Die Wahl einer Babymatratze scheint auf den ersten Blick ein großes Rätsel. Die Hersteller überbieten sich geradezu mit Produktdetails und werben mit Klimakanälen, Sicherheitskanten, Noppenprofilen sowie Baby- und Kleinkindseiten. Was verbirgt sich dahinter? Und welche Materialien gibt es bei Babymatratzen eigentlich?

Die Matratze ist für einen erholsamen Schlaf ein entscheidender Faktor. Das gilt nicht nur für uns Erwachsene, sondern auch für unsere lieben Kleinen. Und das sogar in besonderem Maße: Schließlich schlafen Babys und Kleinkinder zwischen 9 und 13 Stunden am Tag. Neugeborene sogar bis zu 16 Stunden.Kind auf Babymatratze

Hersteller wie Julius Zöllner, Alvi, Träumeland oder Babybay bieten hochwertige, schadstoffgeprüfte Matratzen in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen an. Wir zeigen Dir die Unterschiede.

Babymatratze: schnelle Entscheidungshilfe

  1. Die Matratze muss optimal ins Bett passen. Ein Spalt bedeutet eine ständige Verletzungsgefahr. Die Größe Deines Babybettes (entweder 70 x 140 cm oder 60 x 120 cm) bestimmt die Matratzengröße.
  2. Um Hitzestau zu verhindern, achte auf eine atmungsaktive Matratze (z.B. auf eingearbeitete Klimakanäle) bzw. einen atmungsaktiven Bezug.
  3. Kaltschaummatratzen sind luftdurchlässiger als Standardschaum-Matratzen.
  4. Ein abnehmbarer Bezug erleichtert die Matratzen-Pflege. Ein zusätzlich integrierter Nässeschutz nimmt Feuchtigkeit auf und sorgt für idealen Temperaturausgleich.

Detaillierte Informationen über die einzelnen Punkte findest Du im Folgenden.

Babymatratze: Welche ist die richtige?

Damit Du entscheiden kannst, welche Matratze die richtige für Dein Kind ist, ist es hilfreich, die verschiedenen Ausstattungsmerkmale zu kennen. Unterschiede gibt es zudem beim Material. Wir listen Dir die wichtigen Punkte auf.

Größe und Höhe: Matratzen fürs Babybett gibt es in den beiden Größen 70 x 140 cm (Standard) und 60 x 120 cm. Diese Unterschiede beziehen sich auf die Größe Deines Kinderbettes – nicht auf die Größe Deines Kindes. Die Höhe einer Babymatratze variiert in der Regel zwischen 7 und 13 cm. Je höher die Matratze ist, desto hochwertiger ist sie – denn umso höher ist auch der Liegekomfort für Deinen kleinen Schatz. Das Gute dabei: Matratzen, die höher sind, sind nicht zwingend teurer. Empfehlenswert ist eine Höhe um die 10 cm.

Härte: Viele Eltern sind unsicher, welche Härte eine Babymatratze haben sollte. Während die einen empfehlen, eine Babymatratze müsse hart sein, behaupten andere das Gegenteil. Aber was ist hart? Unsere Lieferanten orientieren sich bei der Produktion an den Größen- bzw. Gewichtstabellen der Kinderärzte, die in Deinem Untersuchungsheft ganz hinten zu finden sind. In diese sogenannten Perzentilenkurven (Perzentile: lat.: „Hundertstelwerte“) trägt Dein Arzt bei jeder Untersuchung mittels Kreuzchen die Größe und das Gewicht Deines Kindes ein. Wenn die Kreuzchen innerhalb der Linien liegen, ist alles im Normbereich. Dieser Normbereich selbst hat eine große Spanne. Die von uns angebotenen Matratzen haben den richtigen Härtegrad, sofern Dein Kind in Größe und Gewicht in diesem Bereich liegt.

Punktelastizität: Im Zusammenhang mit der Härte ist auch immer wieder die Rede von der Punktelastizität von Babybettmatratzen. Sie gewähreistet eine optimale Stützung. Denn ein punktelastischer Kern lässt die entsprechenden Körperregionen so einsinken, dass die Wirbelsäule gerade liegt. In der Regel bieten alle Markenmatratzen diesen ergonomischen Liegekomfort. Du findest diese Angabe bei dem jeweiligen Produkt in den technischen Details.

Babyseite/Kleinkindseite: Einige Babymatratzen sind mit einer Seite für Babys und einer Seite für Kleinkinder ausgestattet. Diese sind laut den Herstellern dem entsprechenden Gewicht für Babys bzw. Kleinkinder angepasst: eine weichere Seite für Babys, eine festere für Kleinkinder. Messungen haben allerdings gezeigt, dass Babys und Kleinkinder in der Regel nicht besser oder schlechter auf der einen oder anderen Seite liegen. Denn wenn Dein Kind wächst, verteilt sich das Gewicht durch die zunehmende Körperlänge im Liegen einfach auf eine größere Fläche. Es ist daher eine persönliche Geschmacksfrage, ob Du Dich für diese Funktion entscheidest.

Noppenprofil und trittfeste Kante im Detail

Noppen-/Wellenprofile: Noppen- bzw. Wellenprofile optimieren die Belüftung der Matratzenoberfläche und sorgen für ein gutes Schlafklima.

Klimakanäle: Eingebaute Klimakanäle sind empfehlenswert. Sie sorgen für eine gute Durchlüftung der Babymatratze und verhindern Wärmestau. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Richtung sie verlaufen. Allerdings wird die Belüftung intensiver, wenn die Klimakanäle sowohl horizontal als auch vertikal angebracht sind.

Zusätzliche Belüftungsschicht: Durch eine gitternetz- bzw. wabenartige Schicht im oberen Teil des Matratzenkerns (auch 3D-Abstandsgewirke genannt) kann die Luft ungehindert zirkulieren. Dadurch wird Feuchtigkeit rasch abtransportiert. Einige Hersteller bieten solch ein separat Gitternetz-Gewebe auch als Matratzenauflage an. Dies ist vor allem dann interessant, wenn Du z.B. eine Standardschaum-Matratze hast, da in dieses Material keine Belüftungssysteme integriert werden (siehe dazu der folgende Abschnitt über das Material von Babymatratzen).

Je mehr, je besser: Matratzen, die sowohl Noppenprofile als auch Klimakanäle bzw. eine zusätzliche Belüftungsschicht mitbringen, sind durch die großzügige und umfassende Belüftung am hochwertigsten.

Luftkanäle und Belüftungsschicht im Detail

Welches Material soll meine Babymatratze haben?

Bei Babymatratzen hast Du die Wahl zwischen vier Materialgruppen, die auch in Kombinationen auftreten:

  • Babygerechter Standardschaum (Softschaum, PU)
  • Kaltschaum
  • Koskosfaser
  • Federkern

Hinweis für Allergiker: Eine verbreitete Allergie ist die gegen Hausstaubmilben – genauer: gegen deren Kot. Milben setzen sich bevorzugt in Naturfasern ab. Bei Allergien solltest Du deshalb auf Matratzen mit Kokos-, Rosshaar-, Wolle- oder Kamelhaar-Anteilen verzichten. Achte zudem auf einen abnehmbaren Bezug, der bei 60 °C gewaschen werden kann. Besonders zu empfehlen sind antibakterielle Bezüge.

Babygerechter Standardschaum/Markenschaum (Softschaum, PU): Matratzen aus babygerechtem Standardschaum bzw. Markenschaum sind formbeständig und gewährleisten durch punktelastische Liegeeigenschaften die richtige Körperlagerung. Außerdem eignen sie sich sehr gut für Allergiker.

Kaltschaum: Kaltschaummatratzen sind hochwertiger als Matratzen aus Standard- bzw. Markenschaum. Das Material ist offenporig, dadurch luftdurchlässiger und leichter als andere Schaumstoffe. Zusätzlich bieten Kaltschaummatratzen durch integrierte Belüftungssysteme wie z.B. Klimakanäle eine optimale Luftzirkulation. Die lange Lebensdauer zeichnet sie ebenso aus wie ein hoher Liegekomfort durch punktelastische Eigenschaften und einen guten Kälteschutz nach unten. Zudem ist Kaltschaum strapazierfähig und sehr gut für Allergiker geeignet.

Babymatratze mit Kind

Kokosverbund: Koskosverbundmatratzen kommen aus dem Bereich der Naturmatratzen. Die Fasern aus der Kokospalme wirken auf natürliche Weise temperaturregulierend und sorgen für ein trockenes, angenehmes Schlafklima. Das Material ist zudem sehr hygienisch. Es gibt Kokosverbundmatratzen z.B. mit einer natürlichen Baumwollvlies-Ummantelung oder auch mit latexiertem Naturkokos und einem elastischen Schaumkern. Beide Varianten bieten eine stützende Elastizität durch ideale Druckverteilung.

Federkern: Das Innere von Federkern-Matratzen besteht aus einem Gerüst metallischer Spiralfedern, die von einer Polsterung (z.B. Kaltschaum) umhüllt werden. Sie geben bei Belastung nach und springen bei Entlastung wieder in die ursprüngliche Form zurück. Dadurch wird der Körper an den Aufliegestellen gleichmäßig abgestützt. Diese gute Punktelastizität sorgt für angenehmen Liegekomfort. Bei hochwertigen Federkernmatratzen sind die Spiralfedern einzeln in Gewebetaschen eingesetzt. Diese sogenannten Taschenfederkernmatratzen bieten eine deutlich höhere Punktelastizität als die etwas günstigeren Bonell-Federkernmatratzen. Durch den konstruktionsbedingten Hohlraum sind diese Matratzen hervorragend belüftet. Darüber hinaus sind sie besonders robust und langlebig. Nachteil: Die Matratze hat ein hohes Eigengewicht. Das kann die Handhabung beim Beziehen und beim Transport erschweren.

Matratzenbezug: Welche Unterschiede gibt es?

Der Bezug ist ein wichtiger Bestandteil Deiner Babybettmatratze. Denn hier liegt Dein Kind direkt auf. Das Verwirrende: Bei den Bezügen haben die Hersteller unterschiedliche Benennungen. Von “fresh & dry” (Julius Zöllner) über “medicott & dry” (Alvi) bis zu “sleep fresh dry & clean” (Träumeland). In dem jeweiligen Produkt in unserem Shop zeigen wir auf, was der Bezug der Matratze mitbringt. Wichtig für Dich zu wissen: Das Hauptkritierium bei der Auswahl ist auf jeden Fall die Atmungsaktivität.

Abnehmbar: Hochwertige Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug, den Du bequem waschen kannst. Ideal ist es, wenn er 60 °C verträgt. Ab dieser Temperatur haben Bakterien keine Überlebenschance. Er sollte zudem trocknergeeignet sein, damit er schnell wieder einsatzbereit ist. In den technischen Details des jeweiligen Produktes erfährst Du unter den Pflegehinweisen die nötigen Angaben.

Teilbarer Bezug: Hier sind beide Liegeflächen des Bezugs mit einem Reißverschluss verbunden und separat waschbar. Du ziehst einfach den einen Teil ab, wäschst und trocknest ihn. In dieser Zeit nimmst Du die verbleibende Seite nach oben. So müssen Du und Dein kleiner Schatz nicht auf einen Bezug verzichten. Nach der Wäsche führst Du die beiden Teile einfach wieder zusammen.

Atmungsaktivität/Nässeschutz/Funktionsbezüge: Funktionsbezüge sind außerordentlich atmungsaktiv. Sie schützen den Matratzenkern, indem sie Nässe und Feuchtigkeit aufnehmen und unter der ersten Schicht großflächig verteilen. Dadurch kann alles schnell verdunsten. Es gibt Funktionsbezüge aus unterschiedlichen Materialien – mit und ohne Baumwollanteil. In hochwertigen Bezügen ist Lyocell (z.B. Tencel®) eingearbeitet. Manche Hersteller wie z.B. Julius Zöllner bieten Bezüge mit einem eingearbeiteten Ventilationsgewebe für eine nahezu 100%ige Luftdurchlässigkeit an.

Antibakertiell: Antibakterielle Bezüge wirken abweisend gegen Schimmelpilze, Bakterien und Hausstaubmilben. Zugleich wird Feuchtigkeit abgehalten, was die Einnistung von Milben verhindert.

Allergikergeeignet: Du solltest den Bezug abnehmen und bei 60 °C waschen können.

Wichtig zu wissen

  • Wie Du Deine Babymatratze ideal schützen und pflegen kannst, erfährst Du hier in unserem Magazin.
  • Nutze aus Sicherheitsgründen keine Kissen und setze Deinem Kind beim Schlafen keine Mütze auf.
  • Bitte auch keine großen Kuscheltiere und kein Schaffell im Bett verwenden.
  • Nutze bitte für Dein Kind keine Decke, sondern einen Schlafsack. Der Grund: Dein Baby könnte sich eine Decke nachts über den Kopf bzw. vors Gesicht ziehen. Unsere Auswahl an Schlafsäcken gibt es hier im Shop.
  • Lege Dein Baby immer auf den Rücken und nicht auf den Bauch!
  • Lege Dir einen Vorrat von mehreren Spannbetttüchern zu. Das ist unser Sortiment an Spannbetttüchern.
  • Die ideale Schlaftemperatur für Dein Baby liegt zwischen 16 und 18 °C. Kleiner Tipp: Viele Babyphone überwachen die Raumtemperatur und zeigen Dir die Gradzahl an, die aktuell in der Schlafumgebung Deines Babys herrscht. Sieh‘ Dir hier unsere Babyphones an.
  • Unsere Gastautorin, die bekannte Bloggerin Filiz, hat die Babymatratze “Air Allround” von Julius Zöllner getestet. Lese ihren Testbericht.