Vergleiche ziehen unter Kindern: meine Erfahrungen


Als frischgebackene Mutter musste ich mir erst im Klaren darüber werden, dass jedes Kind anders ist und jedes Baby/Kind sich unterschiedlich entwickelt.

Vergleiche ziehen

2012 kam mein Sohn Christopher auf die Welt. Als er 3 Monate alt war, traf  ich im Park eine Frau mit Zwillingen und kam mit ihr ins Gespräch. Dabei fanden wir heraus, dass unsere Kinder alle am gleichen Tag geboren sind. Im Übrigen auch im gleichen Krankenhaus, auch wenn dies nichts zur Sache tut. Sprich: ich hatte den direkten Vergleich. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mich deswegen aber sehr unter Druck gesetzt habe.

Druck unter Müttern

Viele Mütter – wie auch ich – machen sich tierischen Druck, wenn ein Baby oder Kleinkind weiter ist als das eigene im selben Alter. Gerade bei dem ersten Kind möchte man alles richtig machen und das Baby/Kleinkind richtig fördern. Aber das alles hat auch Grenzen. Ich habe mich täglich mit Christopher hingesetzt und mit ihm spielerisch Farben und Zahlen gelernt. Allerdings habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass mittlerweile meine Freundin mit ihren Zwillingen nur gespielt hat ohne zu lernen. Trotzdem waren sie in einigen Dingen viel schneller als mein Sohn. Also habe ich mich weiter unter Druck gesetzt.

Wieso sprechen ihre Kinder schon und meins noch nicht?

Die Zwillinge haben sehr schnell mit dem Sprechen angefangen. Dafür konnten sie lange nicht laufen oder haben ein Verhalten an den Tag gelegt, wo ich mir gedacht habe, wieso sagt sie nichts? Einer der Zwillinge ist regelmäßig ausgerastet und hat seine Aggressionen überall ausgelassen. Am Ende hatte er aber die Beulen und musste behandelt werden. Mein Sohn war dagegen immer schüchtern und zurückhaltend. Er hat früh auf mich gehört und hat oft sein Spielzeug selber aufgeräumt – was die Zwillinge nicht konnten. Sprechen konnte Christopher aber noch nicht. Als das dritte Wort aus seinem Mund kam, war ich so glücklich. Das dritte Wort war Oooooma. Dann kam allerdings lange Zeit nichts Neues. Der Arzt hat mich natürlich bei den U-Untersuchungen immer nach der Sprachentwicklung gefragt. Als ich ihm gesagt habe, dass er kaum spricht, hat er mich angelächelt und meinte, er habe auch noch Zeit bis er 3 Jahre alt ist. Darauf habe ich mich dann verlassen und habe mich über jedes neue Wort in seinem Wortschatz gefreut. Heute mit 3 Jahren spricht er fließend und auch wenn man oft nicht alles versteht oder er seine eigenen Worte erfindet, ist das kein Defizit! Jedes Kind hat seine eigene Entwicklung. Dafür kann Christopher wunderbar puzzeln, sich Dinge merken und ist motorisch sehr weit!

Plötzlich holt er auf

Mittlerweile spricht Christopher sehr deutlich und auch in ganzen Sätzen. Die gute Aussprache kam ganz plötzlich. Als wäre er über Nacht gereift. Christopher kommt im August in die Kita und freut sich wahnsinnig. Die ersten Probestunden haben wir nun hinter uns. Als ich Christopher nach der ersten Probestunde abgeholt habe, habe ich gesehen, dass er sich mit den anderen Kindern sehr gut verständigen kann. Er wollte im Übrigen gar nicht mehr dort weg. ;-)

Vergleiche bei meinem zweiten Kind

Bei Amelie (8 Monate) bin ich nicht mehr der Meinung, dass sie alles perfekt können muss. Auch der Vergleich zu anderen Babys im selben Alter bleibt aus. Im Gegenteil: Ich genieße die Zeit mit ihr. Natürlich freue ich mich über jeden Fortschritt, den sie macht. Ich bin aber nicht mehr darauf aus, dass sie alles können muss, was mir Ratgeber vorgeben. Nach der Erfahrung mit Christopher habe ich gelernt, dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.