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Fantasiespiele: Wie meine Tochter sich selbst ein Spielzeug ausdachte


Meine Kleine hat eine tolle Spielzeugsammlung. Puzzles, Puppenhaus, Spielzeugküche, Bobbycar, Kissenhöhle, Lego, Tip Toi und vieles mehr. Ein wahres Spieleparadies in ihrem Kinderzimmer. Der Haken an der Sache: Ziemlich oft interessiert es sie nicht die Bohne. Sie lässt das Spielzeug einfach links liegen. Doch es gibt interessante und erfüllende Alternativen: Fantasiespiele zum Beispiel Wie mein Kind sich das erste Mal etwas ausdachte, könnt Ihr hier nachlesen:

Eine besondere Idee zum Spielen

An manchen Nachmittagen ist es zu „komischen“ Situationen gekommen. Meine Kleine streifte durch die Wohnung, auf der Suche nach einem Spielzeug oder nach etwas, womit sie sich beschäftigen konnte. Manchmal war die Verzweiflung so groß, dass sie wahllos Dinge aus Regalen zog und fallen ließ. Oder auf andere dumme Gedanken kam. Ich dachte mir dann immer: Sie findet schon was zum Spielen. Das tat sie dann tatsächlich auch. Einmal auf eine überraschende Art und Weise, die so nicht absehbar war.

Urplötzlich hatte meine Kleine eine Idee: Sie schnappte sich einen Karton, der von irgendeiner Bestellung übrig war. Sie fing an, runde Bauklötze links und rechts davon zu platzieren. „Mein Auto braucht Räder!“, rief sie freudig aus. Alle existenten Spielzeugautos, egal, ob groß oder klein, waren vergessen. Auch ihr anderes Spielzeug interessierte sie überhaupt nicht mehr. Nur dieses eine, besondere Auto aus ihrer Vorstellung zählte während ihrer Fantasiespiele.

Das 'So-tun-als-ob'-Spiel
Beim „So-tun-als-ob-Spiel“ nutzen kleine Kinder Gegenstände und verleihen ihnen kurzerhand eine andere Funktion. Dadurch setzen sie sich mit Beobachtungen und Rollen aus dem Alltag auseinander. Oft ahmen sie ihre Eltern nach. Kleinkinder spielen dabei zunächst noch allein.

Das Fantasie-Spielzeugauto

Sie ging los und holte einen Rasselstab. Das war der Kotflügel. Wie könnte es anders sein? Eine Mini-Ukulele, die sie flugs hervorholte, fungierte als Lenkrad. Immer mehr Autoteile mussten beschafft und angebracht werden. Mit allen Spielgegenständen, Bauklötzen und anderen Gegenständen, die sie kannte und tragen konnte.

Sie holte etwas, flitzte wieder zum Spielzeugauto, beschrieb wortreich, was es denn darstellen soll und legte es an den ihrer Meinung nach richtigen Platz. Sogleich machte sie sich wieder auf den Weg mit dem Hinweis: „Noch mehr Teile holen!“ Dann wurde wieder größte Sorgfalt für die richtige Stelle am Auto an den Tag gelegt.

Der Papa ging natürlich darauf ein. Ich fragte sie jedes Mal, was denn noch fehle und was sie dafür nehmen möchte. „Hm, jaaa, was brauchen wir denn noch?“, fragte sie dann. Nach genauer Begutachtung der möglichen Gegenstände, holte sie wieder ein „Autoteil“ und brachte es am Fantasieauto an. Das ganze Spiel dauerte so fast zwei Stunden.

Papa spielt natürlich mit

Ich war ziemlich begeistert. Darüber, dass meine Kleine einfach aus dem Nichts heraus ihre Fantasie hat aufleben lassen und sich selbstständig ein Spiel ausgedacht hatte. Ganz ohne motivierende Worte von Mama oder Papa. Das Tolle ist, dass meine Kleine diese Art, sich ein Spiel auszudenken, anschließend noch öfters zeigte. Sie tauchte immer häufiger in Rollenspiele ein.

Natürlich gab es auch Tage, an denen sie sich nicht zwischen den Spielzeugen entscheiden konnte. Alle waren dann irgendwie langweilig oder doof. Aber es gab auch Tage, an denen sie sich einfach etwas ausdachte. Und damit dann begeistert und ausdauernd spielte.

Fantasiespiele: Eine schöne Art zu spielen

Meiner Meinung nach ist das die schönste Art zu spielen. Wenn die Kinder sich selbst etwas ausdenken. Ich hatte nämlich den Eindruck, dass meine kleine Tochter es spannend und aufregend fand, sich selbst ein eigenes Auto auszudenken und anschließend„zusammenzubauen“. Auch wegen der Tatsache, dass sie ganz von alleine darauf gekommen war.

Am schönsten wäre es gewesen, wenn sie dann auch für sich allein gespielt hätte. Doch so wie es war, hat es wunderbar funktioniert. Sie war begeistert und fokussiert bei der Sache und teilte ihre Pläne mit dem Papa Und dann bezog sie mich mit ein und machte sich gemeinsam mit mir auf die Suche nach neuen, passenden Teilen. Da habe ich mich sehr gern beteiligt und gefragt: „Und wo bringen wir dieses Teil jetzt an?“

Fantasiespiele machen gute Laune

Vielleicht ist es eine falsche Beobachtung, aber ich bilde mir ein, dass mein kleiner Wirbelwind nach einer solchen Spieleinheit ausgeglichener war. Sie war weniger weinerlich, ließ sich einfacher umziehen und war auch müder als sonst. Vielleicht ist hier der Wunsch der Vater des Gedanken. Und vielleicht täuscht mich meine Erinnerung ein wenig. Aber der Eindruck, dass diese Fantasiespiele mit Erfindungen ihr gute Laune verschaffte, hat sich mir eingeprägt. Und diese Erinnerung behalte ich sehr gern.

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