Keine Milch - Milchbildung anregen

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 3 – Milchbildung steigern


In diesem Blog soll es ganz praktisch darum gehen, was ich als Mutter tun kann, um meine Milchbildung zu steigern.

Wie in den vorigen Blogs beschrieben, ist die Voraussetzung für gelungenes Stillen bereits der Stillstart. Erstes Kennenlernen nach der Geburt, Zeit für  Hautkontakt, erstes Anlegen oder Lecken an der Brust. Das Baby darf dabei die Brustwarze selbst suchen und finden. Dann in den ersten Tagen viel Hautkontakt (bei Kindern, bei denen das nach der Geburt nicht möglich war, ganz besonders wichtig) dem Kind immer wieder die Brust anbieten, schläfrigen Kindern direkten Hautkontakt geben, um Wachheit und Hunger zu fördern. Falls aus irgendwelchen Gründen das Saugen an der Brust nicht funktioniert, die Vormilch ausstreichen und mit einer Spritze auffangen und dem Kind in den Mund geben. Auch kleinste Mengen (Tropfen) sind dabei unsagbar kostbar.

Maßnahmen, um die Milchbildung zu steigern:

Als Mutter gut für sich sorgen. Bei Schmerzen ein Schmerzmittel nehmen, Besuch nur in dem Maße, wie er einem gut tut. Zwischendurch immer wieder, wenn das Baby schläft, auch ein Schläfchen einlegen. Essen und Trinken nach Bedarf und Herzenslust. Lieblingsgerichte ordern. Heiße Suppen (Hühnersuppe) nach der Geburt geben wieder Kraft zurück.

Viel Zeit mit dem Bestaunen und Genießen des Babys verbringen. Es sich gut gehen zu lassen. Sich in Haushaltsangelegenheiten unterstützten lassen.

Sich nur mit den wirklich notwendigen Sorgen auseinandersetzten. Bewußt die Babyflitterwochen genießen.

Das Kind nach Bedarf anlegen und falls dies nicht möglich ist, die Brust ersatzweise mit einer Pumpe entleeren und dem Kind die Muttermilch mit Spritze, Becher oder Löffel geben. Vor dem Anlegen oder Pumpen die Brust massieren. Ausschließlich gestillte Kinder trinken zwischen 8-12 mal in 24 Stunden. Sollte es notwendig sein zu Pumpen, wäre es hilfreich dies mindestens 8 mal in 24 h zu tun.

Es ist gut, sich nicht zu grämen, wenn das Kind auch einmal in kürzeren Abständen kommt (denn genau in diesen Zeiten produziert der Körper besonders viel Stillhormone und  am nächsten Tag ist die Folge davon schon viel mehr Milch), die oft folgende längere Pause für beide zum Schlafen und Kraft schöpfen nutzen.

Gut ist es auch zu wissen, dass der Aufbau einer  Stillbeziehung zwar am Anfang einige Mühe kosten kann, aber schon nach kurzer Zeit sich in aller Regel Normalität und Gelingen einstellt und man für allen Einsatz belohnt wird. Eine hilfreiche Grundeinstellung beim Stillen ist: Beharrlich sein Ziel verfolgen, auch wenn mal ein schlechter Tag oder zwei dabei ist. Wenig hilfreich sind Sturheit oder Verbissen sein.

Wenn das Kind schon älter ist und man den Eindruck hat die Milch reicht nicht mehr aus, ist es gut, dass das Gewicht überprüft wird, um dies als Anhaltspunkt zu nehmen.

Die normale Gewichtsentwicklung eines ausschließlich gestillten Kindes

Die Gewichtszunahme eines ausschließlich gestillten Kindes sieht folgendermaßes aus (im Einzelfall sind Abweichungen nach unten möglich, sollten dann aber mit der Hebamme, Stillberaterin oder dem Kinderarzt abgeklärt werden):

  • 0-2 Monate 170- 330 g pro Woche
  • 2-4 Monate 110- 220 g pro Woche
  • 4-6 Monate 70- 140 g pro Woche
  • 6-12 Monate 40- 110 g pro Woche

Wird dann tatsächlich festgestellt, dass das Kind nicht ausreichend zunimmt, muss der Einzelfall genauer beleuchtet werden, um die Ursachen heraus zu finden und um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuläuten. Dies muss dann aber nicht automatisch das Ende einer Stillbeziehung bedeuten, allerdings ist es gut sich in so einer Situation in fachlich versierte Beratung zu begeben.

Die komplette Serie zum Thema Stillen:

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 1 – Ursachen

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 2 – Stillhormone aktivieren

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 3 – Milchbildung steigern

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 4 – Milchsteigernde Heilmittel

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 5 – Die Sache mit dem Schnuller

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 6 – Wenn das Kind am Abend häufig trinken möchte

Hilfe, ich habe zu wenig Milch! Teil 7 – Wachstumsschübe

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