Vaterschaftsanerkennung

Vaterschaftsanerkennung: rechtliche Folgen


Die Grundlagen der Vaterschaftsanerkennung sind im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt. In Deutschland ist der biologische Vater nicht immer gleich der rechtliche Vater. Dieses Thema beschäftigt vor allem unverheiratete Paare und ich werde in der Schwangerenvorsorge immer wieder darauf angesprochen. Hier möchte ich versuchen, über die wichtigsten Punkte dieses schwierigen Themas zu informieren.

Wer ist der rechtliche, wer der biologische Vater?

In Deutschland gilt als Vater eines Kindes der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, ist der biologische Vater nicht automatisch auch der rechtliche Vater. Wer das möchte, muss die Vaterschaft anerkennen und beurkunden lassen. Hierzu muss immer die Zustimmung der Mutter vorliegen!

Die Vaterschaftsanerkennung ist eine freiwillige Willenserklärung, ob der anerkennende Vater auch der biologische Vater des Kindes ist, ist dabei unerheblich. Wenn der vermutete biologische Vater die Vaterschaft nicht freiwillig anerkennt, bleibt die Möglichkeit der gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung.

Wie wird die Vaterschaft beurkundet?

Die Vaterschaft kann jederzeit anerkannt werden. Meist beim Jugendamt, aber auch beim Standesamt oder einem Notar. Die Anerkennung beim Jugendamt und Standesamt ist kostenlos, bei einem Notar jedoch gebührenpflichtig.

Ist die Vaterschaft schon vor der Geburt beurkundet, wird der Vater auch gleich mit in die Geburtsurkunde eingetragen. Erfolgt die Anerkennung erst, nachdem schon eine Geburtsurkunde ausgestellt wurde, stellt das Standesamt eine neue Geburtsurkunde aus.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Beide Elternteile müssen einer Vaterschaftsanerkennung schriftlich zustimmen. Für fremdsprachige Urkunden ist eine in Deutschland anerkannte und beglaubigte Übersetzung notwendig.

Benötigte Unterlagen des Vaters:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde
  • Mutterpass zum Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes (vor der Geburt)
  • oder Geburtsurkunde des Kindes (nach der Geburt)

Benötigte Unterlagen der Mutter:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde
  • Beglaubigte Abschrift der Anerkennungserklärung des Vaters
  • Mutterpass zum Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes (vor der Geburt)
  • Oder Geburtsurkunde des Kindes (nach der Geburt)

Die rechtlichen Folgen einer Vaterschaftsanerkennung

Für den Vater:

Der Vater ist durch die Vaterschaftsanerkennung dazu verpflichtet, dem Kind (bis zum Abschluss einer Ausbildung) und der Kindsmutter (in den Mutterschutzfristen und darüber hinaus, frühestens vier Monate vor der Geburt und mindestens drei Jahre nach der Geburt) Unterhalt zu zahlen.

Es entstehen auch sozial rechtliche Ansprüche, wie zum Beispiel auf Mitversicherung des Kindes in der Krankenkasse des Vaters, Waisenrente und Erbschaftsansprüche nach dem Tod des Vaters.

Der Vater erhält ein Umgangsrecht, und das Kind kann seinen Nachnamen führen.

Für das Kind:

Das Kind wird mit der Volljährigkeit grundsätzlich auch sorgepflichtig gegenüber dem Vater.

18 Kommentare zu “Vaterschaftsanerkennung: rechtliche Folgen

    1. Liebe Maggie,
      vielen Dank für Deinen Einwand. Du hast völlig Recht! Dieser Teil fehlt noch. Wir kümmern uns darum, dass der Beitrag vervollständigt wird.
      Viele Grüße
      Julia

  1. Kann ich als Mutter behaupten, dass ich den Vater nur eingetragen habe weil ich mit ihm zusammen war?
    Meine Hauptfrage liegt nämlich daran das ich den Vater austragen lassen will aus der Vaterschaft, geht das so einfach?

    1. Eintragen ist bedeutend einfacher als austragen…
      Der Staat hat Interesse an einem “Verantwortlichen ” aber nicht an vaterlosen Kindern, wenn du einen raus haben willst, müsstest du das quasi anfechten, und um den “tatsächlichen” Vater ersetzen, das muss dann sicher gerichtsbestand haben, also per gerichtstauglichem Vaterschaftstest…
      Letztlich interessiert es niemanden, wen du einträgst, wenn er nicht widerspricht, aber rausbekommen ist schwieriger…

  2. Hallo Experten-Team
    Meine Mutter hatte mir (männl. geb. 1967 in MUC) vor 40 Jahren den Namen eines US-Soldaten genannt. An dem Nachnamen fehlte immer ein “s”. Ich war nie erfolgreich. Erst im Sommer 2018 habe ich einen DNA test in den USA gemacht und sofort einen 1. Cousin angezeigt bekommen. Schnell habe ich meinen in 2008 verstorbenen Vater herausgefunden. Meine “neue Family” ist begeistert. Ich sehe auch voll aus wie mein dad. Und natürlich stimmen auch alle Geschichten, die meine Mutter über meinen dad erzählt hatte. Für die US-Citizenship erwartet das US-Konsulat, dass meine Geburturkunde upgedated und der Vater eingetragen wird. Die sagen, das passiere regelmässig, aber mit unterschiedlichen Methoden.
    Frage: Welches Prozedere ist wohl das richtige und möglichst einfach? Meine Mutter lebt noch, erkennt ihn auch auf Fotos, aber sie lebt im Altersheim und hat eine gesetzl Betreuerin. Einen Notartermin verstünde sie nur mit Glück. Ich habe Tanten in North Carolina (wo mein Dad herkommt). Meine “neue” Schwester ist immer noch geschockt und würde eher nicht helfen. Sie hatte dann den selben DNA Test absolviert. Gleiches Resultat.
    Wie komme ich zu dem Eintrag?

    Danke
    Karl

    München

    1. Hallo Karl,
      interessante Geschichte! Allerdings können wir Dir in diesem speziellen Fall nicht konkret weiterhelfen. Am besten, Du wendest Dich an einen Fachanwalt für Familienrecht. Wahrscheinlich musst Du einen Antrag auf Feststellung der Vaterschaft eines Verstorbenen stellen. Dieser wird vom Familiengericht bewilligt, sofern entsprechende Beweise für die Vaterschaft vorliegen. Der Anwalt kann Dir sagen, ob der Gentest dafür schon ausreicht – normalerweise werden dafür allerdings auch die Angehörigen des Verstorbenen angehört.
      Wir wünschen Dir viel Erfolg!
      Julia vom Babyartikel.de Team

  3. Hallo, z. B ich habe ein Freund, er wohnt in Ausland (EU Land), werde ich schwanger sein, möchte ich alleine Sorgerecht haben, weil er immer unterwegs ist und nöchte ich nicht immer von ihn seine Unterschrift haben für was das King benötigt. Was wird den Beste Lösung sein? Dankeschön.

  4. Stimmt es das wenn die Mutter mit dem leiblichen Vater der die Vaterschaft auch annerkannt hat nicht verheiratet war und einen anderen Mann heiratet das dieser dann automatisch auch Unterhaltspflichtig gegenüber dem nicht leiblichen Kind wird?

    1. Hallo Mello.
      Nach meiner Recherche kann der neue Ehepartner dann unterhaltspflichtig werden, wenn er die rechtliche Vaterschaft per Jugendamtsurkunde übernimmt. Bitte erkundige Dich auf jeden Fall beim Jugendamt, bei einem Anwalt oder einer Beratungsstelle wie Profamilia.
      Liebe Grüße.
      Jurate vom Babyartikel.de-Team

    2. Es ist so, dass der leibliche Vater weiterhin für den Unterhalt aufkommen muss, tut er es nicht, muss man einen Titel erwirken, über das Jugendamt geht das am besten.
      Ab dem Zeitpunkt der Hochzeit steht kein Unterhaltsvorschuss zu, was in etwa bedeutet, dass der neue Mann für den Unterhalt mit aufkommen muss.

  5. Konsequenzen für die Mutter sind hier nicht aufgelistet, weil es keine gibt – die Mutter erwirbt durch die Geburt eines Kindes lediglich Rechte. Nämlich allen voran das Recht auf langjährige Versorgung durch den vermeintlichen Kindesvater.
    Weder wird die Mutter – gleichberechtigt – dazu verpflichtet dem Vater drei Jahre nach der Geburt Unterhalt zu zahlen, noch legt ihr der Gesetzgeber andere – einklagbaren – Pflichten auf.
    Natürlich besteht auch hier -offiziell – Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind, z.B. in der Konstellation, wenn das Kind beim Vater aufwächst. Allerdings zeigt sich in der Praxis, das diese Ansprüche zumeist nicht durchsetzbar sind, während zahlungsunwilligen bzw. zahlungsunfähigen Vätern ggf. auch Erzwingungshaft droht.
    Im deutschen Recht wird das Kind in der Regel aus Sicht der Mutter wie Eigentum und aus Sicht des Vaters wie ein verursachter Sachschaden behandelt.

  6. Also ich hätte eine Frage bezüglich eine Abstammungsurkunde. Bei mir steht der Name meines Erzeugers ohne sein Geburtsdatum. Ich Versuch ihn ausfindig zu machen. Meine Mutter war damals 18/19 er ca. 10 Jahre älter. Ich bin 1961 geboren und meine Mutter hat angeblich kein genaues Alter von ihm. Kann ma auch in der Urkunde einfach jemanden eintragen (als Vater) ohne das es kontrolliert wird? Ich würde mich auf eine Antwort freuen. Liebe Grüße ChrisTine Lorenz, Seelze

    1. Hallo Tine,

      wie zum Zeitpunkt Deiner Geburt die rechtlichen Voraussetzungen bei Einträgen in die Abstammungsurkunde waren, wissen wir leider nicht. Die Abstammungsurkunde wurde am 01.01.2009 abgeschafft, deshalb gibt es dazu keine aktuellen Informationen. Eventuell kann Dir die entsprechende Behörde in Deiner Nähe oder ein Familienanwalt bei Deiner Frage weiterhelfen.

      Viele Grüße.

      Jurate von Babyartikel.de-Team

  7. Hallo, ich hätte eine Frage. Kann eine Mutter alleine eine Vaterschaftsanerkennung beurkunden lassen, ohne dass der angebliche Vater es mitbekommt? Mein Freund wurde vor 2 Jahren von einer Frau, die mit ihm befreundet war(angeblich gab es keinen Geschlechtsverkehr), als Vater ihres Kindes vor seiner Geburt eingetragen.(Die Mutter hat eine offizielle Beurkundung zur Vaterschaftsanerkennung mit seinem Name.) Die Vaterschaftsklage bzw. die Vaterschaftsanfechtung sowie einen Vaterschaftstest werden angeblich laut meines Freundes bereits aufgetragen.
    Meine Frage ist, ob eine solche Beurkundung, die eine rechtlich wichtige Folge hat, ohne das Erachten des Betroffenen passieren kann. Weil es überall steht, dass der werdende Vater mit seinem Personalausweis, mit seiner Geburtsurkunde und so weiter vor Ort selber unterschreiben muss.
    Vielen Dank, dass ihr den langen Text gelesen habt. Ich hoffe, dass jemand mir helfen kann. Ich befürchte, dass der Mann mich anlügt.
    LG Rose

    1. Hallo liebe Rose, es tut mir sehr leid zu hören, dass Du die Befürchtung hast, belogen zu werden. Um diese Frage wirklich eindeutig beantwortet zu bekommen, würde ich an Deiner Stelle beim zuständigen Standesamt oder Jugendamt nachfragen. Auch ein Notar oder Anwalt für Familienrecht kann Dir sicherlich weiterhelfen. Soweit ich weiß, muss der Vater persönlich bei einer Vaterschaftsanerkennung erscheinen, da hast Du Recht.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg!

      Viele Grüße

      Julia vom Babyartikel.de-Team

  8. Hallo ich habe mal eine Frage, nach der Geburt meines Enkel hätte meine Tochter einen Schlaganfall erlitten die Mutter sagte dem Scheinvater das dass Kind nicht von ihm ist darauf hin hätte er trotz Kenntnis einfach eine Vaterschaftsanerkennug Unterschrieben meine Tochter aber nicht und das wird sie auch nicht tun. MEINE Frage zählt diese Anerkennung ohne Einwilligung der Mutter.Sie hatte seit 9 Jahren das alleinige Sorgerecht nun hat das Jugendamt ohne Vaterschaftfestellung zu gestimmt das er das Sorgerecht für dieses Kind Bekommt obwohl er sich nie um das Kind bekümmert hat.und nach so viel Jahren wurde das Sorgerecht einfach Ruhen gelassen was kann sie da noch machen und war dies vom Gesetz her Rechtens das Kindeswohl war in keinster Weise Gefährdet. Danke für das Lesen des langen Textes.
    L.G. Elke

    1. Hallo liebe Elke,
      das tut mir sehr leid zu lesen. Bei Eurem speziellen Fall können wir leider auch nicht sagen, warum das so gelaufen ist. Wir würden Dir und Deiner Enkelin aber in jedem Fall eine Rechtsberatung bzw. einen Rechtsbeistand ans Herz legen. Ein Anwalt für Familienrecht kann ich Euch sicherlich weiterhelfen. Oder Ihr fragt mal bei einem Notar, dem Standesamt oder Jugendamt nach.
      Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg!

      Herzliche Grüße
      Julia vom Babyartikel-Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.