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Stillpositionen: Diese 4 sollte jede Mama kennen


Welches Bild kommt Dir beim Thema Stillen in den Sinn? Eine sitzende Mutter, die ihr Baby in den Armen hält, während es aus der Brust trinkt? Diese Wiegehaltung ist sicherlich die bekannsteste Stillposition. Aber es gibt noch einige andere Stillpositionen — und vielleicht merkst Du ja, dass eine andere Stillhaltung deutlich angenehmer für Dich und Dein Baby ist.

Hier erklärt Dir unsere Autorin und Mama-Bloggerin Sandra die 4 wichtigsten Stillpostitionen:

1. Klassisch: Die Wiegehaltung

In der Wiegehaltung legst Du Dein Baby auf Deinen Unterarm und stützt seinen Rücken mit Deiner Hand. Der Bauch des Babys in dieser Stillposition liegt nah an Deinem Oberkörper, der Kopf liegt in Deiner Armbeuge oder auf Deinem Unterarm. Diese Stillposition ist wohl die Bekannteste, weil sie relativ einfach ist. So fällt es im Restaurant bei geübten Müttern kaum auf, ob das Baby einfach so im Arm liegt oder gestillt wird. Wenn Dein Arm entspannt ist, fließt die Milch übrigens besser.

Achte darauf, dass der untere Arm Deines Babys frei zu Deinem Körper zeigen kann, so, als ob es Dich umarmen möchte. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, dass ich den Arm meines Sohnes unter seinen Körper gelegt habe, weil ich es nicht besser wusste. Als sein Ärmchen dann frei lag, klappte das Stillen deutlich besser! Wichtig ist außerdem, dass Hüfte und Kopf des Kleinen eine waagerechte Linie bilden, damit es den Kopf beim Trinken nicht verdrehen muss.

Benutze wenn möglich ein Stillkissen oder mehrere Kissen, auf denen Du Deine Unterarme abstützen kannst. So lastet weniger Gewicht auf Deinen Armen — Dein Rücken und Nacken werden es Dir danken. Ich stille am liebsten in der Wiegehaltung im Bett oder auf unserem XL-Sofa, da ich so auch meine Füße hochlegen kann, was für mich deutlich angenehmer ist, als auf einem Stuhl zu stillen.

2. Für Neugeborene: Der Kreuzgriff

Diese Stillposition, auch Kreuz-Wiegehaltung genannt, ähnelt der Wiegehaltung. Der Unterschied zum klassischen Wiegegriff ist allerdings, dass Du den anderen Arm benutzt. In der klassischen Wiegehaltung benutzt Du ja beim Stillen an der rechten Brust den rechten Arm zum Stützen. In dieser Haltung benutzt Du dagegen den linken Arm. Der Kopf Deines Babys liegt also in Deiner Hand und statt in der Armbeuge. Der Vorteil ist, dass Du die Bewegung des Kopfes so besser kontrollieren kannst. Das kann gerade bei Neugeborenen praktisch sein. Auch kannst Du Deinem Baby die Brustwarze besser in den Mund stecken, wenn es das an den ersten Tagen noch nicht allein schafft. Einige Babys mögen es außerdem nicht, wenn ihr Kopf zu sehr eingeengt ist. Auch dann ist diese Stillhaltung eine gute Variante.

Stillen im Kreuzgriff. Stillposition Kreuz-Wiegehaltung
Stillen im Kreuzgriff

3. Bequem für Mama: Die Seitenlage

Das Stillen in Seitenlage hast Du vielleicht schon einmal bei einer Freundin gesehen. Besonders in der Nacht ist diese Stillposition bequem, weil Du im Bett liegen bleiben kannst und Dich nicht aufsetzen musst. Dazu legst Du Dein Baby Dir gegenüber auf die Seite und eng an Deine untere Brust. Dabei stützt Du seinen Kopf mit Deinem oberen Arm. Entweder legst Du Deinen Kopf ab oder stützt ihn mit der freien Hand. Die Seitenlage hat den Vorteil, dass nach der Geburt eine Damm- oder Kaiserschnittnaht nicht so stark belastet wird. Und nicht nur Dein Baby, auch Du kommst beim Stillen in Seitenlage zur Ruhe — egal, wie schwer Dein Kind ist und wie lange es zum Trinken braucht.

Stillpositionen: Baby in Seitenlage stillen
Stillen in Seitenlage

Meine Hebamme hat mir den Tipp gegeben, ein gerolltes Handtuch hinter meinen Sohn zu legen, da ich ihn so weniger stützen muss und mich mehr auf das Stillen konzentrieren kann. Meine Freundinnen sind in dieser Position regelmäßig zusammen mit ihrem Baby eingeschlafen. Ziemlich praktisch, oder?

4. Nach einem Kaiserschnitt: Der Rückengriff

Stillen im Rückengriff, Stillposition Footballhaltung
Stillen in der Footballhaltung

Diese Position wird auch Footballhaltung genannt — weil Du Dein Baby quasi wie einen Football unter Deinen Arm klemmst. Der Kopf zeigt dabei nach vorne zu Deiner Brust, die Füße zu Deinem Rücken. Am besten legst Du Dein Baby auf ein Stillkissen, dann ist es einfacher. Wenn Dein Baby auf Deiner rechten Seite liegt, stillst Du dann auch mit der rechten Brust. Mit Deiner rechten Hand kannst Du den Kopf Deines Kleinen noch ein wenig stützen.

Wenn Du ein Kaiserschnitt gehabt hast, ist diese Stillhaltung besonders schonend, da das Kleine so nicht auf Deinem Bauch liegen muss. Ebenfalls praktisch ist die Footballhaltung, wenn Du Zwillinge geboren hast: Der Rückengriff erlaubt es Dir,  beide Kinder gleichzeitig zu stillen. Viele Mütter stillen ihr Kind außerdem im Rückengriff, wenn sie einen Milchstau unterhalb der Brustwarze haben. So massiert das Kinn des Babys beim Trinken die verhärtete Stelle.

Welche Stillposition ist die beste für Dich?

Letztendlich weißt Du vor der Geburt nie, welche Stillpositionen Dir und Deinem Baby am besten gefallen werden. Ich habe zum Beispiel alle ausprobiert, stille meinen Sohn aber komplett nur in der Wiegehaltung. Irgendwie finde ich die anderen Positionen unbequem und mein Sohn konnte in der Seitenlage und Co. auch schlechter trinken. Es ist allerdings in gerade in der Anfangszeit empfehlenswert, immer mal wieder zwischen den Stillpositionen zu variieren, weil Deine Brust besonders gut entleert wird. So beugst Du einem Milchstau vor und Deine Milchproduktion reguliert sich auch besser.

Es ist auch gut möglich, dass Du Deine gewohnten Stillpositionen noch einmal änderst, wenn Dein Kind schon ein paar Monate alt ist. Die Seitenlage ist beispielsweise deutlich bequemer für Dich, wenn Dein Kind schon selbstständig auf der Seite liegen kann und es Deine Brustwarze schon ganz allein im Dunkeln findet. Umgekehrt wird Dir der Kopf Deines Babys nach einiger Zeit mit Sicherheit zu schwer werden, um ihn im Kreuzgriff mit der Hand zu stützen.

Teste auf jeden Fall alle verschiedenen Stillhaltungen aus — und das auch mehr als einmal. Wenn Du unsicher bist, frag einfach Deine Hebamme, ob Ihr in ihrem Beisein “Trockenübungen” machen könnt. Schließlich musst Du Dich und auch Dein Baby sich erst einmal an die neue Position gewöhnen. Und vielleicht merkst Du Dann ja, dass Euch die Footballhaltung oder die Seitenlage besonders gut gefällt. Das wichtigste ist, dass Du und Dein Baby sich beim Stillen wohl fühlen — ganz egal, wie die Stillposition dann auch immer aussehen mag!

Welche Stillpostition findest Du am besten? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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