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Erziehungsziel: Achtsamkeit und Wertschätzung


Bei der Erziehung meines 4-jährigen Sohnes ist es mir besonders wichtig, dass er Menschen und Dinge wertschätzt. Ich möchte, dass er weiß, dass er nicht allein auf der Welt ist, sondern dass er Acht gibt auf die Menschen in seiner Umgebung. Genauso möchte ich, dass er Dinge, also Gegenstände in seiner Umgebung schätzt. Achtsamkeit und Wertschätzung sind in unserem Leben sehr wichtig.

Was ist Achtsamkeit als Erziehungsziel?

Achtsamkeit bedeutet, dass Du Dich mental auf das Hier und Jetzt, das Heute besinnst und konzentrierst. Achtsam zu leben heißt, dass Du auf Dich und auf Dein Gefühl hörst. Dass Du die Momente in Deinem Leben bewusst genießt, ohne im Alltagsstress zu versinken.

Achtsamkeit als Erziehungsziel sehe ich als Grundlage für weitere wichtige Eigenschaften, die ich meinem Sohn auf seinen Weg mitgeben möchte. Denn nur wenn ein Mensch mit sich selbst im Reinen ist, kann er auch die Menschen um sich herum wertschätzen. 

Wenn Du noch mehr über Achtsamkeit im Alltag erfahren möchtest und wie Du das in Deinen und den Alltag Deines Kindes einbauen kannst, schau Dir doch mal den Artikel Achtsamkeit für Kinder im Alltag an. 

Achtsamkeit – so machen wir das

In meiner Erziehung ist es mir wichtig, dass mein Sohn die Zeit und Ruhe bekommt, sich mit voller Hingabe mit etwas allein zu beschäftigen. Denn das ist eine gute Möglichkeit für ihn eine innere Ruhe zu finden. Ich sehe, wie gut es ihm tut, wenn er sich Bücher anschaut, malt, bastelt oder mit seinen Tierfiguren spielt. Ich merke, wie der sonst immer aktive Wirbelwind zur Ruhe kommt und neue Energie schöpft.

Prinzipiell möchte ich ihn bei seinem ungezwungenen und natürlichen Spiel unterstützen. Meist ist es jedoch so, dass Kinder, sobald sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen, anfangen sich und ihr Können mit anderen zu vergleichen und zu bewerten. Das kann zu einem innerlichen Stress führen und dadurch die innere Mitte aus dem Gleichgewicht bringen.

Ich versuche meinen Sohn darin zu bestärken, dass er genau so toll ist, wie er ist und dass es keinen Sinn macht, sich mit Anderen zu vergleichen, denn jeder Mensch ist anders – anders toll. Natürlich spielt auch die Schnelllebigkeit und immer stärker werdende Wichtigkeit von Technologie eine Rolle bei dem Verlust der inneren Mitte. Davon kann und möchte ich meinen Sohn nicht fernhalten, aber ich kann versuchen ihm einen “richtigen” Umgang damit vorzuleben. 

Ich möchte Theo zeigen, dass es gut tut, wenn man bei starken Emotionen die Augen schließt und tief durchatmet. Mir ist es wichtig, dass er lernt seine Emotionen und deren Herkunft zu benennen. 

Wertschätzung als Erziehungsziel

Ich denke das Gefühl geliebt zu werden für das, was Du bist, und nicht wie Du sein sollst, ist die Basis für die Entwicklung zu einem selbstbewussten Menschen. Das Wissen, dass Du genauso wertgeschätzt wirst, hilft Dir Dich selbst wertzuschätzen. Doch was heißt das genau?

Selbstwertschätzung und Wertschätzung Anderer

Selbstwertschätzung ist die Gewissheit, dass Du geschätzt wirst und wertvoll bist, ganz unabhängig von Deinem Benehmen. Ich bin der Meinung, dass ein Mensch der bedingungslos akzeptiert wird, auch ein Mensch ist, der bedingungslos akzeptieren kann.

Ich möchte meinem Sohn nicht nur Selbstwertschätzung mit auf seinen Weg geben, sondern auch, dass er andere Menschen wertschätzt: ihre Person, ihre Zeit, ihre Akzeptanz und ihre Wünsche.

Mein Sohn und ich leben in Goa. Dort treffen wir jeden Tag viele unterschiedliche Menschen. Goa ist ein Ort der Freigeister, viele Menschen aus der ganzen Welt, die das Leben und die Freiheit lieben. Leider fällt mir immer wieder auf, dass oft genau den Menschen, die ihre Freiheit so feiern, die Freiheit der anderen egal ist. Es hat etwas mit Wertschätzung der anderen Person zu tun, vielleicht auch einmal seine eigenen Vorstellungen ein bisschen runter zu schrauben, einen Kompromiss einzugehen, die Anderen nicht für selbstverständlich zu nehmen.

Ein ganz einfaches Beispiel dabei ist Lärm. Es ist wunderbar, die Freiheit zu haben, nachts wach zu sein und mit Freunden zu tanzen. Aber wenn der Nachbar das eben nicht möchte, wäre es doch schön, auch darauf Rücksicht zu nehmen.

Rücksicht nehmen

Rücksicht nehmen hat für mich etwas mit Wertschätzung zu tun. Ich versuche deshalb meinem Sohn vorzuleben, dass es schön ist Rücksicht zu nehmen, offen miteinander zu reden, Menschen nicht für selbstverständlich zu nehmen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass wir immer versuchen pünktlich zu sein, ohne Stress, einfach mit guter Planung. Denn das hat meiner Meinung nach auch etwas mit Wertschätzung des Anderen zu tun. Ich möchte nicht, dass jemand seine Zeit verschwendet, um auf mich zu warten. 

Wertschätzung von Dingen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wertschätzung von Dingen. Ich finde gerade in der heutigen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft ist das besonders wichtig. Und wenn ich ehrlich bin, besitzen wir, also auch mein Sohn viel zu viel. Es sind aber nicht nur die Spielsachen, sondern auch Möglichkeiten, wie zum Beispiel Sport- oder Musikkurse, die in großer Menge vorhanden sind. Manchmal habe ich deshalb das Gefühl, dass schon Kinder keine Freude mehr an Dingen haben, weil sie es auf Grund der Fülle nicht wertschätzen. Ich möchte natürlich, dass mein Sohn alle Möglichkeiten hat, aber diese trotzdem wertschätzt, auch hier versuche ich das in erster Linie vorzuleben.

Außerdem versuchen wir die Anzahl von Spielsachen soweit es geht zu begrenzen. Zum Beispiel sortieren wir zwei Mal im Jahr Spielsachen aus, vor dem Geburtstag und vor Weihnachten. Diese Spielsachen verschenken wir dann an Kinder, die keine Spielsachen haben. Mein Sohn hat in Indien schon oft die Erfahrung gemacht, dass wir von Kindern, oder Frauen mit Kindern nach etwas zu essen gefragt werden, prinzipiell hat Theo schon oft Armut gesehen. Ihn macht das sehr traurig, und in den Situationen würde er manchmal gern alles abgeben. Ich habe versucht ihm so gut wie möglich zu erklären, warum es Menschen gibt, die arm sind und Kinder, die kein Spielzeug haben. Aufgrund seiner persönlichen Erfahrung, findet er immer wieder schöne Spielzeuge, Bücher oder Sachen, die er verschenken möchte.

In dem Zusammenhang erkläre ich ihm auch, wie wichtig es ist, auf seine Spielzeuge aufzupassen und Dinge nicht mutwillig kaputt zu machen. Ich habe mich schon oft erschrocken, wie gleichgültig Menschen manchmal mit Gegenständen umgehen. Wir sind eher vom Team Wiederverwendung. Wir lieben es Dinge zu recyclen bzw. upcyclen und ihnen ein neues Leben zu geben.

Wertschätzung der Natur

Durch den achtsamen Umgang mit Dingen kann ich Theo auch gleich die Wertschätzung der Natur näher bringen, in den heutigen Zeiten wichtiger denn je. Ich möchte, dass Theo sich als Teil der Natur versteht und dadurch erkennt wie wichtig es ist, umweltbewusst zu handeln und zu leben. Dazu gehört zum Beispiel, dass er viel Zeit draußen verbringt: im Garten, am Strand oder im Wald und das bei jedem Wetter. Ich möchte, dass er mit Tieren in Berührung kommt und Vorgänge in der Natur versteht.

So ist er zum Beispiel bei uns zu Hause der Kompostbeauftragte und er liebt es! Nachdem wir ihm alles gezeigt und erklärt haben, genießt er es diese Verantwortung zu haben. Wir machen immer wieder kleinere Pflanzprojekte, zum Beispiel haben wir Tomatensamen gesät und konnten sehen wie die Pflanze wächst und wie viel Zeit und Pflege es braucht, bis es eine Tomate gibt. Prinzipiell denke ich, dass alle Kinder eine gewisse Neugier in sich tragen. Und durch Theos viele Fragen, haben wir beide noch sehr viel über Tiere und die Natur gelernt. 

Wertschätzende Erziehung – Fazit

In der wertschätzenden Erziehung geht es darum ein Vorbild zu sein. Oft erlebt man, dass sich Eltern den Respekt von ihren Kindern einfordern, aber wie sieht es anders herum aus? Kinder brauchen und verdienen den Respekt von den Eltern und anderen Erwachsenen genauso, um sich frei und positiv entwickeln zu können. Durch den respektvollen Umgang miteinander lernen alle auch einen wertschätzenden Umgang miteinander. Dazu gehört, dass Dein Kind in seinen/ ihren Bedürfnissen gesehen und anerkannt wird. Wenn ein wertschätzender Umgang miteinander in Deiner Familie gepflegt wird, ist das die beste Grundlage für Dein Kind soziale und emotionale Intelligenz zu entwickeln. 

Hast Du Erfahrung mit Achtsamkeit und Wertschätung als Erziehungsziel? Was ist Dir in Deiner Erziehung besonders wichtig und was willst Du Deinem Kind mit auf den Weg geben? Schreibe uns gerne einen Kommentar und erzähle uns davon.

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