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Giftige Pflanzen für Kinder: Vorsicht vor diesen 43 Gewächsen


Mit Kindern wird der Blickwinkel auf viele Dinge plötzlich ein ganz neuer. So auch auf die Bepflanzung im Garten – die leider in aller Regel schon vor dem ersten Kind vorgenommen wurde. Und nun ist nicht mehr das Allerwichtigste, dass dieser schön und perfekt gepflegt ist, sondern dass er keine giftigen Pflanzen für Kinder beherbergt und kindersicher ist. Das gilt für die Ausstattung, aber auch für die Bepflanzung. Giftige Planzen im Garten können wirklich gefährlich werden, denn Kinder stecken bekanntlich alles mögliche in den Mund und kommen auf die wildesten Ideen.

Welche Pflanzen Du darum im Garten auf keinen Fall haben solltest, welche Du besser im Auge behältst und welche guten Alternativen es gibt? Hier unsere Liste der giftigsten und der kinderfreundlichsten Pflanzen für Garten und Balkon:

43 sehr giftige Pflanzen für Kinder im Garten

Besonders aufpassen musst Du immer dann, wenn giftige Garten- oder Balkonpflanzen Beeren ausbilden. Denn Beeren kennen Kinder – und die meisten lieben sie. Dass es sich nicht um Johannisbeeren, Blaubeeren oder Stachelbeeren, sondern um giftige Beeren handelt, schmecken Kinder erst nach ein paar Happen. Denn giftige Beeren sind in aller Regel ungenießbar, also sehr bitter. Doch bis dahin kann es schon zu spät sein.

Gemeiner Efeu

Giftig sind Stängel, Blätter und Beeren.

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Diese Rankpflanze findet man in sehr vielen Gärten, denn sie ist nicht nur immergrün, sondern bildet auch eine romantisch-verwunschen aussehende Fassade oder Abdeckung an Stellen, die sonst weniger schön wären. Leider sind sowohl die Blätter, als auch die kleinen schwarzen Beeren des Efeus hochgiftig. Grund dafür sind Triterpensaponine, die die Pflanze vor Fressfeinden schützen. Der Verzehr führt beim Menschen zu Übelkeit, Durchfall oder Fieber. Bei Kindern reichen bereits zwei Beeren, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Der Kontakt kann zu Hautreizungen führen.

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Maiglöckchen

Alle Pflanzenteile sind giftig.

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Auch diese wunderschönen Gartenpflanzen bilden giftige Beeren, die zudem noch rot sind, wie viele essbare Beeren. Zudem befinden sich Maiglöckchen immer auf Augenhöhe eines Krabbelkindes. Giftig ist der Pflanzenschutzstoff Glycosid, der auch in den Blättern, vor allem aber in den Blüten und Beeren enthalten ist. Von den Blättern wird Deinem Kind darum wahrscheinlich nur übel, die Beeren aber können zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.


Seidelbast

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig.

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Die Beeren des Seidelbast sehen Johannisbeeren zum verwechseln ähnlich und enthalten das Gift Mezerin. Bereits wenige Beeren können für Kinder tödlich enden, denn das Gift führt zum Kreislaufkollaps.


Eibe

Giftig sind zerbissene Samen und Nadeln.

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Die Samenhülsen der Eibe, die durch ihr Rot zwischen den grünen Nadeln gut erkennbar sind, sehen schmackhaften Beeren zum Verwechseln ähnlich. Sie enthalten aber Samen, deren Inhalt (Taxin) giftig ist. Wenn Kinder die Samen beim Kauen aufbeissen, wird das Gift freigesetzt und sorgt für Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Fieber oder im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit und Herzversagen.


Herbstzeitlose

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig.

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Das Gift der Herbstzeitlose, Colchicin, ähnelt in seiner Wirkung Arsen und ist bereits in geringen Dosen tödlich. Die Symptome beginnen erste einige Stunden nach dem Verzehr. Nach 24 bis 48 Stunden tritt eine Atemlähmung ein.


Thuja Hecke (Lebensbaum)

Blätter und Beeren sind giftig.

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Aus meiner eigenen Kindheit erinnere ich mich noch gut, wie sich die Zweige einer Thuja Hecke anfühlen und vor allem, wie sie riechen. Mein Großvater nutzt diese beliebte Gartenpflanze als Sichtschutz zum Nachbarn und wir haben uns gerne darin versteckt, sind geklettert und haben natürlich die Zweige untersucht. Dabei sind sowohl die Blätter, als auch die Zapfen giftig. Im besten Fall kommt es nur zu Hautreizungen durch den häufigen Kontakt. Wenn Kinder aber davon essen, kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen oder im schlimmsten Fall zu Nierenschäden kommen.


Fingerhut

Blüten, Blätter und Samen sind giftig.

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Der Fingerhut ist eigentlich eine Waldpflanze und kann sehr schnell tödliche Folgen haben, wenn Kinder davon essen. Das tückische ist, dass die Blütenkelche nicht nur wunderschön anzusehen sind, sondern auch zum spielen verleiten. Sie sind groß und passen gut über einen Finger, daher auch der Name Fingerhut. Der Fingerhut enthält verschiedene Gifte (Glykoside, Anthranoide oder Sorbitole) und bei einer Vergiftung kommt es zu Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems wie Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder Atemnot.


Goldregen

Schoten und Samen sind giftig.

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Der Goldregen sieht wunderschön aus, seine Blüten bilden aber hochgiftige Samen in Form von Schoten. Von diesen Samen können für ein Kind schon fünf ausreichen, um zu einer tödlichen Vergiftung zu führen. Weniger führt zu Bauchkrämpfen, Übelkeit und einem Brennen im Mund. Das enthaltene Gift heißt Cytisin. Weil die Schoten an Erbsen erinnern, ist die Gefahr, dass Kinder sie probieren, hoch.


Tollkirsche

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig.

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Diese hochgiftige Planze hast Du hoffentlich nicht im Garten. Trotzdem möchte ich sie hier erwähnen, denn Ihr könntet sie jederzeit bei einem Waldspaziergang finden. Uns ist das schon häufiger passiert. Das Tückische daran ist, dass die appetitlich aussehenden, schwarzen Beeren, tatsächlich gut schmecken. Wenn Du also nicht aufpasst bzw. Dein Kind nicht eindringlich genug warnst, wenn es größer wird, isst es vielleicht reichlich davon. Bereits drei Beeren können für Kinder genug sein, um den Tod durch Atemlähmung auszulösen. Wir haben darum die Regel erstellt, dass wir im Wald absolut nichts essen, auch wegen der Gefahr des Fuchsbandwurms.


Riszinus

Blüten und Samen sind sehr giftig.

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Rizinus wird auch als Wunderbaum oder Christpalme bezeichnet.


Engelstrompete

Blätter und Samen sind sehr giftig.

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Engelstrompeten, auch Brugmansia, haben ihren Namen ihren großen, trompetenförmigen Blüten zu verdanken.


Eisenhut

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig.

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Seinen Namen hat der Eisenhut aufgrund seiner helmartigen Blütenform.


Weiterhin gibt es folgende giftige Pflanzen für Kinder:

  • Rhododendron
  • Pfaffenhütchen
  • Aronstab
  • Christrose
  • Tulpe
  • Alpenveilchen
  • Bärenklau
  • Blauregen
  • Buchsbaum
  • Goldlack
  • Orleander
  • Ruhmeskrone
  • Weißer Germer
  • Stechapfel
  • Adonisröschen
  • Alpenrose
  • Narzisse
  • Alraune
  • Amaryllis
  • Becherprimel
  • Belladonnalilie
  • Bittermandel
  • Feuerbohne
  • Ginster
  • Gottensgnadenbaum
  • Bilsenkraut
  • Stechapfel
  • Schneebeere
  • Schlafmützchen / Goldmohn
  • Lupine
  • Nachtschatten: Besonders Beeren

18 ungiftige Pflanzen für Kinder als Alternative

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Vielleicht fragst Du Dich jetzt, welche Pflanzen Du denn überhaupt noch im Garten haben kannst, die für Kinder ungefährlich sind? Ich persönlich mag ja Pflanzen sehr, die einen Nutzen haben, also zum Beispiel Kräuter oder Pflanzen, aus denen man Duftkissen herstellen oder ätherische Öle oder Samen gewinnen kann. Viele davon blühen auch wunderschön, zum Beispiel:

  • Lavendel
  • Kapuzinerkresse
  • Sonnenblumen
  • Stiefmütterchen
  • Veilchen (wusstest Du, dass man die im Salat essen kann?)
  • Dahlien
  • Ringelblumen
  • Obstbäume
  • Buchen (Bucheckern kann man rösten und essen!)
  • Beerensträucher
  • Rosen (Achtung, Stacheln!)
  • Flieder
  • Margeriten
  • Schnittlauch
  • Physalis
  • Wilder Wein (als Alternative zu Efeu)
  • Weintrauben
  • Knöterich

Vergiftungen durch Pflanzen im Garten vorbeugen, erkennen und behandeln

Wahrscheinlich ging es Dir beim Lesen dieses Textes wie mir und Du hast jetzt ein etwas unbehagliches Gefühl. Immerhin gibt es so viele giftige Pflanzen für Kinder im Garten, aber auch auf dem Balkon oder im Wald. Wie kannst Du sicher gehen, dass Dein Kind nicht unbemerkt davon isst? Immerhin kannst Du es ja nicht rund um die Uhr und jede Sekunde im Auge haben und alle Pflanzen kennen.

Vergiftung vorbeugen

Die einfachste Maßnahme, um Vergiftungen zu verhindern, ist ein kindersicherer Garten – ohne giftige Pflanzen für Kinder. Auch wenn es Deinem Gärtnerherz weh tut: beseitige alles, was giftig ist. Besonders, wenn die Garten- oder Balkonpflanze Beeren trägt.

Sobald Dein Kind größer wird, solltest Du auf jeden Fall mit ihm sprechen und Regeln aufstellen. Zum Beispiel, dass ihr als Eltern alles erlaubt, was essbar ist im Garten, aber Euer Kind vorher immer Bescheid sagen muss. So wird es hoffentlich niemals das Gefühl haben, etwas heimlich probieren zu müssen.


Vergiftungen bei Kindern erkennen

Vergiftungen zu erkennen, ohne zu wissen, dass etwas giftiges gegessen wurde, ist schwierig. Nach einem Aufenthalt im Wald oder in einem Garten, den Du nicht genau kennst, solltest Du aber die Möglichkeit zumindest in Betracht ziehen, wenn es Deinem Kind nicht gut geht. Natürlich kann es sich auch um einen grippalen Infekt handeln, wenn ein Kind über Übelkeit oder Bauchschmerzen klagt oder Fieber bekommt. Aber dieselben Anzeichen können auch auf eine Vergiftung hindeuten.

Damit Du sie leichter erkennst, hier eine Liste der Anzeichen einer Vergiftung bei Kindern. Je weiter oben in der Liste, desto häufiger sind die Symptome:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Hautrötungen um den Mund
  • Brennen im Mund
  • Krämpfe
  • Fieber
  • Schwindel
  • Herzrhytmusstörungen
  • Taubheit
  • Lähmungen
  • Atemprobleme
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemstillstand
  • Herzstillstand

Richtig handeln bei einer Vergiftung

Wenn Du unmittelbar Zeuge wirst, wie Dein Kind etwas giftiges isst, solltest Du ihm das unbedingt sofort wegnehmen. Dann solltest Du den Giftnotruf wählen (hier findest Du eine Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz) oder den Notruf 112 anrufen. Folge den Anweisungen am Telefon.

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