Pränataldiagnostik: Die Fruchtwasseruntersuchung

Die Fruchtwasseruntersuchung


Zur Pränataldiagnostik gehört auch die Amniozentese oder auch Fruchtwasseruntersuchung genannt. Bei dieser Untersuchung handelt es sich um einen invasiven Eingriff, bei der die Fruchtblase der Schwangeren punktiert wird.

Wann wird eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt?

Grundsätzlich entscheidet immer Ihr darüber, ob Ihr eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen wollt. Es kann Euch niemand dazu zwingen! Es ist wichtig, dass Ihr vor Eurer Entscheidung gut beraten werdet. Meiner Meinung nach solltet Ihr mit Eurem Partner als erstes überlegen, ob das Ergebnis einer Fruchtwasseruntersuchung eine Konsequenz für Euch hätte. Wenn Ihr diese Frage klar mit Nein beantwortet, solltet Ihr es Euch gut überlegen, ob Ihr eine Amniozentese durchführen lassen wollt, da dieser Eingriff auch mit Risiken verbunden sind. Wenn Ihr Euch für eine Amniozentese entscheidet, gibt es Empfehlungen, in welchen Fällen eine Amniozentese durchgeführt werden sollte. Das Risiko, dass ein Kind an einer genetischen Krankheit leidet steigt mit dem Alter der Mutter. Grundsätzlich zählen alle Frauen über 35 Jahren zu dieser Risikogruppe. Deshalb werdet Ihr ab diesem Alter über die Möglichkeit einer Fruchtwasseruntersuchung von Eurem Frauenarzt aufgeklärt. Außerdem sollte über eine Fruchtwasseruntersuchung nachgedacht werden, wenn…

  • bei Euch oder in der Familie genetische Störungen oder Krankheiten bekannt sind
  • Ihr bereits ein Kind mit einer genetischen Störung habt
  • eine Schwangerenvorsorge schon einen auffälligen Befund ergeben hat

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Fruchtwasseruntersuchung?

Wenn Ihr Euch für eine Fruchtwasseruntersuchung entscheidet, kann diese allerdings erst zwischen der 14. und 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Dies ist ganz klar ein großer Nachteil dieser Untersuchung, da die werdende Mutter bis dahin psychisch sehr belastet ist. Es gibt allerdings andere Untersuchungen, die schon ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können.

Wie läuft die Fruchtwasseruntersuchung ab?

Um eine kindliche Zellprobe aus dem Fruchtwasser entnehmen zu können, muss Eure Fruchtblase mit einer dünnen Nadel punktiert werden. Als erstes wird der Arzt bei Euch eine Ultraschalluntersuchung durchführen, damit er weiß, wie Euer Baby liegt und wo die Plazenta sitzt. Nach einer gründlichen Desinfektion und einer lokalen Betäubung führt er vorsichtig unter Ultraschallkontrolle eine Hohlnadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase ein. Nun werden etwa 10 bis 20 Milliliter Fruchtwasser gewonnen.

Wann kann ich mit dem Ergebnis rechnen?

Die Probe wird danach an ein Labor zur Untersuchung gegeben. Das Labor züchtet und vermehrt nun die kindlichen Zellen. Erst dann ist es möglich, die DNA der Zellen zu isolieren und auf Veränderungen zu untersuchen. Das heißt, dass Ihr das endgültige Ergebnis erst nach zwei bis drei Wochen bekommt. Bei der Amniozentese können verschiedene Fehlentwicklungen des zentralen Nervensystems festgestellt werden, aber auch Chromosomenstörungen wie Muskel- und Stoffwechselerkrankungen, die Trisomie 21, Trisomie 18, Trisomie 13 und noch einige andere.

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Wie sicher ist die Fruchtwasseruntersuchung?

Die Amniozentese gilt als sehr sicher! Jedoch kommt es darauf an, auf welche Veränderung der Gene beziehungsweise Chromosomen die Zellen untersucht werden. Sprecht mit Eurem Arzt über dieses Thema, das gehört vor einem so invasiven Eingriff zu einer guten Aufklärung.

Kann es zu Komplikationen kommen?

Komplikationen treten nur sehr selten auf, allerdings sind diese trotz sorgfältiger Durchführung der Untersuchung nicht zu 100% auszuschließen. Eine Fehlgeburt tritt zum Glück nur bei 0,5 Prozent der Untersuchten auf. Sehr selten kann es auch zu Fruchtwasserabgang oder Blutungen kommen. Noch seltener sind Verletzungen von Nachbarorganen oder Infektionen. Extrem selten sind Verletzungen Eures Kindes.

Wie verhalte ich mich nach dem Eingriff?

Ihr solltet Euch zwei bis drei Tage nach der Untersuchung schonen! Bitte versucht nicht so schwer zu tragen und verzichtet auf Geschlechtsverkehr. Innerhalb einer Woche solltet Ihr Euch noch einmal beim behandelnden Frauenarzt/-ärztin vorstellen. Unbedingt sofort müsst Ihr einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Blutungen, Fruchtwasserabgang oder anhaltende Bauchschmerzen habt.  

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