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Sprechen lernen fördern: 7 Fehler, die alle Eltern vermeiden sollten


Wenn Dein Kind die ersten Wörter spricht, ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Der Zeitpunkt ist individuell verschieden: Manche Kinder sprechen ihr erstes Wort schon vor dem ersten Geburtstag, andere erst mit 20 Monaten. Aber wie kannst Du Dein Kind beim Sprechen lernen fördern? Und gibt es Fehler, die Du beim Sprechen lernen vermeiden kannst?

Um die erste Frage direkt zu beantworten: Ja, es gibt definitiv Dinge, die Du falsch machen kannst, wenn Dein Kind sprechen lernt. Die häufigsten Fehler beim Sprechen lernen habe ich Dir hier aufgelistet — und erkläre Dir natürlich, wie Du Dein Kind stattdessen beim Sprechen lernen fördern kannst.

Nicht vorlesen

Der erste Fehler: Nicht vorlesen. Wenn Du Deinem Liebling beibringen möchtest, sich mit Worten auszudrücken, muss es natürlich viele davon hören. Wie soll es sonst erfahren, was es bedeutet zu sprechen? Mit bebilderten Geschichten geht das besonders gut. Kinderbücher sind mit einer einfachen, verständlichen Sprache befüllt, die Dein Kind versteht. Liest Du Deinem Kind also regelmäßig vor, ist das gut für sein Sprachverständnis. Es hört viele Worte und prägt sie sich ein.

Liest Du eine bestimmte Geschichte immer wieder vor, kann Dein Schatz sich Teile besonders gut merken und wird irgendwann versuchen, gemerkte Wörter nachzusprechen. Besonders geeignet für die ersten Worte sind Bücher, die mit Illustrationen versehen sind, für den Anfang zum Beispiel Kinder-Wörterbücher. So kann Dein Kind ein gelerntes Wort direkt mit dem dazugehörigen Bild verbinden und auch im Alltag wiederfinden.

Übrigens: Es ist nicht unbedingt notwendig, dass Du den Text wortgenau vorliest. Manchmal ist es sogar besser, Du beschreibst Deinem Kind in einfachen Worten, was auf den Bildern passiert und benennst die Dinge, auf die Dein Kind deutet. Später kannst Du ihm dann Fragen zu den Bildern stellen: Zuerst etwa „Wo ist der Teddy?“, später dann „Was macht der Teddy da?“.

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Mit anderen Kindern vergleichen

„Paul ist genauso alt und kann schon viel mehr Wörter sprechen.“ Klar, wenn Du Kontakt zu anderen gleichaltrigen Kindern von Freunden, aus der Familie oder in der Krippe bzw. bei der Tagesmutter hast, fängst Du natürlich an zu vergleichen. Was können die anderen Kinder, was meins nicht kann? Und warum? Mache ich etwas falsch? Muss ich mich mehr reinhängen? Oder ist mein Kind weniger aufnahmefähig? All diese Sorgen solltest Du ganz schnell beiseite werfen: Jedes Kind ist verschieden und das ist auch gut so! Sollte Dein Kind langsamer sprechen lernen als Andere, ist das nicht direkt ein Grund zur Sorge.

Sollte Dein Schatz mit zwei Jahren aber noch gar keine Anstalten machen sich zu verständigen, solltest Du zur Sicherheit mit dem Arzt oder einem Logopäden sprechen, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Es kann aber auch vorkommen, dass Kinder vor dem zweiten Geburtstag noch fast gar nicht sprechen und dann innerhalb weniger Wochen einen großen Sprung machen und vielleicht schon Sätze mit zwei Worten bilden können, wie zum Beispiel „Mama, haben“.

Babysprache sprechen

Gerade in den ersten zwei Jahren sprechen die meisten Eltern in ihrer ganz eigenen Babysprache mit ihrem Kind. Das ist ganz normal und total in Ordnung. Was Du allerdings nicht tun solltest — vor allem nicht in der Zeit, in der Dein Kind sprechen lernt, ist, es nachzuahmen und Wörter allzu babyhaft auszusprechen. Denn wie soll Dein Kind Wörter richtig lernen und selbst nutzen, wenn Du sie falsch vorsagst? Sprich also Wörter korrekt aus, und sprich dabei langsam und verständlich. Wenn Dein Kind also „Mama, Tets!“ befiehlt, kannst Du erwidern: „Möchtest Du einen Keks haben?“ Ohne es zu merken, wirst Du sowieso unbewusst etwas höher, melodischer und in kurzen Sätzen mit Deinem Liebling sprechen. Das ist genau richtig so!

Ständig korrigieren

Andersherum solltest Du Dein Kind in der Anfangsphase des Sprechens nicht korrigieren. Sagt es zum Beispiel ständig „Appel“ statt „Apfel“, solltest Du nicht direkt sagen: „Nein, das heißt Apfel.“ Kleine Kinder nehmen Kritik persönlich – und korrigieren schüchtert sie ein. Kinder, die Angst davor haben, ein Wort falsch auszusprechen, sprechen womöglich sogar weniger!

Die bessere Variante: Ermutige Dein Kind zum sprechen, indem Du freudig erwiderst: „Richtig, das ist der Apfel“. Dann hört es das Wort noch einmal richtig und wird beim nächsten Mal vielleicht versuchen, es klarer aussprechen. Zwanglos und ohne es dabei zu belehren, sondern völlig natürlich.

Dein Kind erpressen

„Sag ,Milch‘ und dann bekommst Du sie.“ Manchmal kommt es vor, dass Eltern Kinder „erpressen“, damit sie beginnen zu sprechen. Das ist definitiv der falsche Weg! Denn wenn Dein Kind etwas noch nicht kann, hilft es erst recht nicht, es unter Druck zu setzen. Und zwar auch dann nicht, wenn Du es so drastisch einforderst — im Gegenteil: Dein Kind ist frustriert, weil es Dir nicht gerecht werden kann. Geh also lieber (wie in Punkt 4 beschrieben) auf die Gesten und Laute Deines Schatzes ein und zeige ihm, dass Du ihn verstehst.

Nicht auf Dein Kind eingehen

Es ist wie mit dem Vorlesen: Wenn Dein Kind keine Worte hört, kann es sie auch nicht lernen. Und es reicht nicht, mit der Freundin zu telefonieren, während Dein Kind nebenher mit Bausteinen spielt. Besser ist es, wenn Du Dein Kind mit Worten in den Alltag einbeziehst. „So, jetzt decken wir den Tisch. Auf den Tisch gehören Teller. Und auf den Teller kommt dann das Essen.“ Wenn du merkst, dass Dein Kind besondere Interessen hast, ist es natürlich gut darauf einzugehen. Zum Beispiel, wenn Dein Kind gerne Tiere mag. „Schau mal, ein Vogel. Und da ist ein Hund. Den kann man streicheln. Und wie macht der Hund? Wau, wau!“ Mit Fragen kannst Du Dein Kind einbeziehen und verschiedene Kontexte erschaffen. Und wenn Deinem Kind die Dinge, über die ihr sprecht, im Alltag immer wieder begegnen, so wird es sie auch immer öfter von sich aus benennen.

Umgekehrt kannst Du Dein Kind beim Sprechen lernen fördern, wenn Du die Dinge benennst, auf die es deutet oder die es mit „da da da“ kommentiert.

Die Babysprache Deines Kindes nicht übersetzen

Spricht Dein Kind Wörter, die nur Du richtig zuordnen kannst, hilft es, sie auch anderen zu erklären. Fragt es Oma und Opa zum Beispiel immer nach dem „Schuschu“, kannst Du Dich einschalten und sagen „Ich glaube, Du möchtest den Schlüssel haben, oder?“. So fühlt es sich verstanden und hört gleichzeitig die richtige Variante des Wortes. Auch, wenn Dein Kind in der Kita eingewöhnt wird oder ein Babysitter kommt, kannst Du der Betreuungsperson die wichtigsten „Wortschöpfungen“ Deines Kindes erklären.

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