Es ist ein großer Moment: Dein Kind kann sich nun selbstständig aufsetzen! Natürlich möchte Dein Nachwuchs die Welt nun vor allem im Sitzen erkunden. Das bedeutet: Der bisherige, oft sperrige und schwere Kinderwagen hat als täglicher Begleiter ausgedient. Jetzt ist die Zeit für den praktischen und kompakten Buggy gekommen. Welcher zu Dir passt, hängt von Deinem Bedarf ab. Du kannst ihn je nach Modell als wendigen Zweitwagen für die Stadt nutzen – oder als vollwertigen Ersatz und Nachfolger Deines Kombi-Kinderwagens. Wir helfen Dir bei der Auswahl.

Ab wann und bis wann benötige ich einen Buggy?

Der Buggy kommt zum Einsatz, wenn Dein Kind selbstständig sitzen kann (ca. 7.-9. Lebensmonat). Dann ist die Wirbelsäule Deines Kindes stark genug, um mit den Erschütterungen beim Fahren gut zurechtzukommen. Viele Buggys haben eine Liegefunktion – das bedeutet jedoch nicht, dass Du hier Dein neugeborenes Baby reinlegen kannst. Grund: Die Federung ist nicht ausgelegt für Kinder unter einem halben Jahr. Die meisten Buggys kannst Du laut Hersteller nutzen, bis Dein Kind 15 Kilo wiegt. (Das entspricht etwa einem Alter von 3-3,5 Jahren.) Gut zu wissen: Je schwerer der Buggy beladen ist, desto mehr sind Stabilität und Fahreigenschaften beeinträchtigt. (Wichtig für Eltern, die mit dem Buggy zusätzliches Gewicht durch Wickeltaschen oder kleine Einkäufe transportieren möchten.)

Kind im Buggy

In vier Schritten zum passenden Buggy

  1. Wähle die Räder nach dem hauptsächlichen Einsatzort des Buggys. Für Asphalt reicht Hartgummi. Unebene Wege benötigen Luft- oder Luftkammerräder. Je „ruckeliger“ der Untergrund, desto größer sollten die Hinterreifen sein.
  2. Wähle Gewicht und Klappmaß nach der Infrastruktur: Fährst Du oft öffentliche Verkehrsmittel, sollte der Buggy eher leicht und wendig sein. Transportierst Du ihn im Auto, achte auf das Klappmaß. Tipp: Miss‘ vor dem Kauf Deinen Kofferraum aus.
  3. Achte auf den Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt. Ein Schutzbügel verhindert zusätzlich, dass Dein kleiner Schatz rausfällt.
  4. Wähle die Ausstattung nach der Nutzungshäufigkeit: Für einen Kurzbesuch bei den Großeltern, als kompakter Begleiter im wohlverdienten Urlaub oder für kleine Besorgungen tut es ein eher einfaches Modell ohne viel Ausstattung. Hast Du ihn hingegen (fast) täglich und in verschiedenen Situationen im Einsatz, lohnt sich der Blick auf komfortablere Ausführungen. Anderenfalls werden Du und Dein Kind an dem Buggy womöglich nicht lange Freude haben.
  5. Achte auf den Schieber: Durchgängige Schiebestangen lassen sich gut einhändig lenken. Mit der anderen Hand kannst Du dann bequem das Handy bedienen. Ein höhenverstellbarer Griff sorgt für ein bequemes, rückenschonendes Schieben des Buggys. Besonders dann empfehlenswert, wenn unterschiedlich große Personen den Buggy schieben.

Detaillierte Informationen über die einzelnen Punkte findest du im Folgenden. Außerdem geben wir Dir einen Überblick über die einzelnen Ausstattungsmöglichkeiten und erläutern die Vor- und Nachteile. Gewichte am Ende alle Auswahlkriterien: Worauf möchtest Du nicht verzichten? Wo kannst Du Abstriche machen? Auf diese Weise triffst Du mit Sicherheit die richtige Entscheidung.

Schau Dir auch gerne unseren großen Buggy-Test an: Wir haben 15 Buggys intensiv getestet. Klick einfach hier.

Die Ausstattung meines Buggys: Worauf soll ich achten?

Buggys gibt es von etwa 30 bis 800 und mehr Euro. Es gibt viele Gründe für diese große Spanne: Die teureren Modelle sind in der Regel besser verarbeitet und überzeugen mit Stabilität, gut gepolsterten und breiten Komfortsitzen, einer ordentlichen Federung, vielen Verstellmöglichkeiten und oft auch mit haufenweise Zubehör. Jedes Buggy-Modell bringt bestimmte Eigenschaften mit. Einige davon bestimmen den Fahrkomfort, andere gewährleisten die Sicherheit Deines Kindes. Wir stellen Dir die entscheidenden Ausstattungsmerkmale detailliert vor. Ob ein Buggy aus unserem Shop die von Dir gewünschte Eigenschaft hat, verraten die technischen Details in der jeweiligen Produktbeschreibung.

Was beeinflusst den Komfort für Dich und Dein Kind?

Räder: Die Räder spielen eine zentrale Rolle beim Buggy-Kauf. Sie bestimmen den Einsatzort und den Fahrkomfort. Welche Räder Dein Buggy benötigt, hängt von der Nutzung ab: Nicht alle eignen sich für jeden Untergrund. Grundsätzlich gilt: Je größer das Rad, desto ruhiger ist das Fahrverhalten des Buggys auf unebenen Wegen und desto besser ist Dein Kind vor Erschütterungen geschützt. Das ist vor allem wichtig, wenn Du oft und zu jeder Jahreszeit auf Feld- und Waldwegen spazieren gehen möchten. Bei Wurzeln und Schnee kommen kleine Räder hier schnell an ihre Grenzen. Jedoch gehen große Räder auf Kosten der Wendigkeit: Der Wagen ist dadurch insgesamt unbeweglicher. Neben der Größe ist das Material des Rades entscheidend. Das sind die drei häufigsten Materialien:

Unterschiedliche Räder beim Buggy

Für unebene Wege sind Lufträder (A) ideal: Sie verstärken die Federung des Buggys zusätzlich. Allerdings haben sie ein hohes Eigengewicht und sind recht wartungsintensiv: So solltest Du wie bei Ihrem Fahrrad regelmäßig den Luftdruck prüfen und ab und zu etwas Luft nachpumpen. (Achtung: Nicht zu viel! Die Reifen verlieren sonst an Federung.) Zudem besteht auch hier die Gefahr eines Plattens. Deshalb ist es ratsam, immer eine Luftpumpe, Flickzeug und idealerweise noch einen Ersatzschlauch dabeizuhaben.

Wenn Du Deinen Buggy sowohl in der Stadt als auch auf unebenem Gelände einsetzen möchtest, sind Luftkammerräder (B) die beste Wahl. Sie sind durch ihre gute Federung und ihre Stabilität die perfekte Kombination aus Luft- und Hartgummirad. Im Gegensatz zu Lufträdern sind sie absolut pannensicher: Selbst Nägel oder Scherben können Buggys oder Kinderwagen mit Luftkammerrädern nicht aufhalten. Zudem entweicht hier keine Luft, so dass Du nicht nachpumpen musst. Aufgrund dieser Vorteile setzen mittlerweile viele Hersteller standardmäßig auf Luftkammerräder. Ob ein Rad aus Luftkammern besteht, kannst Du übrigens ganz einfach erkennen: Solch ein Rad lässt sich mit dem Finger nämlich ein paar Millimeter eindrücken und hat im Gegensatz zum Luftrad kein Ventil.

Hartgummiräder (C) sind leicht und robust. Allerdings haben sie keine zusätzliche Federwirkung und kommen auf Kopfsteinpflaster und geschotterten Wegen schnell ins Schlingern. Wenn Dein Kind schon älter ist und Du Deinen Buggy lediglich für kurze, asphaltierte Strecken in der Stadt benötigest, sind diese Räder aber auf jeden Fall ausreichend.

Geländetauglichkeit Deines Buggys auf einen Blick

 Ø HinterräderRadmaterial
Wald-/ Feldwegemind. 25 cmLuft/ Luftkammer
Schotter/
Kopfsteinpflaster
mind. 15 cmLuft/ Luftkammer
Asphaltnicht relevantHartgummi ausreichend

Interessant zu wissen:

  • Schwenkbare Vorderräder machen den Buggy wendig und eignen sich ideal für die Anforderungen des Stadtlebens.
  • Je geringer der Abstand der beiden Vorderräder, desto leichter kannst Du den Wagen lenken.
  • Doppelräder lassen Deinen Buggy auf weichem Untergrund wie Schnee oder Kies nicht so schnell einsinken.

Federung: Für eine komfortable und rückenschonende Fahrt Deines Kindes ist ein zusätzliches Federungssystem ein wesentlicher Aspekt. Dann wird Dein Schatz im Buggy bei einem Spaziergang über die Felder und durch den Wald nicht zu sehr “durchgeschüttelt”. Benutzt Du Deinen Buggy vorwiegend auf asphaltierten Wegen in der Stadt, ist eine Extra-Federung jedoch nicht unbedingt notwendig.

Verstellbare Rückenlehne: Die meisten Buggys haben eine nach hinten verstellbare Rückenlehne. Manche Modelle lassen sich dabei komplett in die Liegeposition klappen (das entspricht einer Neigung von mindestens 150 Grad), andere lediglich in die sogenannte Ruheposition. Eine stufenlos verstellbare Rückenlehne hat den Vorteil, dass Du den Neigungswinkel im vorgegebenen Rahmen individuell einstellen kannst. Allerdings ist die Handhabung für Dich und Dein Kind nicht ganz so komfortabel und schnell. Bei der Verstellbarkeit in Stufen hast Du je nach Modell zwar nur drei, vier oder fünf vordefinierte Positionen zur Auswahl. Dafür kannst Du die die Rückenlehne rasch und ohne “Geruckel” nach hinten klappen – ein Vorteil, wenn Dein Kind während der Fahrt eingeschlafen ist.

Schieber bzw. Griffe: Viele Buggy-Modelle haben mittlerweile eine durchgängige Schiebestange anstatt der typischen zwei Griffe. Damit kannst Du den Wagen mühelos einhändig lenken. An der freien Hand führst Du das Geschwisterkind, bedienst Dein Handy oder trägst bequem Deine Tasche. Sind Schieber oder Griffe in der Höhe verstellbar, können unterschiedlich große Personen den Buggy auf längeren Strecken ganz entspannt fahren. Je nach Modell wird entweder der Knickwinkel verändert oder der ganze Schieber ausgefahren. Wenn sich der Schieber in etwa auf Höhe Deines Bauchnabels befindet, ist die ideale Position erreicht.

Schieber oder Griffe

Große Flexibilität hast Du durch einen schwenkbaren Schieber (dies geht allerdings nur mit einer durchgängigen Schiebestange): Sollte Dein Buggy vorne und hinten unterschiedlich große Räder haben, kannst Du je nach Straßenlage die kleineren oder größeren in die vordere Position bringen. Der Schwenkschieber ermöglicht es Dir zudem, die Blickrichtung Deines Kindes während der Fahrt zu wählen. Das ist vor allem für die Umgewöhnungsphase vom Kinderwagen auf den Buggy hilfreich: So kannst Du Deinem Kind in der ersten Zeit durch den Sichtkontakt zu Dir Sicherheit und Vertrautheit vermitteln. Ein weiterer Vorteil des Schwenkschiebers: Du kannst die Blickrichtung auch dann wechseln, wenn Dein Kind schläft und Du es im Auge behalten möchtest. Darüber hinaus ist die flexible Wahl der Fahrt- und Blickrichtung auch in Bezug auf die Witterung nützlich: Bei Wind, Regen oder starker Sonneneinstrahlung drehst Du den Schieber so, dass Dein Kind zu Dir schaut. Dadurch ist es besser geschützt.

Die Blickrichtung Deines Kindes kannst Du bei vielen Buggys nicht mit dem Schieber, dafür mit einer drehbaren Sitzeinheit ändern. Die Handhabung ist im Vergleich zum Schwenkschieber etwas aufwendiger. Zudem muss Dein kleiner Schatz hierfür aus dem Buggy aussteigen. Allerdings gibt es immer weniger Modelle mit dem schwenkbaren Schieber, da die Vorderräder durch den “Tausch” nach hinten auf Dauer einer unangemessenen Belastung ausgesetzt werden. Die Hersteller reagieren darauf und bieten zunehmend mehr die drehbare Sitzeinheit als Alternative an.

Einkaufskorb/-netz: Praktisch ist auch ein Korb unter der Sitzfläche – hier kannst Du alle wichtigen Utensilien für unterwegs gut aufbewahren. Auch Einkäufe lassen sich gut verstauen. Einige Hersteller wie zum Beispiel Chicco bieten separate Einkaufsnetze an, die mit mitgelieferten Haken einfach am Lenker befestigt werden. Allerdings solltest Du daran denken, dass vollbeladene Tüten Fahrverhalten und Stabilität des Buggys verändern. Zudem ist die Kippgefahr erhöht.

Weiteres Zubehör wie Regenhaube, Mückennetz, Fußsack, Sitzauflagen etc. sind bei einigen Buggy-Modellen zumindest teilweise dabei. Je nach Bedarf kannst Du das Gewünschte jedoch auch in unserem Shop einzeln dazukaufen.

Diese Eigenschaften machen das Fahren sicher

Sitz, Gurt, Schutzbügel, Fußstütze: Entscheidend für Sicherheit und gleichzeitig Bequemlichkeit ist der Sitz bzw. die Sitzeinheit. Eine Breite von etwa 30 cm sorgt dafür, dass sich Dein Kind ideal bewegen kann. Eine Polsterung federt zusätzlich und hält zudem warm. Achte darauf, dass der Sitzbezug mindestens abwischbar ist. Denn der Alltag mit kleinen Kindern bringt es mit sich, dass immer mal wieder etwas schmutzig wird. Noch besser ist es natürlich, wenn Du den Sitzbezug komplett abnehmen und in der Maschine waschen kannst.

Auch das Anschnallsystem des Buggys ist ein wichtiger Punkt: Bei den meisten Herstellern hat sich der 5-Punkt-Sicherheitsgurt als Standard etabliert. Dieses sogenannte “Hosenträger-System” verhindert, dass Dein Kind “unten durchrutscht”. Um ein Einschneiden im Rumpf Deines Kindes zu vermeiden, sind gepolsterte Gurte empfehlenswert.

Die meisten Buggys bieten zudem einen Schutzbügel. Er verhindert zusätzlich, dass Dein Kind rausfällt. Außerdem kann es sich bequem daran festhalten, während es neugierig die Welt erkundet. Eine Fußstütze sorgt für Sitz-Komfort und verhindert, dass die Beinchen herumbaumeln. Ist die Fußstütze zusätzlich verstellbar, kann Dein Kind selbstständig ein- und aussteigen und bei umgeklappter Rückenlehne ganz bequem liegen.

Bremse: Vor dem Kauf lohnt sich der Blick auf die Feststellbremse. Sie ist an den Hinterrädern bzw. der hinteren Verbindungsstange angebracht und wird mit dem Fuß aktiviert. Schonender für Deine Schuhe ist es, wenn Du die Bremse von oben nach unten treten kannst und nicht von unten nach oben drücken musst. Eine Handbremse an Deinem Buggy ist dann wichtig, wenn Du mit dem Wagen wandern oder joggen gehen möchtest. Auch Spaziergänge auf abschüssigem Gelände erfordern aus Sicherheitsgründen eine Handbremse, um die Geschwindigkeit zu drosseln und leichter die Kontrolle zu behalten. Bei manchen Modellen kannst Du mit der Handbremse ganz komfortabel sowohl die Geschwindigkeit reduzieren als auch die Feststellbremse betätigen.

Bremse am Buggy

Klappmaß und Falttechnik Deines Buggys

Im Vergleich zu großen Kinderwagen sind Buggys für ihr kleines Klappmaß und die unkomplizierte Falttechnik bekannt. Wie kompakt sich ein Buggy zusammenlegen lässt, hängt im Grunde von zwei Faktoren ab: den Griffen und der Falttechnik. Hat der Buggy zwei einzelne Griffe, kommt vorwiegend die “Regenschirm-Technik” zum Einsatz. Hierbei hebst Du das Scherenkreuz an und faltest den Buggy an seinen beiden Griffen quasi “nach innen” zusammen. Derart zusammengeklappt ist der Buggy zwar recht schmal, kann jedoch bis etwa 110 cm lang sein. Modelle mit durchgängigem Schieber lassen sich meist wie einen herkömmlichen Kinderwagen zusammenklappen. Dementsprechend wird der Buggy zum kompakten, quadratischen Paket. Wenn sich dann noch die Räder abmontieren lassen, sparst Du beim Transport zusätzlich wertvolle Zentimeter. Bevor Du Dich für einen Buggy entscheidest, solltest Du Deinen Kofferraum ausmessen und einen Blick auf das Klappmaß werfen. Diese Angaben findest Du in der jeweiligen Produktbeschreibung unter den technischen Details.Klappmaß beim Buggy

Niemals ohne: Buggy-Kauf mit Mobilitätsgarantie

Du gehst mit Deinem Kind im Buggy spazieren – und plötzlich knackst es oder klemmt etwas. Solche Ärgernisse passieren leider im Alltag. Nicht immer ist es so gravierend, dass Du Deinen Buggy gleich zur Reparatur geben musst. Aber was passiert, wenn das doch mal nötig wird? Sofern Du Deinen Buggy online bei uns erworben hast, kümmern wir uns noch zwei Jahre nach Deinem Kauf um Umtausch und Instandsetzung. Dabei ist es uns wichtig, dass Du und Dein kleiner Schatz trotz Reparatur weiterhin mobil sein könnt: Du erhältst von uns deshalb kostenlos einen Ersatz-Buggy, während Dein eigener Wagen eingeschickt und wiederhergestellt wird.

Nützliche Tipps und Hinweise

  • Betätige bei jedem Halt die Feststellbremse.
  • Empfehlenswert ist eine Fahrradklingel am Buggy, um sich in Menschenmengen bemerkbar zu machen.
  • Helle Farben sehen toll aus, sind aber pflegeintensiver als dunkle oder gemusterte Stoffe.
  • Wenn Dein Buggy durch Regen oder Schnee feucht geworden ist, solltest Du das Gestell gut abtrocknen. Dadurch vermeidest Du Rostbildung.
  • Öle die beweglichen Teile Deines Buggys hin und wieder.
  • Bitte bedenke: Wenn Du Taschen oder Einkaufstüten an Griffe oder Schieber hängst, beeinträchtigst Du möglicherweise die Stabilität. Es kann passieren, dass Dein Buggy nach hinten kippt.
  • Hier gehts zu unserem großen Buggy-Test.

Buggy mit Kund und Mutter

Welche Buggy Modelle gibt es? Eine Übersicht der Begriffe

Den Buggy für Kinder gibt es schon über 50 Jahre. Er wurde 1965 von Owen Maclaren, einem englischen Flugzeugkonstrukteur, entwickelt. Das damals Innovative macht den Charme dieses Gefährts noch immer aus: Im Gegensatz zum klassischen Kinderwagen kann man den Buggy leicht zusammenklappen und gut transportieren. Heute gibt es den Buggy in unterschiedlichen Ausführungen. Wer sich länger damit beschäftigt, dem kann schon ein bisschen schwindlig werden bei den vielen Begriffen. Was ist ein Sportwagen und was ein Jogger? Was heißt Sitzbuggy und was kann eigentlich ein Shopper? Die größten Unterschiede liegen im Komfort, in der Ausstattung und darin, für was Sie die einzelnen Modelle nutzen können. Manche Bezeichnungen meinen auch dasselbe. Wir führen Dich durch den Begriffsdschungel.

(Krück-) Stockbuggy, Sitzbuggy, Regenschirmbuggy, Reisebuggy: Wenn man “Buggy” hört, meint man vor allem diese Ausführung. Es ist der “Klassiker”: ein einfaches, schmales Gestell, eine kleine Sitzfläche aus Stoff sowie ein Gurtsystem. Die beiden Schiebegriffe erinnern durch ihre Form an das Ende eines Krückstocks (deshalb Krückstockbuggy). Die Sitzfläche ist nicht oder nicht bis in die Liegeposition verstellbar (deshalb Sitzbuggy). Die Bezeichnung Regenschirmbuggy bezieht sich auf die Falttechnik: Solche (aber auch viele hochwertige) Modelle lassen sich in ähnlicher Weise zusammenklappen. Außerdem ist er leicht, platzsparend und somit der perfekte Reisebegleiter. Er lässt sich wunderbar in Auto, Bahn oder ohne Aufpreis im Flugzeug mitnehmen (daher Reisebuggy). Allerdings gibt es natürlich auch komfortablere Buggys, die sich aufgrund des geringen Gewichts von unter neun Kilo ebensogut für die Reise eignen.

Diese Modelle eignen sich für: ältere Kinder, die lange Strecken noch nicht vollständig zu Fuß gehen können; als Zweitwagen für unterwegs; kleine Besorgungen in der Stadt; als platzsparender Reisebegleiter

Schirmbuggy, Shopper und Jogger

Komfortbuggy, Shopper: Besser gefedert als der “klassische” Stockbuggy. Zudem ist die Ausstattung komfortabler: die Sitzflächen sind breiter und besser gepolstert. Die Rückenlehne ist mindestens in Ruheposition verstellbar. Ein Bügel sorgt dafür, dass Dein Kind sicher sitzt und sich festhalten kann. Ein Einkaufskorb zwischen den Achsen bietet Dir die Möglichkeit, kleinere Besorgungen zu machen oder wichtige Utensilien zu transportieren. Bei einigen Modellen wie zum Beispiel beim Peg Pérego Buggy Pliko Mini kannst Du die Schiebegriffe in der passenden Höhe einstellen. Der Shopper hat zwei markante Merkmale: einen durchgängigen Griff zum Schieben und einen großen Einkaufskorb. Einige Modelle wie der Shopper Comfortfold von Hauck bieten noch integrierte Getränkehalter und ein Ablagefach für Handy und Schlüssel.

Diese Modelle eignen sich für: jüngere und ältere Kinder, Stadtbummel, Einkaufstouren, Spaziergänge im Park bzw. auf leichtem Gelände

Jogger: Markantes Merkmal sind die drei Räder: hinten zwei und vorne eines. Dadurch ist dieser Buggy leicht lenkbar und läuft auch bei hoher Geschwindigkeit ruhig und stabil. Allerdings eignet sich nicht jeder Jogger tatsächlich fürs Joggen. Das tut er nur, wenn er eine Sportzulassung vom TÜV hat, wie zum Beispiel der Joggster III von TFK. Hier werden dann unter anderem die Kippsicherheit, die Belastbarkeit des Gurtes etc. geprüft. Allerdings ist das Joggen im “echten” Jogger erst für Kinder ab einem Jahr geeignet. Dann kann es schon gut sitzen und sich auch bemerkbar machen.

Diese Modelle eignen sich für: Feld- und Waldwege, asphaltierte Straßen

Was ist der Unterschied zwischen Buggy und Sportwagen?

Wenn es um den Begriff Sportwagen geht, ist die Verwirrung groß. Er ist im Grunde missverständlich und wird deshalb auch nicht einheitlich, sondern von vielen eher “nach Gefühl” gebraucht. Selbst die Hersteller sind sich nicht einig. Auch ein Blick in die Definition des Gesetzgebers hilft bei so viel Unklarheit leider nicht weiter: Laut DIN EN 1888:2012 3.7. ist ein Kindersportwagen ein “Wagen, der aus einem Fahrgestell und einer oder mehreren Sitzeinheit(en) oder einem oder mehreren Autokindersitz(en) besteht.” (Das vollständige Dokument kannst Du hier anfordern. Nach dieser Definition ist im Grunde jeder Buggy ein Kindersportwagen. Wir definieren Sportwagen als die Sitzeinheit eines Kombi-Kinderwagens, nennen diese jedoch hier in unserem Kaufratgeber ebenfalls Buggy, um keine Verwirrung zu stiften. (Du wirst den Begriff jedoch in unserem Kaufberater für Kombi-Kinderwagen finden.) Wenn man so will, ist ein Sportwagen ja auch nichts anderes. Er hat per se ein etwas stabileres Gestell, da hier ja auch eine Babywanne bzw. Softtragetasche samt Deinem Kind sicher Halt finden müssen. Im Klappmaß sind Sportwagen zudem sperriger und schwerer als Buggy-Modelle, die sich nicht zum Kinderwagen umrüsten lassen.

Grundsätzlich unterscheidet man:

BuggyLässt sich nur verwenden, wenn Dein Kind
schon selbstständig sitzt.
JoggerBuggy oder Sportwagen mit drei Rädern.
SportwagenSitzeinheit eines Kombi-Kinderwagens. Lässt sich mit Zubehör zum Erstlingswagen erweitern und kann dadurch auch ab Geburt genutzt werden.