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Fliegen mit Kleinkind: Tipps und Tricks für längere Flugreisen + Bahnfahrten


Mein 4 Jähriger Sohn und ich leben in Indien. Seit er 4 Monate alt ist, reisen wir 1 bis 2 mal im Jahr nach Deutschland, um die Familie zu besuchen. Das bedeutet, dass wir mindestens 25 bis 30 Stunden unterwegs sind. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und kennen ein paar gute Tricks, die das Fliegen mit Kleinkind erleichtern. In Deutschland angekommen reisen wir sehr viel mit dem Zug. Dabei leichtert uns unsere Langstreckenflug – Erfahrung so einiges. Eines vorweg: Reisen und Fliegen mit Kleinkind ist anstrengend, aber weniger schlimm als man denken mag. Vor jeder Reise sage ich mir: Egal was schief gehen könnte, auch diese Reisezeit wird vorübergehen.

Tipps und Tricks zum Ticketkauf und zur Platzwahl

Die Vorbereitungen, um eine Reise mit Kleinkind so entspannt wie möglich zu gestalten, fangen schon beim Ticketkauf an:

Flugzeug

  • Prinzipiell musst Du für jedes Baby oder Kleinkind ein Ticket buchen. Die sogenannten Infant-Tickets gibt es für 10 Prozent des normalen Ticket Preises. Bei den meisten Fluggesellschaften hat Dein Baby zwar ein Gepäckstück, aber keinen eigenen Sitz. Ab 2 Jahren buchst Du für Dein Kind ein Kinderticket, das ist minimal günstiger als ein Erwachsenen-Ticket, und Dein Kind hat einen eigenen Sitz. Wenn Dein Kind jünger ist als 2 Jahre, solltest Du Dir genau überlegen, ob Du trotzdem einen Sitz für Dein Kind buchst. Es gibt für Babys zwar Bassinets, aber Du kannst Dir nicht sicher sein, ob Ihr eins bekommt. Und selbst wenn: Während Turbulenzen dürfen diese nicht benutzt werden. In einem vollen Flieger kann das bedeuten, dass Du dein Baby die komplette Flugzeit auf dem Schoß sitzen hast.
  • Um von Indien nach Deutschland zu reisen, brauchen wir meistens 3 Flüge. In der Regel ist das ein langer Flug (6-8 Stunden) und zwei kürzere Flüge (unter 3 Stunden). Mein Tipp: Versuche eine Verbindung zu finden, bei der der lange Flug in der Nacht ist, denn das erhöht die Chance, dass Dein Kind währenddessen schläft. 
  • Wir bevorzugen die Sitze ganz hinten im Flugzeug: Erstens, weil Du schnell mal neues Wasser, Milch oder Snacks für Dein Kind besorgen kannst. Zweitens, weil die Toiletten nicht weit weg sind, denn manchmal muss es schnell gehen. Und drittens, weil sich Dein Kind dort auch mal die Beine vertreten kann.
  • Wir buchen unser Essen immer direkt bei der Flugbuchung, denn so bekommst Du das  Essen zuerst und bei größeren Fluggesellschaften wie etwa der Lufthansa gibt es Kindermenüs, die die Laune aufheitern. Für Babys gibt es im Flugzeug in der Regel Gläschen, nach denen Du fragen kannst. 

Bahn

  • Wenn wir eine Reise mit dem Zug planen, reserviere ich mittlerweile immer Sitzplätze. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für viele Menschen kein Problem ist, auch einer Frau mit Baby keinen Sitzplatz anzubieten. In den meisten Zügen gibt es mittlerweile Familien- oder Kleinkindabteile. Diese sind geräumiger, und bieten viel Platz. Außerdem sitzt Du dort mit anderen Familien. Dein Kind hat also im besten Fall jemanden zum spielen und das erleichtert die Reise mit Kleinkind enorm. Außerdem sind auch die Mitreisenden an den durch Kinder entstehenden Lärmpegel gewöhnt.

Fliegen mit Kleinkind: Das sollte ins Handgepäck

Ich liebe Listen, deshalb darf auch hier eine Packliste nicht fehlen. Ich empfehle Dir, wirklich alles aufzuschreiben, was mit soll. Unser Handgepäck unterscheidet sich für eine Reise mit dem Flugzeug oder Zug nur minimal. Natürlich darf im Handgepäck das Notwendigste nicht fehlen: 

  • Windeln, Wechselkleidung, Feuchttücher und ein Müllbeutel (falls Du die Windeln nicht direkt los wirst), Händedesinfektion
  • Snacks: Mein Ziel ist es meinen Sohn so lange wie möglich zu beschäftigen. Deswegen sollten Snacks auf einer Reise mit Kleinkind am besten klein, fummelig und nicht klebrig sein. Wir packen zum Beispiel: Möhren, Beeren, Weintrauben, Kekse, Frucht-Quetschies, Mini-Brezeln, BabyBel, Fruchtriegel, Gummibärchen, Rosinen oder extra lange Maisstangen ein. Auf meiner Reise mit Kleinkind habe ich außerdem noch ein paar belegte Brote und ausreichend Wasser dabei. Mein Tipp: Wiederbefüllbare Flaschen, denn diese kann man an allen Flughäfen mit Trinkwasser auffüllen.
Das hilft gegen den Druckausgleich
Für eine Flugreise packe ich außerdem noch ein paar kleine Lollies ein, denn diese können während des Startens und Landens beim Druckausgleich helfen!
  • Spielzeug: Für eine Reise mit Kleinkind empfehle ich Dir, ein bisschen Spielzeug einzupacken. Es eignen sich zum Beispiel eine Zaubertafel, Buntstifte und Papier, Bücher, magnetische Spiele, Motorikspiele, Tierfiguren oder Stickerbücher. Auf richtig langen Reisen habe ich für meinen Sohn oft auch noch die ein oder andere Überraschung dabei. Wenn die Stimmung sinkt, zaubere ich dann zum Beispiel ein neues Pixi Heft oder Stickerbuch aus der Tasche. 
  • Medien: Die meisten Flugzeuge bieten während der Reise ein umfangreiches Angebot an Filmen und Serien. Für Kleinkinder ist das natürlich super spannend: Wir leben im Flugzeug ganz nach der Devise: Endlich mal “endlos” viel Fernsehen schauen. Ansonsten habe ich auch ein altes Handy mit Theos Lieblingsfilmen und Kopfhörern für den Notfall dabei. Seit unserem letzten Flug ist mein Sohn stolzer Besitzer eines einfachen MP3 Players. Diesen habe ich mit seinen Lieblingsgeschichten und Musik bespielt. Dann kann er, egal wo wir sind, in seine eigene Welt eintauchen. Diese Medien sind definitiv nicht meine erste Wahl, um meinen Sohn zu beschäftigen, aber auf Langstreckenreisen für den Notfall sehr hilfreich. Vergiss auf keinen Fall die passenden Ladegeräte und eventuell eine Powerbank. 
  • Kinderwagen oder Trage: Ich habe immer Theos Trage dabei. So kann ich ihn zur Not beruhigen, oder falls wir schnell umsteigen müssen und er gerade schläft, ist diese wirklich hilfreich. Auf Zugreisen bietet auch ein Kinderwagen seine Vorteile. So kannst Du auf einer Reise mit Kleinkind allerhand Gepäck darin verstauen und Dein Kind kann in Ruhe schlafen. Willst Du einen Kinderwagen mit auf die Flugreise nehmen, achte auf die Handgepäck-Bestimmungen.

Beschäftigung während der Reise

Du fühlst Dich hoffentlich jetzt gut vorbereitet auf Deine Reise mit Kleinkind. Jetzt möchte ich Dir noch ein paar Tricks und Tipps für die Reise geben. 

  • Bewegung: Nutze die Umsteigezeiten für Bewegung. Die meisten Flughäfen haben mindestens einen Spielplatz, informiere Dich vor der Reise auf der Internetseite des Flughafens, wo Du diese findest. Manche Flughäfen haben sogar Familienbereiche, das heißt dort findest Du einen geschützten Raum, wo Dein Kind spielen und Du vielleicht sogar ein bisschen zur Ruhe kommen kannst. Bei Bahnreisen oder an Flughäfen ohne Spielplatz könnt Ihr gemeinsam verschiedene Bereiche entdecken. Vielleicht könnt Ihr auch ein kleines Hüpf- oder Laufspiel spielen. Außerdem könnt Ihr natürlich auch im Flugzeug bzw. der Bahn hin und her laufen, das sorgt für Abwechslung und Ihr könnt Euch gleichzeitig ein bisschen strecken und dehnen.
  • Rituale: Vor allem beim Fliegen ist es für die Kinder sehr aufregend ihre Abend- und Morgenrituale durchzuführen. Macht es, soweit möglich, wie zu Hause: Vor dem ins “Bett” gehen die Zähne putzen und im “Bett” noch eine Geschichte erzählen.
  • Spezielle Kindertickets: Beim Zugfahren können Kinder ein eigenes Kinderticket bekommen, das natürlich auch abgestempelt wird. Mein Sohn findet das immer spannend und ist sehr stolz, dass er sein eigenes Ticket bekommt. Im ICE darf sich Dein Kind mit der Karte sogar noch eine kleine Überraschung im Bordbistro abholen. 
  • Spiele: 

“Welches Tier bin ich?”: Theo sagt mir, was er (also das Tier) gern isst und ich errate das Tier. Dieses Spiel kann endlos abgewandelt werden. Zum Beispiel: “Welcher Superheld bin ich?”, wobei man die Superkräfte beschreibt. Oder “Welches Familienmitglied bin ich?”, dabei beschreibt man das Aussehen und/oder Charakter einer Person. Bei diesem Spiel sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. 

“Melodien raten”. Einer summt, der Andere errät das Lied.

“Nicht Lachen”: Es werden Grimassen gemacht, oder Witze erzählt, und der Andere darf nicht lachen.

“Ich sehe was, das du nicht siehst”, “Ich packe meinen Koffer”, diese beide Klassiker kennt bestimmt jeder.

Fliegen mit einem Kleinkind: Mein Fazit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angst vor einer Reise mit Kleinkind oft viel schlimmer ist, als die Reise selbst. Deshalb noch ein letzter aber alles entscheidender Tipp: Habt Spaß! Eine Reise ist ein Abenteuer, ein Erlebnis. Es gibt so viel zu entdecken und Ihr trefft neue Menschen. Geh mit einer positiven Einstellung los und erkundet alles, was es zu erkunden gibt und so wird schon die Reise mit Kleinkind ein unvergessliches Erlebnis für Euch.


Hast Du noch mehr Tipps für das Reisen bzw. das Fliegen mit Kleinkind? Schreib uns Deine Erfahrungen doch in einem Kommentar!

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