Was kann ich bei schmerzhaften und wunden Brustwarzen tun?


Ich bereite die Frauen in der Vorsorge immer darauf vor, dass viele Frauen zu Beginn der Stillzeit das Stillen als unangenehm empfinden. Die Brustwarze ist einer Belastung ausgesetzt, die sie vorher nicht kannte und muss sich erst einmal daran gewöhnen. Wenn eine Frau wunde oder sogar blutige Brustwarzen hat, oder das Stillen als richtig schmerzhaft empfindet, muss nach der Ursache gesucht und diese behoben werden. Aus diesem Grund ist eine gute Stillbegleitung durch eine Hebamme gerade zu Beginn der Stillzeit sehr wichtig.

Warum habe ich Schmerzen oder wunde Brustwarzen?

Die häufigste Ursache für schmerzhafte oder wunde Brustwarzen ist eine falsche Anlegetechnik. Vor allem wenn das Kind zu wenig Brustwarze im Mund hat, kommt es zu Schmerzen. Schmerzen sind immer ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte! Eine anfängliche Empfindlichkeit bei den ersten 3-4 Zügen in den ersten Tagen/Wochen ist normal. Wenn es aber nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes immer noch schmerzt, sollte das Vakuum durch den Finger im Mundwinkel gelöst und das Kind erneut angelegt werden.

Andere Ursachen für wunde Brustwarzen:

  • Übervolle Brüste, dadurch kann das Kind nicht mehr genügend Brustwarze in den Mund nehmen.
  • Verkürztes Zungenbändchen beim Neugeborenen, dadurch kann die Zunge des Kindes die Brustwarze nicht richtig umschließen.
  • Saugverwirrung des Kindes, das Kind verlernt das korrekte Saugen an der Brust.
  • Pilzinfektion
  • Selten: Kind mit angeborenem, starkem Beißreflex

 Was kann ich tun?

  • Ursache beheben! Lassen sie sich von Ihrer Hebamme beraten. Am besten sollte die Hebamme beim Anlegen und Stillen zusehen, um den Grund der wunden Brustwarze zu finden.
  • Anlegen korrigieren! Nutzen sie im Krankenhaus die Gelegenheit, dass erfahrenes Personal ihnen beim Anlegen hilft und zuschaut.
  • Wenn wirklich das verkürzte Zungenbändchen Schuld an der wunden Brustwarze ist, kann dieses ohne großen Aufwand ambulant vom Kinderarzt ohne Schmerzen gekappt werden.
  • Wie so oft ist auch hier das Zauberwort „Luft“. Lassen sie so viel Luft wie möglich an die Brust kommen. Nach dem Stillen sollte noch etwas Milch aus der Brust gedrückt werden. Verreiben sie diese und lassen sie diese trocknen. Erst dann wird die Stilleinlage mit dem BH wieder geschlossen.
  • Nachdem die Brustwarze „getrocknet“ ist, kann eine Salbe aus reinem Wollfett dünn auf die Brustwarze aufgetragen werden. Zum Beispiel “Purelan” oder “Lansinoh”.
  • Sehr angenehm finden Frauen auch die Kompressen von “Multi Mam”. Auch diese werden nach dem „Trocknen“ mit der Gelseite auf die Brustwarze gelegt.
  • Viele Frauen empfinden Stilleinlagen aus Baumwolle, Wolle oder Seide angenehmer als die Einmalstilleinlagen. Es kommt auch mehr Luft an die Brustwarze. Wollen Sie Einmalstilleinlagen verwenden, achten sie darauf, diese regelmäßig zu wechseln.
  • Vor dem Anlegen die Brust wärmen, damit der Milchspendereflex schneller ausgelöst wird.
  • Versuchen sie beim Anlegen nicht die Zähne zusammen zu beißen, sondern ähnlich wie bei den Wehen langsam ausatmen.

Schmerzhafte, wunde oder sogar blutige Brustwarzen (Muttermilch mit Beimengung von Blut stellt kein Problem für ihr Baby dar!) sind kein Grund abzustillen. Hier sollte man als Eltern aber wissen, dass sich der Stuhlgang aufgrund des geschluckten Blutes dunkel bis schwarz verfärben kann, dies nennt man Teerstühle. Genauso kann beim Spucken eine Blutbeimengung dabei sein. Auch wenn die Brustwarze schmerzt oder wund sein sollte, darf die Brustentleerung nie unterbrochen werden! Dies kann die gesamte Situation verschlimmern. Wenn die Beschwerden zu stark werden, kann eine Stillpause von ein bis zwei Tagen erwogen werden. Besprechen sie Brustwarzen- und Stillprobleme am besten so schnell wie möglich mit ihrer Hebamme. Zusammen werden sie sicher eine Lösung finden, um das Erlebnis Stillen zu einem schönen, einmaligen Erlebnis zu machen!

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