mein baby schläft nicht ein

Mein Baby schläft nicht ein


Die erste Zeit nach der Geburt Deines Babys ist sehr aufregend –  es ist wirklich so spannend und aufwühlend, wie es in den unzähligen Ratgebern, Prospekten und Webseiten beschrieben wird. Und es ist anstrengend. Meistens noch viel anstrengender als es in den gleichen Ratgebern dargestellt wird. Bei meiner Kleinen war vor allem das Thema Schlaf ein heikles Ding. Immer wieder dasselbe: Mein Baby hat Schlafprobleme – mein Baby schläft nicht ein.

Baby-Schlafprobleme und deren Symptome

Meine Tochter war kurz nach der Geburt wie die meisten anderen Babys auch: Unbeweglich, die Augen geschlossen, nur an Nahrung, Kacka und Schlaf interessiert. Doch das änderte sich rasch! Schon nach ungefähr zwei Wochen war etwas anders in Sachen Schlafen. In den Momenten, in denen sie vorher friedlich einschlummerte, war sie nun wach und schlief einfach nicht. In Situationen, in denen sie vorher keine oder kaum „Betreuung“ zum Einschlafen brauchte, brauchte sie nun Zuwendung.

Jedes Baby ist anders beim Schlafen, die wenigsten haben keine Probleme. das berühmte Statement „Meines schläft schon durch“ ist meiner Meinung nach ein Märchen. Meine Tochter hatte in der Zeit nach der Geburt einen Rhythmus von mindestens fünf Schläfchen pro Tag, abgesehen natürlich vom Nachtschlaf. Doch das haben wir erst so richtig herausgefunden und dann auch verinnerlicht, als es schon fast zu spät war.

Plötzlich, nach eben jenen zwei Wochen, fing sie an, direkt nach dem Gähnen zu schreien. Sie sperrte den Mund auf, wie das alle Menschen beim Gähnen machen und das Schließen des Mundes ging direkt in massives Geschrei über. Immer wieder. Es war zum Verzweifeln.

 

Im Nachhinein denke ich mir, sie war müde. Besser gesagt: Babys Schlafproblem bestand in Übermüdung. Sie hätte ganz einfach schlafen müssen. Aber in dieser Zeit damals habe ich das einfach nicht kapiert und ich wusste nicht, was gegen diese nervenaufreibenden Schreianfälle helfen sollte.

Hilfe von der Nachsorge-Hebamme

Einen sehr guten Hinweis haben wir von unserer Nachsorge-Hebamme erhalten. Nachdem sie sich meine leicht konsternierte Schilderung der Sachlage (Mein Baby schläft nicht ein) angehört hatte, warf sie einen fachmännischen Blick auf die, die friedlich und mopsfidel in ihrem Beistellbettchen lag. Sie fragte: „Wann hat sie das letzte Mal geschlafen?“ Ich antwortete: „Vor zwei Stunden.“ Die prompte Antwort: „Ganz klar, sie ist übermüdet. Sie muss schneller wieder schlafen.“ Die Hebamme legte ihre Zauberhand auf sie, wiegte sie sanft ein wenig hin- und her. Nach nur zehn Minuten war sie eingeschlafen. Das habe ich in der ganzen Zeit nie hinbekommen. Wirklich nie.

Schlaftyp oder Einschlaftyp?

Es gibt Babys, die legt Mama oder Papa ins Bettchen. Nach fünf Minuten sind sie weg, einfach von allein eingeschlafen. Deren Eltern sind zu beneiden, aber extrem selten anzutreffen. Dann gibt es die, die ein bisschen Hilfe brauchen. Du kannst sie hochnehmen, im Arm halten und wiegen und sie schlafen ein. Inklusive „Ablegefähigkeit“ ins Bettchen. Manche brauchen weniger Schlaf als andere und das Tolle ist, dass es sie nicht negativ beeinflusst, oder zumindest nicht so stark wie manch anderes Baby.

Meine Tochter gehörte zum anderen Extrem. Sie war absolut kein Schreikind, dem Himmel sei Dank. Aber eben ein Baby mit Schlafproblem – und damit sehr herausfordernd. Jedes Einschlafen in den ersten ca. 10 Monaten war mit Schreien verbunden. Das sind zehn Monate mal 30 Tage mal fünf Nickerchen pro Tag. Das Ergebnis ist eine echt erschreckend anstrengende Anzahl an Einschlafvorgängen.

Hinzu kommt, dass sie es bevorzugte, wenn Mama oder Papa sie auf dem Arm nahm und hoch- und runterwiegte, ja hoch und runter, nicht hin und her. Hoch- und runter-wiegen ist nebenbei bemerkt sehr belastend, wenn man es eine Stunde machen muss. Ziel dabei war es zudem, sie von aufregenden visuellen Reizen wie vorbeifahrenden Autos, Menschen, die am Fenster vorbeilaufen oder einfach interessanten Sonnenstrahlen fernzuhalten.

Erschöpfung bei den Eltern

Komischerweise war die eine Zimmerpflanze mit ihren großen, grünen Blättern total langweilig. Wenn ich an der Reihe war, habe ich sie öfters so gehalten, dass sie direkt auf diese Pflanze schaute – diesen Tipp hatte sich ihre Mutter bei vielen Einschlafvorgängen schwer erarbeitet. Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber es hat mehrfach gewirkt. Ich kann mich durchaus an einige Nächte erinnern, an denen ihre Mutter so erschöpft war und einfach nicht mehr konnte und ich sie dann noch bis 1:27 Uhr auf dem Arm hatte, bis ich sie endlich ablegen konnte, betend, dass sie bloß nicht wieder aufwachen möge.

In den Monaten danach ging es sogar so weit, dass ich ihr zum Einschlafen unter Tage aus purer Verzweiflung die Mütze über die Augen gezogen habe. Nach anfänglichen Meckern hat es ihr offensichtlich gutgetan, denn sie ist schneller eingeschlafen. Es gibt reizoffene Babys, die sind so neugierig, aufgedreht und auf Entdeckungsreise, dass man sie bremsen und ihre visuellen Reize verringern muss.

Baby Schlafprobleme: Wiederkehrender Rythmus und Sicherheit helfen

Nach dieser ernüchternden Einsicht, also dass sie sehr viel Zuwendung während des Einschlaf-Vorgangs benötigt, war es entscheidend, ihr einen Rhythmus zu bieten, der ihr Sicherheit gibt und wiederkehrt. Leichter gesagt als getan.

Das bedeutete, nach jedem Stillen die Kleine so lange im Arm zu wiegen bis sie eingeschlafen war. Manchmal war das ein hoffnungsloses Unterfangen, was wiederum bedeutete, dass ihre Laune zu wünschen übrigließ. Sie mochte dann auch nicht so richtig essen bzw. trinken, was sich dann aufs nächste Nickerchen auswirkte. Ein Teufelskreis.

Hier hilft nur das viel beschworene Durchhalten, auch wenn es Dir manchmal unendlich schwer erscheint. Nach einer bestimmten Zeit wird sich ein Rhythmus einpendeln, der alles erträglicher machen wird. Das wird passieren, vielleicht nicht Morgen und vielleicht wird Dein Baby nicht so schlafen, wie Du es gern hättest – es wird aber eine Erleichterung eintreten, auf jeden Fall.

Dieser Rhythmus wird Dir wieder Zuversicht geben und die Gelegenheit, in den Schlafpausen mal ein Nickerchen zu machen, zu arbeiten oder andere wichtige Dinge zu erledigen. Das wird Dir wieder mehr innere Ruhe geben, um weiter Durchzuhalten, beim Wippen, Füttern, Wickeln und Dein Baby zum Schlafen zu bringen.

“Mein Baby schläft nicht ein!” Kennst Du das Problem? Was hat bei Dir geholfen? Schreib es uns gern in die Kommentare

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