Nachtschreck

Das passiert bei einem Nachtschreck


Kurz nach der Geburt unseres zweiten Kindes machten wir Bekanntschaft mit einem erschreckenden Phänomen. Unser damals 14 Monate alter Sohn weckte uns eines Nachts durch gellende Schreie. Wir liefen zu ihm – und stellten an seinem Bettchen fest, dass er schwitzend und mit weit offenen Augen im Bett saß, auf unsere Ansprache aber nicht reagierte.

Er war irgendwo zwischen Schlafen und Wachsein und hatte dabei offenbar so etwas wie einen Albtraum. Nach etwa einer halben Stunde beruhigte er sich und schlief wieder ein. Am nächsten Morgen weckte uns ein fröhliches Kind, dass sich an die letzte Nacht nicht zu erinnern schien. In den folgenden Wochen spielte sich dieses Szenario noch mehrmals ab. Mir war das Ganze einigermaßen unheimlich. Ich fragte unseren Kinderarzt um Rat und er erklärte mir, dass es sich dabei um den sogenannten Nachtschreck gehandelt habe. Er ist verwandt mit dem Schlafwandeln und die Tendenz dazu ist erblich veranlagt. Der Kinderarzt riet mit, meinen Sohn am besten nicht aufzuwecken, sondern ihn nur leise zu beruhigen, damit er von allein wieder in den Schlaf findet.

Frische Luft half am besten

Beim nächsten nächtlichen Schreianfall versuchten wir den Rat zu beherzigen – leider ohne Erfolg. Nach und nach fanden mein Mann und ich heraus, dass sich unser Kind am leichtesten beruhigt, wenn wir mit ihm auf den Balkon gehen. Im Falle eines Nachtschrecks hoben wir den Kleinen also aus seinem Bett, wickelten ihn in eine Decke und setzten uns einen Moment mit ihm auf den Balkon. Die frische Luft half ihm. Er wurde wach, war aber immer müde genug, um schnell wieder einzuschlafen. Obwohl ich inzwischen wusste, dass es eine erbliche Veranlagung für den Nachtschreck gibt, war ich immer überzeugt davon, dass auch ein stressiger Tag seinen Beitrag dazu leistet. Wir versuchten von nun an, für ruhige Abende zu sorgen. Die nächtlichen Schreiattacken begleiteten uns etwa ein Jahr lang und hörten dann Gott sei Dank auf. Bei mir haben sie jedoch Spuren hinterlassen. Immer noch habe ich einen sehr leichten Schlaf. Wenn sich nachts eines meiner Kinder bemerkbar macht, sitze ich sofort senkrecht im Bett um gleich darauf einen Spurt in die Kinderzimmer hinzulegen.

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