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Babytragen und Tragetücher: So trägst Du Dein Baby richtig


Nimmt man ein Neugeborenes hoch, zieht es die Beine an und winkelt dabei die Oberschenkel leicht ab. „Anhock-Spreiz-Haltung“ ist der Fachbegriff dafür. Diese Haltung ist angeboren und hat ihren Ursprung in der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Unsere Vorfahren mussten mobil sein, um Nahrung zu sammeln. Für den Nachwuchs dieser Nomaden war es nahezu überlebenswichtig, getragen zu werden. Wer auf dem Boden lag, war in Gefahr, denn Feinde lauerten überall. Inzwischen ist diese Gefahr weitgehend gebannt, doch Reflexe, die für mehrere Zehntausende Jahre ihren Sinn hatten, verschwinden nur langsam. Auch die Babys von heute sind noch angeborene Traglinge und eigentlich nicht für den Kinderwagen „gemacht“. Abgesehen davon, dass die meisten Babys in einer Trage sehr zufrieden sind, hat das Tragen viele weitere Vorteile. Zum Teil medizinisch, zum Teil ganz einfach praktisch. Hier erfahrt Ihr, welche das sind:

Tragen unterstützt die Entwicklung der Hüfte

Die Hüfte eines Neugeborenen ist noch unreif. Das Hüftgelenk erhält seine eigentliche Form zwar schon im Mutterleib, aber es reift erst vollständig nach der Geburt, da sich die zunächst knorpelartige Masse, aus der das Hüftgelenk besteht, nach und nach in Knochenmasse umwandelt. Damit sich die Hüfte ideal entwickeln kann, sollte sie nach der Geburt so wenig wie möglich strapaziert werden. Das ist möglich, indem das Baby seine Beine so oft wie möglich anwinkelt und abspreizt.

Tragen sorgt für mehr Mobilität

Durch die Babytrage oder das Tragetuch habt Ihr unterwegs die Hände frei und seid mobiler. Treppensteigen und ein Stadtbummel sind einfacher ohne einen sperrigen Kinderwagen. Auch der kaputte Lift stellt mit einem Tragesystem kein Problem mehr dar.

Tragen heißt Geborgenheit

Ganz nah bei Mama: So kennen es die Babys aus dem Mutterleib. Körperwärme, sanfte Schaukelbewegungen und der Geruch der Mutter (oder auch des Vaters) wirken beruhigend. Getragene Babys fühlen sich sicher und sind deshalb oft zufriedener.

Was Ihr beim Kauf beachten solltet

Babytrage oder Tragetuch? Als erstes müsst Ihr Euch zwischen zwei Trageweisen entscheiden. Das Tragetuch ist sehr vielseitig verwendbar und kann in unterschiedlichen Tragepositionen genutzt werden. Es benötigt allerdings eine gute Einweisung im Rahmen einer Trageberatung. Beim Kauf einer Babytrage auf jeden Fall die Altersempfehlung beachten: Manche Babytragen sind erst ab dem dritten oder vierten Lebensmonat geeignet. Vorher ist ein zum Teil separat zu kaufender Neugeboreneneinsatz notwendig. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, ab welchem und bis zu welchem Alter Ihr die Trage benutzen wollt.

Unterstützt die Babytrage die Anhock-Spreiz-Stellung und stützt sie das Baby gut ab? Eine Trage sollte die richtige Sitzposition (Anhock-Spreiz-Stellung) unterstützen und den Kopf und den Rücken des Babys optimal abstützen. Gepolsterte Schultergurte und eine gute Gewichtsverteilung durch zusätzliche Gurte am Rücken sorgen dafür, dass das Tragen auch für Euch komfortabel und rückenschonend ist.

Maße, Material und Inhaltsstoffe? Ein Tragetuch sollte querelastisch gewebt und ausreichend lang sein. Im Handel werden viele unterschiedliche Längen angeboten aufgrund der vielen verschiedenen Tragetechniken und unterschiedlichen Körper- und Konfektionsgrößen der Träger. Achtet also darauf, die richtige Länge zu kaufen. Es gibt auch Babytragen aus Tragetuch-Stoff. Andere Tragen bestehen aus einem Material-Mix aus Schaumstoff und Außenmaterial. Dabei sollten keine Schadstoffe im Spiel sein. Hier könnt Ihr in aktuellen Tests überprüfen, wie die von Euch favorisierte Trage abschneidet.

Tragen will gelernt sein

Das richtige Tragen erfordert eine gute Beratung und Einweisung. Verwendet Ihr die Trage nicht richtig, kann das gesundheitliche Folgen für Euer Kind und Euch haben. Optimal ist es, vor dem Kauf eine Trageberaterin aufzusuchen. Sie hat verschiedene Tragemodelle zur Ansicht und zum Ausprobieren zu Hause, erklärt Bindetechniken und kann nützliche Tipps geben.

Bauchtrage, Hüfttrage, Rückentrage – Trageweisen im Überblick

In den meisten Fertigtragen könnt Ihr Eure Kinder in der Bauchtrageweise oder auf dem Rücken tragen. Auch die Hüfttrageweise ist teilweise möglich. In Tragetüchern sind alle drei Varianten möglich. Für die ganz Kleinen ist die Bauchtrageweise ideal. Dabei ist es ganz nah bei Euch und wird gleichmäßig gestützt. Richtig angelegt, mit der Wange am Oberkörper von Mama oder Papa bekommt Euer Baby immer genügend Luft. Sobald Euer Baby sein Köpfchen gut halten kann, also etwa ab dem 5. Lebensmonat könnt Ihr es auch auf der Hüfte oder auf dem Rücken tragen. Hier können die Kleinen mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen.

Das Tragen in Fronttrageweise wird von den meisten Fachleuten nicht empfohlen. Es sei so keine korrekte Anhock-Spreiz-Haltung möglich und das Kind werde zu vielen Reizen von Außen ausgesetzt. Trotzdem gibt es Tragen, die diese Trageweise zulassen. Aktuell beispielsweise der Ergobaby Carrier 360°. Der Hersteller betont, dass durch die richtige Polsterung die korrekte Haltung auch in der Fronttrageweise erreicht werde, empfiehlt allerdings kurze Tragezeiten.

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