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Test auf Schwangerschaftsdiabetes – der Glukosetoleranztest

Ein Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft hilft, Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen und zu behandeln. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben bei der Geburt ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Wann und wie der Glukosetoleranztest gemacht wird und was man im Falle einer Schwangerschaftsdiabetes machen kann, liest Du im folgenden Text.

Wann wird der Glukosetoleranztest durchgeführt?

Der Glukosetoleranztest wird zwischen der 23. und 28. Schwangerschaftswoche empfohlen. Hier findet der vorsorgliche Glukosetoleranztest statt. Gehörst Du zur Gruppe der Frauen mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, wird zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche noch ein erweiterter Glukosetoleranztest, sozusagen der Haupttest, gemacht. Dieser findet statt, wenn der Vortest einen erhöhten Wert aufweist.

Durchfürung des Glukosetoleranztest

Beim Vortest zwischen der 23. und 28. Schwangerschaftswoche solltest Du nüchtern bei Deinem Arzt erscheinen. Dort trinkst du ein Glas Wasser mit einer Zuckerlösung, die Du vorher aus der Apotheke besorgst. Nach einer Stunde nimmt Dir Dein Arzt Blut aus der Vene ab und lässt die Werte bestimmen. In dieser Zeit sollte Dein Körper in der Lage sein, die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Wenn er das nicht schafft, wird ein erhöhter Blutzuckerwert angezeigt und es besteht eine gestörte Glukosetoleranz. Nach ein bis zwei Tagen sollte Dein Arzt das Ergebnis haben. Liegt der Wert unter 7,5 mmol/l (Millimol) pro Liter bzw. 135 mg/dl, dann ist Dein Glukosetoleranztest unauffällig und somit abgeschlossen.

Ist der Wert aber erhöht, musst Du einen erweiterten Glukosetoleranztest machen. Auch hier musst Du nüchtern sein und Dir wird vor dem Trinken der Zuckerlösung, die diesmal etwas höher dosiert ist, Blut abgenommen. Nach einer und nach zwei Stunden wird dir jeweils Blut aus der Fingerkuppe (Kapillarblut) entnommen. Diesmal dauert die Auswertung etwas länger, ca. eine Woche, und Schwangerschaftsdiabetes wird dann diagnostiziert, wenn folgende Werte einmal überschritten werden:

  • nüchtern, vor dem Trinken der Lösung: 5,1 mmol/l (92 mg/dl)
  • 1 Stunde nach Trinken der Lösung: 10,0 mmol/l (180 mg/dl)
  • 2 Stunde nach Trinken der Lösung: 8,5 mmol/l (153 mg/l)

Wie kommt es zur Schwangerschaftsdiabetes?

Dein Körper verändert sich während der Schwangerschaft. Die Anzahl der Hormone, die für die Entwicklung und das Wachstum des Embryos verantwortlich sind, steigt. Das Problem dabei ist, dass viele Hormone als Insulin-Gegner gesehen werden. Deinem Körper fehlt somit das Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und die Zuckerverwertung Deines Körpers reguliert. Die Folge ist damit der Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Hast Du einen erhöhten Blutzuckerspiegel, wird Dein Arzt Dir einen Ernährungsplan erstellen und vor allem viel Bewegung verordnen. Da ja während der Schwangerschaft keine Medikamente erlaubt sind, wirst Du Dich an die Vorgaben und die Ernährung halten müssen.

Welche Lebensmittel sind zu vermeiden?

  • Zucker in reiner Form (Schokolade, Marmelade, Früchtedrops und Fruchtzucker)
  • Weißmehlprodukte

Welche Lebensmittel sind geeignet?

  • Gemüse (immer und zu jeder Zeit)
  • Obst (Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte, Melonen und Äpfel sind gut, alles andere hat zu viel Fruchtzucker!)
  • Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten
  • Eiweiße (magere Milchprodukte, fettarmer Käse, mageres Fleisch und Fisch in Kombination mit Kohlenhydraten)

Bei Rezepten kannst du den Fett- und Zuckeranteil um 1/3 reduzieren und den fehlenden Zucker durch flüssigen Süßstoff ersetzen. In normalen Mengen ist das unbedenklich.

Und wenn Du einmal Lust auf Süßes hast, dann iss’ diese am besten direkt nach einer regulären und ballaststoffreichen Mahlzeit. So kannst du Süßes in deinen Körper “schmuggeln”, denn es kommt nicht zu Blutzuckerspritzen

Wer kann Schwangerschaftsdiabetes bekommen?

Im Prinzip kann jede Frau betroffen sein. Zur Risikogruppe zählen allerdings Schwangere, in deren Familie bereits Diabetes vorkommt und die, die bereits schwanger waren und Schwangerschaftsdiabetes hatten. Auch “Spätschwangere” ab dem 35. Lebensjahr können betroffen sein. Faktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck spielen auch eine große Rolle.

Welche Folgen hat eine Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind?

Kinder können ein höheres Geburtsgewicht haben. Die Geburt kann sich nach Kopfaustritt verzögern, da eine sogenannte „Schulterdystokie“ vorliegen könnte. Hier bleibt das Kind mit den Schultern im Becken der Mutter hängen. Die Verletzungen hinterlassen in den meisten Fällen keine bleibenden Folgen, aber Schulterdystokien sind bei einer Behandlung der Schwangerschaftsdiabetes seltener. Zudem kann es passieren, dass der Nachwuchs später an Übergewicht oder Diabetes leiden könnte.

Bei den Müttern können Harnwegsinfekte, Nierenbeckenentzündungen und vorzeitige Wehen auftreten. Auch eine Entbindung per Kaiserschnitt kommt häufiger vor. Auch Präeklampsie, welches zu erhhöhtem Blutdruck und vermehrten Wassereinlagen führen kann, kann auftreten.

Wie Du siehst, ist ein Glukosetoleranztest für Mutter und Kind sinnvoll. Dieser tut nicht weh, geht schnell und im Falle einer Schwangerschaftsdiabetes kann der Arzt sofort eine Behandlung beginnen und es treten keine schwerwiegenden Folgen auf. Der Glukosetoleranztest wird von Deiner gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und das Ergebnis in Deinem Mutterpass vermerkt.

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