Kindermund – Aus dem Wortschatz eines 3-Jährigen


Lange Zeit sprach Mika-Flynn nur in Ein- oder Zwei-Wort-Sätzen mit uns. Das war eigentlich nie ein Problem, denn irgendwie haben wir immer verstanden, was er von uns wollte. Man entwickelt ja als Eltern auch ein Gespür dafür und versteht die “Sprache” der eigenen Kinder. Kurz nachdem er dann mit 2 1/2 Jahren in den Kindergarten kam, platzte dann der Knoten. Vielleicht weil er durch die anderen, älteren Kinder animiert wurde, mehr zu sprechen, sich vieles abschaute. Aus den kurzen Sätzen wurden schnell immer längere.

Nun mit etwas mehr als 3 Jahren kann ich mich schon richtig toll mit ihm unterhalten, er erzählt und erzählt und erzählt…Und ist nicht zu stoppen. Es ist so schön, wenn ich ihn über seine Erlebnisse im Kindergarten ausfrage und er mir alles ganz genau berichtet. Und lustig ist diese Zeit, in der die Kleinen so richtig zu sprechen lernen noch dazu. Was hab ich schon gelacht, wenn er mal wieder besonders kreative oder witzige Satzkonstellationen von sich gegeben hat.

Wollt ihr mitschmunzeln? Dann hab ich hier mal ein paar Auszüge für euch. ;)

Kindermund

  • Bei einem Spaziergang treffen wir auf eine Gruppe von Hundebesitzern, die ihre Hunde auf dem Feld spielen lassen. Mika-Flynn ist neugierig und schaut ihnen lange dabei zu. Den West-Highland-Terrier bezeichnet er als Katze und lässt sich partout nicht vom Gegenteil überzeugen, dass das eigentlich ein Hund ist…Als wir ein Stück mit der Besitzerin gegangen sind und ihm mehrmals erklärt haben, dass das keine Katze ist (auch wenn er deren Größe und genauso spitze Ohren hat), wollen wir uns verabschieden. Ich frage ihn, ob er der Frau und ihrem Hund Tschüss sagt. Mika-Flynn winkt erst der Frau, dann dem Hund und ruft ganz laut in seine Richtung: „Tschüss Katze!“
  • Ich singe ein Lied vor mich hin, Mika-Flynn findet das scheinbar nicht so gut, kommt angelaufen und zwickt mich mit einer Drehbewegung, so als ob er an einem Knopf dreht, ins Bein: “Radio AUS!”
  • Wir wollen Oma und seine Tante besuchen. Er erinnert sich, dass diese beim letzten Treffen erkältet war. “Celine hat Schlumpfen!”
  • Als ich noch mit Taavi schwanger bin und unter der Dusche stehe, kommt Mika-Flynn angelaufen und fragt: „Mama, Taavi auch duschen?“ Als ich mich danach eincreme: „Baby auch eincremen. Hat auch geduscht!“
  • Einmal zeigt er auf meinen Babybauch: „Baby schläft in Mamas Bauch. Hat auch einen Schlafanzug an.“
  • Kurz nach der Geburt, wenn Taavi laut weint: „Keine Sorge, Taavi! Alles gut, Taavi!“ Und streichelt ihm dabei sanft über den Kopf.
  • Ich bitte Mika-Flynn, mir etwas vom Boden aufzuheben, bedanke mich dafür bei ihm. „Bitte, Mama. Gerne!“
  • Ich mache mich morgens im Bad fertig, Mika-Flynn leistet mir Gesellschaft. Ich sage ihm, dass ich kurz zur Toilette muss. Er läuft eilig in den Flur, zeigt mir den Weg zum Klo: “Hier geht’s lang, Mama!”
  • Wir fahren Auto und ich spreche mit Mika-Flynn, beende einen Satz, den ich zu ihm sage mit „Mausi“ (so nenne ich ihn oft). Er singt darauf vor sich hin: „Ich bin die Mausi! Ich bin die Mausi!“ Dann hält er auf einmal erschrocken inne, weil ihm scheinbar plötzlich etwas Wichtiges eingefallen ist, dreht sich ganz schnell zu Taavi, der neben ihm in der Babyschale sitzt: „Und Taavi auch die Mausi!“ Denn für ihn sind sie schließlich beide unsere kleinen Mäuse. Gleichberechtigung und so.
  • Ich habe Brötchen zum Frühstück aufgebacken, der Backofen ist aus, heizt aber noch nach, weswegen ich die Backofentür auflasse. Während die Brötchen abkühlen, stehe ich mit Taavi, der in der Trage sitzt, aus der seine Füße heraus schauen, im Flur und hänge Wäsche auf. Mika-Flynn kommt aus dem Wohnzimmer angerannt, macht eilig die Tür zur Küche zu: „Damit Taavi keine heißen Füße kriegt!“
  • Oma ist zu Besuch, Mika-Flynn isst gerade Kekse und bekommt gerade noch eine Tasse Kakao von Yannick gebracht. Oma fragt: „Ui, und Kakao hast du jetzt auch.“ Mika-Flynn, der es nicht richtig verstanden hat: „Ja, und Pipi hab ich auch (gemacht)!“
  • Wir sitzen gemeinsam auf dem Sofa, ich stille gerade Taavi. Mika-Flynn, der seinen Stoff-Hundi im Arm hat, zieht auf einmal sein Shirt hoch und ruft: „Ich muss Hundi füttern! Ist mein Bebi!“ Dabei tut er so, als ob Hundi nun an seiner Brust nuckelt.
  • Ich hole Mika-Flynn zusammen mit Taavi auf dem Arm aus dem Kindergarten ab. Eine Erzieherin möchte Taavi gerne halten, während ich Mika-Flynn Schuhe und Jacke anziehe. Als er Taavi auf ihrem Arm sieht, brüllt er durch die ganze Garderobe: „Heee! Das ist unser Taavi! Finger weg!“
  • Mika-Flynn wacht nach seinem Mittagsschlaf auf, kommt zu mir ins Wohnzimmer: “Mama, ich hab einen riesen Hunger! Ich mag Kakao mit Flecken!” (Er meint Haferflocken mit Milch und Kakao.)
  • Mika-Flynn nimmt einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche, normalerweise mag er nur Apfelschorle: “Hmm, ist das köstlig! Hat gut geschmeckt!”
  • Kurz bevor Yannick von der Arbeit nach Hause kommt, wartet Mika-Flynn schon ungeduldig. “Oh man ey…Wann kommt endlich der Vater?!” :D (Nein, er sagt eigentlich immer Papa zu ihm. :D)
  • Lautes Gepupse beim Abendessen, es ist ganz eindeutig, dass es aus Mika-Flynns Richtung kommt. Ich frage gespielt empört, wer das war. Mika-Flynn grinst: „Taaaavi!“

An welche Sprüche eurer Kids erinnert ihr euch am liebsten zurück und müsst immer noch darüber lachen?

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