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Frühkindliche Reflexe: Überlebenswichtig für Dein Baby

Neugeborene können noch nichts außer schreien und schlafen und müssen alles andere erst lernen? Weit gefehlt, denn wenn Dein Baby geboren wird, ist es bereits mit den wichtigsten Überlebensreflexen ausgestattet. Dein Kind kann die Brust suchen (und finden!), schreiten, greifen, saugen, schlucken und noch vieles mehr.

Heute erfährst Du, wofür die frühkindlichen Reflexe Deines Babys angelegt sind und warum sie so wichtig sind.

Was sind Reflexe?

Ein Reflex ist immer eine Reaktion auf einen Reiz. Das Interessante an Reflexen ist, dass sie reproduzierbar sind und ohne Einflussnahme des Großhirns, also unwillkürlich, auftreten. Die Reflexe beim Baby werden frühkindliche Reflexe oder Primitivreflexe genannt. Alle diese Reflexe haben gemeinsam, dass sie mit der Zeit wieder verschwinden.

Die wichtigsten Reflexe eines Neugeborenen

1. Der Greifreflex

Wenn Dein Baby noch ganz jung ist, beobachtest Du vielleicht, dass es seine Finger fast immer zur Faust ballt. Wenn es seine Händchen aber doch einmal öffnet, kannst Du jetzt den Greifreflex testen. Sobald Du die Handinnenflächen Deines Babys berührst, werden sich die die kleinen Fingerchen ganz fest an Dich klammern. Der Grund dafür ist der angeborene Handgreifreflex. Ebenso wie bei den Händchen funktioniert das auch bei den Füßen: Berührst Du die Fußsohle, so versuchen die kleinen Zehen Deine Finger zu greifen.

Hand- und Fußgreifreflex sind Relikte aus früheren Zeiten und dienten den „Ur“-Babys dazu, sich an ihrer Mutter festzuklammern. Nur so konnten die Kleinen ihr Überleben sichern.

2. Der Suchreflex

Auch der Suchreflex, mit dem Dein Kind geboren wird, dient dem Selbstschutz. Nur Babys, die an der Brust trinken können, überleb(t)en. Wenn Du Dein Baby sanft am Mundwinkel bzw. der Wange streichelst, wird sich sein Kopf zu Dir wenden. Der Reflex kann auch durch Mützchen mit Ohrenklappen ausgelöst werden.

Dieser frühkindliche Reflex verhilft Deinem Baby dazu, die Brust zu finden und schnell an Nahrung zu kommen.

3. Saug- und Schluckreflex

Ein Neugeborenes kann noch nicht aktiv an der Brust saugen. Dass es dennoch trinken kann, ist dem Saugschluckreflex geschuldet. Wenn Die Brustwarze den Gaumen des Babys berührt, saugt es. Sobald die Milch im Mund landet, schluckt Dein Baby. Ganz schön clever von Mutter Natur, oder?

4. Der Schreitreflex

Neugeborene können noch nicht laufen? Naja, irgendwie doch. Ein bisschen zumindest. Sobald die Fußsohlen Deines Babys einen festen Untergrund berühren, schreitet Dein Baby langsam vorwärts. Der Schreitreflex diente Deinem Baby im Bauch dazu, sich von der Gebärmutterwand abzustoßen und sich zu drehen.
Die Bewegung mit den Beinchen verfolgt daneben einen weiteren Zweck: Sie kräftigte das Knochensystem und die Muskeln des Kindes bereits im Mutterleib. Außerdem wurden dabei auch die Nerven des Babys trainiert.

5. Der Moro-Reflex

Wenn Dein Baby seine Arme plötzlich weit von sich streckt und den Mund öffnet, hat es sich vermutlich erschrocken. Der Moro-Reflex, der das ruckartige Strecken der Arme beschreibt, wird ausgelöst, wenn sich Dein Baby zum Beispiel durch ein Geräusch, helles Licht oder eine Vibration erschreckt. Außerdem reagiert Dein Kind so, wenn es überraschend in die Rückenlage gebracht wird.

Wundere Dich deshalb nicht, wenn Dein Kinderarzt bei den ersten U-Untersuchungen Dein Kind in einige seltsame Positionen bringt – er prüft dabei unter anderem, ob der Moro-Reflex entwickelt ist. Einige Hebammen raten übrigens dazu, Babys zu pucken, wenn sie bedingt durch den Moro-Reflex oft aus dem Schlaf gerissen werden.

Der Moro-Reflex ist auch ein uralter Reflex und ist laut einigen Wissenschaftlern ein Beweis dafür, dass Menschenbabys vor langer Zeit noch getragen wurden und sich dank des Mororeflexes schnell wieder festhalten konnten, wenn sie vom Körper der Eltern abzurutschen drohten.

Daneben sorgt der Moro-Reflex außerdem dafür, dass Dein Baby nach der Geburt zum ersten Mal atmet.

6. Der Atemschutzreflex

Vielen Eltern ist dieser Reflex aus dem Babyschwimmen bekannt, denn er verhilft dem Baby zu den ersten erfolgreichen Tauchgängen. Wenngleich die Methode des Babytauchens umstritten ist, funktioniert sie: Dein Baby hält unter Wasser die Luft an, denn der Atemschutzreflex wird ausgelöst, sobald der Mund oder die Nase Deines Kindes mit Wasser benetzt werden. In so einem Fall wird die Atmung Deines Kindes blockiert. Außerdem greift dieser Reflex auch, wenn Du Dein Baby anpustest oder Ihr draußen im Wind unterwegs seid und ihm starke Luft an Mund und Nase gepustet wird.

Frühkindliche Reflexe: Heute da, morgen verschwunden

Alle Reflexe Deines Babys verschwinden nach einigen Monaten wieder. Ob und wie stark die Reflexe nachgelassen haben, untersucht Dein Kinderarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen.

Tauchen Baby-Reflexe später oder gar im Erwachsenenalter wieder auf, sollte das unbedingt von einem Arzt untersucht werden, denn das Auftreten eines frühkindlichen Reflexes im Erwachsenenalter kann ein Hinweis auf neurologische Probleme sein.

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