Reiseimpfungen für Kinder

Reiseimpfungen für Kinder – Welche sind wirklich nötig?


Ab 2018 wollen wir als Familie für eine längere Zeit verreisen, vorübergehend im nicht-europäischen Ausland leben. Über nötige Reiseimpfungen für Kinder haben wir deshalb frühzeitig nachgedacht und uns ausgiebig informiert. Welche Impfungen man genau braucht und wie man wie viel der Kosten von der Krankenkasse erstattet bekommt, ist nämlich manchmal gar nicht so einfach.

Was sind Reiseimpfungen für Kinder?

Reiseimpfungen für Kinder sind Impfungen außerhalb der von der STIKO (Ständige Impfkommission) des Robert-Koch Instituts für Deutschland empfohlenen Schutzimpfungen. Das bedeutet, dass auch nach Impfplan geimpfte Kinder und Erwachsene häufig keinen Impfschutz gegen diese teils lebensgefährlichen Infektionskrankheiten besitzen.

Wann muss ich impfen?

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest Du Dich frühzeitig, aber spätestens acht Wochen vor der Reise beraten lassen. Denn einige Reiseimpfungen für Kinder brauchen nach einigen Wochen eine Auffrischungsspritze, um wirksamen Schutz zu bieten. Außerdem kann es bis zu vier Wochen dauern, bis das Immunsystem die entsprechenden Antikörper aufbaut und den Körper zuverlässig vor einer Infektion schützt. Aber auch, wenn Du eine Last-Minute-Reise gebucht oder diesen Termin schon hast verstreichen lassen, lohnt noch ein Besuch beim Arzt. Denn für einige Krankheiten, z.B. Hepatitis A oder die Malaria-Prophylaxe, lässt sich auch kurzfristig noch vorbeugen.

Für die Impfberatung gibt es Reisemediziner, also speziell fortgebildete Ärzte. Mit Hilfe kurzer Recherche kann aber in der Regel auch Dein Hausarzt weiterhelfen. Teils ist eine Beratung sogar online möglich – dann allerdings mit Kosten verbunden. Durchführen kann eine Reiseimpfungen für Kinder jeder niedergelassene Arzt, auch ein Kinderarzt. Unsere Impfungen hat, für uns alle drei, die Kinderärztin unseres Sohnes übernommen.

Wer zahlt Reiseimpfungen für Kinder?

Die Impfungen für den Standardimpfschutz sind eine Kassenleistung, d.h. sie werden über die Gesundheitskarte direkt vom Arzt abgerechnet. Die meisten dieser Krankheiten gibt es auch im Ausland – ein Schutz gegen die gängigen Infektionskrankheiten ist also allemal sinnvoll. Dazu gehören Poliomyelitis (Kinderlähmung), Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Mumps, Masern, Röteln, Windpocken (Varizellen) sowie Meningokokken C, Pneumokokken und ggf. eine jährliche Grippeimpfung.

Die Kosten für die Reiseimpfungen für Kinder müssen dagegen häufig zum Teil selbst getragen werden. In aller Regel musst Du zunächst die Impfstoffe selbst bei der Apotheke bestellen und bezahlen. Auch der Arzt stellt in der Regel eine Privatrechnung für seine Leistungen aus. Beides kannst Du dann bei Deiner Krankenkasse einreichen und einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Nur wenige Krankenkassen erlauben eine Abrechnung direkt über die Chipkarte.

Teilweise gibt es erhebliche Unterschiede in der Höhe der Kostenerstattung. Während die BARMER GEK aktuell zum Beispiel nur bis zu 100 € pro Kalenderjahr erstattet, gibt es von der BKK Mobil Oil 80% der bezahlten Kosten, unabhängig von deren Höhe. Die TK (Techniker Krankenkasse) übernimmt bis auf eine Zuzahlung von 5-10 € pro Impfstoff die kompletten Kosten für Reiseimpfungen.

Mein Tipp: Egal, was diverse Tabellen im Internet sagen, bevor Du Dich darauf verlässt, dass Deine Krankenkasse die Kosten erstattet, lohnt eine direkte telefonische oder schriftliche Nachfrage.

Wenn Du privatversichert bist, hängt eine Kostenerstattung von Deinem jeweiligen Vertrag mit der Krankenkasse ab. Eine einheitliche Regelung gibt es auch hier nicht.

Wenn Du beruflich ins Ausland musst, trägt immer der Arbeitgeber die Impfkosten.

Was kosten Reiseimpfungen?

Die Impfstoffe für die nötigen Reiseimpfungen für Kinder müssen also fast immer erst einmal vorfinanziert werden. Die Preise für die einzelnen Injektionen variieren dabei stark – von etwa 10€ für einen Grippeimpfstoff bis zu etwa 80€ für eine Hepatitis-B-Spritze. Hinzu kommen noch die Rechnungen, die der Arzt für seine Leistung stellt. Abhängig davon, wie viele Injektionen für einen wirksamen Schutz anstehen, kommen da schnell einige hundert Euro zusammen. Wir mussten für den Tollwut-Impfschutz für die ganze Familie, also mich, meinen Mann und unser Kind mit fast 800€ in Vorkasse gehen – ein Teil davon wurde uns von unseren Krankenkassen erstattet.

Welche Reiseimpfungen für Kinder brauche ich für meine Reise?

Welche Reiseimpfungen Du für Dich und Deine Familie tatsächlich durchführen möchtest, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Alter bzw. Immunsystem
  • Reiseland
  • Art der Reise
  • Länge der Reise
  • Jahreszeit

Kinder und Menschen über 60 haben in der Regel ein schwächeres Immunsystem. Für diese Personengruppe ist das Risiko darum erhöht, dass sich eine Infektion zu einer ernsthaften Lebensbedrohung entwickelt und sie sollten die empfohlenen Reiseimpfungen auch erhalten.

Wenn Krankheiten von Mücken übertragen werden, wie zum Beispiel die Japanische Encephalitis, ist das Risiko während der Regenzeit um ein Vielfaches höher, denn dann gibt es mehr Stechmücken.

Eine Rucksackreise mit Aufenthalt in landestypischen Unterkünften birgt ein höheres Risiko als Pauschalreisen mit modernem Reisebus und klimatisierten Zimmern in hochklassigen Hotels. Viele Reiseimpfungen werden auch dringend empfohlen, wenn Du Dich über einen längeren Zeitraum in einem Land aufhalten möchtest. Denn dann ist die Gefahr einer Infektion auch höher.

Nicht zuletzt hängt die Entscheidung für oder gegen bestimmte Reiseimpfungen für Kinder natürlich vom Land oder den Ländern ab, die Du bereisen möchtest.

Reiseimpfungen für Kinder im Überblick

Hier die wichtigsten Reiseimpfungen und entsprechenden Länder im Überblick:

Impfung / InfektionskrankheitRegion / Reiseland
TollwutSüdamerika, Afrika, Asien
CholeraAsien, Indien, Indonesien, Afrika, Mittelamerika, Südamerika
TyphusAfrika, Asien, Osteuropa, Südamerika
Japanische EncephalitisIndien, China, Südostasien, Indoniesien, Mittlerer Osten,
GelbfieberGelbfieber-Infektionsgebiete in Afrika südlich der Sahara, Südamerika, Mittelamerika
Hepatitis ASüdosteuropa, Asien, Afrika, Mittelamerika, Südamerika
Hepatitis BNordamerika, Südamerika, Afrika und Asien
FSMEFSME-Risikogebiete in Süddeutschland und Österreich

Achtung: Auch wenn man mittlerweile gegen viele Infektionskrankheiten einen Impfstoff entwickelt hat, gibt es diesen doch nicht für alle gefährlichen Krankheiten im Ausland. Einen absoluten Schutz bieten Reiseimpfungen darum nicht. Zum Beispiel das Dengue-Fieber oder verschiedene Magen-Darm-Erreger lassen sich nur durch präventive Maßnahmen und mit etwas Glück verhindern.

Viele Krankheitserreger werden von Stechmücken übertragen, daher solltest Du vor allem bei Reisen in die Tropen an entsprechenden Mückenschutz denken. Andere Krankheiten werden durch mangelnde Hygiene beim Trinkwasser und in der Essenszubereitung übertragen. Im Zweifel solltest Du daher in entsprechenden Gebieten keine rohen Lebensmittel verzehren und kein Leitungswasser trinken. Andere Krankheitserreger können wiederum nur über Körperflüssigkeiten übertragen werden. Hiervor schützt also der Verzicht auf engen Kontakt zu Einheimischen.

Weitere, detaillierte Informationen über Reiseimpfungen findest Du hier:

Auswärtiges Amt

Tropeninstitut

Robert Koch Institut

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