Eröffnungswehen

Eröffnungswehen – Die Geburt beginnt


Es sind  nur noch wenige Tage bis zum errechneten Entbindungstermin und Du machst Dir Sorgen darüber, ob Du erkennst, wann aus den Vorwehen “echte” Wehen und Eröffnungswehen werden und wann Du in die Klinik fahren sollst?

Ich möchte versuchen, Dir heute ein wenig von dieser Angst zu nehmen, indem ich ein bisschen über diese Geburtswehen, die den größten Teil der Geburtsarbeit ausmachen, berichte. Was sind die sogenannten Eröffnungswehen und wie fühlen die sich an? Wann muss ich in die Klinik fahren oder ggf.meine Hebamme anrufen? Was kann ich tun, um mit den Eröffnungswehen gut zurecht zu kommen?Um diese und einige andere Fragen soll es in diesem Artikel gehen.

Was sind Eröffnungswehen?

Wie der Name schon sagt, sorgen diese ersten Geburtswehen für die Eröffnung des Muttermundes. Die Gebärmutter sieht im Prinzip wie eine große auf dem Kopf stehende Birne aus. Im oberen Bereich  (wo die Rundung ist), ist ganz viel Muskulatur, unten (am Stiel der Birne) weicheres Bindegewebe. Das hat die Natur super gemacht, denn von oben kommt die Kraft, hier beginnt die Wehe und drückt das Baby durch die Muskelkontraktion auf den Bindegewebsteil, der unter diesem Druck irgendwann nachgibt.

So verschwindet zunächst einmal der Gebärmutterhals (die “Nase” der umgedrehten Birne,  an der der Stiel sitzt) und dann öffnet sich langsam der Muttermund. Bei manchen Frauen wird der Gebärmutterhals bereits in der Schwangerschaft durch die Vorwehen etwas verkürzt,  bei anderen erst mit den ersten Eröffnungswehen. Mit diesem ersten Eröffnen oder dem Aufweichen des Gebärmutterhalses geht manchmal der Schleimpropf, der den Muttermund verschlossen hat, ab.Das kann ein richtiger Pfropfen sein, weißlich oder gelblich und evtl. mit kleinen Blutfäden durchsetzt oder auch einfach nur vermehrt Schleimabgang. Bis zur Geburt kann dann aber immer noch bis zu einer Woche vergehen.

Wie fühlen sich Eröffnungswehen an?

Das ist eine sehr schwierige Frage! Und: doch, ich habe meine Kinder nach Wehentätigkeit spontan geboren, aber nach dieser Erfahrung tu’ ich mich komischerweise viel schwerer damit, diese Frage zu beantworten als früher, als ich noch nicht Mama war. Du kennst bestimmt die Aussage : “Wie Regelschmerzen nur tausend Mal schlimmer “, was ich persönlich nicht nur nicht sonderlich aufbauend finde, sondern auch nicht unterstreichen kann.

Zu Anfang merkt ihr vielleicht eher, dass die Wehen, die ihr schon kennt kräftiger und länger werden. Hinzu kommt, dass zum bloßen hart werden des Bauches ein Ziehen der Schmerz in der Leistengegend, im Unterbauch und/oder im Rücken hinzu kommt. Der größte Unterschied ist jedoch meiner Meinung nach, dass Eröffnungswehen viel koordinierter sind als Vorwehen. Während bei Vorwehen der Bauch einfach nur hart wird, es mal hier und mal dort zwickt und die Kontraktionen meist keine Minute lang sind, haben Eröffnungswehen eine Richtung. Stell Dir eine Welle am Strand vor, die kommt langsam angerollt, erreicht ihren Höhepunkt und geht wieder. Vorwehen hingehen sind eher als klopft einem jemand aus dem Nichts auf den Bauch.

DDu merkst schon, es ist nicht so einfach zu beschreiben und wird auch sehr unterschiedlich empfunden, aber im Nachhinein sagen viele Frauen, dass sie nun wissen, wann die “richtigen” Wehen angefangen haben.

Wie lange dauern die Eröffnungswehen?

Die Eröffnungsphase, also der Teil der Geburt,  der von Eröffnungswehen begleitet wird ist die längste Phase, vor allem beim ersten Kind. Man geht davon aus, dass der Muttermund sich bei der ersten Geburt etwa einen Zentimeter in der Stunde eröffnet. Wenn Du also davon ausgehst,dass vom Gebärmutterhals auch noch ein wenig da ist, zieht sich zuerst einmal der zurück. Hat der Gebärmutterhals sich noch nicht verkürzt, ist er am Ende der Schwangerschaft etwa drei Zentimeter lang. Der Muttermund muss etwa zehn Zentimeter aufgehen, damit das Kind geboren werden kann. Dann sind wir also ca.bei 13 Stunden. Dann ist das Baby aber noch nicht geboren, die Austreibungsphase kann auch noch einmal bis zu zwei Stunden dauern. Ich möchte Dur keine Angst machen, nur eine realistische Vorstellung geben, wie lange Geburtsarbeit dauern kann.

Wann sollen wir losfahren?

Eine typische Antwort darauf ist: wenn du Dich daheim nicht mehr wohl fühlst.

Aber ein wenig konkreter kann ich schon werden; -) Ich halte überhaupt nichts von Stoppuhren und Wehenapps und die Informationen, die die mir liefern,brauche ich nicht wirklich. Als Hebamme finde ich Viel interessanter als den Abstand zwischen den Wehen nämlich, wie es Dir geht, wenn eine Wehe kommt. Musst Du innehalten mit was auch immer Du gerade tust? Veränderst Du Deine Atmung? Kannst Du nichts mehr aufnehmen, von dem, was um Dich herum passiert?  All das sind Indizien für Eröffnungswehen, und die können auch nur alle 15 Minuten kommen und trotzdem dazu führen, dass der Muttermund sich öffnet.

Ebenso gibt es Frauen, die Wehen alle zwei bis drei Minuten messen können,  sich dabei allerdings fröhlich unterhalten, da dauert es meist doch noch ein Weilchen, bis das Baby wirklich auf dem Weg ist.

Die meisten Frauen beim ersten Kind kommen mit einer Muttermundseröffnung von einem Bus drei Zentimeter und hätten mehr erwartet. Sei bitte nicht enttäuscht, wenn Du das Gefühl hast, schon ganz viel geschafft zu haben daheim und der Muttermund dann “nur” zwei Zentimeter offen ist. Das ist super und die ersten fünf Zentimeter sind bei der ersten Geburt mä+eist am schwersten.

In jedem Fall an die Klinik oder Deine Hebamme solltest Du Dich wenden, wenn die Fruchtblase springt oder Du blutest. Die Eröffnung des Muttermundes geht oft mit einer Blutung einher, da der Muttermund sehr gut durchblutet ist un kleine Blutgefäße einreißen können, ähnlich wie bei Nasenbluten. Das ist nicht schlimm und sogar ein gutes Zeichen. Abklären lassen würde ich eine frische, rote Blutung aber dennoch.

Was Du tun kannst, um mit den Wehen gut zurecht zu kommen

Zuallererst ist dabei wirklich die Atmung zu nennen. Du musst Deinen Weg finden, in einen Atemrhythmus zu kommen, der Dir und Deinem Baby die Wehe etwas leichter macht. Der erste Impuls, sobald die Wehen kräftiger werden, kann nämlich manchmal sein, dass Du die Luft anhalten möchtest oder es besteht die Gefahr der Hyperventilation. Im Geburtsvorbereitungskurs erfährst Du alles, was Du zum Thema Atmung wissen musst und im Kreißsaal unterstützt Dich die Hebamme auch auf jeden Fall darin.

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, offen zu sein, und Dinge auszuprobieren. Viele Frauen wollen sich unter der Geburt am Liebsten gar nicht bewegen, so dass jeder Vorschlag der Hebamme zu einem Positionswechsel erstmal eine Zumutung ist. Aber versuch es trotzdem, manchmal merkt man erst, was einem gut tut, wenn man es wirklich ausprobiert.

Bewegung, Wasser, Akupunktur, Homöopathie, Massage….all das sind Möglichkeiten, die Wehenarbeit leichter zu machen.

Natürlich gibt es in der Klinik auch diverse Schmerzmittel, Lachgas oder auch eine PDA. Erkundige Dich am Besten im Vorfeld, wie Deine Wunschklinik das handhabt und welche Möglichkeiten es dort gibt.

Ganz ganz wichtig finde ich auch, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ja, die Wehen sind anstrengend und die Geburt ein Marathon und kein Sprint, aber am Ende bekommst Du etwas ganz Besonderes dafür. Dein Baby und Du, Ihr kämpft gemeinsam und am Ende der Eröffnungswehen, wenn der Muttermund zehn Zentimeter geöffnet ist und das Baby sich in Startposition bringt, bekommst Du nochmal einen Energieschub und kannst ihm auf die Welt helfen.

Wie das geht, darüber berichte ich im Artikel “Presswehen”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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