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Dein Baby hasst die Trage? 5 GrĂĽnde – und was Du tun kannst


Viele Paare wünschen sich im Vorfeld, ihr Baby in der Babytrage (Fachleute sagen Tragehilfe) oder im Tragetuch zu tragen. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Vorstellung romantisch und die Realität immer wieder auch ein Stückweit ernüchternd. Es gibt nämlich durchaus Babys , deren Begeisterung beim Tragen sich (zunächst) in Grenzen hält. “Ich würde ja gerne, aber mein Baby mag die Trage nicht” – höre ich immer wieder von Neu-Mamas und -Papas.

Woran es liegen könnte, dass Dein Baby nicht gerne getragen wird und was Du versuchen kannst, um ihm die Abneigung gegen Tuch oder Babytrage zu nehmen, darüber möchte ich heute berichten.

1. Baby mag die Trage nicht – wegen der falschen Kleidung?

Ein ganz simpler Punkt, wenn Dein Baby die Trage nicht mag – und doch ist er nicht zu vernachlässigen.

Sowohl Du als auch Dein Baby sollten angemessen und bequem gekleidet sein. Als Faustregel gilt, dass das Tragetuch oder die Tragehilfe wie eine Schicht Kleidung zu werten ist. Das heißt, Dein Baby kann eine Schicht weniger tragen. Am bequemsten sind weiche, möglichst nahtarme Kleidungsstücke aus Naturfaser. Wenn Dein Baby Strumpfhosen anhat, sollten diese auf keinen Fall grenzwertig klein sein, da es durch die Anhock-Spreiz-Haltung beim Tragen unbequem in den Kniekehlen, an den Füßen oder auch oben am Bund werden kann. Alternativ kann ich Babystulpen oder Leg warmers empfehlen – die sind nicht nur süß, sondern für Babys auch mega bequem.

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Bei Deiner Kleidung solltest Du darauf achten, dass sich im Bereich von Dekolleté und Hals keine großen Knöpfe, Kordeln oder Reißverschlüsse befinden. Beim Baby sind gut sitzende Oberteile ohne Kapuzen, Kragen oder Knöpfe an Brust oder Rücken zu empfehlen.

2. Baby an die Trage gewöhnen: Der beste Zeitpunkt

Hierbei möchte ich unterscheiden zwischen dem generellen Zeitpunkt, wann Du (spätestens) mit dem Tragen beginnen solltest und dem besten Zeitpunkt/ den besten Bedingungen, unter denen Du Dein Baby an die Babytrage oder das Tragen im Tragetuch heranführen kannst.

Generell machen viele Jungeltern meiner Ansicht nach den “Fehler”, zu spät oder aus der falschen Intention heraus mit dem Tragen zu beginnen. Oftmals schläft ein Baby in den ersten zwei Lebenswochen noch relativ viel und auch danach gibt es Babys, die recht problemlos nahezu überall schlafen. Je agiler, fitter, wacher und aufmerksamer das Baby aber wird, umso weniger wird das der Fall sein. Bei manchen Kindern merkt man das mit 3 oder 4 Wochen schon deutlich, bei anderen erst nach 6-8 Wochen. Wenn das Baby dann plötzlich nicht mehr überall schläft, erinnern sich die Mütter an die Trage und wundern sich, dass das Baby nicht “Hurra” sondern Zeter und Mordio schreit ;-)

Lies hier mehr über den Schlafbedarf Deines Babys.

Beginne möglichst früh nach der Geburt mit dem Tragen

Mein Tipp wäre also, zu einem Zeitpunkt mit dem Tragen zu beginnen, wenn es noch gar keinen “Grund” dafür gibt. Also wenn Du weißt, Dein Baby würde sich auch einfach ablegen lassen und weiterschlafen, könntest Du es mit Tragetuch oder Babytrage einfach mal probieren. Dann macht Dein Baby nämlich die Erfahrung, dass es schön ist, so eingemuckelt bei Mama oder Papa zu sein. Im Bettchen, auf der Krabbeldecke oder der Wohnzimmercouch wäre es auch schön gewesen, aber Trage ist auch schön! Ist das Baby erst einmal 6 oder 8 Wochen alt und hat nie diese Erfahrung von Wohlgefühl gehabt, wird es das Tragen vielleicht erst einmal als “fremd” und somit tendenziell eher als blöd empfinden.

Also: Je früher Du mit dem Tragen beginnst, desto besser. Wenn Du nach der Geburt aufgrund von Schmerzen, Problemen mit dem Beckenboden oder auch nach Kaiserschnitt noch nicht fit genug zum Tragen bist, kann auch gerne der frisch gebackene Papa das übernehmen. Das stärkt zudem die Bindung der beiden ungemein und entlastet Dich.

Die beste Tageszeit für erste Trageversuche

Vom Tagesrhythmus her ist der beste Zeitpunkt einer, an dem das Baby recht entspannt, nicht hungrig und eher müde ist – die ersten Trageversuche sollten also idealerweise nicht in die abendliche Schreistunde Deines Babys oder in eine Clusterfeeding-Phase fallen! Wenn Du Dein Kind zu einem ungünstigen Zeitpunkt das erste Mal ins Tragetuch packst, entsteht natürlich der Eindruck, dass Dein Baby die Trage nicht mag.

Hat Dein Kind erst einmal die positive Erfahrung gemacht, dass Tragen etwas Schönes ist, kann die Trage der Retter in der Not sein und auch das schlecht gelaunteste Baby zu Einschlafen bringen. Solange Dein Baby das Tragen aber noch nicht so gewöhnt ist, würde ich eher eine gute Phase für die ersten Versuche nutzen.

3. Baby mag die Trage nicht – wegen der falschen Babytrage?

Wenn Du tragen möchtest und auch für Dich relativ sicher weißt, dass Du viel tragen wirst, ist es sicherlich sinnvoll in eine Trageberatung zu investieren. Dort kannst Du unterschiedliche Tragesysteme ausprobieren und Dich für das entscheiden, was wirklich passt. Darüber hinaus kann eine Trageberatung mit ihrer Erfahrung und dem geschulten Blick sofort erkennen, welche Tragen aufgrund der körperlichen Konstitution (Körpergröße, Proportionen…) oder der Ansprüche (soll für beide Partner trotz unterschiedlicher Größe passen, muss leicht sein, soll sich problemlos transportieren lassen…) in Frage kommen.

Welche Babytragen für Neugeborene empfehlenswert sind, kannst Du hier nachlesen.

Grundsätzlich kann ich allerdings sagen, dass im Falle eines Tragesystems Qualität tatsächlich ihren Preis hat. Ich kenne keine einzige “billige” Trage, die wirklich gut ist. Allerdings gibt es auch viele Babytragen second hand, so dass sich das Stöbern da durchaus lohnen kann.

Die richtige Postition in der Trage

Wichtig ist, dass der Mittelsteg der Trage von Kniekehle zu Kniekehle reicht und der Po des Babys sich unterhalb der Knie befindet. Achte also darauf, Eure Babytrage richtig einzustellen bzw. das Tragetuch korrekt zu binden:

Babytrage mit Anhock-Spreizhaltung

4. Mein Kind will nicht in die Trage – wegen körperlicher Probleme?

Immer mal wieder gibt es Babys, die sich eigentlich gerne tragen lassen, allerdings nach kurzer Zeit in der Trage anfangen, sich zu winden und scheinbar keine bequeme Position finden.

Hier kann ein Besuch beim Ostheopathen manchmal Wunder wirken, da Blockaden im Hals- oder Lendenwirbelbereich für diese Probleme sorgen.

Wie Osteopathie Babys helfen kann, erfährst Du in unserem Beitrag zum Thema.

5. Dein Baby hasst das Tragetuch? Gib’ nicht zu schnell auf!

Wenn ich beim Hausbesuch manchmal den ersten Versuch in Babytrage oder Tragetuch begleite, fällt mir immer wieder auf, wie schnell die Eltern nervös werden und den Versuch abbrechen, wenn ihr Baby erst einmal nicht so richtig begeistert ist. Und ich verstehe, dass man als Eltern das Baby nicht in Situationen bringen möchte, die ihm unangenehm sind. Das Tragen soll schließlich ewas Schönes für alle Beteiligten sein.

Bewegung ist das A und O

ABER: Die meisten Babys, die ich kenne, sind neuen Dingen gegenüber grundsätzlich erst einmal skeptisch. Da reicht es vielleicht nicht, das Baby ins Tuch zu nehmen, drei Trippelschritte nach rechts und links zu machen, um dann frustriert abzubrechen. Meiner Erfahrung nach klappt es bei den ersten Versuchen am Besten, wenn Du Dich wirklich bewegst mit dem Baby. Also pack’ Dein Baby in die Trage oder ins Tuch und ab nach draußen, auch wenn es vielleicht anfangs noch etwas unglücklich wirkt. Wenn es gut und korrekt in der Trage eingepackt ist, witterungs-und trageentsprechend gekleidet und nicht hungrig, beruhigt es sich in der Regel sehr schnell, sobald Du anfängst, normal zu laufen.

Wenn Du schon herausgefunden hast, dass Dein Baby sich durch Geräusche wie z.B. durch Fön, Staubsauger oder Waschmaschine beruhigen lässt, kann es durchaus auch Sinn machen, es zum allerersten Mal beim Staubsaugen umzuschnallen. Auch Musik und Tanzen können helfen, Wippen auf dem Pezzi-Ball oder Treppen steigen.

Wenn Du also das Gefühl hast, Dein Baby mag die Trage nicht: Probier einfach ein paar unterschiedliche Dinge aus, dann wird sich schnell ein Erfolg in Form eines schlafenden oder zufriedenen Babys einstellen.

Also noch einmal in Kürze zusammengefasst:

Wenn Du den Eindruck hast, Dein Baby mag die Trage nicht, dann arbeite folgende Checkliste ab:

  • bequeme Kleidung für Baby und Dich
  • möglichst frühzeitig ans Tragen heranführen – gerne auch vom Papa
  • erste Trageversuche in Phasen, in denen das Baby sich wohlfühlt, entspannt, satt und schläfrig ist
  • mit der Trage nach draußen gehen
  • in ein gutes Tragetuch/ Tragesystem investieren, kompetente Beratung in Anspruch nehmen
  • ausschließen, dass aufgrund von Fehlstellungen/Blockaden Dein Baby in der Trage Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt
  • Geduld mit Deinem Baby haben

Ich bin sowohl als Hebamme als auch als Mutter ein absoltuer Fan des Tragens. Ich fand es immer toll, super praktisch und oftmals viel einfacher als einen sperrigen Kinderwagen.

Aber es ist natürlich eine sehr individuelle Entscheidung, die jedes Paar für sich und seine Situation treffen muss.

Ich möchte Dir mit meinen Tipps für Babys, die auf den ersten Blick nicht gerne getragen werden wollen, lediglich eine kleine Hilfestellung geben – und Dich zum Weiterversuchen motivieren, falls Du unsicher bist oder Euer Einstieg ins Tragen ein wenig holprig war.

Schreit Dein Baby im Tragetuch, oder hast Du den Eindruck, dass es die Trage nicht mag? Oder hast Du noch weitere Tipps für Mamas, deren Kinder sich anfangs in der Babytrage unwohl fühlen? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

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