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Was Du zur Chorionzottenbiopsie wissen solltest

Ist mein ungeborenes Kind gesund? Könnte es eventuell an einer Erbkrankheit leiden? Oder Fehlbildungen haben? Gehörst Du zu den Frauen, die sich schon zu Beginn der Schwangerschaft Sorgen über genau diese Dinge machen? Dann könnte eine Chorionzottenbiopsie für Dich das Richtige sein. Aber wann sollte sie durchgeführt werden? Und kann sie Risiken mit sich bringen?

Was ist die Chorionzottenbiopsie?

Die Chorionzottenbiopsie zählt zu den Untersuchungen der Pränataldiagnostik, also vorgeburtlichen Diagnostik. Da bei diesem Verfahren eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Zottenhaut (Chorion) entnommen wird, setzt sich dieser Name so zusammen. Zur Erklärung: Die Zottenhaut ist der Bereich zwischen Fruchtblase und Gebärmutterwand. Die sogenannten Zotten enthalten Erbmerkmale Deines Kindes. Aus diesem Grund sind sie auch so wichtig für das Verfahren. Denn sie können die so wichtige Auskunft über erblich bedingte Störungen bringen, außerdem können so die Zellen Deines Ungeborenen auf Chromosomenunregelmäßigkeiten untersucht werden. Heißt auch: Fehlbildungen oder Erbkrankheiten wie zum Beispiel das Down-Syndrom können mit diesem sehr zuverlässigen Test festgestellt werden. Durchführen lassen kannst Du eine Chorionzottenbiopsie in der Regel ab der vollendeten elften Schwangerschaftswoche.

Dies ist auch der große Vorteil gegenüber der Fruchtwasseruntersuchung (der sogenannten Amniozentese). Eine Fruchtwasseruntersuchung kannst Du meist erst ab dem zweiten Drittel Deiner Schwangerschaft erfragen.

Wann ist eine Chorionzottenbiopsie sinnvoll?

Gehörst Du zu den Frauen über 35, steigt die Gefahr, ein Kind mit Fehlbildungen zu bekommen. Für Dich könnte die Chorionzottenbiopsie interessant sein. Auch wenn schon ein Kind mit einem Gen-Defekt geboren wurde oder wenn in Deiner Familie Erbkrankheiten (zum Beispiel das Tay-Sachs-Syndrom) vorkommen, kann ein solcher Test sinnvoll sein. Natürlich möchtest Du dann schnellstmöglich wissen, ob Dein Baby von möglichen Krankheiten betroffen ist. Mittlerweile wird dieses Verfahren auch in vielen Kliniken angeboten.

Gibt es Risiken?

Pränatale Untersuchungen wie die Fruchtwasseruntersuchung oder die Chorionzottenbiopsie können Risiken mit sich bringen. Die Gefahr, dass durch eine Amniozentese eine Fehlgeburt ausgelöst wird, liegt zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Bei der Chorionzottenbiopsie liegt die Fehlgeburtenrate mit 0,5 bis 1 Prozent etwas höher. Früher dachte man übrigens, dass Fehlbildungen von Gliedmaßen mit diesem Verfahren im Zusammenhang stehen. Heute weiß man, dass so etwas nur passieren kann, wenn der Test vor der zehnten Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Solche Komplikationen sind aber sehr selten!

Warum dann überhaupt noch Fruchtwasseruntersuchungen?

In einigen Regionen in Deutschland wird die Chorionzottenbiopsie noch nicht so häufig angeboten. Manchmal kann es auch für eine solche Untersuchung schon zu spät sein, dann kommt nur noch die Amniozentese in Frage. Zudem können beide Methoden zwar Erbkrankheiten aufspüren, doch die Amniozentese kann zusätzlich noch Neuralrohrdefekte identifizieren.

Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, welchen und ob Du überhaupt einen Test machen möchtest. Für die Chorionbiopsie spricht natürlich, dass sie im frühen Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden kann. Um das Risiko einer Fehlgeburt noch etwas geringer zu halten, ist die Fruchtwasseruntersuchung wohl geeigneter.

Wie läuft so ein Test ab?

So oder so ist es ratsam, dass Du vorher mit einem Arzt sprichst und Dich beraten lässt, was die beste Wahl ist. Hast Du Dich dann für die Chorionzottenbiopsie entschieden, wird Dir zuerst gesagt, dass Du vor der Untersuchung genügend Wasser trinken solltest. Denn Deine Blase muss dafür voll sein. Es folgt eine Ultraschall-Untersuchung, um festzustellen, in welcher Woche Du bist und um die Plazenta zu lokalisieren.

Je nach Plazenta-Position sticht der Arzt dann entweder mit einer Nadel von außen in Deinen Unterleib. Hier wird die Einstichstelle zuvor mit einem Narkosemittel örtlich betäubt. Oder er führt einen feinen Schlauch in die Vagina und den Gebärmutterhals ein, um so die Plazenta zu erreichen.

Es folgt die Entnahme eines kleinen Teils der Chorionzotten (der winzigen Gewebeausstülpungen in Deiner Plazenta). Diese entnommenen Zellen geben aber nicht nur Auskunft über Erbinformationen und somit genetischen Veranlagungen. Du weißt durch diesen Test auch, welches Geschlecht Dein Baby hat.

Kann ich Schmerzen dabei haben?

Die Prozedur gilt bei einigen Frauen als unangenehm. Wenige finden den Test auch schmerzhaft. Aber: Das Ganze musst Du nicht länger als eine halbe Stunde “ertragen”. Die Proben-Entnahme dauert sogar nur ein paar Minuten. Die Variante, bei der die Probe über den Gebärmutterhals entnommen wird, soll sich sogar nur wie ein Abstrich anfühlen. Bei der Entnahme durch die Nadel kannst Du nachher eventuell leichte Bauchschmerzen spüren.

Jedoch können pränatale Tests nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch anstrengend sein. Ratsam ist es auf jeden Fall sich nach der Untersuchung auszuruhen und von dem Partner oder einer anderen nahestehenden Person nach Hause fahren zu lassen. In den nächsten drei Tagen solltest Du auch körperliche Anstrengungen und Sex vermeiden. Geringe Vaginalblutungen sind auch möglich. Auch wenn dies normale Nebenwirkungen sind, ist der Weg zum Arzt in einem solchen Fall die sicherste Variante. Ebenso, wenn Du klare Flüssigkeit ausscheidest oder sonstige Beschwerden hast.

Wie geht es nach der Chorionzottenbiopsie weiter?

Das Ergebnis der Chorionzottenbiopsie kann bis zu drei Wochen auf sich warten lassen. In dieser Zeit solltest Du Dich aber keinesfalls beunruhigen lassen. Besser ist es, Dich auszuruhen, mit Deinem Partner Zeit zu verbringen und möglichst abzuschalten!

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