Dreitagefieber bei Sommerhitze


Es ist Juni und ich bin langsam frustriert. Nicht weil die Sonne lacht und die Temperaturen steigen – nein, nein ich liebe selbstverständlich die sommerliche Wärme. Sondern weil wir in dieser eigentlich krankheitsfreien Jahreszeit husten und schnupfen und der Bub (6 Monate) sich zu allem Überfluss bei 30 Grad im Schatten mit dem Dreitagefieber quälen musste.

Plötzlich hohes Fieber

Letzten Mittwoch fühlte sich der Bub auf einmal so heiß an. Da ich ihn immer noch viel im Tragetuch trage und die Außentemperaturen bereits über 25 Grad betrugen, dachte ich zuerst, dass ich ihn zu warm eingepackt hatte. Sicherheitshalber überprüfte ich seine Temperatur und das Thermometer zeigte 39,6 Grad an.

Mit unserem Mädchen (4 Jahre) wäre ich bei so hohem Fieber sicherlich direkt zum Arzt gefahren. Mittlerweile haben wir aber so viele fiebrige Infekte und unnötige Arztbesuche hinter uns, dass ich immer erst abwarte und beobachte. Geht es den Kindern gut, d.h. trinken und schlafen sie genug, dann lasse ich der Natur ihren Lauf. Fieber- und schmerzsenkende Mittel verabreiche ich nur nachts, wenn sie starke Glieder- oder Kopfschmerzen haben und deswegen nicht schlafen können. Zum Arzt fahre ich, wenn sich ihr Zustand nach 2-3 Tagen nicht von alleine gebessert hat.

Fieber ist eine natürliche Reaktion auf Krankheitserreger

„Fieber selbst ist keine Krankheit. Es zeigt vielmehr an, dass der Körper auf Krankheitserreger reagiert und seine Abwehrkräfte mobilisiert. Denn bei hohen Körpertemperaturen können sich Viren und Bakterien nicht so gut vermehren. Fieber ist also ein wichtiger natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, dem nicht gleich durch fiebersenkende Maßnahmen entgegengewirkt werden sollte“ (siehe „Fieber bei Babys und Kindern“).

Sich schonen

Gleichzeitig zwingt Fieber den mit den Viren kämpfenden Körper zur Ruhe. Wir fühlen uns platt und wollen in der Regel viel schlafen, was zum Genesungsprozess beiträgt. Nehme ich Medikamente fühle ich mich fit wie ein Turnschuh und mache mehr als mir gut tut, anstatt mich zu schonen. Bei den Kindern beobachtete ich ähnliches Phänomen, weswegen ich weitestgehend auf symptomlindernde Mittel verzichte. Denn genau das machen Paracetamol, Ibuprofen & Co – sie lindern nur die Symptome, aber behandeln nicht die Ursache von Schmerzen und Fieber.

Ausreichend trinken

Fiebern meine Kinder, sorge ich dafür, dass sie zur Ruhe kommen (den Bub packe ich den ganzen Tag ins Tragetuch; die Große liegt auf unserer Kuschelmatratze und wir lesen und schlafen). Und ich achte darauf, dass sie genug trinken.

Feste Nahrung verweigerte die Große meist komplett, wenn sie sich richtig mies fühlte, aber sie trank in diesen Zeiten vermehrt an meiner Brust. Auch mit 2 oder 3 Jahren machte ich mir deshalb in Krankheitsphasen keine Sorgen, wenn sie nichts Festes aß, denn sie versorgte sich selbst mit ausreichend Flüssigkeit und gleichzeitig mit wichtigen Vitaminen, Nähr- und Abwehrstoffen, die Muttermilch glücklicherweise auch nach dem ersten Lebensjahr bereit hält (siehe „Langzeitstillen – Ist da überhaupt noch was drin?“).

Auch der Kleine trank ungewöhnlich viel in den letzten Tagen. Aufgrund der hohen Außentemperaturen (Freitag erreichten wir 35 Grad) und seines Fiebers war er sicherlich durstig. Aber das Trinken an der Brust stillt ja nicht nur den Hunger bzw. den Durst, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe und Trost. Und kranke Kinder sind extrem kuschelnde Kinder. Zumindest bei uns. Deswegen darf sich der kleine kranke Mann bedienen, bis er vor Milch und Liebe überläuft :)

Was genau ist das Dreitagesfieber?

Das Dreitagefieber wird durch Herpesviren hervorgerufen. Es ist ein scheinbar grundloses Fieber, da es meist ohne weitere Symptome „auftaucht“. Dass es keine Hinweise darauf gibt, woher das Fieber kommt, macht es so verwirrend: „Das Kind bekommt innerhalb weniger Stunden hohes Fieber – und sonst (fast) nichts. Die Kinder machen dabei keinen besonders kranken Eindruck, vor allem die ganz Kleinen sind müde.

Und so bleibt es ungefähr drei Tage lang. Dann verschwindet das Fieber genau so schnell, wie es gekommen ist und erst der gleichzeitig auftretende Hautausschlag gibt Gewissheit, dass es nichts Ernstes war. Gleichzeitig markiert der Ausschlag das Ende der Ansteckungsfähigkeit“ (Renz-Polster, Herbert: Gesundheit für Kinder, S. 230).

Eine Vorbeugung ist übrigens nicht möglich, aber auch gar nicht nötig, weil das Dreitagefieber harmlos ist und immer folgenlos ausheilt. Hauptsächlich erkranken Babys und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren am Dreitagesfieber. Ansteckend sind die Kleinen 3-4 Tage vor Fieberanstieg und die Inkubationszeit beträgt 1-2 Wochen. Wer einmal am Dreitagesfieber erkrankt ist, hat lebenslange Immunität.

Fieberfrei die Sonne genießen

Vom gefährlich aussehenden Ausschlag (siehe Foto oben) war heute Morgen bereits jede Spur verschwunden und auch sonst macht der Kleine wieder einen sehr vitalen Eindruck. Ich hoffe nun, dass wir wenigstens virenfrei in den Sommer starten können.

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