klassische maerchen kindern heute noch zumutbar

Klassische Märchen heute: noch zumutbar für unsere Kinder?


Weißt Du, was ich im Winter liebe? Märchenfilme zu schauen. Ich liebe es, mit meinen Kindern auf der Couch zu kuscheln und Märchen zu schauen oder zu lesen. Das versetzt mich immer so ein Stück in meine eigene Kindheit zurück. Doch ich muss gestehen, dass ich als Mama auch einen anderen Blickwinkel einnehme: Ich habe mich gefragt, ob klassische Märchen heute überhaupt noch zeitgemäß sind.

Klassische Märchen: Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und Schneewittchen

Die Geschichten und Märchen der Gebrüder Grimm kennst Du sicherlich auch. Mein erstes Märchen damals war Hänsel und Gretel. Und ich erinnere mich heute noch, dass ich es ganz schrecklich fand. Denn a) sind die Kinder alleine im Wald und b) wird die Hexe im Ofen verbrannt. Eine ziemlich grausame Vorstellung, damals wie heute. Und dennoch steht das Märchen auch für Mut und Zuversicht. Dafür, dass man Ängste überwinden kann und alles gut wird.

Ein weiterer Klassiker: Schneewittchen. Der ewige Kampf um die Schönheit und die fiese Stiefmutter. Schneewittchen wird immer schöner, was der Stiefmutter ein Dorn im Auge ist, denn sie selbst ist besessen vom Schönheitswahn und kann es nicht ertragen, dass Schneewittchen tausendmal schöner sein soll als sie. Auch in diesem Märchen gibt es das Böse – doch Schneewittchen kann entkommen und das Gute siegt.

Typische Merkmale

So unterschiedlich die Geschichten auch sind, folgende Merkmale sind ganz typisch für Märchen:

  • das Gute und das Böse: in so ziemlich jedem Märchen geht es um gut gegen böse. Beide Charaktere sind dabei stark voneinander abgegrenzt.
  • der Held: der Held ist der vermeintlich Schwächere und muss sich oft auch gegen besondere Kräfte durchsetzen.
  • das Ende: in Märchen siegt das Gute und das Böse wird bestraft.

Sind klassische Märchen noch zeitgemäß?

Trotz der häufig wirklich grausamen Szenen und Handlungen muss ich sagen, dass Märchen für mich einfach zur Kindheit gehören. Erzählen, Lesen und Zuhören sind so wichtig für die Entwicklung der Kinder und Märchen haben eine einfache Struktur mit klarer Handlung. In jeder Geschichte gibt es das Gute und das Böse und am Ende gewinnt das Gute.

Märchen versetzen Kinder in eine Traumwelt und sie können dabei auch einiges lernen: so kann man beispielsweise als körperlich kleinere Person dem anderen überlegen sein und durch andere Qualitäten punkten. Kinder lernen viel über Konflikte, Kommunikation und Werte. Das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Stärken wird genauso vermittelt wie Zuversicht und Mut. Und: eine Märchenstunde gibt dem Kind Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe.

Damit auch Dein Kind in die wunderbare Welt der Märchen eintauchen kann, habe ich noch ein paar Tipps für Dich:

  • Das passende Alter: nicht jedes Märchen ist für jedes Alter geeignet. Und es kommt auch immer auf den Charakter Deines Kindes an.
  • Atmosphäre schaffen: Märchenwelten sind zauberhafte Traumwelten. Das kommt besonders gut zur Geltung, wenn ihr eingekuschelt im Bett liegt und Dein Kind so der Geschichte lauschen kann. Vielleicht in einem abgedunkelten Raum oder in einem Zelt, mithilfe einer Taschenlampe oder schönen Lichterkette
  • Beobachten: Du solltest einen sanften Einstieg finden und immer wieder die Reaktion Deines Kindes beobachten. Dabei sieht Du schnell, ob Dein Kind mit dem Märchen zurecht kommt oder ob es Angst bekommt.
  • Gemeinsam reden: wie bei allen Geschichten ist es wichtig, über das Gelesene zu sprechen. Kinder haben häufig noch Fragen oder verstehen an manchem Stellen den Zusammenhang nicht ganz. Dabei kannst Du auch auf Ängste und Sorgen eingehen.

Wie sind Deine Erfahrungen mit klassischen Märchen? Liest Du sie Deinen Kindern oder Enkeln vor? Und wie reagieren diese darauf? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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