliste und ich hakte gedanklich die Dinge ab, die wir schon haben. Jetzt heißt es Schritt für Schritt die Utensilien zu beschaffen, damit sie in spätestens vier Wochen bereitstehen. So aufregend! Und so unheimlich – also wie die Zeit plötzlich rast!

 

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2 Kommentare zu “SSW-Update: 2 Tage – 2 Hebammen: Vorsorge und Aufklärungsgespräch (33+0)

  1. Ich finde es toll das es die Möglichkeit der Hausgeburt gibt. Eine entspannte Atmosphäre ist sicher sehr hilfreich. Leider war es in unserer Stadt nicht möglich. Bezüglich der “Kaiserschnittquote” möchte ich aber anmerken, dass nur Frauen mit komplikationsloser Schwangerschaft/ voraussichtlich problemloser Entbindung eine hausgeburt in Angriff nehmen. Aufgrund dieser Tatsache ist die Komplikationsrate in Kliniken schon höher und es muss dementsprechend häufiger gehandelt werden.

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