Was ist ein Fundusstand? Fundusstand Mutterpass Seite 7

Der Fundusstand: Ein Begriff, den jede Schwangere kennen sollte


Den Begriff “Fundusstand” wirst Du während Deiner Schwangerschaft öfter hören. Aber was verbirgt sich eigentlich dahinter? Und warum ist der Fundusstand in der Schwangerschaft so wichtig?

Der Abstand zwischen deinem Schambein und dem oberen Rand der Gebärmutter heißt in der Fachsprache “Fundusstand”. Am Fundusstand kann der Arzt oder die Hebamme erkennen, wie groß Deine Gebärmutter ist und ob sich Dein Kind seinem Alter entsprechend entwickelt. Dein Frauenarzt kontrolliert den Fundusstand regelmäßig und trägt ihn in den Mutterpass auf Seite 7 ein. Die Zahlen und Buchstaben im Gravidogramm (“Schwangerschaftsaufzeichnung”) stehen für die Orientierungspunkte, mit denen der Arzt die Größe der Gebärmutter bestimmt. Die Zahlen stehen für die Abstände, die in Querfingern gemessen werden, S steht für das Schambein, N für den Nabel und Rb für den Rippenbogen.

Normwerte für den Fundusstand

Im Mutterpass wird der Fundusstand mit Werten wie N/0 angegeben. Die Buchstaben stehen jeweils für die Fixpunkte: Schambein (S), Nabel (N) und Rippenbogen (Rb). Die Zahlen sind die jeweilige Anzahl Querfinger, die sich der Fundus von diesen Fixpunkten entfernt befindet. In der folgenden Tabelle findest Du die Normwerte inklusive der Abkürzungen für die jeweiligen Schwangerschaftswochen:

SSW Wert Lage
12 S/0 Fundus am Schambein
16 2/S  Fundus 2 Querfinger über Schambein
20 N/3 Fundus 3 Querfinger unter Nabel
24 N/0 Fundus am Nabel
28 Rb/N Fundus zwischen Rippenbogen und Nabel
32 Rb/3 Fundus 3 Querfinger unter Rippenbogen
36 Rb/0 Fundus am Rippenbogen
40 Rb/2 Fundus 2 Querfinger unter Rippenbogen

 

Ursachen für einen hohen Fundusstand

Wenn Dein Fundusstand höher ist als der Normbereich, kann das folgende Gründe haben:

  • Messfehler: Falls sich der Arzt in diesem Fall vermisst, kann es zu falschen Werten kommen.
  • Mehrlingsschwangerschaft: Bei Mehrlingsschwangerschaften wachsen zwei oder mehr Kinder gleichzeitig in Deinem Bauch heran und kommen kurz hintereinander zur Welt.
  • Makrosomie: Von diesem Begriff spricht der Arzt, wenn das (errechnete) Geburtsgewicht des Kindes über der sogenannten 95. Perzentile liegt. Dies bedeutet, dass nur 5 % der Babys im selben Alter schwerer sind. Das erhöhte Gewicht stellt einen Risikofaktor für die Geburt dar.
  • Myome: Ein Myom ist ein gutartiger Tumor in oder an der Gebärmutter. Der hormonabhängige Tumor entwickelt sich aus den Muskelzellen der Gebärmutter. Sein Wachstum hängt direkt mit der Funktion der Eierstöcke zusammen, weshalb sich ein Myom nur während der Geschlechtsreife bilden kann und hauptsächlich bei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auftritt. Myome sind die am häufigsten auftretenden gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane, von denen in Europa jede vierte bis sechste gebärfähige Frau betroffen ist.
  • Polyhydramnion: Als Polyhydramnion wird eine zu große Menge an Fruchtwasser bezeichnet. Es wird auf der Seite 6 im Mutterpass unter „Besondere Befunde in der Schwangerschaft“ vermerkt. Während der Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt beim Ultraschall die Fruchtwassermenge untersuchen. Er teilt die Aufnahme des Bauches in 4 Quadranten ein, misst die Größe der Fruchtwasserdepots und summiert diese. Anhand der Werte kann er erkennen, ob zu viel Fruchtwasser vorliegt

Ursachen für einen zu niedrigen Fundusstand

Sollte Dein Fundusstand niedriger sein als der Normbereich, könnte Folgendes dahinterstecken:

  • Oligohydramnion: Ein Oligohydramnion liegt vor, wenn Du zu wenig Fruchtwasser hast. Dies ist der Fall, wenn der Fruchtwasserindex (AFI) unter 5,1 cm liegt oder Du weniger als 300 ml Fruchtwasser hast. Nur 0,5 bis 4% aller Schwangeren sind von einem Oligohydramnion betroffen.
  • Abort: Bei einer Fehlgeburt sprechen Mediziner von einem Abort.
  • Messfehler: Falls sich der Arzt in diesem Fall vermisst, kann es zu falschen Werten kommen.
  • Fehlbildungen beim Kind: Falls Dein Baby zu klein ist, kann es zu einem niedrigen Fundusstand kommen.

Am Fundusstand kannst Du — und vor allem Dein Arzt und Deine Hebamme — also gut erkennen, ob sich Dein Baby gesund entwickelt.  Ist der Fundusstand zum Beispiel schon ab der 20. SSW am Bauchnabel angekommen, ist er also schneller als üblich gewachsen, so kann es sein, dass Du Zwillinge bekommst. Die brauchen eben einfach schon früher mehr Platz in der Gebärmutter.

Hast Du Dich in Deiner Schwangerschaft mit dem Fundusstand beschäftigt? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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2 Kommentare zu “Der Fundusstand: Ein Begriff, den jede Schwangere kennen sollte

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