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Beleghebamme – Ja oder Nein?


Jede Schwangere muss sich irgendwann für oder gegen eine Beleghebamme entscheiden. Unsere Autorin Anne-Kathrin wusste von Anfang an, dass für sie nur eine Beleghebamme in Frage kommt.

Die meisten Beleghebammen sind sehr schnell ausgebucht. Ich hatte großes Glück, als ich erfuhr, dass meine Wunschhebamme noch einen Platz in meinem Entbindungsmonat frei hatte. Ich war damals in der zehnten Schwangerschaftswoche.

Was ist eine Beleghebamme?

Das Hauptmerkmal verrät schon der Name „Beleghebamme“. Diese freiberuflichen, selbstständigen Hebammen haben einen Belegvertrag mit bestimmten Geburtskliniken. Mit meinen eigenen Worten wiedergegeben: Die Hebamme hat einen Vertrag mit dem Krankenhaus, um sich dort in dem Kreißsaal einzumieten und wenn nötig, die dort vor Ort arbeitenden Ärzte im Notfall mit hinzuziehen zu können.

Doch warum habe ich mich dafür entschieden?

Ich empfinde eine Geburt als etwas sehr Persönliches, Intimes und deshalb legte ich großen Wert darauf, dass alle mich begleitenden Personen so gut wie möglich kennen. Es war meine erste Geburt und vertraute Menschen geben mir ein Gefühl der Sicherheit.

Welche weiteren Vorteile hat eine Beleghebamme?

Mit einer Beleghebamme hast Du die Möglichkeit auf ein Komplettpaket der Geburtsbetreuung. Beginnend mit verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen, Laborwertkontrollen und anderen Bluttests, dem Geburtsvorbereitungskurs, bei Bedarf Akupunktur, Deiner Geburt selbst bis hin zur Nachsorge zuhause und dem Rückbildungskurs, ist somit alles dabei. Du hast viel Zeit, Deine Beleghebamme kennen und lieben zu lernen – und sie Dich bestenfalls auch.

Im Nachhinein betrachtet, war es für mich genau die richtige Entscheidung, eine Beleghebamme zu wählen. Als die Wehen 6 Stunden zuvor einsetzten, konnte ich sie stets anrufen und um Rat fragen. Als die Wehen dann stärker wurden, kam meine Beleghebamme sogar zu mir nach Hause und beurteilte die Wehentätigkeit sowie den Muttermund, damit wir nicht zu früh in den Kreißsaal fuhren. Wie oft kommt es vor, dass junge Eltern, welche ihr erstes Kind erwarten, zu früh ins Krankenhaus fahren und dann wieder nach Hause geschickt werden. Dies konnten wir also komplett umgehen.

Während andere Frauen sich zum Schichtwechsel der im Krankenhaus angestellten Hebammen immer wieder neu auf ihre betreuenden Geburtshelfer einstellen mussten, hatte ich meinen Geburtsengel die gesamten 12 Stunden im Kreissaal an meiner Seite. Sie wusste ganz genau, was ich zur Motivation oder auch zum Trost brauchte. Sie kannte mich eben, denn wir konnten vor der Geburt alles besprechen, was mir wichtig war. Sicher war mein Lebensgefährte auch da gewesen, aber in dieser Situation wirken Männer oft etwas unbeholfen. Mit einer Beleghebamme an Deiner Seite gibt es genug Freiraum für Deine Wünsche und Bedürfnisse. Sie wird sich zu 100 Prozent auf Dich konzentrieren können, da Routinearbeiten im Krankenhaus für die Beleghebammen wegfallen.

Gibt es Nachteile bei der Wahl einer Beleghebamme?

Auch wenn ich persönlich ein absoluter Fan meiner Wahl bin, wäre es gelogen zu sagen, dass es keine Nachteile gäbe.

Wie schon in der Definition beschrieben, hat die Beleghebamme einen Vertrag mit einer oder mehreren Geburtskliniken. Damit entfällt Deine eigene Wahl Deiner Wunschklinik. Du bist abhängig davon, mit welcher Klinik Deine Beleghebamme den Vertrag hat. Ich habe mich aus diesem Grund vorher informiert, welche Beleghebammen in meiner Wunschklinik arbeiten und konnte so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Ein nicht zu verachtender Nachteil ist der Kostenbeitrag. Dieser fällt unterschiedlich aus. Zwischen 250 und 500 Euro waren die Kosten, die wir in Erfahrung bringen konnten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dies anteilig von Deiner Krankenkasse bezuschusst wirst. Bei mir waren es 200 Euro. Allerdings kostet Dich der ein oder andere Bluttest bei Deiner Beleghebamme nichts, den Du bei Deinem Frauenarzt entlohnen musst.

Ich hoffe, ich konnte Dir bei der Entscheidung „Beleghebamme – Ja oder Nein?“ mit meinem Erfahrungsbericht etwas helfen und wünsche Dir eine gut begleitete Geburt – ob nun mit Beleghebamme oder mit einer im Krankenhaus angestellten Hebamme. Du darfst nie vergessen: Es sollten alle ihrer Arbeit mit viel Sorgfalt, Feingefühl und Umsicht nachgehen, ob Du die Hebamme nun schon vorher kennst oder nicht.

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