Neugeborenes Baby trinkt aus Flasche

Immer wieder ein wirres Thema: Die Saugverwirrung


Wenn Eltern aus einem bestimmten Grund zufüttern müssen, kommt immer als erstes die Frage: „Geht mein Baby dann noch an die Brust?“ Die Frage ist nicht unbegründet. 10 – 20 % der Neugeborenen entwickeln eine Saugverwirrung, wenn sie in den ersten Lebenswochen neben der Brust noch eine Flasche mit Sauger erhalten.

Wann muss ich mein Kind überhaupt zufüttern?

  • Wenn Euer Kind nach der Geburt >10% seines Geburtsgewichts verliert bzw. trotz guten und regelmäßigen Stillens immer mehr abnimmt oder nicht zunimmt.
  • Bei einem Frühgeborenen, das weniger als 1500 Gramm bei der Geburt wiegt oder unter der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurde.
  • Wenn Euer Kind unter einer angeborenen Stoffwechselstörung, wie zum Beispiel Mukoviszidose, Phenylketonurie leidet.

Wenn Ihr das Gefühl habt, dass Ihr Euer Kind zufüttern solltet, empfehle ich den Eltern immer, vorher mit der Hebamme oder dem Kinderarzt zu sprechen!

Wie kommt es zu einer Saugverwirrung?

Das Saugverhalten an der Flasche ist vollkommen anders als an der Brust. Euer Kind muss seinen Mund nicht so weit öffnen, die Zunge muss keine peristaltischen Bewegungen durchführen, sondern nur gegen den harten Gaumen drücken, um an die Milch zu gelangen. Im Mund wird ein starkes Vakuum aufgebaut, ähnlich wie beim Saugen an einem Strohhalm, die Wangen sind eingezogen. Hat der Sauger ein großes Loch, muss sich Euer Kind kaum anstrengen, um satt zu werden.

Sollte ich meinem Kind in der ganzen Stillzeit keine Flasche geben?

Die Gefahr der Saugverwirrung ist in den ersten 4-6 Wochen am größten, danach kann ein Säugling mit gutem Saugverhalten auch mal eine Flasche (möglichst mit Muttermilch) bekommen. Wie oben schon erwähnt, entwickeln nur 10 – 20 % der Neugeborenen eine Saugverwirrung. Aber da niemand weiß, welches Kind gefährdet ist, sollten alle gestillten Neugeborenen, wenn zugefüttert werden muss, nicht mit der Flasche gefüttert werden.

Welche Alternativen gibt es zum Zufüttern mit der Flasche?

Es gibt drei Alternativen zu der Flasche. Je nach Situation sind Becherfüttern, Fingerfütterung oder ein Brusternährungsset geeignet. Welches für Euch bzw. Euer Kind am besten ist, besprecht ihr am besten in Ruhe mit Eurer Hebamme.

Übrigens kann es nicht nur durch Flaschenfütterung in den ersten Lebenswochen zu einer Saugverwirrung kommen, sondern auch durch einen früh benutzten Schnuller. Aus diesem Grund solltet Ihr Eurem Baby auch keinen Schnuller in den ersten 4-6 Lebenswochen anbieten.

Wenn Ihr Euch für alternative Fütterungsmethoden interessiert, ist mein nächster Artikel ganz sicher was für Euch. Dort möchte ich Euch mehr über die Methode Becherfütterung erzählen.

2 Kommentare zu “Immer wieder ein wirres Thema: Die Saugverwirrung

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