Kleinkind und Haustier – sieben Tipps für das Zusammenleben


Ein Leben ohne Haustiere können sich viele Menschen nur schwer vorstellen. Das zeigen auch Statistiken aus der Heimtierbranche: im vergangenen Jahr lebten 31,6 Millionen Tiere in deutschen Haushalten. Auch in Familien mit Kindern gehören sie einfach dazu – in 61 Prozent der Haushalte gibt es tierische Mitbewohner.1 Und tatsächlich belegen Studien immer wieder, dass sich Haustiere positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Aber was gibt es zu beachten, damit das Zusammenleben auch sicher und harmonisch verläuft? Im Folgenden findet ihr Tipps im Umgang mit Kleinkindern und Haustieren.

1. Auf Hygiene und Gesundheitsmanagement achten

Bei aller Liebe zum Tier sollte man im Kopf behalten, dass Haustiere auch Krankheitserreger übertragen können. Kinder wissen noch nichts von Bakterien, Würmern und Co – sie schmusen und greifen nur zu gerne in weiches Tierfell. Deswegen ist das Gesundheitsmanagement der Tiere wichtig: Auffrischungsimpfungen, regelmäßige Entwurmung und Untersuchung auf Parasiten sollten sowieso selbstverständlich sein.

Im Optimalfall sollten die Kinderhände nach Streicheleinheiten gewaschen werden. In der Praxis ist das kaum umsetzbar, daher gilt: mehrmals täglich die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. Auch wenn der Hund dem Kind durch das Gesicht geleckt hat oder die Katze ein Küsschen bekommen hat, hilft der vorbeugende Griff zum Waschlappen.

Außerdem wichtig: Haustiere gehören nicht ins Kinderbett! Sie verlieren neben Unmengen von Fell auch Dreck und Bakterien. Zudem besteht ein Verletzungsrisiko, wenn Tier und Kind gemeinsam in einem Bett schlafen.

2. Regeln aufstellen

Wichtig ist, dass das Kind von Anfang an Regeln im Umgang mit dem Haustier lernt. So sollte selbstverständlich sein, dass dem Tier nicht weh getan werden darf. Kinder können ihre Kräfte anfangs nicht einschätzen und wissen auch nicht, dass es weh tut, wenn man der Katze am Schwanz zieht. Daher sollte man Kind und Tier immer im Auge behalten um einzugreifen. Man kann sanftes Streicheln vormachen und üben – an Mama und Papa oder am Lieblingskuscheltier.

Auch sollte klar sein, dass das Tier nicht beim Fressen oder Schlafen gestört werden darf oder dass eine Katzentoilette keine Sandkiste ist. Am besten überlegt man sich im Vorfeld, welche Regeln sinnvoll sind und erweitert diese Liste je nach Entwicklungsstand des Kindes.

3. Körpersprache lernen

Wedelt eine Katze mit dem Schwanz, sollte man sie besser in Ruhe lassen. Schnurrt sie hingegen, ist sie entspannt. Klopft das Kaninchen mit seinen Hinterläufen, ist es in Alarmbereitschaft. Knurrt ein Hund, ist es allerhöchste Eisenbahn, ihn in Ruhe zu lassen. Tiere zeigen mit ihrer Körpersprache sehr deutlich, in welcher Stimmung sie sind. Man muss sie nur verstehen. Deswegen sollte das Kind so bald wie möglich lernen, was die Signale seines tierischen Freundes bedeuten.

4. Liebe geht nicht durch den Magen

Kinder lieben es, Tiere zu füttern. Solang dies unter Aufsicht und mit geeigneten Futtermitteln geschieht, spricht auch nichts dagegen. Aber spätestens, wenn die Leckerli-Tüte schon wieder leer ist und die Katze einen Kugelbauch mit sich herum trägt, sollte man überdenken, wie viel zu viel ist. Ganz klar sollte außerdem sein, dass Nahrung vom Kind nicht für das Haustier geeignet ist. Während der Hund die Reiswaffel noch gut verträgt, wird es bei Schokolade richtig gefährlich, denn die ist für ihn giftig. Es empfiehlt sich, feste Zeiten zu definieren: morgens, mittags und abends darf das Kind dem Tier ein Leckerli geben – ansonsten nicht.

5. Kratzer und Bisse behandeln

Kleine Kinder gehen nicht immer zimperlich mit Tieren um. Auch wenn man noch so sehr aufpasst, kann es passieren, dass sich das Kind einen Kratzer oder Biss einfängt, weil es die Grenzen des Tieres überschritten hat. Wichtig ist, dass solche Verletzungen desinfiziert werden. Es empfiehlt sich ein Wunddesinfektionsspray (z.B. Octenisept) für die Hausapotheke anzuschaffen. Mit diesem kann man kleine Kratzer desinfizieren. Bei Bissen heißt es Vorsicht! Der Speichel von Tieren enthält sehr viele Bakterien. Beißt das Tier, gelangen diese auch in die Wunde und können für böse Entzündungen sorgen. Bei Tierbissen im Zweifel also lieber einmal zum Kinderarzt, damit die Wunde richtig versorgt werden kann.

6. Zeit fürs Tier nehmen

Kinder wirbeln unser Leben durcheinander – aber nicht nur unseres, sondern auch das unserer tierischen Mitbewohner. Wichtig ist, dass die Tiere wissen, dass sie nicht vergessen sind. Dann werden sie auch entspannter mit dem Nachwuchs umgehen. Es lohnt sich also doppelt, sich Gedanken zu machen, wie man feste Rituale für die Tiere in den Alltag einbauen kann: Schmuseeinheiten am Morgen, Spielspaß während des Mittagsschlafs oder Clickertraining in den Abendstunden. Man kann sich als Paar auch einfach aufteilen: während Frauchen das Kind ins Bett bringt, geht Herrchen eine Extrarunde mit dem Hund.

7. Im Auge behalten

Ein Tier bleibt ein Tier und ein Kind bleibt ein Kind. Ein Tier reagiert instinktiv, wenn es sich bedroht fühlt. Ein Kind ist neugierig und will die Welt entdecken. Es weiß noch nicht, dass es einem Tier weh tun oder Angst machen kann. So lieb ein Tier ist und so wenig es etwas Böses im Sinn hat – es kann trotzdem immer etwas passieren. Deswegen sollte man Kleinkinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt miteinander alleine lassen.

1Heimtierstatistik 2016 vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.

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