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Scham für das Verhalten des Kindes: Was kann ich für mich tun?


Vielleicht kennst Du die folgende Situation: Dein Kind reagiert forsch und laut auf ein anderes Kind, schubst es vielleicht und/oder schreit es an. Oder Ihr seid in Bus oder Bahn und es kommt jemand hinein und Dein Kind sagt so laut, dass es jeder hören kann: „Mama, schau mal die Frau/der Mann ist so fett!“ Und da kommt dieses Gefühl in Dir hoch: Du schämst Dich dafür, was Dein Kind getan oder gesagt hat. Scham gehört zu den Gefühlen, die wir nicht so gerne mögen, die sich nicht angenehm anfühlen. Und das hat einen Grund. Lass uns mal schauen, was dahintersteckt und was Du nach diesen Momenten für Dich tun kannst.

Was ist Scham?

Der Duden definiert Scham folgendermaßen:

Durch das Bewusstsein, (besonders in moralischer Hinsicht) versagt zu haben, durch das Gefühl, sich eine Blöße gegeben zu haben, ausgelöste quälende Empfindung.Quelle: Duden

Hier wird sofort deutlich, dass Schamgefühle ungern empfunden werden. Sie erzeugen in uns ein Gefühl des Versagens und Bloßgestelltseins. Wenn wir uns die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu anschauen, wird uns klar, warum wir uns schämen.

Gründe, warum wir uns schämen

  • Unser Verhalten anders ist, als es in der Öffentlichkeit gern gesehen wird: Also zum Beispiel, wenn wir laut lachen, obwohl gerade Stille gefordert wird.
  • Wir uns aufgrund äußerer Merkmale an einem Ort nicht wohlfühlen: Auf einer Feier tragen alle schwarz aber wir gelb. Wir fühlen uns fehl am Platz.
  • Wir beim Lügen erwischt wurden
  • Man uns in der Öffentlichkeit kritisiert hat
  • Wir jemanden mit unserem Verhalten gekränkt haben
  • Wir das Gefühl haben, versagt zu haben: Wir waren uns einer Sache sicher, aber sie stellt sich als Fehler bzw. Missgeschick heraus.
  • Weil wir in der Öffentlichkeit etwas getan haben, was nicht angemessen ist, zum Beispiel lautes Pupsen.
  • Wir gelobt werden und nicht recht wissen, wie wir damit umgehen sollen.

Spannend ist auch, dass Frauen sich öfter schämen als Männer. In einer Umfrage der Apothekenumschau wurde dies besonders deutlich. Die meisten Probandinnen gaben an, dass ihnen besonders Körperausdünstungen unangenehm werden und sie stets bemüht sind, sich perfekt zu verhalten und gut auszusehen.  Und 46% der Frauen erklärten, dass sie sich öfter für das Verhalten von Familienangehörigen schämen.

Wozu dient Scham?

Es ist wirklich interessant mal dahinter zu schauen, weshalb wir uns eigentlich schämen. Vielleicht hast auch Du Dich das schon mal gefragt: Wozu dient Scham?

Scham dient dazu, dass wir uns an die Gesellschaft anpassen. Sie soll helfen, Regelverstöße zu bereuen, unser Verhalten zu hinterfragen und so nicht die Gemeinschaft oder Umwelt zu stören. Ebenso zeigt es unserem Umfeld, dass wir nicht absichtlich gegen jemanden oder etwas agiert haben, sondern tief im Inneren die Regeln der Gemeinschaft kennen und akzeptieren, wenn wir uns dafür schämen. Wir wollen das Gesicht nicht verlieren.

Scham für das Verhalten des Kindes: Was kann ich für mich tun?

Ich kenne das Gefühl, sich für das Verhalten des Kindes zu schämen. Mein Kind ist sehr forsch und manchmal erwischt mich die Scham auch. Was kannst Du also in diesen Momenten bzw. danach für Dich tun?

Versuche erstmal die Situation bestmöglich zu lösen und hinterher gehst Du in die Reflektion: Wofür hast Du Dich geschämt? Was war genau passiert? Atme tief durch. Oft sind es Situationen, in denen wir Angst haben, was die anderen von uns als Elternteil denken und vor allem halten könnten. Wir wollen nach außen nicht als schlechte Mama oder schlechter Papa gelten. Wir möchten nicht, dass andere sehen, dass wir mal nicht alles im Griff haben oder uns die Kontrolle entgleitet. Versuche Dich abzugrenzen!

Es ist leicht gesagt, aber: Es ist nicht wichtig, was andere von Dir bzw. Euch halten. Achte darauf, dass weder Du noch Dein Kind hier Schuldgefühle für Situationen oder unangenehme Gefühle entwickeln. Jede unangenehme Situation lässt uns wachsen.

Und wie geht es Dir mit dem Thema Scham? Schämst Du Dich manchmal für das Verhalten Deines Kindes? Was tust Du dann (für Dich)?

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