Stillen - zu wenig Milch

Hilfe ich habe zu wenig Milch! Teil 1 – Ursachen


Immer wieder begegne ich in meiner Arbeit Müttern, die darüber klagen, dass ihre Muttermilch nicht ausreicht und sie zufüttern müssen. Oft hört sich das dann nach viel Arbeit und Frustration an. Natürlich gibt es Maßnahmen und Möglichkeiten um dieses Problem zu beheben. Aber nicht immer greifen diese, da Mütter und Kinder verschieden sind und Lösungen immer individuell für die jeweilige Stillbeziehung gefunden werden dürfen.

Deshalb können alle gut gemeinten Tips immer nur der Versuch sein die entsprechende Situation zu treffen. Hilfreich kann es aber in jedem Fall sein, genauer zu wissen wie Stillen eigentlich funktioniert bzw. was es am Laufen hält.

Hormone steuern das Stillen

Stillen ist ein hormongesteuerter Vorgang. Beim Stillen sind zwei Hormone in besonderem Maße beteiligt. Das Milchbildungshormon Prolaktin und das Milchspendehormon Oxytocin. Vielleicht ist Zweiteres von der Geburt bekannt. Ja, zum Gebären und zum Stillen und für viele weitere Prozesse im Körper benötigt man Oxytocin, das sogenannte Liebeshormon.

Beide Hormone vollbringen im Körper der Frau ein wahres Wunderwerk. Sie bilden und stellen Muttermilch für das Neugeborene bzw. den Säugling bereit. Wie alle Hormone sind sie wunderbar zu stimmuliern, aber leider auch störbar. Ganz häufig sind diese beiden Hormone bei Müttern mit zu wenig Milch nicht im optimalen Fluss.

Was kann die Stillhormone stören?

Es ist hilfreich zu wissen, dass Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol Gegenspieler der Stillhormone sind. Wenn die Stresshormone dauerhaft einen hohen Level erreichen, senkt das automatisch die Produktion der Stillhormone.

Was lässt die Stresshormone einer frischgbackenen Mutter ansteigen?

1. Schmerzen: Diese können nach der Geburt in Form von Nachwehen, Wundschmerz oder Schmerzen an der Brust- oder Brustwarze, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verspannungen etc. auftreten.

2. Angst: Wenn das Kind geboren ist, sorgen sich manche Mütter über vielerlei Dinge, die ihr Kind, ihren Körper, die Geschwisterkinder, den Haushalt, die Familie, ihre Kraft und Möglichkeiten und vieles mehr betreffen.

3. Stress: Stress im Wochenbett kann viele Ursachen haben, oft hat es damit zu tun, dass sich die frischgebackene Mutter  in ihrem Umfeld nicht wohlfühlt, oder sie sich nicht in dem Maße versorgt weiß, um sich wohlfühlen zu können.

4. Überforderung: Für dieses Empfinden benötigt es im Wochenbett nicht viel. Die großen Umbauprozesse im Körper, ein Neugoborenes mit großen Bedürfnissen, die Eltern oder Schwiegereltern weit weg, der Mann auf Geschäftsreise oder die Waschmaschine, die ausfällt, um nur ein paar Beispiele zu nennen, reichen aus, damit die Stresshormone in die Höhe schnellen.

5. Konflikte: Durch die neue Situation nach der Geburt und der Tatsache, dass aus einem Paar eine Familie wird, ergibt sich für  Paare eine veränderte Beziehungssituation, die Konfliktpotential enthalten kann.

6. Druck von außen: Das kann bedeuten: wirtschaftliche Schwierigkeiten, Probleme mit Nachbarn oder Lärmsituationen im direkten Umfeld (Baustelle, Handwerker).

7. Druck von innen: Hier können aufgeführt werden z.B Disharmonien in der Partnerschaft, Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis.

8. Besondere Situatuionen: Beispielhaft hierfür könnte sein: Trennung von Mutter und Kind aufgrund von Frühgeburt oder Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Umzug in eine andere Stadt oder Umgebung, Verlust von nahen Angehörigen, Unfälle, Krankenhausaufenthalte etc.

Vielleicht kommen der einen oder anderen Mutter, die mit nicht genügend Milch zu kämpfen hat, das eine oder andere aufgeführte Beispiel bekannt vor. Aber es gibt eine gute Nachricht: die Stillhormone können stimuliert werden, d.h. man kann die Menge an Hormonausschüttung positiv beeinflussen und damit auch die Milchmenge. Wie das gehen kann kommt im nächsten Blog.

Die komplette Serie zum Thema Stillen:

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 1 – Ursachen

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 2 – Stillhormone aktivieren

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 3 – Milchbildung steigern

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 4 – Milchsteigernde Heilmittel

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 5 – Die Sache mit dem Schnuller

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 6 – Wenn das Kind am Abend häufig trinken möchte

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 7 – Wachstumsschübe

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