In einem Reboard Kindersitz fährt Ihr Kind nach der Babyschale weiterhin rückwärtsgerichtet im Auto mit. Das hat in Sachen Sicherheit viele Vorteile – es gibt aber auch einige Nachteile.

Viele Eltern überlegen nach den ersten Monaten in der Babyschale auf einen Reboarder umzusteigen – oder gar von Geburt an statt der Babyschale einen Reboarder zu benutzen.

Weiterhin sicher rückwärts unterwegs

Reboarder-Kindersitze der Gruppe 0+/I oder I für Kinder bis 18 kg bzw. der Gruppe I/II von 9-25 kg sind der ideale Nachfolger der Babyschale, denn Ihr Kind fährt weiterhin rückwärtsgerichtet im Auto mit. Bei rückwärtsgerichteten Kindersitzen wird die Energie bei einem Frontaufprall über den ganzen Rücken verteilt – Kopf und Nacken werden in den Kindersitz gedrückt und sind so optimal geschützt.

Reboard-Kindersitz

Rückwärtsgerichtetes Fahren ist gerade in dieser Altersklasse besonders sicher, denn viele Babys wachsen schneller aus der Babyschale heraus, als dass sie ihren Kopf selbstständig halten können. Eine starke Nackenmuskulatur ist aber unumgänglich für vorwärtsgerichtetes Fahren, um schwere Verletzungen im Kopf und Nackenbereich zu verhindern.

Bei Kleinkindern bis ca. 4 Jahre ist außerdem der Kopf im Verhältnis zum restlichen Körper noch relativ groß und schwer – er macht bis zu 25% des ganzen Körpergewichts aus. Wechselt man nach der Babyschale auf einen vorwärtsgerichteten Kindersitz der Gruppe I oder Gr. I/II/III, sind Kopf und Nacken bei einem Frontaufprall  relativ hohen Energien ausgesetzt: der Oberkörper wird von den Gurten oder dem Fangkörper gehalten – Kopf und Nacken werden aber nach vorne geschleudert.

Kann ich einen Reboarder der Gruppe 0+/I wirklich schon ab Geburt nutzen?

Reboarder-Kindersitze der Gruppe 0+/I können theoretisch auch schon ab der Geburt verwendet werden. Der Kindersitz wird dann einfach in eine waagrechtere Position gestellt und mit dem mitgelieferten Sitzverkleinerer verwendet. Das hat den Vorteil, dass Sie für die ersten 4 Lebensjahre nur einen einzigen Kindersitz statt zwei (Gr. 0+ und Gr. I) benötigen.

Empfehlenswert ist eine Verwendung ab Geburt allerdings nicht, denn gegenüber der Verwendung einer Babyschale bringt dies einige entscheidende Nachteile mit sich:

Unflexibel: Das Baby kann erst am Auto in den Kindersitz gelegt werden und muss nach der Autofahrt in den Kinderwagen oder die Babytrage.
In einer Babyschale können Babys dank des Tragegriffs ganz einfach getragen werden: Sie legen das Baby schon in der Wohnung in die Babyschale und tragen es dann ins Auto – und vom Auto wieder in die Wohnung. Oder Sie befestigen die Babyschale nach der Autofahrt auf dem Kinderwagen-Fahrgestell und gehen so zum Einkaufen, ohne das Baby aufwecken zu müssen.

Zu großer Sitz für Neugeborene: Eltern haben oft das Gefühl, dass ihr Neugeborenes in dem großen Reboarder-Kindersitz etwas verloren wirkt. Zudem ist die Liegeposition nicht ganz ideal. Babyschalen sind dagegen optimal auf Neugeborene zugeschnitten.

Welche Nachteile hat ein Reboarder?

Trotz der hohen Sicherheit hat ein Reboarder-Kindersitz auch einige Nachteile:

Teuer: Reboarder-Kindersitze sind relativ preisintensiv – der Günstigste beginnt ab 250 Euro! Nutzt man den Reboarder bereits ab der Geburt spart man sich zwar einen Kindersitz, aber als Nachfolger für die Babyschale wird es insgesamt relativ teuer.
Groß: Ein Reboarder-Kindersitz nimmt viel Platz in Anspruch – so viel, dass der Vordersitz nach vorne geschoben werden muss. Großgewachsene Eltern haben dann eventuell Platzprobleme.
Schlechte Sicht: Kleinkinder genießen es die Welt im Auto vorbeifliegen zu sehen. Im Reboarder geht dies nur rückwärts – nicht jedem Kind wird das gefallen. Auch die Eltern sind für die kleinen Knirpse nicht sichtbar, genauso wie andersherum die Kinder für die Eltern.
Wenig Beinfreiheit: je größer die Kinder werden, desto mehr Platz brauchen auch die Beine. Die Beinfreiheit wird aber durch die Rücklehne des Fahrzeugsitzes begrenzt.

Wie wird ein Reboarder im Auto befestigt?

Die Befestigung erfolgt entweder durch Isofix mit Stützbein bzw. oberen Zusatzgurt (Top-Tether) oder mit dem Fahrzeuggurt – wobei aus Sicherheitsgründen die Isofix-Befestigung vorzuziehen ist.

Bitte werfen Sie vor dem Kauf einen Blick auf die Fahrzeugtypenliste des Kindersitz-Herstellers (auf der Hersteller-Homepage einsehbar) – Reboarder Kindersitze können nicht in jedem Auto befestigt werden. Ein Blick auf die Liste schafft Klarheit.

Wann muss ich den Kindersitz wechseln?

Ihr Kind sollte auf den nächsthöheren Kindersitz der Gruppe II/III (15-36 kg) wechseln, sobald das Maximalgewicht erreicht ist oder der Kopf über den oberen Rand des Kindersitzes hinauswächst.

Der Kopf darf ein Stück über den Rand hinausschauen – mehr ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen! Der Hinterkopf sollte noch gut gestützt werden.

Nicht zu früh wechseln

Da Ihr Kind in Kindersitzen der Gruppe II/III nur noch mit dem Fahrzeuggurt gesichert wird, dürfen Sie nicht zu früh wechseln! Denn bei zu kleinen Kindern besteht die Gefahr, dass es unter dem 3-Punkt-Gurt hindurch rutscht.

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