Baby beschäftigen

Baby beschäftigen: Warum alleine spielen so wichtig ist


Hast Du auch manchmal das Gefühl, dass Dein Baby schnell unglücklich ist und rund um die Uhr “bespaßt” werden möchte? Vor allem beim ersten Kind fällt es vielen Eltern schwer, jedes Meckern ihres Babys sofort durch Ablenkung zu unterbinden. Nicht zuletzt die hohen Ansprüche der derzeitigen Elterngeneration tragen zu dieser Reaktion bei. Doch tatsächlich ist es weder nötig, noch förderlich, Dein Baby ständig zu beschäftigen. Wie Dein Baby davon profitiert, dass es nicht permanent beschäftigt wird, sondern alleine spielt — und wie Du auf sinnvolle Art Dein Baby beschäftigen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Wie kannst Du Dein Baby sinnvoll beschäftigen?

Babys lieben es, Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu bekommen. Tatsächlich fördert das aktive Beschäftigen mit dem eigenen Baby, mit ihm zu sprechen, es zu streicheln oder zu massieren, oder der direkte Blickkontakt die kognitive Entwicklung. Wenn Du Deinem Säugling eine Freude machen willst, ist deshalb alles gut, was direkten Kontakt und direkte Kommunikation beinhaltet.

 

Dazu gehören:

  • Körperkontakt und Hautkontakt durch Kuscheln, Stillen, Tragen, gemeinsames Baden oder eine Babymassage
  • Augenkontakt und kurze Versteckspiele — aber Achtung, ganz kleine Babys sehen nur richtig bis zu einer Entfernung von etwa 30cm
  • Singen, Reime und Sprechen
  • langsame Bewegungen mit den Fingern und Händen
baby beschäftigen
Ausgeglichen und konzentriert: Ein Baby beschäftigt sich selbst

Wenn Babys greifen können und mobil sind, lieben sie diese einfachen und direkten Formen der Beschäftigung weiterhin, können sich aber zunehmend mit dem Untersuchen ihres direkten Umfelds und mit dem Beobachten von Vorgängen befassen. Dann ist es an der Zeit, dass Dein Kind sich auch ohne aktive Unterstützung beschäftigt.

Muss ich mein Baby die ganze Zeit beschäftigen?

Nein, das musst Du nicht — auch, wenn es sich in manchen Situationen so anfühlt. Denn ein Baby, das sich gesund entwickeln soll, braucht keine durchgehende Beschäftigung durch Außenstehende. Es kann zunehmend lernen, sich selbst zu unterhalten — durch Spielen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du Deinem Baby keine Aufmerksamkeit schenken sollst. Natürlich profitiert Dein Kind auch von Dingen, die Du im zeigst. Natürlich ist es wichtig, dass Du mit Deinem Baby spielst und ihm seinem Alter entsprechend Anregungen gibst. Doch wie oft geben wir unseren Kindern einfach Dinge in die Hand, nur weil wir selbst gerne sehen möchten, wie es reagiert? Oder versuchen es irgendwie zu beschäftigen, nur weil wir selbst gerade eine ruhige Minute brauchen?

Wohlfühl-Atmosphäre ermöglicht Selbstbeschäftigung

Damit ein Kind selbständig und vertieft spielen kann, muss es sich sicher fühlen. Denn wenn es sich voll und ganz auf eine Sache konzentriert und ein für das Lernen so wertvolles Flow-Erlebnis hat, kann es nicht gleichzeitig damit beschäftigt sein sicherzustellen, dass keine Gefahr von außen droht. Am besten spielen Babys und Kleinkinder deshalb in der Situation, in der sie sich am wohlsten fühlen: In der sicheren Nähe der anderen Familienmitglieder.

Hier gilt tatsächlich: Je mehr gewohnter Alltag, desto besser. Obwohl man manchmal denkt, Neugeborene bräuchten viel Ruhe, sind die meisten Babys genau dann völlig entspannt, wenn um sie herum trubeliger Familienbetrieb herrscht. Das bedeutet, dass am besten jedes Familienmitglied in Ruhe seinem Alltag nachgeht. Eltern erledigen Dinge im Haushalt oder unterhalten sich, Geschwisterkinder spielen. Anstatt Dein Baby ins “ruhige” Kinderzimmer zu legen, solltest Du ihm also lieber ein geborgenes Plätzchen in unmittelbarer Nähe zum Geschehen geben. Das kann für manche Babys das Tragetuch sein, für andere die Babywippe und für wieder andere eine Krabbeldecke auf dem Boden.

Das macht durchaus Sinn, wenn wir uns überlegen, worauf die genetisch festgelegten Verhaltensweisen von Babys angepasst sind. Denn die schützenden Wände fester Häuser gibt es menschheitsgeschichtlich erst seit Kurzem. Viele Jahrtausende zogen die Menschen als Jäger und Sammler durch die Steppe. Für ein Baby war es in dieser Zeit überlebenswichtig, nicht vergessen oder alleine gelassen zu werden. Alleine zu sein versetzt die meisten Babys bis heute in Todesangst und sie machen sich nach kurzer Zeit mit bitterlichem Weinen bemerkbar. Die vertrauten Hintergrundgeräusche geben Deinem Baby deshalb die Sicherheit, dass immer Bezugspersonen in der Nähe sind und es nicht sich selbst überlassen ist. Es muss nicht aufpassen, nicht vergessen zu werden. So kann es seine ganze Aufmerksamkeit auf das Spielen lenken und die Welt um sich herum vergessen.

Entwicklung von Spielen und Selbstbeschäftigung

Alle Kinder lernen, indem sie spielen. Zwischen Spielen und Lernen gibt es aus neurologischer Sicht keinen Unterschied. Indem ein Kind spielend seine Umwelt entdeckt und das Erlebte in bestehendes Wissen einordnet, bilden sich im Gehirn Synapsen. Das sind neuronale Verknüpfungen zwischen Nervenzellen im Gehirn. Vereinfacht lässt sich sagen, je mehr dieser Verknüpfungen ein Mensch im Gehirn hat, desto intelligenter ist er.

Sich selbst zu beschäftigen ist einem Baby also angeboren, es hat einen innewohnenden Spiel- und Entdeckungstrieb. Dieser ist zunächst noch recht schwach, weil der Fokus der Entwicklung auf der körperlichen Reifung und der motorischen Entwicklung liegt. Je älter ein Baby jedoch wird, desto mehr lernt es, sich eigenständig in etwas zu vertiefen und länger auf dieselbe Sache zu fokussieren. Jedes Baby lernt also im Laufe seiner Entwicklung, sich in immer längeren Zeitabständen selbst zu beschäftigen. Alles, was Eltern tun müssen ist, es zu lassen.

Den Selbstbeschäftigungstrieb unterstützen

Jedes Baby kann sich zumindest kurze Momente alleine beschäftigen. Sei es nun damit, einfach nur in die Luft zu starren, mit den eigenen Händen oder Füßen zu spielen, oder einfach nur zuzusehen, was Mama macht. Natürlich funktioniert das nicht in Situationen, in denen das Baby Hunger hat, überreizt ist oder Angst hat. Aber es gibt für jedes Baby Momente, in denen es sich alleine beschäftigt. In diesem Zustand ist es konzentriert und fokussiert — und wenn es nur wenige Augenblicke sind. Im Laufe der Entwicklung lernt Dein Baby, diesen Zustand der gezielten Aufmerksamkeit länger aufrecht zu erhalten.

Als Mutter solltest Du darum darauf achten, Dein Baby nach Möglichkeit in dieser Phase der Konzentration nicht zu unterbrechen. Denn sobald Du die Aufmerksamkeit gezielt auf etwas anderes lenkst, zum Beispiel ein buntes Spielzeug über dem Kopf, nimmst Du Deinem Baby die Chance, diese Fähigkeit der Selbstbeschäftigung zu erfahren und zu entwickeln. Denn der Unterschied zwischen sich selbst beschäftigen und beschäftigt werden ist der Grad an kognitiver Aktivität, der dafür nötig ist. Ein Baby beschäftigen bedeutet daher gleichzeitig mehr Passivität für das Baby. Das kann in manchen Situationen nötig und entspannend sein — aber eben nur in Maßen. Wir möchten auch nicht den ganzen Tag aktiv sein, sondern auch mal auf der Couch liegen und Musik hören.

Die permanente Beschäftigung durch andere Menschen — die, übertrieben ausgedrückt, ständig um das Baby herumspringen und ihm Dinge unter die Nase halten — wirkt sich außerdem negativ auf eine essentielle Entwicklung im Kind aus: Fantasie und Kreativität. Diese Eigenschaften, die letztlich zu anderen Grundwerten wie Offenheit, Toleranz, Mitgefühl und Freiheitsliebe führen, werden in unserer Welt, auch und vor allem im späteren Berufsleben, von enormer Bedeutung sein.

Was passiert, wenn ein Baby ständig bespaßt wird

Tendenziell führt eine Dauer-Bespaßung dazu, dass ein Baby nicht lernt, sich selbst zu beschäftigen und sich später als Kind schneller langweilt und schlechter konzentrieren kann. Dasselbe gilt für die Frequenz der Beschäftigung. Wenn wir unseren Kindern im Minutentakt etwas Neues zeigen, in die Hand drücken oder beibringen wollen, hat das wachsende Gehirn keine Zeit, sich das Gesehene zu merken, in bestehendes Wissen zu integrieren und entsprechende Synapsen zu bilden. Babys brauchen Zeit und Wiederholungen.

Um Deinem Baby diese Zeit zu geben und seine Aufmerksamkeit nicht künstlich auf etwas zu lenken, solltest Du versuchen, ihm nach Möglichkeit nichts in die Hand zu drücken oder vor ihm herumzuwedeln, sondern einige wenige Gegenstände einfach in Reichweite legen. Womit und wie lange es sich beschäftigt, kann sich Dein Baby dann selbst aussuchen. So wird es nicht alle paar Minuten mit etwas Neuem konfrontiert, sondern lernt, sich lange und ausgiebig mit einer Sache zu befassen.

das erste jahr mit baby
Wenige Spielzeuge in seiner Reichweite helfen dem Baby, sich selbst zu beschäftigen

Babys brauchen Aufmerksamkeit, keine Alleinunterhalter

Wenn Dein Baby wirklich unzufrieden ist, wird es sich melden. Zuerst etwas verhaltener und indem es unruhig wird. Das kann dann ebenso bedeuten, dass es Hunger hat, dass es ausscheiden muss, oder dass es Zuwendung von Dir braucht. Und natürlich kann es auch bedeuten, dass es auf der Suche nach neuen Sinneserfahrungen ist. Denn natürlich lautet der Umkehrschluss nicht, dass ein Baby keine Aufmerksamkeit braucht! Im Gegenteil: Nicht nur die Kleinsten, sondern Kinder in jedem Alter brauchen Zuwendung von Bezugspersonen, in der Regel vor allem von Mutter und Vater. Die Kunst ist es, die Balance zu finden zwischen sinnvoller Babybeschäftigung und Zeiten, in denen das Baby lernt, sich selbst zu unterhalten.

Das richtige Spielzeug für Babys

Minimalismus im Kinderzimmer

Die Läden und Online-Shops sind voll mit Spielzeug für Babys. Von der schlichten Rassel aus unbehandeltem Holz bis zum singenden, blinkenden Winnie-Puh-Karussell ist alles dabei. Doch die meisten Eltern, so die Meinung erfahrener Pädagogen, kaufen zu viel Spielzeug für ihre Kinder. Anstatt unseren Kindern alles zu kaufen, was wir schön finden oder was sie sich wünschen, sollten wir lieber weniger, dafür qualitativ hochwertiges und pädagogisch sinnvolles Spielzeug kaufen, das Raum für Kreativität und Fantasie lässt. Was pädagogisch sinnvoll ist, hängt vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes ab.

Als Faustregel könnte man sagen: Wenn ein Baby sich ausgiebig und aktiv damit beschäftigt, dann ist es passend. Diese Regel gilt allerdings nicht für Spielzeug, das das Kind in eine Passivität abgleiten lässt.

EverEarth Klappereule
Kauf Deinem Kind lieber wenige, und dafür sinnvolle Spielsachen

Im Bereich Baby beschäftigen gilt also: Weniger ist mehr, denn es hilft dem Kind, auf das Wesentliche fokussiert zu bleiben. Dieses Prinzip kennen wir als Erwachsene auch noch: Wenn wir umringt sind von interessanten, reizvollen Dingen, fällt es enorm schwer, ein einziges davon auszuwählen und dabei zu bleiben. Stell Dir vor, Du bist ein absoluter Bücherwurm und in der größten Buchhandlung der Welt. Wie würdest Du Dich orientieren? Hättest Du nicht das Gefühl, kein Buch in der Hand wäre gut genug, weil im nächsten Regal vielleicht noch aufregendere warten?

Förderung durch Lernspielzeuge und Medien

“Aber wie soll ich mein Baby denn dann fördern?” mag jetzt vielleicht jemand einwerfen. Aus dieser Motivation heraus werden häufig sogenannte Lernspielzeuge gekauft, die blinken und Musik spielen oder sich sogar bewegen dabei. Von solchen Spielzeugen halten Experten wenig, denn anstatt wichtige Fähigkeiten beim Kind zu fördern, hemmen sie vor allem die Kreativität und den Spieltrieb der Kinder. Demnach müssen Eltern gesunde Kinder nicht durch gezielte Aktivitäten, Spielzeuge oder Kurse fördern. Kinder lernen von ganz alleine, indem sie spielen. Kinder erfahren die Welt durch ihre Neugier und ihr Spiel, durch das sie die Zusammenhänge ihrer Umwelt begreifen lernen.

Wenn sie nun statt aktiv zu spielen viel passive Zeit mit blinkenden Lernspielzeugen oder Medien wie TV oder Smartphone verbringen, benachteiligt sie das in ihrer Entwicklung. Denn in dieser Zeit spielen sie nicht aktiv und lernen viel weniger.

Natürlich können andererseits gerade diese bunten, blinkenden Spielsachen durchaus Vorteile haben, wenn man sie nur ab und zu gezielt hervorholt oder das Kind sie z.B. nur beim Kinderarzt im Wartezimmer oder in der Krabbelgruppe bekommt. Wenn die Alternative keine Momente der Selbstbeschäftigung, sondern Weinen, Schreien und Unbehagen sind, kann man solche Spielzeuge ruhig einmal hervorholen. Denn ein Baby, das brüllt und verzweifelt ist, lernt sicherlich noch weniger und strapaziert zudem die Nerven der Eltern.

Essen und Spielen

Auch Essen bedeutet für Babys und Kleinkinder übrigens Spielen und damit Lernen. “Mit Essen spielt man nicht!” ist leider eine Binsenweisheit ohne wahren Kern. Bei der Nahrungsaufnahme gibt es so viel zu entdecken! Verschiedene Geschmäcker, Gerüche, Konsistenzen und Farben. Sobald Kinder selbst essen dürfen, können sie auch mit den eigenen Händen erfahren, welche Formen und Beschaffenheiten verschiedene Lebensmittel haben. Außerdem wird die Hand-Mund-Koordination und die Feinmotorik geschult. All diese Erfahrungen kannst Du Deinem Baby übrigens von Anfang an ermöglichen mit dem Konzept des Baby Led Weaning.

Dem Kind beim Füttern etwas Interessantes auf dem Handy zu zeigen, ihm blinkendes Spielzeug in die Hand zu drücken oder das Propellerflugzeug zu imitieren, damit es  sich den Löffel einfacher in den Mund stecken lässt, erscheint zwar einfach — ist aber keine gute Idee. Denn damit versetzt Du Dein Kind in einen Zustand passiver Aufmerksamkeit, in dem sie von all den wertvollen Lernerfahrungen beim Essen nicht viel mitbekommen.

Übrigens, beim Sitzen im Hochstuhl erkunden Kinder häufig die Gesetze der Schwerkraft. Wenn Dein Baby Dinge auf den Boden fallen lässt und ihnen dabei neugierig zusieht, dann geschieht das nicht aus bösem Willen, sondern ist ein wichtiger Lernschritt. Hilf Deinem Kind, indem Du die Sache zumindest einige Male wieder aufhebst und nochmal hinunterwerfen lässt.

Langeweile bei Kindern ertragen

Das ist leichter gesagt, als getan. Wie kannst Du lernen, vorübergehende Unzufriedenheit oder Langeweile und das damit verbundene Meckern Deines Babys zu ertragen?

Unzufriedene Babys

Wer heute ein Kind großzieht, handelt in der Regel viel bewusster und behutsamer als noch vor wenigen Generationen. Während in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Meinung verbreitet war, dass man Babys möglichst früh “abhärten” müsse und Schreien die Lungen stärke, versuchen heute viele Eltern, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen. Doch bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet nicht, dass ein Baby nie unzufrieden sein oder einen Ton von sich geben darf. Bindungsorientierung bedeutet lediglich, dass wir weder Babys noch Kinder mit ihren Bedürfnissen und Emotionen alleine lassen.

Trotzdem entsteht bei jungen Eltern manchmal ein Gefühl von Unbehagen, wenn Babys ihren Unmut äußern. Das muss nicht sein. Deine Aufgabe ist es auch, kleinere Unzufriedenheiten der Kleinen vorübergehend zu ertragen. Denn auch diese Gefühle müssen sie kennen und damit umgehen lernen. Die Entwicklung der Frustrationstoleranz ist eine wichtige Fähigkeit für alle späteren Lebensbereiche.

Wenn es Dir schwerfällt, das auszuhalten, hilft Dir vielleicht der Kontakt zu anderen Müttern, die das ganz selbstverständlich tun. Auch Babykurse wie Pekip, FenKid oder ganz einfach Krabbelgruppen haben oft erfahrene Kursleiter, die Dich auf diesem Weg begleiten können. Denn sobald ein Baby den Kopf selbst halten und nach Dingen greifen kann, kannst Du es auch einfach mal “machen lassen”. Du musst nicht ständig intervenieren, wenn es beispielsweise nicht allein an ein Spielzeug herankommt. Dann wirst Du die Erfahrung machen, dass Dein Baby häufiger in der Lage ist, kleinere “Probleme” selbständig zu lösen, als Du dachtest. Und Du kannst Dein Baby bei seinen ersten Erfolgserlebnissen beobachten.

“Mama, mir ist langweilig!” – (Vor)Schulkinder

Ein Konzept von “Langeweile” haben weder Babys noch Kleinkinder. Sie erlernen es erst im Laufe des Spracherwerbs. Kinder im Vorschulalter entdecken irgendwann die Langeweile. Sie lernen das Wort und verstehen, dass Eltern oft eine Beschäftigung anbieten, wenn sie sich beklagen. “Mir ist langweilig!” kannst Du als Mutter aber getrost ignorieren. Denn auch für Kinder, die aus dem Kleinkindalter herausgewachsen sind, gilt dasselbe Prinzip: Nur aus eigenem Antrieb entsteht echte Konzentration und echter Lernerfolg.

Manchmal ist es eben auch die Aufgabe von Eltern, das Nörgeln und Beschwerden ihrer Kinder auszuhalten und zu ertragen. Du musst Dein Kind nicht ständig mit neuen Aufgaben und Beschäftigungsideen zu konfrontieren. Manchmal kann es auch schon ausreichen, bereits bekannte Beschäftigungsideen mit viel Potential für Variation und Kreativität anzubieten: Malen, Basteln oder Schreiben.

Wenn ältere Kinder mit Langeweile ankommen, muss das im Übrigen nicht immer bedeuten, dass ein Kind sich langweilt. Das kann auch einfach ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Nähe zu einer Bezugsperson sein. Natürlich spricht absolut nichts dagegen, sich deshalb zwischendurch auch einmal intensiv und ausgiebig mit den eigenen Kindern zu beschäftigen – dann, wenn es für alle Beteiligten passt und sich nicht erzwungen anfühlt.

Der Langeweile-Ruf eines Kindes kann aber natürlich auch tatsächlich bedeuten, dass es unterfordert ist und neuen Input zur Entwicklung braucht. Zielführend ist es also nicht, Kinder dauerhaft der Langeweile auszusetzen. Sondern eine gute Balance zu finden zwischen gemeinsamen Aktivitäten, neuen Beschäftigungsmöglichkeiten — und eben auch passiven Phasen.

Baby beschäftigen: Warum alleine spielen so wichtig ist #baby #entwicklung #spielen

Ein Kommentar zu Baby beschäftigen: Warum alleine spielen so wichtig ist

  1. Danke für den tollen Artikel, Hanna! Vor allem das zuwerfen mit Spielsachen finde ich auch problematisch. Dabei ist irgendwie doch jedem bewusst, dass grade die kleinsten noch lieber “mit dem Karton, statt dem Inhalt” spielen.

    Die Kreativität und das Vorstellungsvermögen spielerisch auch aus weniger – mehr zu machen wird viel zu oft vernachlässigt oder unterschätzt. Das hast Du hier echt super dargestellt.

    Vielleicht fehlt auch einfach manchmal den Eltern der Zugang zu Phantasiewelt. LG Annika

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