Samenspende

Schwanger werden mit Samenspende


Bei einer Samenspende stellt ein Mann sein Sperma zur Verfügung. Die Spende hat das Ziel, damit eine Eizelle zu befruchten. So kann ein Baby entstehen, ohne dass zuvor Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Prinzipiell sind zwei Wege zur Samenspende möglich. Der Gang zur Samenbank oder die Suche nach einem privaten Spender.

Für wen eignet sich eine Samenspende?

Es entscheiden sich immer mehr Single- Frauen dazu, ohne einen Partner ein Kind zu bekommen. Es gibt aber auch andere Lebens- und Partnerschaftsmodelle, die ein Recht auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches haben und deshalb den Weg über die Samenspende wählen. Mittels gespendetem Samen können neben alleinstehenden Frauen auch lesbische Frauen schwanger werden. Aber auch heterosexuellen Paaren mit einem unerfülltem Kinderwunsch kann die Samenspende zu einem Kind verhelfen. Bei heterosexuellen Paaren liegen die Gründe dafür, diesen Weg zu wählen, meistens in einer (eingeschränkte) Unfruchtbarkeit oder Erbkrankheit des Mannes . 

Wer kann spenden?

Die Frau oder das Paar entscheiden nach den eigenen Wünschen, welcher Mann für eine Samenspende geeignet ist. Das kann der Partner der Frau sein, ein Freund oder anderer Mann aus dem privaten Umfeld oder eben ein Spender von einer Samenbank. Der eigene Partner kommt dann in Frage, wenn seine Fruchtbarkeit eingeschränkt ist. Also die Spermien sich zum Beispiel zu langsam bewegen, prinzipiell aber fortpflanzungsfähig sind. 

Wenn beim eigenen Partner Erbkrankheiten oder Unfruchtbarkeit bestehen, kann alternativ der Samen eines anderen Spenders genutzt werden. Diese lagert in Deutschland in sogenannten Samenbanken. Manche Frauen oder Paare entscheiden sich dabei bewusst für einen ihnen unbekannten Spender, während andere sich privat einen Samenspender suchen. Manche bevorzugen einen Spender, den sie persönlich kennen. Andere finden ihn zum Beispiel im Internet. 

Voraussetzungen zur Spende an die Samenbank

Wenn ein Mann sich dafür entscheidet, sein Sperma an eine Samenbank zu spenden, muss er verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Da das Sperma eingefroren, gelagert und wieder aufgetaut wird, sollte die Anzahl der fruchtbaren Spermien überdurchschnittlich hoch sein. Jedes Sperma wird natürlich untersucht. Um das Sperma zu bewerten, spielen auch das Erbgut, die Gesundheit, Lebensweise und Ernährung des Mannes eine wichtige Rolle. Außerdem muss der Mann noch die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Alter zwischen 18 und 40 Jahren
  • sehr gute allgemeine Gesundheit, keine Erb- oder chronische Krankheiten, sowie keine Infektions- oder Geschlechtskrankheiten
  • kein Drogenkonsum, sowie keine Nikotin- oder Alkoholsucht
  • gutes Spermiogramm

Wie läuft die Samenspende ab?

Wenn ein Spender sich erfolgreich bei der Samenbank beworben hat, muss er dort eine erste Samenprobe abgeben. Im Regelfall kann und muss er die Probe direkt vor Ort “herstellen” und in einem privaten Raum – geschützt vom Praxisbetrieb – in einen Becher geben. Nur in Ausnahmefällen ist es gestattet, das Sperma von Außer Haus mitzubringen. Zwischen dem Samenerguss und der Aufbereitung und Untersuchung des Samens darf höchstens eine Stunde liegen. Dieser wird anschließend eingefroren

Einige Zeit später folgt eine zweite Samenprobe. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden miteinander verglichen. Neben der Analyse der Proben findet auch eine körperliche Untersuchung statt. Man betrachtet dabei das Blut, den Urin, die allgemeine Gesundheit und mögliche Erbkrankheiten des Mannes. Auch eine Gen- und Chromosomenanalyse wird durchgeführt. Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, schließen der Mann und die Samenbank einen Vertrag. Darin wird der künftige Spender über seine Rechte, Pflichten und die Vergütung aufgeklärt. Wenn er den Vertrag unterschreibt, kann er bis zu zehn Mal, ein- bis zweimal pro Woche eine Samenspende abgeben. 6 Monate nach der letzten Samenspende findet eine erneute gesundheitliche Untersuchung statt. 

Alle deutschen Samenbanken sind dazu verpflichtet diesen Ablauf einzuhalten. 

Schwanger durch Samenspende – So funktionierts

Wenn eine Frau durch eine Samenspende schwanger werden soll, findet eine künstliche Befruchtung statt. Man bringt den Samen in die Gebärmutter oder direkt in die Eizelle (ICSI) ein. Dadurch erhöht sich die Chance auf eine Schwangerschaft enorm. Zudem kann durch die vielen vorherigen Untersuchungen das Risiko einer übertragbaren Krankheit minimiert werden. 

Wer kann eine Samenspende in Anspruch nehmen?

In Deutschland galt lange die Regelung, dass nur heterosexuelle Paare eine Samenspende in Anspruch nehmen konnten. Sie mussten entweder verheiratet sein oder in einer dauerhaften Partnerschaft leben. Aber vor allem, musste der werdende, soziale Vater eine notarielle Zusage machen, dass er das Kind als seines anerkennt. Mittlerweile gibt es auch Kliniken und Samenbanken, die lesbische, verheiratete Paare behandeln, nachdem sie eine ähnliche, vertragliche Absicherung unterschreiben. 

Seit kurzer Zeit gibt es auch einzelne Kinderwunschkliniken, die alleinstehende Frauen behandeln. Das ist allerdings noch nicht lange der Fall. Bis vor kurzem war für Frauen, die nicht in einer festen Partnerschaft leben, eine private Samenspende der einzige Weg, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Sie finden den Spender entweder in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis, oder auf speziellen Internetseiten. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten darüber im Klaren sind, welche Vorstellungen sie bei erfolgreicher Schwangerschaft haben. Manche Männer wünschen sich zum Beispiel, am Leben des Kindes teilhaben zu können. Das unterscheidet eine Samenspende vom Co-Parenting.

Die private Samenspende (Bechermethode)

Für die private Samenspende gilt, dass die oben genannten, strengen Voraussetzungen der Samenbank nicht gelten. Das Sperma wird vorab nicht untersucht. Außerdem ist die Rechtslage eine andere als bei der Samenspende von der Samenbank. Der reine Ablauf der Samenspende ist dagegen vergleichsweise einfach. Wenn eine Frau einen privaten Spender gefunden hat, findet in der Regel eine Heiminsemination (Bechermethode) statt. Dabei ejakuliert der Spender in einen Becher. Die Frau platziert das Sperma direkt nach der Ejakulation vor dem Muttermund. Dazu nutzt sie meist eine spezielle Spritze. 

Samenbank: Wie findet die Befruchtung statt?

Vorab findet die Wahl des Spenders statt. Wenn ein Paar die Samenspende von einer Samenbank bekommt, kann es den Spender nach Kriterien wie Haar- und Augenfarbe, Gewicht, Größe, Blutgruppe und Bildungsstand auswählen. Nun beginnt die Behandlung mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke. Dadurch lässt sich der Eisprung kontrollieren und sogar künstlich auslösen. Spätestens 36 Stunden nach dem Eisprung findet die Insemination statt. Bevor es losgeht, wird der Samen aufgetaut und aufbereitet. Dann wird er durch einen dünnen Schlauch (Katheter) in die Gebärmutter eingeführt. 

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit der künstlichen Befruchtung. Dabei wird die Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet (In Vitro) und anschließend in den Körper der Frau eingeführt. Diese Art der Befruchtung wird nötig, wenn die Eileiter blockiert sind oder die Samenzellen des Partners leicht eingeschränkt sind.

Risiken und Chancen

Ob eine Befruchtung durch eine Samenspende funktioniert, hängt vor allem von der Fruchtbarkeit und dem Alter der Frau ab. Laut Studien liegt die Chance nach einer Insemination mit Spendersamen bei durchschnittlich 16 – 19 Prozent pro Versuch. Bei Frauen über 40 Jahren sinkt die Chance. Bei einer In-Vitro-Fertilisation liegen die Chancen ähnlich hoch, bei 15 – 20 Prozent. 

Übrigens: Durch die vorherige Stimulation der Eierstöcke erhöht sich die Chance auf eine Mehrlingsgeburt.

Rechtliche Aspekte

Einer der wichtigsten rechtlichen Aspekte ist die Frage, ob und wie das gezeugte Kind ein Recht darauf hat, zu erfahren, wer der Samenspender ist. 

Am 1. Juli 2018 trat das „Gesetz zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen“ in Kraft. Seither haben Kinder ab dem 16. Lebensjahr, die wissen oder annehmen, durch eine Samenspende bei einer ärztlich unterstützten, künstlichen Befruchtung gezeugt worden zu sein, gegenüber dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) einen Auskunftsanspruch. Bei Kinder unter 16 Jahren können sich deren Eltern als gesetzliche Vertreter an das DIMDI wenden.

Wenn Du mehr Informationen zu der Rechtslage sucht, kannst Du diese auch beim BfArM, einer Behörde des Bundesministerium für Gesundheit nachlesen. 

Für alle weiteren Fragen ist es sinnvoll, einen Vertrag zwischen den werdenden Eltern und dem Spender aufzusetzen. In diesem werden zum Beispiel Fragen zu Unterhaltsansprüchen, Anonymität des Spenders und Vaterschaftsansprüchen geklärt. 

Umgang mit dem Thema Samenspende

Eine Schwangerschaft durch eine Samenspende ist für viele Menschen eine wunderbare Chance ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Lange war das Thema jedoch ein echtes Tabu. Dies ändert sich zum Glück und heute gehen immer mehr Paare und Frauen diesen Weg. 

Ich denke, das es aber wichtig ist, schon im Vorfeld zu überlegen, wie man mit der Thematik umgeht, wenn das Kind größer wird. Also die Frage klärt, ob man dem Kind später erzählen möchte, wer der leibliche Vater, beziehungsweise Samenspender ist. Außerdem sollte man sich vorab überlegen, inwieweit man seine Freunde und die Familie über die Entstehung des Babys aufklärt. 


Wir freuen uns auf Deine Meinung und Erfahrungen zum Thema Samenspende in den Kommentaren. 

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