Baby Nachtschreck, Baby schlägt nachts um sich und schreit

Nachtschreck: Was ist das – und wie kann ich meinem Kind helfen?


Wenn das erste Jahr mit Baby vorbei ist, werden unsere Nächte wieder ruhiger und entspannter. Aber auch bei größeren Kindern kann es zu Schlafstörungen kommen, z.B. wenn Dein Kind nachts um sich schlägt, schreiend im Bett sitzt und dabei nicht ansprechbar ist. Dann könnte es sich um den Nachtschreck (medizinisch Pavor nocturnus) handeln. Hier erfährst Du, was dahinter steckt und was Du tun kannst, um Deinem Kind zu helfen.

Was versteht man unter einem Nachtschreck?

Der Nachtschreck tritt bei etwa 15% der Kinder auf, vor allem im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Allerdings können auch Babys und Kleinkinder betroffen sein. Eltern reagieren oft besorgt und haben Angst, denn bei einem Nachtschreck schlägt Dein Kind um sich oder es sitzt laut schreiend im Bett. Wenn Du es ansprichst reagiert es nicht und Du befürchtest verständlicherweise Schlimmes. Die Augen Deines Kindes sind weit offen und dennoch ist es nicht wach. Die meisten Kinder erleben den Nachtschreck einmalig, andere mehrmals. Sehr selten kommt diese Schlafstörung wöchentlich oder gar täglich vor.

Wie kannst Du einen Nachtschreck erkennen?

Unruhige Nächte kommen bei Kindern immer wieder vor. Mal sind es die Zähne, mal haben sie schlecht geträumt. Wenn es mehrfach zu nächtlichem Erwachen kommt und das Kind mit offenen Augen senkrecht im Bett sitzt, dabei schreit und um sich schlägt, spricht man von einem Nachtschreck. Das Kind wirkt sehr ängstlich und der Puls ist stark beschleunigt, manche Kinder neigen auch zu Schweißausbrüchen oder Gänsehaut. Ebenso kann es vorkommen, dass Dein Kind schlafwandelt oder spricht. Ein Nachtschreck kommt etwa zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen und dauert in der Regel zwischen zwei und dreißig Minuten. Dein Kind ist in dieser Phase in einem Zustand zwischen schlafen und wach sein und bekommt Deine Anwesenheit nicht mit. Nach dem Nachtschreck ist es müde und schläft meist schnell wieder ein. Es kann sich nicht erinnern, was passiert ist. Andere Symptome, etwa Fieber oder Schmerzen, gibt es nicht.

Was ist die Ursache für den Nachtschreck?

Der Nachtschreck tritt vor allem im Übergang zwischen Tiefschlaf und Traumphase auf. Bei Kindern hat das Gehirn noch nicht gelernt, vom Tiefschlaf in die Traumphase zu wechseln und kann somit nicht in die andere Schlafphase umschalten. Das Nervensystem ist überreizt und reagiert mit oben genannten Symptomen, die manchmal auch deutlich milder ausfallen können.

Wie kannst Du Deinem Kind helfen?

Das Schlimme am Nachtschreck ist, dass Dein Kind nicht reagiert. Es wirkt wie weggetreten und scheint in einer anderen Welt zu sein. In erster Linie solltest Du ruhig bleiben, da der Nachtschreck nicht schlimm ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt. Du solltest darauf achten, dass sich Dein Kind nicht verletzen kann. Hier ist besonders bei einem Hochbett Vorsicht geboten. Das Bett kannst Du mit Kissen oder einer zusätzlichen Decke polstern. Sicherlich fühlst Du Dich dennoch hilflos, aber der Spuk ist in der Regel nach zehn bis zwanzig Minuten vorbei und Du siehst wie Dein Kind wieder sanft einschläft. Am nächsten Morgen wird sich Dein Kind an nichts erinnern und Du solltest ihm auch nichts davon erzählen, um es nicht zu beunruhigen.

Kannst Du einem Nachtschreck vorbeugen?

Studien zeigen, dass Kinder, die aufgekratzt oder übermüdet ins Bett gehen, eher unter Nachtschreck leiden als andere. Es ist daher wichtig, dass Dein Kind ausreichend Schlaf bekommt. Außerdem sind abendliche Rituale sinnvoll, dass Dein Kind ruhiger wird und sich auf den Schlaf vorbereiten kann. Das kann ein warmes Bad sein, eine Gute-Nacht-Geschichte in entspannter Atmosphäre oder ein Einschlaf-Lied. Dein Kind sollte auch etwa eine Stunde bevor es ins Bett geht nicht mehr fernsehen oder am Tablet spielen.

Was ist der Unterschied zu Alpträumen?

Bei Träumen und auch Alpträumen hat die Schlafphase des Kindes gewechselt und Dein Kind befindet sich in der Traumphase, zu der es bei einem Nachtschreck gar nicht erst kommt. Wenn ein Kind einen Alptraum hat, wird es dadurch auch häufig wach. Es ist verwirrt oder weint, kann sich aber meist genau daran erinnern. In diesem Fall bemerkt Dein Kind, dass Du da bist, sucht Deine Nähe und lässt sich trösten. Manche Kinder erinnern sich an gewisse Träume noch Tage und Wochen später.

Hast Du schon Erfahrungen mit Nachtschreck gemacht? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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