10 Tipps für das ambulante Wochenbett


Wenn eine frischgebackene Familie in den ersten Stunden nach der Geburt nach Hause kommt, unterscheidet sich das von einem späteren Heimkommen aus der Klinik. Hier 10 Tipps für das ambulante Wochenbett, die das Ankommen zu Hause ereleichtern.

1. Stellen Sie sicher, dass alles, was Sie für die ersten Tage benötigen, bereits zu Hause ist. (Hygieneartikel, Pflegeartikel, evt. Tees, Brustwarzensalbe, Schmerzmittel oder andere Medikamente) Was hierzu nötig ist, können Sie mit ihrer nachsorgenden Hebamme besprechen.

2. Es ist hilfreich, wenn jemand da ist, der die junge Familie zwar nicht stört, aber sie doch versorgt, Essen bereitstellt, Wäsche erledigt etc. Diese Person wird vielleicht auch nur für einige Stunden benötigt.

3. Es ist gut, wenn der Vater in den ersten Tagen das Wickeln des Neugeborenen übernimmt, da längeres  Stehen für die Mutter oft noch anstrengend ist und auch der Kreislauf sich erst an die neue Situation gewöhnen muß.

4. Sind größere Geschwister da, sollte bereits vor der Geburt geklärt sein, wer sich wann und wie um sie kümmert, damit Überforderungssituationen vermieden werden.

5. Schön ist es, wenn man ein sogenanntes Wochenbettzimmer hat. Einen Ort an dem die Mutter liegen, stillen, essen, trinken, schlicht sich erholen und ihr Baby bestaunen und bei sich haben kann.

6. Gehen Sie weise mit der Menge an Besuchern um und entscheiden sie Tag für Tag, ob und wieviel Besuch Ihnen gut tut. Haben Sie auch keine Scheu Ihre Besucher zu bitten einen Kuchen oder Essen mitzubringen, oftmals freuen sich Freunde oder Verwandte, wenn sie etwas Hilfreiches und Schönes zu Ihrem Wochenbett beitragen können.

Wie sollte die Ernährung im Wochenbett gestaltet sein?

Durch die Geburt verändern sich  im Bauchraum die Platzverhältnisse, wodurch die Darmtätigkeit herabgesetzt wird. Es dauert ca. 1-2 Wochen bis der Darm zu seiner ursprünglichen Lage und Entleerungsfrequenz zurück findet. Häufig kommt es am 2.-3. Wochenbetttag zur spontanen Darmentleerung. Diese Zeit wird häufig von einer leichten Verstopfung und eventuellen Blähungen begleitet.

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen für die Ernährung:

1. Viel trinken (mindestens 2 Liter Flüssigkeit) am besten in Form von Wasser ohne Kohlensäure oder nur leicht gesprudelt, Früchte- oder Kräutertees. Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollte in den ersten Tagen aufgrund  seiner anregenden und auf die Muttermilch übergehenden Eigenschaften gemieden werden.

2. Leicht verdauliche Speisen, wie Suppen ( Hühnersuppe, Rinderbrühe, vegetarische Kraftbühen etc), leichte Aufläufe, Reisgerichte, Kartoffelgerichte, Fisch, Salate, mageres Fleisch, Gemüse, etc. helfen der Mutter wieder zu Kraft zu kommen.

3. Milchprodukte, wie Joghurt, Quark, Hüttenkäse, Buttermilch und Kefir sind wertvolle Caciumlieferanten und leicht verdaulich.

4. Zwischenmahlzeiten, wie rohe Karotten, Obst je nach Saison, Stillkugeln, Nüsse, Studentenfutter, Trockenfrüchte etc.

Am Besten ist es natürlich, wenn die Speisen frisch zubreitet sind und in Bio-Qualität mit Kräutern serviert werden. Es kann auch sein, dass die Mutter die ersten Tage mehrmals am Tag eine warme Mahlzeit wünscht. Hierfür eignen sich besonders die zubereiteten Suppen, da diese einmalig zubereitet im Kühlschrank aufbewahrt, leicht und schnell portionsweise erwärmt und bereitgestellt werden können.

Interessant ist, dass eine frischgebackene Mutter deren Ernährungsgewohnheiten nicht durch zu viel  Süßigkeiten oder Fehlernährung fehlgeleitet ist, instinktiv spürt, was sie und ihr Körper benötigen.

Da wir in einer Zeit hoher Lebensgeschwindigkeit und ständiger sozialer Vernetzung leben, kann das mit den Bedürfnissen des ambulanten Wochenbettes kollidieren. Gestehen Sie sich als junge Familie zu in dieser entschleunigten Zeit nach der Geburt ihren ganz eigenen Rhythmuns zu finden und auch einmal nicht erreichbar zu sein und einfach die Babyflitterwochen zu genießen.

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