Morgen ist der errechnete Geburtstermin! Kommt das Baby pünktlich?


17. November 2014

In der Nacht von Freitag auf Samstag wachte meine große Tochter kurz auf und sagte: „Heute kommt das Baby.“ Sie schlief kurz darauf seelenruhig weiter und ich dachte: „Oh Gott! Was, wenn sie Recht hat?“

Glücklicherweise stimmte ihre Prophezeiung nicht.  Aber sie versetzte mir einen kleinen Adrenalinstoß, weil ich noch nicht alles 100-prozentig für die Ankunft unseres Babys vorbereitet hatte. Das holte ich fix am Samstag nach – ich sortierte beispielsweise alles, was wir für unsere Hausgeburt brauchen übersichtlich in zwei Kisten und kontrollierte dabei, ob wirklich alles da ist.

Außerdem ging ich noch einmal zum Friseur (wer weiß, wann ich das nächste Mal Zeit dafür finde) und ich schlief am Nachmittag zwei Stunden, während Thomas mit unserem Mädchen ihre Omi besuchte. Ein herrlich entspannter und beruhigender Tag. So beruhigend, dass sich der Knabe entschied noch ein Weilchen in mir zu verweilen.

Heute ist Montag und ich muss die ganze Zeit an den 23.06.2011 denken, der Tag vor der Geburt unseres Mädchens. Damals spürte ich bereits am Vormittag wie sich die Art der Wehen veränderte und regelmäßiger wurde. Am Nachmittag löste sich der Schleimpropf und als am Abend nach dem Duschen die Wehen noch intensiver wurden und die Abstände kürzer, wusste ich, jetzt ist es soweit.

Heute jedoch ist alles noch recht ruhig. Die intensiven Übungswehen der letzten Tage haben sich beruhigt. Ich merke zwar, dass der Bub noch tiefer ins Becken gerutscht ist – der Druck auf den Muttermund und das Schambein sind teils so intensiv, dass mir das Laufen schwer fällt. Aber vom Gefühl her weist für mich nichts auf einen baldigen Geburtsstart hin.

Das habe nichts zu heißen, erklärten mir befreundete Mütter und schilderten mir anschließend wie fix es plötzlich bei ihnen ging. Und das obwohl sie dachten, es würde noch ewig dauern. Diese wilden Geschichten von Blasensprüngen und Sturzgeburten halten mich jetzt natürlich in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig versuche ich die Tage so gelassen wie möglich anzugehen.

An den Vormittagen arbeite ich noch ein bisschen vor mich hin und die Nachmittage sind für unser Mädchen reserviert. Ich darf nur nicht allzu intensiv darüber nachdenken, dass unsere gemeinsamen Stunden zu zweit gezählt sind. Denn jedes Mal, wenn mir dieser Gedanke durch den Kopf jagt, schießen Tränchen in meine Augen. Ich bin ein furchtbar hormongetränktes Huhn…

Morgen früh steht noch ein letzter Massagetermin bei meiner Hebamme an und ich fände es grandios, wenn ich den noch mitnehmen könnte. Mich noch einmal richtig durchkneten lassen, bevor die Geburtsreise beginnt. Naja und Mittwoch müsste ich zum CTG in die Frauenarztpraxis, wenn der Bub bis dahin seinen Unterschlupf noch nicht geräumt hat.

Das wird eine sehr seltsame und vor allem unplanbare Woche. Quasi ein Hangeln von einer Stunde zur nächsten und ein Schauen, wie lange es so noch weitergeht. Im Grunde nicht so richtig was für mich, weil ich eigentlich gerne am Morgen weiß, was am Nachmittag passiert. Aber irgendwie genieße ich diese unklare Stimmung, schließlich handelt es sich ja um eine einmalige Überraschung: Ein ganz besonderes Date mit einem ganz besonderen Menschen J

Jetzt achte ich nur extrem darauf mein Handy in die Tasche zu stecken. Normalerweise beachte ich es kaum und so passiert es gelegentlich, dass es tagelang ungeladen an einem mir unbekannten Ort herum liegt. Und ich versuche meinen Bewegungsradius etwas einzuschränken, damit Thomas mich schnell retten kann, falls die Fruchtblase unangenehmerweise doch unterwegs platzt oder so…

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