interview mit hebamme anna maria mamalie

Interview mit Hebamme Anna-Maria


Viele von Euch kennen Anna-Maria bereits aus einigen Videos von unserem babyartikel-Kanal auf YouTube und wir dachten uns, Ihr möchtet sie vielleicht etwas genauer kennen lernen. Deshalb haben wir ein kleines Interview mit ihr geführt.

Anna-Maria, erzähl doch mal: Warum bist Du Hebamme geworden?

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Ich hab eigentlich schon relativ früh gewusst, dass ich Hebamme werden möchte. Ich war erst 12 Jahre alt, als ich mich dazu entschlossen habe, Hebamme zu werden.

So früh schon?

Ja (lacht). Ich war damals in der 6. Klasse, als ich mich das erste Mal mit diversen Berufen beschäftigt hatte und da wusste ich dann, ich möchte Hebamme werden. Warum genau, kann ich gar nicht sagen, da ich zu dem Zeitpunkt auch keine Hebamme in meinem Umfeld hatte oder kannte.

Du hattest also kein konkretes Vorbild?

Nein, ich hatte kein Vorbild. Was aber im Nahhinein eventuell ein Anlass war und mir prägend in Erinnerung geblieben ist: Als meine Mutter mit meiner jüngsten Schwester schwanger war und zur Geburt in die Klinik gefahren ist. Ich war damals 8 Jahre alt und erinnere mich noch sehr gut daran, dass unsere Oma zu uns kam, um auf uns aufzupassen. Und ich hab nicht verstanden, warum ich nicht mitfahren durfte. Ich wollte unbedingt dabei sein und das miterleben. So habe ich schon relativ früh ein Interesse für diesen Bereich entwickelt.

Mit ca. 12 Jahren galt mein Hauptinteresse den Babys. Ich hatte die Intension, dass die Kinder möglichst sanft zur Welt kommen. Ich wollte ihnen ein herzliches Willkommen bereiten und wollte,  dass der  erste Eindruck, der ja so unglaublich prägend ist, ein schöner Empfang ist.

Bei meinem ersten Praktikum mit 15 Jahren hab ich dann meine erste Geburt gesehen. Danach hat sich mein Fokus mehr in Richtung Frauengesundheit entwickelt.

Landläufig denken die Leute ja, dass Hebammenarbeit hauptsächlich mit den Babys zu tun hat. Ich persönlich sehe meine Hauptarbeit aber darin, andere Frauen zu unterstützen. Frauen in ihrer Weiblichkeit, Gesundheit und natürlich in ihrer Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett zu unterstützen. Eben bei allem, was mit den weiblichen Zyklen in dieser Lebensphase zu tun hat.

Wie muss man sich denn so eine Hebammen-Ausbildung vorstellen?

Die klassische Ausbildung ist immer an einem Klinikum über 3 Jahre. Und dann gibt’s immer Blöcke von theoretischem Schulunterricht und Praxiserfahrung auf verschiedenen Stationen. Die alle irgendwie mit pflegerischen Tätigkeiten oder natürlich auch mit Frauengesundheitsthemen zu tun haben.

Und was ist Dir während Deiner Ausbildung oder während Deiner Berufslaufbahn stark in Erinnerung geblieben? Gibt es da bestimmte Schwangerschaftsgeschichten?

Ich habe eine Frau erlebt, die hatte eine unglaublich harmonische, friedliche Geburt. Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, mit welcher Ruhe sowas stattfinden kann, wenn man es nicht erlebt hat. Die allgemeine Meinung und was in den Medien präsentiert wird, ist aber leider meist etwas Negatives, was mit einer Geburt verbunden wird. Die ganzen Stories, die man da immer so hört, die machen dann natürlich auch Angst. Ich habe aber das Glück gehabt, unglaublich viele positive Dinge zu erleben.

Das war dann auch  der Punkt, an dem ich den Wunsch bekam, Frauen ein schönes Geburtserlebnis zu ermöglichen. Und da habe ich mich gefragt, wie kann das sein, dass die eine Frau so eine schlimme Geburtserfahrung macht und die andere Frau, mit den gleichen Voraussetzungen und Parametern, eine so schöne Geburt hat. Deshalb wollte ich herausfinden, was man tun kann, damit es mehr Frauen gibt, die positive Erfahrungen bei der Geburt erleben können. Ich hab mich gefragt, was diese Frauen unterbewusst anders machen.

Also habe ich angefangen, mich sehr intensiv mit geburtsvorbereitenden Maßnahmen zu beschäftige und habe viele Fortbildungen gemacht, unter anderem zu Hypnobirthing, traditionelle Hebammenkunst und viele weitere Themen. Und ich habe dann beschlossen, dass ich mehr Schwangere betreuen möchte, da ich festgestellt habe, dass es sehr entscheiden ist, wie man in die Geburt geht.

Also die Vorbereitung hat einen starken Einfluss auf die Geburt?

Es gibt viele verschiedene Faktoren und Parameter, die man bewusst beeinflussen kann über den Körper, den Geist und die Emotionen. Wie genau liegt das Kind? Wie ist die Mutter vom Kopf her zur Geburt eingestellt? All das ist wichtig und kann die Geburt beeinflussen. Und daraus habe ich dann meinen Kurs entwickelt.

Genau, Dein Kurs „Mamalie“. Erzähl uns doch mal bisschen was dazu.

Ich wollte das Wissen, das ich mir angeeignet habe, an so viele Frauen wie möglich weitergeben. Das war in meiner normalen Hebammen-Sprechstunde zeitlich gar nicht möglich. Ich finde aber, jede Frau hat eine schöne Geburt verdient. Wenn es doch leicht geht, warum dann anders machen? Natürlich kann man nicht alles beeinflussen, aber viel! Auf meiner Seite mamalie.de gibt es Videos, in denen ich kompakt die essentiellen Dinge für eine leichtere Geburt zusammengefasst habe. Und ich erkläre das in Videos, da es auch etwas Zeit braucht, sich darauf einzulassen. Es hat viel mit dem Mindset zu tun. DU selbst bist eigentlich der entscheidende Faktor, der die Geburt positiv beeinflussen kann. Und wie Du das machst, erklär ich Dir in meinen Videos.

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Gibt es Geburten, die Dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Natürlich, viele! Bei Hausgeburten oder im Geburtshaus beispielsweise, liegt immer eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Da merkt man schon an der Tür: „Oh, es passiert etwas ganz besonderes.“. Und dieser tiefe Frieden, der dann herrscht, wenn das Kind geboren ist, das ist einfach ganz was Schönes.

Und ich erinnere mich noch gut an zwei Geburten aus meiner Ausbildungszeit, wo die Frauen  die Geburt als regelrecht ekstatisch erlebt haben. Das erzählen diese Mütter selbst oft gar nicht, aber es ist möglich. Und diese beiden Frauen haben so viel positive Energie in sich gespürt und gar keinen Schmerz.

Eine dieser Frauen hatte eine selbstbestimmte Geburt zusammen mit ihrem Mann. Das war das zweite Kind der beiden, nachdem sie bei der Geburt des ersten Babys keine guten Erfahrungen gemacht haben. Beim zweiten Kind haben sie dann alles genau so gemacht, wie es sich die Mutter gewünscht hat – die hat sich da auch gar nicht reinreden lassen. Und bei ihr war es auch so, dass sich während der Geburt der Schmerz zu Lust entwickelt hat.

Daran kann man auch sehen, dass während der Geburt unglaublich viel Energie freigesetzt wird. Und viele wissen auch nicht, wie man damit umgehen soll. Aber das kann man, wie gesagt, lernen und ein tolles Geburtserlebnis haben.

Danke, Anna-Maria, es war wirklich sehr interessant! Wenn Ihr noch mehr erfahren möchtet, besucht gerne die Website von Anna-Maria mamalie.de. Dort findet Ihr wirklich interessante Videokurse. Da lohnt es sich mal reinzuschauen.

Das ganze Interview könnt Ihr im folgenden Video anschauen:

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