Ob im Urlaub oder bei den Großeltern: Ein Reisebett sorgt dafür, dass Dein Kind an jedem Ort geborgen und sicher schläft. Aber solch ein Bett kann noch wesentlich mehr. Wir zeigen Dir, worauf Du beim Kauf achten solltest.

Ein Reisebett ist nicht nur ein mobiles Schlaflager, sondern ein Multitalent: Es ist zugleich eine vertraute Rückzugsmöglichkeit für Kinder in fremder Umgebung. Hier können sie die vielen Eindrücke einer Reise ganz in Ruhe für sich verarbeiten. Nutze das Bett außerdem zu Hause für kleine Übernachtungsgäste. Oder als Übung für Dein Kind, alleine im eigenen Zimmer zu schlafen. Manche Eltern verwenden das Reisebett unterwegs gerne als Laufstall-Ersatz und Ablagemöglichkeit für Spielsachen. Einige Reisebetten sind zugleich Wickelplätze oder lassen sich als Stubenwagen nutzen.
Welche Reisebett-Modelle gibt es?

Die typischen Reisebetten bestehen aus einem Rahmengestell, einer Umspannung aus Netz und Stoff sowie einer gepolsterten Bodenplatte. Manche haben Füße, andere liegen direkt auf dem Boden auf. Du kannst diese Betten anhand spezieller Mechanismen auf- und wieder abbauen. Zusammengeklappt lassen sie sich in handlichen Tragetaschen verstauen. Meist sind sie 60 x 120 cm groß (Liegefläche) und 7-10 kg schwer. Das Klappmaß beträgt 80 x 27 x 27 cm. Das entspricht in etwa dem Klappmaß eines 2-Personen-Zeltes. Reisebetten sind nutzbar, bis Dein Kind maximal 3,5 Jahre ist, 15 kg Körpergewicht hat und etwa einen Meter groß ist. Natürlich liegt es auch in Deinem Ermessen, wir lange Du das Reisebett für Dein Kind nutzen möchtest.

Reisebett für Kind und Baby

Je nach Deinem persönlichen Bedarf hast Du die Wahl zwischen verschiedenen Reisebett-Modellen:

  • dem klassischen Standard-Reisebett
  • dem gut ausgestatteten Reise-Center
  • dem zeltähnlichen Pop-Up-Reisebett
  • dem speziellen Baby-Reisebett

Die Modelle unterscheiden sich vor allem in Qualität, Ausstattung, Größe (aufgebaut), Gewicht und Nutzung.

Standard-Reisebett: Es ähnelt einem normalen Kinderbett, ist 60 x 120 cm groß (Liegefläche) und wiegt etwa 7-10 kg. Das Gestell besteht meist aus Aluminium oder Stahl, der Bezug aus Netzgewebe und Polyester. Du kannst es in der Regel über ein Klappsystem aufbauen. Höherwertige Modelle verwenden oft auch Aluminium für den Rahmen. Wenn Du gelegentlich reist, ist solch ein Bett grundsätzlich ausreichend. Es empfiehlt sich zudem für den Besuch bei den Großeltern. Zubehör wie z.B. eine Wickelauflage ist nicht enthalten. Das macht die Betten leicht, handlich und preiswert – reduziert aber auch die Nutzungsmöglichkeiten.

Reise-Center: Diese Modellart ist umfangreicher ausgestattet und wiegt mit etwa 12,5 kg mehr als das Standard-Reisebett. Die Liegefläche ist mit 60 x 120 cm identisch. Mitgelieferte Artikel wie ein Mobile, eine Wickelstation und ein Einhang für (neugeborene) Babys bieten Dir und Deinem Kind einen deutlichen Mehrwert. Das Reise-Center lohnt sich für Dich, wenn Sie es häufig nutzen möchtest.

Die zeltähnlichen Pop-Up-Reisebetten wiegen nur 1,5-4 kg (“ to pop up” kommt aus dem Englischen und bedeutet “plötzlich auftauchen”). Durch das Fiberglasgestänge lassen sich Pop-Up-Reisebetten in Sekundenschnelle aufbauen. Die Matratze bläst sich meist von selbst auf. Manche dieser Babyzelte kannst Du auch am Strand, im Garten oder als Spielzelt verwenden. Die Liegefläche beträgt auch hier 60 x 120 cm. Diese Baby Reisezelte eignen sich am besten für kleinere Kinder, die noch nicht stehen können: Es ist sehr niedrig. Wenn es nur ums Schlafen geht, können sie je nach Modell auch für Kinder bis zu vier Jahren genutzt werden. Die Anschaffung eines Pop-Up-Reisebettes lohnt sich, wenn Du oft unterwegs bist oder mit dem Flugzeug reist. Hier kommt Dir auch das geringe Klappmaß entgegen: Zusammengefaltet hat es ungefähr das Maß einer Handtasche.

Beistellbett für die Reise

Baby-Reisebett: Baby-Reisebetten wiegen etwa 6-7 kg und sind mit etwa 50 x 90 cm Liegefläche deutlich kleiner als herkömmliche Reisebetten. Das hat mehrere Vorteile: Dein Baby fühlt sich in der engeren Umgebung geborgen und sicher. Du kannst das Bett als Stubenwagen nutzen und neben Dein eigenes Bett stellen. Die erhöhte Liegefläche sorgt dafür, dass Du Dein Kind gut sehen kannst. Zugleich musst Du Dich nicht so tief bücken, um Deinen Schatz hineinzulegen und herauszunehmen. Baby-Reisebetten eignen sich durch das geringe Klappmaß gut für kleine Autos und nehmen auch im heimischen Keller nicht viel Platz ein. Sobald Dein Baby anfängt, sich an Gitterstäben oder Stühlen hochzuziehen, solltest Du jedoch ein normales Reisebett benutzen. Das beginnt spätestens im 12. Lebensmonat.

Reisebett mit Geschwistern

Welche Ausstattung brauche ich? Was kann ich nachkaufen?

Du kannst auch ein herkömmliches Reisebett zum Baby-Reisebett “umrüsten”. Das geht mit einem speziellen Einhang. Dieser Einhang nennt sich auch “Nest”, “2. Ebene” oder “Bassinet” (engl., “Kinderkörbchen”). Er wird im Reisebett mit Sicherheitshaken, Reißverschluss oder Ähnlichem befestigt. Damit erhöhst Du die Liegefläche Deines Kindes. Bei einem sogenannten “höhenverstellbaren Reisebett” ist dieser Einhang im Lieferumfang enthalten. Er selbst ist allerdings nicht höhenverstellbar.

Vorteile des Einhangs:

  • Dein Baby muss nicht ganz unten am Fußboden schlafen.
  • Du hast guten Sichtkontakt zu Deinem Kind und schläfst auf einer Höhe
  • Du musst Dich nicht so tief bücken und schonst Deinen Rücken. Das ist nicht zu unterschätzen: Viele Babys müssen nachts oft zum Füttern und Stillen aus dem Bett gehoben werden.

Nachteil des Einhangs: Die Anschaffung ist teurer. Bei einem Reise-Center ist diese Ebene meist mit dabei. Ansonsten kann der Einhang als Zubehör nachgekauft werden.

Vor allem für größere Kinder ist ein kleiner Durchschlupf an der Längs- oder Schmalseite des Reisebettes nützlich: Sie können mittels Reißverschluss selbstständig und sicher ‘rein- und ‘rausklettern. Der Durchschlupf kann nicht nachgerüstet werden.

Durchschlupf und Rollen am Reisebett

Rollen am Reisebett sind dann praktisch, wenn Du das Bett bequem bewegen möchtest. Zwar sind viele Modelle recht einfach hochzuheben – mit Rollen kannst Du jedoch auch dann den Standort wechseln, wenn Dein Kind gerade schläft.

Wickelauflagen bzw. Wickelstationen sind bei Reise-Centern in der Regel mit dabei. Ansonsten kannst Du sie separat erstehen. Die Auflagen werden auf das Reisebett gesteckt. Sie sind klein, aber praktisch.

Wickelaufsatz am Reisebett

Bei manchen Modellen hast Du die Möglichkeit, zusätzlich Aufbewahrungsfächer bzw. Organizer zu erwerben. Dadurch hast Du wichtige Utensilien fürs Wickeln etc. immer zur Hand. Sie werden an der Seite aufgesteckt.

Mobiles, Spieluhren und -bögen werden bei einigen Modellen gleich mitgeliefert. Anderenfalls lässt sich auch hier nachrüsten.

Ein sehr wichtiges Zubehör ist die Matratze. Die meisten Hersteller liefern ihre Reisebetten mit einer dünnen Faltmatratze. Das ist aber lediglich eine gepolsterte Bodeneinlage. Damit Dein Kind gesund und bequem schläft, empfehlen wir eine Reisebettmatratze mit einer Höhe von 4-8 cm. Diese lässt sich recht platzsparend zusammenrollen oder -klappen. Unsere Auswahl an Reisebettmatratzen findest Du hier in unserem Shop.

Wie sicher ist ein Reisebett?

Das CE-Kennzeichen, das GS-Prüfsiegel und das TÜV-Zeichen am Modell zeigen Dir, dass das Reisebett auf Sicherheit überprüft wurde. Darüber hinaus kannst Du selbst einige Dinge beachten:

Stabilität: Hat das Bett vier oder fünf Füße? Der fünfte Fuß in der Mitte sorgt dafür, dass das Bett auch bei heftigen Bewegungen Deines Kindes stabil steht. Einige Modelle haben sogar sechs Füße.

Netz: Das Netzgewebe, das um das Reisebett gespannt ist, sollte engmaschig und dicht sein. Es muss einiges aushalten: Kinder werfen sich gerne mal dagegen. Trotzdem solltest Du Dein Kind durch das Netz noch gut sehen können.

Kanten: Mit runden Ecken vermeidest Du Verletzungsgefahr und schützt zugleich den Polyester-Bezug. Einige Hersteller bieten hierzu Aufsätze an.

Unsere Tipps

  • Miss‘ vor dem Kauf nach, ob das Bett im Klappmaß in Deinen Kofferraum passt.
  • Baue das Bett nach dem Kauf schon mal zu Hause auf. So machst Du Dich mit der Konstruktion vertraut. Wenn Du am Urlaubsort ankommst und Dein Nachwuchs müde ist, geht der Aufbau dann schneller. Übrigens: Gerade die Pop-Up-Reisebetten können beim Abbau so ihre Tücken haben.
  • Achte darauf, dass alle Elemente beim Aufbau sicher einrasten. Stelle ggf. die Rollen fest.
  • Lass‘ Dein Kind vor dem Urlaub schon mal in dem Reisebett schlafen. Dadurch gewöhnt es sich daran und das Bett wird zur vertrauten Umgebung.
  • Im Reisebett kannst Du tagsüber Spielzeug aufbewahren. Kontrolliere, ob die Liegefläche komplett frei ist, bevor Du Dein Kind schlafen legst.
  • Stelle das Bett nicht zu nah an Heizquellen auf.