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Meine Wahrheit über das Stillen

Hier erklärt unsere Autorin Simone, wie sie zum Thema Stillen steht — und wie es in ihrer täglichen Arbeit als Hebamme erlebt.

Ob Du Dein Baby nach der Geburt stillen oder mit der Flasche ernähren möchtest, solltest Du Dir im besten Fall während der Schwangerschaft überlegen. Meine Frauen frage ich demnach auch bereits im Laufe der Schwangerschaft, was sie darüber denken. Die häufigste Antwort, welche ich dann bekomme ist: “Wenn es klappt, möchte ich stillen.”

Stillen – Die Sache mit der Natur

Wer mich als Hebamme kennt weiß, dass ich nicht der größte Naturfreak bin, ABER im Bezug auf das Stillen hat die Natur ausnahmsweise mal etwas sehr gut gemacht. Nämlich die Tatsache, dass im Grunde alle Frauen stillen können. Selbst Frauen, welche sich die Brüste haben vergrößern oder verkleinern lassen, haben je nach Operationsverfahren noch eine Chance, eines Tages gut zu stillen.

Die Sache mit der Geduld

Wenn Du Dich bereits während Deiner Schwangerschaft dafür entschieden hast, dass Du nach der Geburt Dein Baby stillen möchtest, dann solltest Du dich genauso dafür entscheiden, ab Tag 1 ausreichend Geduld aufzubringen. Leichter gesagt als getan, definitiv. Aber keinem Kind ist geholfen, wenn es eine ungeduldige Mama hat. Und keine Brust produziert schneller Milch, weil man selbst hektisch wird. Im Gegenteil.

Die Sache mit dem eigenen Kopf

Der Kopf und die Brust sind beste Freunde oder aber eben auch beste Feinde. Denn wenn es mit dem Stillen nicht so klappt wie gehofft, ist die Hauptursache meist der eigene Kopf. Man mag es nicht glauben, aber das Zusammenspiel von Kopf und Brust ist wirklich enorm. Leider muss man sich nicht mal bewusst Gedanken machen. Oftmals reichen unbewusste Sorgen und Ängste im Hinterkopf aus, um die Stillsituation negativ zu beeinflussen.

Die Sache mit dem “auf Teufel komm’ raus”

Ich weiß, dass es Frauen und auch Kolleginnen gibt, und damit möchte ich niemanden negativ darstellen — jedem das seine — die “auf Teufel komm’ raus” dafür sind zu stillen. Und zwar ausschließlich und ohne jegliche Art von Ausnahme. Dass der Verlauf der Natur und viele individuell verschiedene Situationen aber in manchen Fällen dafür sorgen können, dass man eventuell zu Beginn zufüttern muss, vergessen viele. Ja, manchmal muss man sogar länger als nur zu Beginn die Mahlzeiten mit Flaschennahrung auffüllen. Du wärst also nicht die erste und bei Weitem auch nicht die Einzige, bei der es so wäre. Stillen mit dem Gedanken “auf Teufel komm’ raus” ist, wenn man zurückdenkt an das Zusammenspiel von Kopf und Brust, also absolut kontraproduktiv.

Kopf aus – Brust an

Die ersten Tage nach der Geburt steht Deine gesamte Welt sowieso auf dem Kopf. Wenn Du Dir jetzt zu viele Gedanken über das Stillen machst, ist der Start ins  Familienleben schwerer, als er sein müsste. Der Milcheinschuss kommt in der Regel am 3. oder 4. Tag nach der Geburt. Wenn Du per Kaiserschnitt entbindest, möglicherweise erst einige Tage später. Bis dahin wirst du dein Kind zwar durch die Brust versorgen können, oftmals reicht die Milchmenge aber nicht aus, um es komplett satt und zufrieden zu bekommen. Dann ist es absolut keine Schande, etwas Flaschenmilch zuzufüttern. Dies funktioniert zum Beispiel sehr stillfreundlich mittels einer kleinen Spritze: Sobald das Kind an der Brust saugt, wird die Milch durch die Spritze über einen kleinen Schlauch, der direkt an der Brustwarze anliegt, in den Mund geführt. Es spricht jedoch auch nichts dagegen, dem Kind eine kleine zusätzliche Menge per Flasche zu füttern. Hierbei ist das A und O, dass man das Baby zuerst immer an die Brust anlegt und hinterher die Flaschennahrung gibt.

Die Sache mit dem Saugen

Dasselbe gilt für den Gebrauch eines Schnullers. Viele fragen: “Darf ich, wenn ich stille, einen Schnuller geben?” Ja, unbedingt. Man sollte natürlich nicht jedem Kind ohne wirklichen Grund einen Schnuller in den Mund stecken, aber es gibt auch keinen Grund, keinen Schnuller zu geben, wenn es einen braucht. Im Gegensatz dazu halte ich es persönlich allerdings für falsch, zur Beruhigung die Brust zu geben. Stillen ist reine Nahrungsaufnahme — kein Ruhigstellen des Babys und vor allem keine Befriedigung eigener Bedürfnisse. Saugen kommt von Säugling und genau dafür wurden Sauger auch entwickelt. Meistens saugen die Babys zu Beginn einige Male am Schnuller und finden dann beruhigt in den Schlaf — während man den Schnuller sogar vom Baby wieder entfernen kann. Schlimm hingegen ist es allerdings, wenn ein Kind noch mit 3 Jahren den ganzen Tag mit Schnuller im Mund herumrennt.

Die Sache mit der Saugverwirrung

Kurz und knapp: Solange Du regelmäßig stillst und in Kombination mit der Flasche immer zuerst anlegst, wird es auch keine Saugverwirrung geben. Und merke Dir: jedes Kind, das einen Schnuller bekommt, kann auch die Flasche bedenkenlos nehmen und andersherum.

Die Sache mit dem eigenen Gefühl

Am Ende ist das Wichtigste: Dein eigenes Gefühl. Deine Hebamme hat ihre Meinung, aber für Dich sollte Sie nur beratend zur Seite stehen und Dir Tipps und Tricks geben. Wie Du diese umsetzt und was Du daraus für Dich und Dein Baby machst, ist absolut Deine Sache. Genauso musst Du immer daran denken: Du bist die Mama. Du hast Dein Baby 24/7 bei Dir und bist die einzige, die sein Stillverhalten genau kennt. Die Hebamme, die irgendwann nur noch alle paar Tage vorbeikommt, wird also immer nur einen Augenblick beurteilen können, aber niemals die gesamte Stillsituation. Also höre auf Dich selbst und dein Gefühl und hinterfrage ruhig jeglichen Vorschlag Deiner Hebamme. Du bist die Mama und nur Du entscheidest, was Du machst.

Zu jedem Anfang gehört auch ein Ende

Und genau so entscheidest auch nur Du, ob das Stillen für Dich und Dein Baby das Richtige ist oder vielleicht auch nicht. Die ersten Wochen sind anstrengend. Mit Stillen sicherlich nochmal ein Stückchen mehr. Da werden Sorgen und Ängste sein, ob die Milchmenge ausreicht und Du Dein Baby überhaupt satt bekommst. Du wirst gefühlt immer in Alarmbereitschaft sein und auf Abruf stehen. Gib’ den Dingen ausreichend Zeit. Bis zwischen Mutter und Kind ein gutes, eingespieltes Stillverhältnis entsteht, gehen gerne mal 2 bis 4 Wochen ins Land.

Wenn Du aber bereits vor Ablauf dieser Zeit merken solltest, dass Dich das Stillen unter extremen Stress setzt, dann solltest Du dies mit Deiner Hebamme besprechen. Nur Du triffst die Entscheidung, ob Du es weiter versuchen möchtest oder eben auch nicht. Wenn Dir der Gedanke des Abstillens permanent im Kopf herumspukt, dann ist es oftmals tatsächlich besser, diesen Schritt zu gehen und für Dich und Dein Baby wieder entspannte Umstände zu schaffen. Eine schlechtere Mama bist du deshalb ganz sicher nicht, im Gegenteil. Für Dein Baby ist es das Wichtigste, eine entspannte, glückliche Mama zu haben. Wenn Du die bist, ohne zu stillen, dann ist das eben so.

 

 

Bildnachweis: @ stanislav_uvarov – Fotolia.com.

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23 Kommentare

Antworten

  1. “Stillen ist reine Nahrungsaufnahme — kein Ruhigstellen des Babys und vor allem keine Befriedigung eigener Bedürfnisse. Saugen kommt von Säugling und genau dafür wurden Sauger auch entwickelt.” … traurig, wenn selbst Kolleginnen so denken.
    Säugling kommt von saugen, genau richtig. ABER: genau dafür ist die Brust da! Natürlich nicht als Zwang, jede Mutter soll selbst entscheiden ob und wann sie Brust oder Schnuller gibt. Aber zu schreiben, dass die Brust nur Nahrungsaufnahme ist finde ich wirklich schade und schlichtweg falsch. Das o.g. Zitat hört sich für mich nach 19. Jahrhundert an: “vor allem nicht zur Befriedigung eigener Bedürfnisse” Ernsthaft?

  2. Es gibt nicht viele Worte in der deutschen Sprache, die so treffend sind, wie das Wort “stillen”. Es sagt einfach so viel aus, ua, dass es viel mehr als Nahrungsaufnahme ist.
    Schade, dass die Hebamme das Stillen zum Saugen degradiert.

  3. Fachlich leider vieles falsch, empfehle dringend eine Fortbildung dazu.
    Schade, dass Frauen so ein falsches Bild vom Stillen bekommen .

  4. Frage an babyartikel.de: es gibt so viele fachkundige, erfahrene Hebammen/Stillberaterinnen in diesem Land. Warum darf eine Hebamme über das Stillen schreiben, die außer ihrem Ausbildungswissen und ihrer Berufserfahrung von 4 Jahren keine weitere Qualifikation zu diesem wichtigen Thema hat?

    • Danke, sehe ich auch so. Wenn sich junge Familien Wissen übers Netz aneignen wollen und dann auf Deinen Artikel, Frau Kollegin, stoßen, brauche ich mich nicht zu wundern, daß sie zu keiner besseren Einsicht kommen können. Dein Artikel ist fachlich völlig falsch. Ich bin sehr verwundert! … dann heißt es, daß sie die Information aus dem Netz von einer anderen Hebamme haben. Mach Du doch dann mit Deinen Lösungsansätzen online weiter bei den Frauen mit den Stillproblemen!

  5. Ups, liebe Kollegin und Namensvetterin – nicht nur, dass das n sehr subjektiver und einseitiger Artikel ist (finde ich für die breite Öffentlichkeit nur semi professionell!), du bräuchtest auch wirklich mal ne kleine Stillfortbildung (so in Richtung Saugverwirrung oder Alternativen zum Stillen, ohne gleich die Pulle zu bevorzugen…).
    Gefällt mir leider nicht.

  6. Nachdem ich diesen Beitrag zum stillen gelesen habe, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
    Es ist unglaublich, wie so was als „Fachbeitrag“ durchgeht. Das ist für alle Hebammen eine Beleidigung. Der Beitrag ist fachlich fehlerhaft und es ist erschreckend, dass man so arbeitet!
    Eine aktuelle Stillfortbildung wäre wohl mal mehr als angebracht…

  7. Liebe Simone, stillen ist so.viel.mehr als Nahrungsaufnahme! Stillen ist Nähe, Wärme, Geborgenheit und ja auch Beruhigung. Es ist unfassbar wieviel quark du von dir gibst. Bitte mach bald eine gute stillfortbildung. Btw, die Brust war tatsächlich vor dem Sauger da…
    MfG

  8. Zu diesem Artikel über das Stillen kann ich als Hebamme mit 15 Jahren Berufserfahrung nur den Kopf schütteln!
    Wie kann man als Fachperson so etwas von sich geben?
    Stillen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme – Stillen ist eben nicht nur reine Nahrungsaufnahme!
    Und es schadet durchaus (!) wenn man einem Kind “ein bischen Flaschennahrung dazu gibt” – die Darmflora des Neugeborenen wird für 8 Wochen nach einer einzigen Zufüttermahlzeit gestört.
    Und daß Darmflora und Gesundheit zusammengehören, sollte man heute wissen. Zufüttern sollte nur dann erfolgen, wenn es NÖTIG ist. Auch nach einem Kaiserschnitt kommt die Milchbildung am 3.-4. Tag in Gang, bei Mehrgebärenden durchaus auch schon am 1.-2. Tag. Und Schnuller gehören für mich erst dann in Babies Mund, wenn das Stillen gut etabliert ist. Also ungern vor 1-2 Wochen nach der Geburt! Das frühe Geben von Schnuller und Flasche verhindert eine adäquate Milchbildung.

  9. Ich glaube, den fachlich korrekten Kommentaren meiner Kolleginnen ist nichts mehr hinzuzufügen. Über den schlichtweg falschen und plakativen Artikel sage ich lieber nichts, außer: schade, dass garantiert viele verunsicherte, junge Mütter diesen lesen und den verzapften Blödsinn für bare Münze nehmen.

    Natürlich muss Frau nicht Stillen und jeder sollte selbst überlassen sein, ob und wie sie stillen möchte- aber einen Artikel als angebliche Fachperson zu verfassen, in dem so viel Nichtwissen veröffentlicht wird (ab und zu ne Flasche schadet nicht zB) ist fahrlässig.

  10. Therese Schilling-Studenik

    11. Dezember 2017 at 9:44

    Den vielen Kolleginnen voraus, möchte ich nichts mehr hinzufügen.
    Wenn aber Hebammen solche Artikel verfassen, wundert mich nicht, dass die Frauen sich deutlich lieber an eine Stillberaterin wenden als vertrauensvoll an ihre Hebamme.
    Vielleicht denkst du nochmal über den Hintergrund deiner Informationen nach & wendest dich an erfahrene Kolleginnen oder gute Fortbildungen, um dein Wissen zu ergänzen.

  11. Ich kann mich da nur anschließen! Gab es keine Kollegin für den Artikel, die tatsächlich Ahnung hat?!?!?
    Die Verfasserin braucht dringend Fortbildungen!!!

  12. Ich wünschte, ich hätte eine Hebamme wie Dich gehabt!! Besonders auf der Wöchnerinnenstation und in der Nachbetreuung. Dieser Druck, der leider oft auf einen ausgeübt wird… als würde man sich diesen nicht schon selbst machen.
    Bei meinem ersten Kind haben mir ständig irgendwelche Hebammen an der Brustwarze herumgezerrt, wie selbstverständlich, ungefragt! Ständig wollten sie mit mir “Anlegen üben” , haben mich dabei völlig versunsichert,mich unter Druck gesetzt. Als sie dann auf die Idee kamen, mich und das Kind nachts alle 45 Minuten zu wecken um anzulegen und danach die Kleine mitzunehmen und direkt zu wiegen, um die “Stillprobe” zu machen, wurde es mir zuviel. Ich habe das nicht zugelassen und mich am nächsten morgen völlig fertig mit den Nerven selbst entlassen.( 36H nach Entbindung!) Ich hatte weder ein zu leichtes Kind (3200g) noch irgendwelche gesundheitlichen Probleme ( Gelbsucht etc) Es war, im Nachhinein und mit Erfahrung betrachtet, alles in Ordnung. Man hätte uns lediglich etwas Zeit geben müssen um anzukommen. Leider gehen meiner Erfahrung nach viele Hebammen viel zu verbissen und engstirnig an das Thema heran.
    Ich habe anschließend 8 Monate voll gestillt. Totz Schnuller.

    • Liebe Anna,
      was Du beschreibst hört sich leider wirklich nach schlechter Betreuung an und, wie ich weiß, sind die von Dir beschriebenen Situationen leider keine Seltenheit.
      Die von Dir genannten Empfehlungen in der Klinik sind schichtweg auch fachlich falsch und veraltet.
      Allem voran die Wiegeproben sind furchtbar und bringen nichst, bzw bewirken das Gegenteil vom Gewünschten: durch den zusätzlichen Druck wird die Stilleziehung nur schwerer und oftmals die Milch weniger. Das brauch niemand.
      Alle 45 Minuten wecken? Da habe ich noch nie gehört und da sind die Kolleginnen weit über das Ziel hinaus geschossen. Sicherlich empfiehlt es sich meist in den ersten Tagen regelmässig anzulegene – auch nachts. Aber da reichen auch Abstände von 3 oder ggf auch 4 Stunden. Wobei da die Zeit von Stillbeginn bis Stillbeginn zählt. D.h. wenn die Mahlzeit 1,5 Stunden dauert (was Anfangs gar nicht so selten passiert) ist die Pause dazwischen leider entsprechend kürzer.
      Ungefragt an der rust rumfummeln geht auch nicht. Aber auch das ist leider kein seltenes Geschehen. Genauso wie ungefragt und ohne sich vorzustellen vaginal zu untersuchen unter der Geburt oder die Tür zum Kreißsaal auf zu lassen,…etc…alles “kleine Unachtsamkeiten”, die aber auf die Gebärende/Stillende teils große (negative) Auswirkungen haben können.

      Ich würde Dir empfehlen, egal wie lange die Geburt schon her ist, Deine negativen Erfahrungen mal in einem Brief an die Klinik zu senden.

      Nur wenn möglichst alle Frauen sich beschweren und auf Mißstände hinweisen ändert sich vllt mal etwas.

      Alles Gute,
      Alena

  13. Die Brust ist Heimat und Hafen für ein Kind und in allererster Linie zum beruhigen da. Ganz am Rande auch Ernährung. Brust und Muttermilch riechen und schmecken nach Fruchtwasser und so ein Neugeborenes ist immer auf der Suche nach dem sichersten Platz zum Überleben. Das sind Urinstinkte und ganz alte Gene. Und den Kindern ist es egal, welcher Natur ihre Mütter sind. Ob “modern” oder “alternativ” oder “esotherisch”. Kinder agieren alle nach ihren Urinstinkten. Natürlich lassen die sich aberziehen. Aber warum sie verbiegen? Wem nützt das? Dem Kind sicher nicht.
    Bitte die Artikelüberschrift ändern.
    Der Artikel beinhaltet mitnichten die “Wahrheit” übers Stillen.
    Ich empfehle ebenfalls eine fundierte Weiterbildung zum Thema.
    Angelika, 25 Jahre berufserfahren.

  14. Das ist ein Beispiel zum Thema „meinen“ statt „wissen“. Das ist natürlich gewünscht und erlaubt. Aber dann bitte als solchen auch erkennbar machen. Die Aufmachung suggeriert einen fachlichen Artikel und keine Meinung. Das ist sowas wie eine Werbelüge, bzw wie nennt es Trump so gern? Fake-news.

  15. Liebe Simone,
    nachdem ich gerade Deine Reaktion auf die Kommentare hier gelesen habe (bei Instagram), muss ich doch nochmal schreiben.

    Du schreibst: “Aus einem Beitrag der ausschließlich meine Meinung & Ansicht beinhaltet, wurde ein ‘inhaltlich nicht korrekter Fachbeitrag’.” Dein Beitrag ist in einem Babymagazin erschienen, mit der Info, dass Du Hebamme bist und mit dem Titel “Die Wahrheit über das Stillen”…das alles sind nicht gerade Kriterien für einen rein persönlichen, Deine Meinung widerspiegelnden Artikel. Vielmehr lassen diese Info jeden Leser/jede Leserin auf fundiertes Fachwissen hoffen.

    Du schreibst “Kurz und knapp: Solange Du regelmäßig stillst und in Kombination mit der Flasche immer zuerst anlegst, wird es auch keine Saugverwirrung geben.” und regst Dich dann darüber auf, wie die Kolleginnen reagieren. Du wiedersprichst nunmal allen aktuellen Empfehlungen. Die WHO rät eindeutig von Schnuller und Flasche in der sensiblen Anfangsphase ab, sofern man Stillen möchte: http://www.who.int/features/factfiles/breastfeeding/facts/en/
    Du schreibst eben nicht “Die offizielle Empfehlung lautet, dass auf die Flasche und Sauger zu Beginn verzichtet werden sollte. Nichts destotrotz kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass eine Saugverwirrung zum Glück serhr selten vorkommt.” Oder so ähnlich, …das spiegelt eindeutig eine persönliche Erfahrung/Meinung wieder.

    Aus den Kommentaren der Kolleginnen liest Du scheinbar heraus, dass wir alle zur Stillmafia gehören und “unsere Frauen” um jeden Preis zum Stillen bringen wollen. Aber darum ging es hier in keinster Weise. Auch ich berate in alle Richtungen, versuche auf dem aktuellen Stand zu sein und wissenschaftlich fundiert beraten zu können. ICh lasse Erfahrungen einfliessen, versuche aber meine persönliche Meinung für mich zu behalten.

    Du wünscht Dir mehr Gelassenheit, reagierst aber leider selbst gar nicht gelassen.

    Alles Gute, Alena

  16. An alle mit so viel Fachwissen gesegneten Hebammen, die hier ihre Meinung kundtun habe ich als Laie und Nicht-Mutter eine Anregung: Anstatt diesen wie ich finde, für mich informativen Artikel ohne jede Erklärung als inkompetent und fachlich falsch abzutun, wäre es fein, zu erläutern, was sie anders sehen. Denn ich betone noch einmal, ich bin keine Mama und keine Hebamme, trotzdem spricht mich dieser Artikel sehr an und sorgt bei mir weder für Verwirrung, noch habe ich die Intention ab jetzt schreiend vor jeder Hebamme wegzulaufen. Einzig und alleine all ihre spitzen und teils bissigen Kommentare lassen mich hoffen, niemals an eine solche Hebamme zu geraten.

    • Liebe Isa,
      sicherlich sind ein paar Kolleginnen über das Ziel hinausgeschossen, indem sie einfach nur sehr knapp Ihren Unwillen kundgetan haben. Aber: die meisten von uns haben doch erklärt, was die “Aufreger” waren. Es ging primär um zwei Aussagen von Simone:
      1. “Stillen ist reine Nahrungsaufnahme — kein Ruhigstellen des Babys und vor allem keine Befriedigung eigener Bedürfnisse.”
      2. “Kurz und knapp: Solange Du regelmäßig stillst und in Kombination mit der Flasche immer zuerst anlegst, wird es auch keine Saugverwirrung geben.” und “Bis dahin wirst du dein Kind zwar durch die Brust versorgen können, oftmals reicht die Milchmenge aber nicht aus, um es komplett satt und zufrieden zu bekommen. Dann ist es absolut keine Schande, etwas Flaschenmilch zuzufüttern.”
      Es ging niemandem darum, dass die Frauen auf jeden Falls stillen müssen und keinesfalls Flasche oder Schnuller geben dürfen. Das wurd in die Aussagen der Kolleginnen hinein interpretiert (nicht von Dir).

      Gerade zu 2. gibt es einfach so viele aktuelle wissenschaftliche Informationen und Empfehlungen, dass es nunmal fachlich falsch ist. Es gibt die Saugverwirrung, auch wenn sie (zum Glück) sehr selten vorkommt. Aber leider sieht man es den Kindern nicht an, welches sensibel reagiert und welches locker zwischen Brust und Flasche wechselt. Und: natürlich ist manchmal die Milch Anfangs nicht ausreichend. ABER: meistens eben doch. Und so hört es sich im Artikel meiner Meinung nach eben nicht an.
      Und wenn es nicht ausreicht ist Flaschenmilch eben nicht unbedingt die erste und beste Lösung. Denn zum einen, wie von einer Kollegin erwähnt, wirkt es sich negativ auf die Darmflora des Kindes aus und zum anderen wird so die Milchmenge auch nicht mehr…meist ist es eher der Anfang vom Ende (des Stillens). Wichtig wäre in einer solchen Situation vielmehr regelmässig zu pumpen, damit die Produktion in Gang kommt und das Abgepumpte kann dann alternativ zugefüttert werden. Oder natürlich, wenn es zu wenig ist, dann kann künstliche Säuglingsnahrung gegeben werden.

      Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass die Mutter stillen möchte und diesen Weg gehen möchte. Wir Hebammen erklären fachlich fundiert, was die besten Lösungswege sind, welche Alternativen es gibt und die Entscheidung liegt dann bei der Frau. Klar.

      LG, Alena

  17. Hallo Ihr Lieben,
    Jetzt melden wir vom Babyartikel.de Magazin uns mal zu Wort – erst einmal vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare. Wir freuen uns, dass so viele Fachfrauen unser Magazin lesen – und es tut uns sehr leid, dass der Beitrag so viele negative Reaktionen ausgelöst hat. In der Tat bildet der Text die persönliche Meinung von unserer Autorin Hebamme Simone ab. Den Artikel mit der etwas provokanten Überschrift “Die Wahrheit über das Stillen” zu betiteln, ist zugegebenermaßen etwas irreführend. Dafür entschuldigen wir uns. In Zukunft werden wir solche persönlichen Beiträge besser als solche kennzeichnen!

    Simone möchte noch Folgendes dazu ergänzen:
    “Niemand hat davon gesprochen grundlos, gefühlt aus reinem Spaß, zuzufüttern oder ‘gleich die Pulle zu bevorzugen’ – und genauso wurde kommentiert mit den Worten: ‘Zufüttern sollte nur dann erfolgen, wenn es nötig ist’ – absolut. Und mit meinem Satz: …dass der Verlauf der Natur und viele individuell verschiedene Situationen aber in manchen Fällen dafür sorgen können, dass man eventuell zu Beginn zufüttern muss, vergessen viele. – z.B. bei Frühchen, Krankheit der Mutter, Milchbildungsstörung etc. habe ich mit keinem Wort gesagt, dass ich es befürworte geschweige denn bevorzuge grundlos einfach mal dem Baby die Flasche zu geben.

    Zur Beruhigung aller: Alleine dieses Jahr habe ich an drei Stillfortbildungen teilgenommen – Fachwissen ist schön und gut, jedoch in der Umsetzung, mit der Realität da draußen, nicht immer kompatibel. So haben mich über Instagram, aber auch per Email, über 57 Nachrichten und Kommentare erreicht – von Frauen und Wöchnerinnen, welche sich bedankt haben für soviel Verständnis und das dort niemand ist, der Sie verurteilt das sie eben nicht die 100% Stillmama sind – für Sie die Kombination aus Stillen und Flasche geben genau die richtige Lösung war und sie sich eine Hebamme im Wochenbett gewünscht hätten, die dies, trotz anderer Empfehlungen, anstandslos hingenommen hätten.

    Zudem waren darunter auch einige Kolleginnen, welche meine Meinung teilen, manche voll und ganz, andere nur teilweise. Kommentare dieser Art hier halte ich für absolut unkollegial und unangebracht – so habe ich in meinem Artikel, der übrigens ausschließlich meine Ansicht und Meinung vertritt und kein Fachliteraturvortrag sein sollte, mit keinem Wort Kolleginnen angegriffen die bekanntlich eine andere Meinung zu dem Thema teilen.”

  18. Bitte, liebe Redaktion, könnt ihr nicht den Artikel noch umändern und als persönliche Meinung kennzeichnen und auch die Überschrift verändern? Ich kann mich den anderen nur anschließen, wenn ich “Stillen ist reine Nahrungsaufnahme” lese, dann wird mir ganz schlecht und ich hoffe einfach so so sehr, dass sich keine frischgebackene Mutter oder Schwangere das zu Herzen nimmt und den Tag befolgt. Stillen ist Trost und Nähe und der sicherste Platz für das Baby in der ersten Zeit, nicht nur Essensaufnahme.

    Bitte ändert dies, das kann so nicht stehen bleiben.

    • Liebe Martina, vielen Dank für Deine Anmerkung. Aufgrund Deiner und der vielen weiteren Reaktionen auf diesen Artikel haben wir die Überschrift angepasst und den Text als eine rein persönliche Stellungnahme gekennzeichnet. Viele Grüße, Julia von Babyartikel.de

  19. Vielen Dank dafür! So geht doch deutlicher hervor, dass es lediglich die persönliche Meinung einer einzelnen Autorin ist.

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